kommunale Aufträge-wie drankommen?

ThorstenStreit1

New member
18. Aug. 2002
1.552
0
36
76275 Ettlingen-Oberweier
Hallo,
ich möchte (und muß sagt mein Kontostand) den vorhandenen U1000 besser ausnutzen. Also kam mir die Idee für Kommunen zu arbeiten. bei uns hier arbeiten immer mehr Landwirte für die Gemeinden die dadurch ihre Kosten senken weil sie ihre eigenen Fahrzeuge abschaffen und die Stellen nicht mehr besetzen. Folgende Arbeiten kamen mir so in den Sinn:
- bewässern von Blumenkübeln und Straßenbäumen
- mulchen von Wegrändern an Rad- oder Waldwegen
- Laubabfuhr im Herbst
- häckseln von Christbäumen und Heckenschnitt
Nur, wie komm ich an solche Aufträge? Wer von Euch macht sowas schon ud zu welchen Stundensätzen? Oder wie verrechnen die Kommunen das? Bin mal auf die Antworten gespannt.
 
Hallo Thorsten
besten Wege sind über Landwirtschaftlichen Maschinenringe und vorsprechen am Bauhof. Forstamt nicht vergessen
Gewerbeanmeldung (oder Landwirt) auf Lohnunternehmer oder Dienstleister sind voraussetzung.

Grüße Mazn
 
Solche Aufträge müssen öffentlich ausgeschrieben werden. Die Unterlagen und Bedingungen sind bei den Kommunal-Verwaltungen zu bekommen, meist kosten auch die Ausschreibungsunterlagen schon eine Schutzgebühr. Nach Gebotsende ist die Submission, dann werden die versiegelten Angebote unter Aufsicht geöffnet. Den Zuschlag muß nicht unbedingt der Mindestbieetende bekommen, sofern es Bedenken bezüglich der Vertragserfüllung gibt. Das will heißen, wenn neben dir noch ein Gärtner und ein Spediteur ein Gebot für z.B. für das Blumentränken abgeben, so könnte bei ähnlichen Geboten auch der Gärtner den Zuschalg bekommen, da dort mehr Sachkunde vorausgesetzt wird und du ja keine bisherigen Aufträge solcherart nachweisen kannst , auch wenn er geringfügig teurer wäre.
 
@ Helmut
ja so sollte es sein! Läuft aber meist anders ab. Bei großen Aufträgen mit langer laufzeit ok. Meist ist hier aber nichts verdient, da es immer einen gibt der meint er könne noch billiger.
Besser ist es für Gemeinden und Kommunen als Lückenbüser zu arbeiten. Bei spitzenzeiten mitzuarbeiten nach festem Stundensatz. Wenn du es erst einmal geschaft hast einen Fuß in die Türe zu bekommen, geht die Auftragserteilung auf dem kleinen Dienstweg.
Denoch ist es besser über den Maschinenring an die Gemeinde ranzugehen. Hat viele Vorteile.
Abrechnung macht der MR
Auftragsbearbeitung macht der MR
Du kannst die grünen Kennzeichen nutzen
usw.

Gruß
Mazn
 
Hallo mazn,
einen MR gibt es bei uns hier nicht. Also bleibt nur der Weg entweder direkt dort vorbeizugehen oder über einen der dort einen kennt reinzukommen. Ausschreibungen sind eine nette Theorie die aber immer seltener angewandt wird, bei kleineren Leistungsumfängen sowieso.
Ich möchte mir da mal so ein Konzept erarbeiten welches ich den Entscheidungsträgern vorlege. Und dann werd ich ja mal sehen wie die reagieren. Wenn ich mir halt mal so vorstelle daß die Stadt eine Firma aus den Rhein-Main-Gebiet damit beauftragt hier die Bäume zu giessen kann doch was nicht normal laufen. Die kommen zwei-dreimal die Woche mit ihrem U2150 mit Wassertank angefahren, bewässern computergesteuert die, nach Aussage des Fahrers aus 2004, ca. 80 Bäume und fahren wieder weg. Und das soll billiger sein als wenn ich als ortsansässiger Lohnunternehmer das mache??? Immerhin würd ich auch das Risiko der Investition tragen, aber das interessiert ja heute keinen der Entscheidungsträger. Eine lokale Verantwortung verlangen die zwar alle, aber den Auftrag bekommt der Billigste. Ob der auch der bestgeeignetste gewesen ist merkt man erst wenn es zu spät ist.
 
