Hydraulikdruck?

406sebb

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26. Sep. 2006
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Hallo

Habe gestern an meinem 406.120 Bj. 63 den Hydraulikdruck gemessen. Im Standgas war er bei ca. 90 bar und wenn ich Gas gegeben hab ist er etwas über 100 Bar gegangen.
Ist das normal, dass er so wenig Druck hat? Laut Vorbesitzer wurde er fast nur als Zugfahrzeug genutzt und hatte wenig Hydrauliktätigkeit. Das Hydrauliköl ist auch neu.
Gruß

Sebb
 
Hallo, sollte meines Wissens 180 bar betragen. Keilriemen locker oder Pumpe verschlissen?. mfg Franz
 
Hallo, Sebb,

Systemnenndruck beim Unimog ist bis Baujahr 1986 180 bar und eine intakte Pumpe schafft diesen Druck locker auch bei Standgas.

Da es sich beim Unimog um ein Umlaufsystem handelt, ist die Pumpe ja auch ohne zu arbeiten ständig in Betrieb, wenn sie das Öl auch nur nahezu drucklos umwälzt.

Da es sich um eine Zahnradpumpe handelt, die bei Dauerbetrieb "einlaufen", verschleißen diese auch im reinen Leerlaufbetrieb.

Wenn Du die dreifach teilbare Hydraulikpumpe hast, diese Variante kann durch Überschleifen der eingelaufenen Stirnseiten wieder einigermaßen "druckfähig" gemacht werden - geht aber nur auf einer Flachschleifmaschine, freihändig nicht möglich.

Grüße

Holger
 
Hallo

Holger hast Du das schon mal gemacht ????
Was genau muß überschliffen werden die Stirnseiten der Zahnräder,Gehäuse und Deckel oder????
Welche Genauigkeit (Rauhtiefe) ist erforderlich???
Wieviel Axialspiel brauchen die Zahnräder.
Wie ist das Ergebnis der Arbeit,welcher Druck wird aufgebaut.
Spiele mit dem Gedanken meine Pumpe am U406 Bj.1973 nach zuarbeiten, da wäre Deine Erfahrung eine große Hilfe.

Vielen Dank und Gruß aus dem Schönbuch
Eberhard
 
Hallo, Eberhard,

das ganze ist nicht als Dauerlösung und auch nicht als professionelle Instandsetzung anzusehen, denn es kann nur ein Teil des Verschleißes behoben werden und ein Erfolg ist - abhängig vom Ausmaß des übrigen Verschleißes - nicht garantiert.

Einen Versuch ist es sicher wert, wenn die Pumpe noch nicht ganz schwach auf der Brust ist - und wenn man die Maschinen dafür günstig zur Verfügung hat.

Da ich in einer Firma arbeite, die Flach- und Rundschleifmaschinen herstellt, war der Spaß für mich kostenlos und daher auf jeden Fall rentabel. Wer zu Stundensätzen die Schleifarbeiten vergeben muss, sollte vielleicht besser gleich eine neue Pumpe kaufen.

Es werden die beiden (in der Regel aus Leichtmetall gefertigten) Außenteile nachgeschliffen, die Teile, die zur Stirnseite der Zahnräder hin dichten.

Begrenzender Faktor ist die Bohrungstiefe für die Wellen (Lagerung) der Zahnräder, ansonsten müssen die Wellen der Zahnräder in ihrer Länge auch etwas zurückgenommen werden. Ohne die Wellen nachzuarbeiten sind nur wenige Zehntel möglich, das reicht aber in der Regel.

Das ganze geht aber nur bei Zahnradpumpen der einfachsten Bauart, bei der die Breite der "Brille" und der Zahnräder identisch ist und die beiden Außenteile der Pumpe (bis auf evtl. erforderliche Nuten für O-Ringe) eine glatte Oberfläche haben.

Wenn nur die Außenteile überschliffen werden, ändert sich am Axialspiel der Zahnrader nichts.

Wer eine Rundschleifmaschine zur Verfügung hat, kann auch die Zahnradstirnseiten und mit der Flachschleifmaschine entsprechend die "Brille" (das Mittelteil der Pumpe) nacharbeiten (Breite der Zahnräder und des Mittelstückes vorher messen und das Maß, was die Zahnräder kleiner sind, wieder herstellen. Man kann auch durch my-weises Wegnehmen am Mittelstück so lange probieren, bis die Zahnräder gerade noch frei drehen.)

Da auch der Verschleiß am Außendurchmesser der Zahnräder, sowie dem umschließenden Gegenstück, der Brille von Bedeutung sein kann, ist, wie bereits gesagt, der Erfolg nur begrenzt, aber spürbar.

