Kaltstart - Wie macht Ihr das?

gerhard2

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11. Juni 2012
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München
Hallo,

die älteren Direkteinspritzer können ja nicht vorgeglüht werden. Dafür gibt den Startpilot. Ich hab zwar immer noch keinen Unimog, bin aber fleißig auf Suche.
Bei sehr tiefen Temperaturen stelle ich mir das nicht so lustig vor, wenn die Batterie auch noch zusätzlich geschwächt ist. Außerdem kenne ich das von meinem Traktor her. Wenn ich das Teil z.B. zum Schneeräumen bräuchte überlege ich mir das vorher gut (nicht lachen, aber ich mache mittlerweile immer ein Holzfeuer darunter).
Ich habe gesehen, dass bei einem 416 hat der findige Besitzer einfach einen Schlauch nach vorne gelegt hat, der genau auf den Sprühknopf der Startpilot-Dosen passt.

Wie macht Ihr das? Gibt es eine (Art) Vorglühanlage für diese Autos?

Grüße
Gerhard
 
Hallo Gerhard

Deine Überlegungen sind richtig ! Das nennt sich Motorvorwärmung die
mit einem elektrischen Einsatz ähnlich einem Tauchsieder funktioniert !
Es gibt dazu fertige Einsätze zum Beispiel für den OM 352 mit 220 Volt
aus der Garage ! Dann gehts einwandfrei !

Aber es gibt noch andere Möglichkeiten dies ist nur eine !

Gruß Ingo
 
Hallo Gerhard.

Ich kann Dich beruhigen, mein 416 springt auch bei -15°C noch verhältnismäßig gut an. Und das ohne Startpilot oder anderer Hilfsmittel. Der Anlasser dreht dann zwar knapp 5 Sekunden bis die ersten Herzschäge kommen und der Motor läuft anfangs etwas holprig, aber er springt an.

Es hängt natürlich noch von verschiedenen anderen Faktoren ab, ob und wie gut ein Motor bei Kälte anspringt. Batteriezustand, Zustand des Motors (Verdichtung,Düsen,etc). Grundsätzlich würde ich aber nicht behaupten, daß ein Direkteinspritzer ohne Glühkerzen bei Kälte nicht anspringt.

Gruß Olli
 
Hallo

So ist es. Ein guter OM 352 springt auch bei tiefen Minus Graden recht Problemlos an. Hab noch nie Startpilot gebraucht.

Eine Vorwärmung kann trotzdem nicht schaden. Bei mir ist das per Standheizung gelöst.

Gruß Thomas
 
So ist es. Der Grund warum viele damals einen Direkteinspritzer haben wollten, war der, dass der Direkteinspritzer auch im Tiefsten Winter besser ansprang als die Vorkammer Diesel mit Glühkerzen. Bei den Traktoren die trotz Direkteinspritzer schlecht ansprangen gab es in der Regel eine Handpumpe, mit der man Diesel über die Düsen in den Brennraum spritzt.
Ich weiß nicht was in den Startpilot alles drin ist, den es extra für unseren 406 zu kaufen gibt, aber wenn es das gleiche Zeug ist, was man in Dosen kaufen kann, würde ich lieber die Finger davon lassen. Die machen den Motor gereadezu durstig danach, was dazu führt das bei regelmäßigen "konsum" der Motor auch bei milderen Temperaturen schlecht anspringt.

gruß Lukas
 
Die machen den Motor gereadezu durstig danach, was dazu führt das bei regelmäßigen "konsum" der Motor auch bei milderen Temperaturen schlecht anspringt.

Moin Lukas,

jo, es gibt sogar Menschen die süchtig sind :roll:

Die brauchen auch jeden Morgen etwas "Startpilot", bevor sie richtig anspringen. 8)
 
Hallo

Der Grund warum viele damals einen Direkteinspritzer haben wollten, war der, dass der Direkteinspritzer auch im Tiefsten Winter besser ansprang als die Vorkammer Diesel mit Glühkerzen.
Ich dachte immer ,man hätte wegen dem sparsameren Kraftstoffverbrauch den Direkteinspritzer entwickelt.
Im übrigen waren die ersten Diesel von Rudolf Diesel alle Direkteinspritzer.