Das Problem ist nicht die Auftragsvergabe, hier wird sich jeder Kämmerer hüten, etwas unter der Hand zu beauftragen, die Vergabe erfolgt immer durch. Nur an die Ausschreibung zu gelangen, das ist das Problem. Soche Aufträge, auch im Stundenlohn werden müssen ausgeschrieben, wobei dann lediglich der Verrechnungssatz submissioniert wird. Die Ausschreibung ist dann zwar "öffentlich", d.h. jeder könnte mit anbieten, nur erfährt man nicht, wann die Ausschreibung erfolgt, da dies üblicherweise nur begrenzt ausgeschrieben wird oder nur in Fachblättern bekannt gemacht wird. Und hier ist es natürlich "von Vorteil", wenn man einen Mitarbeiter aus diesem Resort "kennt", der sagt dann früh genug Bescheid. Ansonsten bleibt nur der Weg über eine ofizielle Anfrage und aufnahme in den Bieterkreis. Wenn man dann nicht bei der Auftragsvergabe benachrichtigt wird, kann man höflich darauf hinweisen, bei der kommunalen Dienstaufsicht nachzufragen. Mitarbeiter im öffentlichen Dienst sind da sehr empfindlich. Allerdings ohne Firmengründung ( Ich-AG oder GbRsowas ) wird da nicht viel möglich sein.
 
Hallo Thorsten,
was Helmut zur Auftragsvergabe gesagt hat ist richtig und trifft den Nagel auf den Kopf. Wir haben vor Jahren damit auch angefangen. Wir wollten vor im Winter unsere Maschinen besser ausnutzen ( wir haben einen landw. Betrieb). Dazu haben wir ein Portfolio erstellt und sind inden umliedenden Gemeinden und Straßenmeistereien hausieren gegangen. Am Anfang war das Interesse spärlich. Nach und nach kam mehr dazu und auch unser Maschinenpark wuchs immer mehr. Mittlerweile sind Radlader, Bagger, Schredder, Hydraulikbohrer und vieles mehr dazu gekommen. Nur mit einem Mog ist es fast unmöglich Geld in diesem Bereich Geld zu verdienen. Und mit Verlaub - die Preise sind heutzutage besch... die Meisten haben im letzen Jahr nicht viel Geld damit machen können. Für den MR zu arbeiten ist weitaus lukrativer, allerdings hat man nicht die lange Vorlaufzeit, wie dei den kom. Auftraggebern, sondern muß fast auf Abruf arbeiten. Private Autragtraggeber sind mir die Liebsten, da man Einsatz und Bezahlung selber aushandeln kann. Das ist im Übrigen eine weitere Moglichkeit Aufträge zu bekommen. Für kom. Autraggeber mache ich heute fast nichts mehr, da ich keinen Bock auf Hungerlöhne habe und auch nicht ewig auf mein Geld warten will. Die Zahlungsmoral ist vielerort schlecht, da die Kassen leer sind. Als Landwirt darf man auch nicht mehr als 30% seines Gewinns mit solchen Aufträgen verdienen, sonst gibst Ärger mit der Steuer. Das wird für Dich warscheinlich nicht zutreffen, wenn Du kein Landwirt bist. Da sich viele Wettbewerber auf diesem Gebiet tummeln ist Spezialisierung angesagt. Das kostet allerdings weiteres Geld. Was genau erfährst Du im Gespräch wenn Du Dich vorstellst. Alles weitere ist Mathematik ( Betriebswirtschaft) und Arsch in der Hose ( Mut). Wenn ich könnte, würde ich persönlich heute eher damit aufhören, als weitermachen. aber das mußt Du selber wissen. Ich kann Dir nur sagen, das z.B. ein Minibagger mehr am Tag einbringt als der Schlepper oder Mog. Und das ist relativ leicht verdientes Geld...

