Kleinen Kompressor aus Unimog 411 neu aufbauen

OPTI-MOG

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09. Jan. 2005
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Liebe Unimog-Freunde,

eigentlich wollte ich ja nie wieder dieses verdammte Biest behandeln. Aber wenn nun doch, dann wenigstens mit Dokumentation.

Es geht um den Westinghouse 35 Pt - 00c

https://youtu.be/HOOEc1H_Sp4

Fortsetzung folgt
 

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Liebe Unimog-Freunde,

nun ist das Kurbelgehäuse komplett fertiggestellt.

Die Konstruktion des Kurbelgehäuses ist wegen der beiden Festlager kritisch und die Montage nicht ganz einfach.

https://youtu.be/MC3ozMFwEiY

Fortsetzung folgt
 

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Hallo Christoph,

bist du dir bei den beiden Festlagern sicher? Ich gehe davon aus, dass der eine Außenring im Gehäuse axial verschibbar ist, auch wenn er eingeprest ist. Da ist sicher kein Anschlag.

Gruß
Markus
 
Hallo Markus,

beide Außenringe sitzen sehr fest im Gehäuse. Bei 5:11 im Video (Teil 2) hört man deutlich die Axialverschiebung des Außenringes im Lagerdeckel - wohl bis zum Anschlag.

Bei allen bisherigen kleinen Kompressoren, die ich in der Mangel hatte, war das ebenso.
 
Also ich kenne nur die klassische Fest-Los Lagerung oder eine Stützlagerung. Die Lager sind nur formschlüssig festgesetzt, wenn eines der Lager aufgrund seiner Bauweise axial verschieblich ist. Rillenkugellager sind das in der Regel nicht. Schon die unterschiedliche Wärmeausdehnung muss kompensiert werden. Das Gehäuse aus Aluminium dehnt sich doppelt so stark aus, wie die Kurbelwelle aus Stahl.

Wie sagte mein Mechanik Professor immer: Unterschätze niemals die thermische Ausdehnung und die dabei enstehenden Kräfte!

Wie fest die Lager wohl noch sind, wenn das ganze 20°K wärmer wird?

Gruß
Markus
 
Hallo Markus,

Starke Stoßbelastungen/Vibrationen sowie Innen- und Außenring mit Presspassung => Internes Lagerspiel C3/C4
Quelle: https://shop.eriks.de/de/internes-lagerspiel/

C3 ist für die Kompressoren vorgeschrieben. Mehr kann ich dazu auch nicht sagen.

Bei Wärmedehnung wird die Verspannung im Alu-Kurbelgehäuse geringer. Das passt dann ja als konstruktive Strategie.
 
Die Lagerluft sagt ja nichts über die Passung der Ringe mit dem Gehäuse aus. Wird schon alles funktionieren. Ich vertraue dir da ganz.

Gruß
Markus
 
Liebe Unimog-Freunde,

es hat voll hingehauen. Leistung fast wie neuwertig. Das ist wieder mal ein befriedigendes Ergebnis im Sinne von maximaler Nachhaltigkeit.

https://youtu.be/L20KXGvKlNA
 

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Moin gut gemacht der Bericht
Mich interessiert jetzt nur wie machst du die Leistungsprüfung. Mit was misst du das? Könntest du das noch erklären?
Gruß Jens
 
Hallo Jens,

die Leistungsprüfung mache ich über die Ladezeit, also die Zeit, die benötigt wird um ein bestimmtes Behältervolumen auf 7 bar zu bringen. Diese Zeit vergleiche mit dem theoretischen Wert bei der betreffenden Drehzahl, also cm³/U * U/min mit p * V = const. verwurstet.

Beispiel Messung siehe ab 3:38: https://youtu.be/jMqA5hyyAFk

Und Beispielkennlinie (anderer Fall) im Foto unten
Statt "neuwertig" muss es "theoretisch" heißen
 

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Hallo Christoph,
vielen Dank für die Videos. Vielleicht kann ich so mein vor Jahren gescheitertes Projekt irgendwann doch noch abschließen.
Vor Jahren bin ich an dem Versuch gescheitert, meinen Kompressor wieder zusammenzubekommen. Durch Zufall habe ich dann
einen für relativ wenig Geld ersteigert. Es stellte sich heraus, daß der Kamerad wahrscheinlich viele Jahre ungenutzt nach einer
Generalüberholung im Regal verstaubt war. Da er sich nur schwer von Hand drehen ließ, öffnet ich ihn um festzustellen, daß er
noch nie gelaufen war. längeres Einweichen mit WD40 und eine anschließende neue Ölfüllung zeigten, daß er wie neu lief.
Bei meinem urprünglichen Kandidaten hatte ich schon große Schwierigkeiten das Pleuel im Gehäuse zu trennen. Wie das Ganze
wieder montiert werden sollte, hat sich mir damals nicht erschlossen. Da ich dann den neuen hatte, habe ich die Teile verpackt
und ins Regal gestellt.
Sind die Kräfte, die über die Kugeln im Lager übertragen werden nicht grenzwertig? Ich weiß, daß bei kleineren Lagern bereits
sehr kleine Schläge in Axialer Richtung zu Eindrücken in den Laufbahnen führen.
Weiß eigentlich jemand, wie die Kompressoren im Werk montiert wurden?
Ich glaube, daß das schon aus Zeitgründen anders gemacht worden ist. Evtl. gab es Hilfsmittel oder Vorrichtungn,
die die Montage einfacher machten.
Als Projekt für den nächsten Winter könnte ich den Alten ja noch mal in Angriff nehmen.
Vielen Dank nochmals für die Arbeit und vor allem für die Videos.
Gruß
Andreas
 