Die machen den Motor gereadezu durstig danach, was dazu führt das bei regelmäßigen "konsum" der Motor auch bei milderen Temperaturen schlecht anspringt.
das Märchen ist ja wohl nicht tot zu kriegen.
Wenn ein Motor soweit verschlissen ist, dass er mangels Kompression nicht mehr startet, liegt das wohl nicht am Startkraktstoff (Startpilot ist nur ein Markenname)
Da der Verschleiß aber zunimmt, (kein Motor repariert sich über Winter selber) ist es dann auch irgendwann auch im Sommer soweit, dass er nicht mehr startet. Süchtig ist nicht der Motor, höchstens der Fahrer.
 
Helmut-Schmitz schrieb:
Hallo

Ich dachte immer ,man hätte wegen dem sparsameren Kraftstoffverbrauch den Direkteinspritzer entwickelt.
Im übrigen waren die ersten Diesel von Rudolf Diesel alle Direkteinspritzer.

Nicht so ganz. Motoren, die nach dem MAN M-Verfahren arbeiten sind auch DE's und saufen trotzdem wie ein Loch. :idea:

Eigentlich werden DE's verbaut, weil Sie "billiger" im Aufbau sind.
Sprich keine Kosten für Kabel, GK's, Glühüberwacher, Vorwiderstand...
Weniger Fehlerquellen = Zuverlässiger :idea:

Nachteil: der "raue" Motorlauf.
Das war der Entscheidende Grund, warum in PKW's Jahrzehnte lang
Vor- und Wirbelkammerdiesel dominierend waren.

Erst die Möglichkeiten, der Fein- und Feinststeuerung (elektronisch)
machten den DE, ab mitte der 90iger Jahre "Salonfähig" im Automobilbereich. Und trotzdem wurde und wird immer noch enormer Aufwand zur Kapselung des Motorraumes betrieben.

Gruß Alfred :lol:
 
Guten Morgen Gerhard,

schlussendlich hat Mercedes selbst beim 406er eine Startpilotanlage verbaut, die bei vielen 406er überhaupt nicht funktioniert weil selten oder nie benutzt.
Diese wird mit einer Dose befüllt, die bei Mercedes zu bekommen ist, also daher kein Problem. Der OM 352 springt bei normalen Bedingungen in Deutschland problemlos ohne diese an, das ist zumindest meine Erfahrung, habe diese zwar einmal befüllt, aber nur zum Test, dann nie wieder gebraucht.
Wenn nicht, hat er sicher sehr viel Betriebsstunden und ist verschlissen, das bedeutet aber nicht das er wirklich am Ende ist, auch dann lässt er sich noch weiter nutzen/ fahren.

Grüße
Ralf
 
Hallo,

Ich weiß nicht was in den Startpilot alles drin ist, den es extra für unseren 406 zu kaufen gibt, aber wenn es das gleiche Zeug ist, was man in Dosen kaufen kann, würde ich lieber die Finger davon lassen.

Es gibt keinen Startpilot extra für den 406. Es gibt Startpilot, den Mercedes für diverse Direkteinspritzer, darunter auch OM352 und OM314 anbietet. Dieser entspricht aber nicht den Sprühflaschen sondern ist etwas verdünnt. Auch ist die Startpilotanlage mit diesem speziellen Kraftstoff und der Düse mitsamt ihrer Einbauposition auf den Motor abgestimmt, was beim reinen Sprühen aus einer Sprühflasche sicher nicht der Fall ist.

Gruß,
Michael
 
Hallo,

sicherlich ist die Motorvorwärmung hier die Königslösung - die kommt unmittelbar nach der beheizten Halle 8)
Bzgl. der Vorwärmung mal die Suchfunktion benutzen, da gibt es u.a. auch Empfehlungen inkl. Einbauberichten - allwinterlich ein gern (wieder-)eröffnetes Thema.
Meine seit letztem Winter erfolgreich erprobte Schmalspurlösung ist, den Heisluftfön vor dem Starten in den Ansaugkamin zu stecken - funktioniert für vorgewärmte Luft, damit der Direkteinspritzer die entsprechende Kompressionstemperatur erreicht. Sollte natürlich nicht!! in Kombination mit Startpilot verwendet werden :idea: aber soviel Vernunft/Risokobewußtsein erwartet man vom Unimogfahrer. Nein, die Idee ist nicht von mir, sondern auch schon aus diesem Forum, klappt aber super.

viele Grüße
Tommes
(derzeit ohne Heisluftfön unterwegs)
 
Hi!