Ich wünsche Dir aber trotzdem Viel Glück und hoffe Dir geholfen zu haben

gruss
Rufus
 
Hallo Rufus,
was sind bei Dir Hungerlöhne? Was bezahlen die Kommunen bei euch so für das mulchen von Wegrändern auf einer Breite von 1,5m? Wie wird das überhaupt bezahlt, nach gemulchten Kilometern oder Stunden oder Quadratmetern? Ich dachte so an Kosten von ca. 55-60 Euro die Stunde, Unimog und Mulcher und Fahrer. Ist das real? Wenn ich sehe daß der Galabauer für das heckenschneiden auch schon 50 Euro die Stunde verlangt lieg ich da wohl eher am unteren Ende der Preistabelle. Ich möchte schon Gewinn machen, aber nicht mit der Brechstange und auch nicht so eingeben daß kein Mensch ein Angebot einholt weil die Preise abschrecken.
 
Hallo Thorsten

im Grunde hat Rufus die Sache 100prozentig richtig beschrieben.
Bei Kommunen kann man, jedenfalls nach unserer Erfahrung, schon lage kein Geld mehr verdienen.

Du hast nach Stundenlöhnen gefragt:

-In unserer Gemeinde (ländliche Gegend, Bayer. Wald) wurde im Herbst das mulchen der Wegeränder wieder neu vergeben.
Die angebotenen Stundensätzte (5 Bieter) lagen zwischen 38 Euro/St. u. 42 Euro/St. Wobei sich dann der billigste Bieter auch noch breitschlagen hat lassen, und von den bisherigen Stunden noch einen Nachlass von 10 % gegeben hat und eine Pauschalsummen akzeptiert hat. (Beispiel: bisher 100 St a 38 Euro total 3.800 Euro - jetzt neu: 90 St. a 38 Euro
3.420 Euro total.


-Schneeräumen (nur mit Pflug ohne Streuer) nur zu absoluten Lastspitzen wurde mit 45 Euro/St. vergeben. zuzüglich eine Bereitstellungspauschale für Mog und Pflug von 1.500 Euro für die Saison. Und dafür hat man ab 2 Uhr morgens Rufbereitschaft, 7 Tage die Woche.

Manfred
 
Hallo Thorsten,

Preise werde ich nicht nennen . Ich kann Dir aber sagen, dass Mäh- Mulcharbeiten in unserer Gegend pro Meter bzw. Quadratmeter bezahlt werden. ( wir reden hier von wenigen Cents ( einstellig) pro Meter!) Ich mache keine Heckenschnitte mit der Schere, aber Du musst betriebswirtschaftlich denken und rechnen. Es geht nicht nur darum das 50 Euro eine Menge Geld sein kann. Du musst auch die Abnutzung Deiner Maschinen sowie die Rücklagen für Neuanschaffungen und Reparaturen berücksichtigen, dann sind noch die Steuern Versicherungen und Berufsgenossenschaft. Wenn Du auch noch Angestellte hast wird es noch schlimmer. Dann kommt noch die Büroarbeit dazu ( ist auch nicht umsonst). Ferner glaube ich, dass es keine sehr gute Idee ist, ein privates Arbeitsgerät ohne MwSt in ein Betriebskapital einzubringen. In der Regel ist es anders herum (geschäftlich in privat). Du solltest mal mit einem guten Steuerberater reden und Dich über die Kostenseite informieren ( Kann hier nicht in alle Details gehen). Du wirst Dich wundern, wie wenig von einem 50 Euro Stundenlohn übrig bleibt.

