Hallo,
--> Tommes:
Ich hab' irgendwie tierischen Respekt vor Bergabfahrten mit Last im Rücken ;-) Hat wohl mit der Erinnerung an einige Bauern zu tun, die auf ähnlichen Strecken im Umkreis ihren Traktor umgelegt haben. Wobei die Teile damals auch nur eine gebremste Hinterachse hatten ...
Außerdem profitieren wir ja hoffentlich alle davon, wenn hier Erfahrungen geschildert werden !
Das mit dem beladenen Mog läßt sich sicher bei längeren Transportfahrten realisieren, aber bei uns hier geht's meistens um Strecken bis 5km um den Ort, und wenn ich mal eben ein PKW-Hängerchen mit Holz oder Äpfeln abhole, packe ich nicht jedesmal 1to Kies auf die Prische. Trotzdem kann man auch da in (theoretisch) gefähliche Situationen geraten ...
Die genannten Vorgehensweise stammen u.a. aus folgenden Situationen:
- 411, leer, steiler Waldweg, leichte Linkskurve, abschüssig nach außen (mit steilem Abhang neben dem Weg - logisch), Boden gefroren, ca. 5cm Schnee, miese Reifen. Eklig zum Fahren, da quasi null Haftung. Da ich ungefär wußte, was kommen könnte, schon vorher: Allrad rein, mit Motor gebremst. Beim leichten Betätigen der Bremse rutscht der Mog prompt nach außen weg. Abhilfe: Bremse auf, etwas lenken, leicht Gas geben. Mog richtet sich wieder aus. Trotz Kurve: Sperre rein und langsam wieder gebremst und den Rest des Berges (ca. 50m) im Schrittempo runtergefahren. Trotzdem ist der Mog manchmal mit allen 4 Rädern gerutscht. Dann jedes mal wieder: Bremse kurz auf.
- Ähnliche Strecke mit feuchtem Boden und feuchtem Laub - fast so gut wie Schmierseife auf Betonboden ! Ach da half nur Sperren zum Allrad und sanft bremsen.
- Bergabfahrt auf geradem, stark abschüssigem Weg mit leerem 421 und FL (also wenig Gewicht auf der HA !) OHNE Allrad, und ungebremstem PKW-Hänger mit ca. 700kg. Der Weg ist abwechselnd mit Gras bewachsen oder grob geschottert und war leicht feucht. Trotz langsamer Fahrt mit Motor als Bremse fing der Mog beim betätigen der Fußbremse an, mit dem Heck wegzudrehen und hätte sich vermutlich quergestellt.
Abhilfe: Erst mal schlucken und den Schreck überwinden, war nämlich die Stelle, wo mit mal die Bremsleitung geplatzt war - Einkreisbremsanlage... Sollte jedem was sagen, ja ! Also, Bremse auf, leicht Gas geben, Mog wird deutlich schneller, aber zieht wieder gerade. Nun Allrad rein, Sperre rein
- Gleiche Stelle nach einem Regen, selber Mog nur ohne Anhänger: Gleiches Verhalten, Mog rutscht beim Bremsen hinten weg. Abhilfe auch hier: Bremse los und Allrad rein, dann wieder kräftig bremsen. Alles OK.
- Außerdem haben wir ein paar Obstwiesen am Hang, daher die Warnung mit dem Gras ! Selbst nach wochenlanger Trockenheit rutscht man auf den Wiesen wie auf Glatteis !
Alle genannten Strecken und Stellen wurden jeweils im erhöhten Fußgängertempo angefahren, an überhöhter Geschwindigkeit kann es also nicht liegen.
Vielleicht bin ich auch nur übervorsichtig und überschätze wie üblich den Kippwinkel und das Rutschverhalten des Mogs. Von außen betrachtet hätte das Ganze jeweils sicher langweilig ausgesehen - aber den Mog "in den Graben legen" und heimlaufen müssen ist mit doch zu peinlich
Jedenfalls habe ich die Erfahrung gemacht, daß das Bremsverhalten am höchsten ist, wenn man die Quersperren mit drin hat, und man verhindert so wirkungsvoll das Blockieren der Hinterräder beim Bremsen. Wenn man nur mit Motorbremse fährt, ist es sicher weniger kritisch.
Ach ja, übrigens - erschrecken tut man nur, wenn man nicht mit einer Situation rechnet ;-)
mfg,
Andreas