... und da gibt es die Direkteinspritzer die doch Glühkerzen haben... :)
nämlich in Eigenbau-Wasservorwärmungen.

http://up.picr.de/10326793vo.jpg ( o.k., ist kein Eigenbau sondern VW... )

Wird aber wohl wg. der schieren Masse des OM 352 und der Kühlwassermenge eher witzlos sein. Zumal die Anschlusswerte nicht ohne sind.

Wenn schon Wasserheizung, dann mittels externer 230V Versorgung.

Grüße,

Klaus
 
ret schrieb:
Die machen den Motor gereadezu durstig danach, was dazu führt das bei regelmäßigen "konsum" der Motor auch bei milderen Temperaturen schlecht anspringt.

Moin Lukas,

jo, es gibt sogar Menschen die süchtig sind :roll:

Die brauchen auch jeden Morgen etwas "Startpilot", bevor sie richtig anspringen. 8)

:wink: :wink:

Ich hab gedacht, das nennt man "Grüne Semmel" oder Leberkleister...

Grüße
Gerhard
 
@Ingo,

eine elektrische Vorwärmung steht leider mangels dauerhaft verfügbarem Stromanschluss nicht zur Disposition.
Leider muss der Mog auch draußen schlafen.

Eine Standheizung ist eine Möglichkeit, erfordert aber eine ungefähre "Startzeitplanung".

Dass keine werksseitige Möglichkeit besteht ist nachvollziehbar: Das Auto kommt aus einer Zeit in der man es akzeptiert hat, dass ein Fahrzeug auch mal nicht (sofort?) anspringt. Wozu also den Herstellungspreis unnötig in die Höhe treiben.

Bei der Lösung einer Art Vorglühanlage dachte ich z.B. an so etwas wie einen Luftvorwärmer. Bei meinem Toyo z.B. ist die Vorwärmzeit bei -20°C etwa eine Sekunde, der Anlasser benötigt dann etwa eine halbe Motorumdrehung und das Ding läuft auf allen sechs Töpfen mit ca. 200 U/min weniger als normal, aber völlig rund. Glühkerzen hat er nicht. Gibt es da etwas in dieser Richtung?

Gruß
Gerhard
 
Hallo Gerhard

An unserem Kramer (Deutz Motor, ebenfalls Direkteinspritzer) haben wir damals eine Flammstarteinrichtung nachgerüstet. Das ist im Prinzip eine Glühkerze die in den Ansaugkrümmer eingeschraubt wird und die über die Einspritzpumpe während des Startvorganges mit Diesel versorgt wird. Vielleicht läßt sich sowas in der Art ja auch am OM352 unterbringen.

Wie aber schon vorher erwähnt, sollte der Unimog selbst bei -20°C noch ohne Hilfsmittel gerade so anspringen. Darunter würd ich es gar nicht mehr versuchen, da klebt nämlich das Öl als zäher Klumpen in der Ölwanne. Hier wäre dann in der Tat eine Motorvorwärmung (Kühlwasser+Motoröl) empfehlenswert.

Gruß Olli,
der sich übrigens auch noch gut daran erinnern kann, als der Opa damals im Winter Feuer unter dem Bavid Brown gemacht hat! :wink:

P.S.: Tolles Thema für den Sommer! *grins*
 

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Hi!

@Olli

Jupp, das mit dem "Auf offener Flamme vorwärmen" kenn ich auch noch, da gabs für den Lanz ein extra angefertigtes Blechbecken in das der Opa die Glut aus dem (Holz)Küchenherd gefüllt hat... :)

@Gerhard

Eine Vorwärmung "To-Go" wird wohl "nur"entweder Elektrisch per Bordspannung machbar sein, wobei da für eine effektive Temperaturerhöhung die (kalte) Batterie ziemlich Strom liefern muss...

oder aber mittels Flammkerzen, für die aber wohl ein deutlich höherer Einbauaufwand betrieben werden muss.