Beim Zerlegen der Pumpe sieht man, wo der Hauptverschleiß sitzt.
Haben die Zahnräder an den Seitenteilen erhebliche Einlaufspuren hinterlassen, ist ein Überschleifen in der Regel sinnvoll, sind jedoch auch erhebliche Verschleißspuren in den Bohrungen der "Brille" erkennbar, bringt die Maßnahme nur wenig, da der Druck auch durch die verschlissene "Brille" entweicht.

Die geschliffene Oberfläche braucht nicht glatt sein, das ist ähnlich, wie bei Zylinderlaufflächen, es braucht Schmierung.
Eine Universalschleifscheibe mit 46-er Körnung ist schon geeignet. Auf der Rundschleifmaschine zur Bearbeitung der Zahnradstirnseiten eine mit 100-er Körnung.

My-weise Zustellung und ausreichendes Ausfeuern und die Oberfläche passt. In die vorhandene Rauhtiefe setzt sich Schmieröl hinein und dichtet sogar zusätzlich ab.

Wie gesagt, wer auf Schleifmaschinen zurückgreifen kann, kann Geld sparen, das war damals, als ich meine überholt habe, auch mein Hauptmotiv.

Grüße
Holger
 
Hallo Holger

Danke für die schnelle und sachkundige Antwort.Da merkt man der Mann hat Fachwiesen.
Werde bei Gelegenheit zuerst den Druckmessen und dann das Ding zerlegen und anschauen.
Schleifen ist kein Problem, es gibt eine gut ausgerüstete Ausbildungabteilung für Mechanik und zwei Top Meister. :wink:

Danke und Gruß aus dem Schönbuch
Eberhard
 
406sebb schrieb:
Hallo

Habe gestern an meinem 406.120 Bj. 63 den Hydraulikdruck gemessen. Im Standgas war er bei ca. 90 bar und wenn ich Gas gegeben hab ist er etwas über 100 Bar gegangen.
Ist das normal, dass er so wenig Druck hat? Laut Vorbesitzer wurde er fast nur als Zugfahrzeug genutzt und hatte wenig Hydrauliktätigkeit. Das Hydrauliköl ist auch neu.
Gruß

Sebb

Hallo,
90 bis 100 Bar sind in der Tat nicht viel wenn Du direkt an der Pumpe gemessen hast. Wie sieht es aber mit der Fördermenge aus?

Ich weiss ja nicht, was Du mit der Pumpe betreiben möchtest, aber die meisten Anlagen haben eh einen Druckminderer verbaut, da Lenkung u.s.w. 180 Bar nicht vertragen.

Und wo hast Du den Druck gemessen?


Gruss
Jürgen
 
Hallo Jürgen

Ich habe an den Druckabgängen vorne und hinten gemessen. Was ich vor hab. Ganz eijnfach. Mir eine Fronthydraulik bauen. Und jetzt geht es halt um die Größe der Zylinder.
Bis jetzt habe ich die Schmitt Anbaublatte gekürzt, damit ich die Bodenfreiheit behalte. Auch habe ich schon zwei Zylinder Organisiert. Doch mit 100 Bar kann ich dan max. 1 Tonne heben.
Gruß

Sebb
 

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Hallo Sebb

Ich würde noch mal den Druck direkt hinter der Pumpe Messen! Im Steuerblock ist normaler weise ein Druckbegrenzer drin! Vielleicht ist der auch defekt oder verstellt. Und wenn Du vorne oder hinten an den Hydraulik Kupplungen misst, geht dieser Fehler da mit rein.
( Meiner Meinung nach )

Viel Erfolg

Gruß

Sascha
 
Hallo!
@ Sascha Direkt bei der Pumpe messen ist gefährlich und sinnlos.
Wenn der Keilriemen gut gespannt ist platzt entweder die Leitung oder die Pumpe bricht.
Der Hydraulikdruck kann nur mithilfe eines Steuerblocks mit Überdruckventil gemessen und eingestellt werden.
Das Überdruckventil ist auf der Hinterseite des Steuerblocks und ist eigentlich leicht auszubauen, am besten komplett, das heisst den Sechskant ganz nahe beim Steuerblock lösen.
Dann kann man das Ventil im Schraubstock zerlegen und zur Probe eine normale 8er Beilagscheibe beilegen. Wenn der Druck vorher nur 100 bar war kann da noch nicht schlimmes passieren. Wenn sich der Druck nicht erhöht ist die Pumpe wirklich am Ende. Wenn er aber höher wird, dann mit den vorhandenen dicken und dünnen Scheben varieren bis er passt, wenn man mit Hirn fährt kann man auch 190 bar einstellen, ohne dass die Anlage überlastet wird.