gruss
Rufus
:D


Kleiner Tip : Das Mähen / Mulchen, der Straßenränder wird bei uns mit einem Auslegemulcher gemacht, wegen der Gräben. Die sind ziemlich teuer und wird meist mit 2 Mann gemacht ( es gibt dafür eine spezielle Beifahrertür für den Mog). In der Regel hat die Arbeitmaschine Hydrostatantrieb, um die Geschwindigkeit zu regeln, ohne das die Rotorgeschwindigkeit variiert. Ohne Hydrostat lernst Du schnell den Verschleiß von Kupplung und Getriebe kennen.
 
Hallo Thorsten,
für öffentliche Aufträge gibt es wie immer im Internet was passendes. Schau mal hier rein:
http://www.vergabereport.de/
Hier kannst du dich anmelden und kriegst ne Liste mit allen möglichen öffentlichen Aufträgen etc.
Good Luck.

Gruß

Bernd Schömann
 
Hallo,
habe heir mal nen altes Thema beim stöbern gefunden. Das sind ja teilweise Traumhafte Preise die da genannt werden, und das ist schon nen paar Jährchen her. Bei uns wurde vor anderthalb Jahren der Bauhof privatisiert, Eigentümer sind zwei Gemeinden. Mit der Folge das dieser Betrieb bei den meisten Ausschreibungen raus fliegt (weil zu teuer). Da kommen dann Betriebe von 100km und weiter angefahren um Baüme zu fällen. Minibaggerarbeiten werden für 35¤/h in der Tagespresse (ohne Anfahrtskosten) angeboten. Gartenarbeiten für 10¤ mit Rechnung. Unimog mit Vorbauhäcksler wollen sie haben für 45¤!!!!!! Da fällt einem, wirtschaftskriese sei dank nichts mehr zu ein. Die besten Preisdrücker sind dann noch die Herrschaften mit 25¤ Brutto und mehr aufm Lohnzettel. Die wollen"s dann gleich nur für ne Kiste bier haben.

Mit leicht gefrustetem Gruß Boris :(
 
Hallo Thorsten,

Aufträge bis zu einem Volumen von 1000 ¤ (abhängig von der jeweiligen Satzung der Kommune) können durch die Verwaltung auch freihändig vergeben werden.
D.h. der Auftraggeber (Kommune) fragt bei den bekannten Anbietern die Preise für die geplante Leistung ab und vergibt den Auftrag dann an den Günstigsten.

Deshalb würde ich den Kommunen in deiner Umgebung mal ein Angebot machen, vielleicht ergibt sich ja das ein oder andere.
Eine Gewerbeanmeldung ist hier allerdings zwingend erforderlich!

In meiner Heimatgemeinde werden allerdings auch Arbeiten durch Privatpersonen (Ehrenamt) und Vereine erledigt (z.B. Pflege von Grünflächen), die Abrechnung erfolgt dann nach einem festgelegten Stundensatz (z.Zt. 8 ¤) und ggf. ener Aufwandsentschädigung für geleistete Maschinenstunden. Man wird zwar nicht reich, ist aber besser als nichts und die Kosten für das Hobby Unimog werden etwas niedriger!


Gruß Thorsten :!: :idea:
 
servus zusammen
ich hätte eine Frage zu dem Thema
welche Versicherungen brauche ich bei einem Nebenerwerb (Baggerarbeiten , Baumfällungen , usw )und wie teuer wird das ganze ungefähr?
Gruß Martin
 
meine Betriebshaftpflicht kostet ca. 500 Euro im Jahr, Firma und Privat zusammengefaßt wegen Prämie.
 
Hallo Thorsten
Bei welcher Versicherung bist du denn ? ( 500 Euro ist günstig)
Muss man sich auch bei der Berufsgenossenschaft anmelden ?
Gruß Martin