Guggsdu hier:

http://www.beru.com/download/produkte/TI01_de.pdf

Dort sind beide Möglichkeiten gut dargestellt. Interessant ist der Hinweis das die Flanschheizungen bis zu 2,5 KW haben... netter Stress für die Batterie :)

Greets,

Klaus
 
Hallo

Eigentlich werden DE's verbaut, weil Sie "billiger" im Aufbau sind.
Sprich keine Kosten für Kabel, GK's, Glühüberwacher, Vorwiderstand...
Weniger Fehlerquellen = Zuverlässiger :idea:
ich würde mal ein paar Vorlesungen Kolbenmaschinen, Brennraumgestalltung, Wärmeübergang im Haupt- und Nebenbrennraum und Wirkugsgrad vorschlagen.
Nebenbrennräume, ob Ricardo, Lanova oder Vorkammer dienten zur besseren Gemischbildung, da die Einspritztechnik damals weder Düsen noch passende Pumpen liefern konte.
Wegen des dadurch zerklüfteten Brennraums ist zum Starten der Zündvorgang zu unterstützen. Der Anlasser liefert eine zu geringe Drehzahl, um die Brennräume durch die Kompression ausreichen anzuwärmen. Die Luft kühlt an den im Verhälnis zum Volum sehr großen Oberflächen zuschnell ab, ohne die Zündtemperatur für den Diesel zu erreichen.
Bei Anschleppen mit entsprechender Drehzahl geht das auch ohne Vorwärmen.
Der Startkraftstoff zündet schon bei niedrigeren Temperaturen, so dass auch bei mangelnder Kompressionswärme, sei es durch zu geringe Drehzahl oder zu großen Blowby, die ersten Zündungen eingeleitet wird. Der Motor wird aber davon nicht süchtig, ist ja kein Junky.
Man kann auch Vorkammermotore mit Startkraftstoff anwerfen, dazu darf aber nicht vorgeglüht werden, das Zeugs brennt sonst schon während des Verdichdungstaktes an der heißen Glühkerze ab.

Das M-Verfahren von MAN sollte etwas anderes erreichen. Ziel war durch kontinuierliche Abdampfung des vorgelegten Kraftstoffes in der Kolbenmulde eine der Isobaren angenäherte Verbrennung zu realisieren.
Wenn der Kraftstoff aber nicht vollständig bis zum Ende der Verbrennung abgedampft war, ging er unverbrannt durch den Schornstein. Deshalb war der Durst etwas größer und man hat das Konzept wieder zu den Akten gelegt.
 
Moin, moin!
Also, als ich meinen "Dicken" im Januar bekommen habe und ihn am ersten Morgen bei -18° angeworfen habe, dauerte es 45Sekunden, bis so etwas wie ein sich selbsterhaltender Motorlauf zustande kam. Natürlich nicht ohne eine recht markante weisse Wolke....

Wenn ich nicht vorher bei youtube folgendes Viedeo gesehen hätte, dann hätte ich wohl schon vorher aufgegeben. So wusste ich aber, was mich erwartet. Einfach Schlüssel umdrehen und halten.... stur festhalten. Meine Batterien machen das zum Glück klaglos mit..

Genau so sah es bei mir auch aus:

http://www.youtube.com/watch?v=E5xuxehn1a8

Grüße vom Phil,
der ab morgen drei Wochen durch Norwegen cruised... Ja, natürlich MIT dem Dicken :D
 
@Phil,

übel... :shock:
:wink: :wink:

@Helmut,

war der M-Motor damals nicht hauptsächlich für Busse gedacht? Ich hab mich bisher noch nicht so besonders für dieses Thema interessiert, aber ist der Motor nicht auch wegen seines Rufes als "Leiser Stinker" nicht weiter produziert worden?

@Klaus,

an so etwas in dieser Richtung habe ich gedacht. Auch wenn die Vorwärmung eine Anschlussleistung von 1 kW hat, ist die entnommene Energiemenge aufgrund der Kürze zu verschmerzen.

@Klabusterbär,

wie ist die Flammvorwärmung in der Praxis? Ist das eine gute Sache?

Grüße
Gerhard