Hallo Andreas,
ich habe beim pt 53 gute Erfahrungen damit gemacht ein Lager auf die Kurbelwelle aufziehen(Lager erwärmt), Gehäuse erwärmen, Kurbelwelle halb einlegen, Pleuel montieren, Kurbelwelle mit Lager einfach in die Bohrung im Gehäuse drücken, dann Lagerschild erwärmen Lager hineinfallen lassen, Lagerschild mit Lager erwärmen und montieren. Dann geht alles ohne Pressen. Leichtes Klopfen der Kurbelwelle mit einem Gummihammer einmal nach rechts und einmal links und dann läuft sie auch schön frei.
 
OPTI-MOG schrieb:
Hallo Jens,

die Leistungsprüfung mache ich über die Ladezeit, also die Zeit, die benötigt wird um ein bestimmtes Behältervolumen auf 7 bar zu bringen. Diese Zeit vergleiche mit dem theoretischen Wert bei der betreffenden Drehzahl, also cm³/U * U/min mit p * V = const. verwurstet.

Beispiel Messung siehe ab 3:38: https://youtu.be/jMqA5hyyAFk

Und Beispielkennlinie (anderer Fall) im Foto unten
Statt "neuwertig" muss es "theoretisch" heißen


Moin
Danke für das zeigen. Sehr einfach gemacht . Top
Gruß Jens
 
Hallo Hannes,

hast Du auch mal probiert erst das Pleuel zu montieren, die Kurbelwelle mit Pleuel ins Kurbelgehäuse zu bringen und erst dann die Lager auf die Kurbelwelle und ins Gehäuse zu machen?
 
Hallo Christoph,
ich werde mal die Variante mit Pleuel zuerst montieren und dann in Kombination mit Gehäuseerwärmen probieren.
Vor dem nächsten Winter werde ich jedoch sicher nicht dazu kommen.
Bilder und evtl. Video werde ich auf jeden Fall machen.
Gruß
Andreas
 
Hallo Christoph,
Ja das geht, allerdings nur ohne Lager auf dem Kurzen Zapfen und das dann im eingebauten Zustand einzubauen empfand ich als unschön, ich konnte die Kurbelwange nicht unterstützen um das Lager aufzuschlagen, die Welle ist ganz schlecht zu arretieren, und dann muss noch das Lagerschild über das Lager und ins Gehäuse wobei wieder starke Axialkräfte(vom äußeren Lagerring über die Kugeln auf den inneren Lagerring)auf das Kugellager wirken. Die extreme Biegespannung auf die Kurbelwelle hat mich interressiert, ich habe die vorher auf 1/100 gerichtete Kurbelwelle wieder ausgebaut und auf Rundlauf geprüft, siehe da sie taumelte an den Lagerzapfen, bis zu 6/100! Ich finde diese Montage nicht schön, ich vermute das Westinghouse die Kompressoren damals genau so montiert hat aber da musste es auch schnell gehen, wir haben doch die Zeit aus unseren Möglichkeiten das bestmögliche herauszu holen. Vielleicht ist die von mir als gut empfundene Methode umständlich aber sie schont Kurbelwelle und Lager.
 
Hallo Hannes,

vielen Dank für Deinen Bericht. Wie zu erwarten ist die Montage - egal wie man sie macht - kritisch, umständlich und zeitaufwändig.

Wahrscheinlich haben die im Werk die Kurbelwelle mit montiertem Pleuel ins Gehäuse gebracht, hatten dann aber für die Lagermontage unter der Presse entsprechende Vorrichtungen, auch eine zum Schutz vor Verbiegung der Kurbelwelle.
 
Hallo Christoph,
Ja ich denke auch das Westinghouse da noch entsprechende Werkzeuge hatte.

Ich spüre bei dir ja eine leicht negative Haltung dem Pt35 gegenüber :mrgreen: :lol: Aber so ist das nunmal auch beim Schrauben jeder hat so seine "Lieblingsbauteile".
 
Hallo Christoph,

alles Gut, das war auch nicht böse gemeint :wink: