Kommunikation unterwegs

Lassie

New member
07. März 2005
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Obernheim
www.jlaske.de
Hallo,

ich weiss, im Urlaub will man ja nicht unbedingt arbeiten, aber ich bin Freiberufler und Inhaber eines webshops - und träume davon, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Von daher wäre es mir einigermassen wichtig Kontakt mit der zivilisierten Welt zu halten, auch wenn ich unter dem besagten Busch in Ost-Afrika campe. Ich habe zwar schon ein wenig gegoogelt, aber noch nicht die ultamitive und bezahlbare Lösung gefunden.

Meine Frage: Wie kann ich täglich meine 20 - 50 Emails abrufen, im Busch im Internet surfen (z.b. online-banking, etc.), zur Not telefonieren ohne dass mein gesamtes Reisebudget für Kommunikation draufgeht?!
Hat einer von euch Erfahrung mit Satelliten-Telefonie? GSM-Datenkarten? CB-Funk? Gibt es sonst noch Möglichkeiten? Wie sind die Kosten z.B. in Sambia oder Bolivien? An 'normale' Internet-Cafe's denke ich mal nicht, da mein Notebook mein Büro ist und dieses m.W. im Internet-Cafe so gut wie nicht angeschlossen werden kann/darf.

Für Tipps, websites und Hinweise bin ich dankbar!

Viele Grüsse,

Jürgen 'Lassie'
 
Hallo,
fernab von jeglicher Zivilsation mit seinem dichten Netz von GSM Zellen (3km Durchmesser) und UKW Transpondern (100 km Reichweite) helfen eigentlich nur 2 Technologien weiter:
1. die gute alte Kurzwelle.
Ja, es gibt auch KW Amateurfunk-Anbindung ans Internet. Suche mal beim DARC, den dt. Amateurfunkern.
2. Satellitenfunk
Falls du in einer Zone bist, die von oben auch ausgeleuchtet wird. Das trifft in Afrika und auch in Russland oestlich des Ural nicht immer zu. Suche mal nach Infos ueber die Satelliten.

Beide Technologien erfordern einigen Aufwand, ist nicht so einfach wie GSM Telefonie.
Im Internet sind die Infos alle, aber man muss suchen. Leider.

Mach dir lieber einen schoenen Urlaub!
Gehe, wenn du in grosse Etappen-Stadte kommst, ins oertliche Internet Cafe. Das ist billiger und mehr Fun.

Gruss -Martin.Glaeser- aus Singapore (DG5RAW ist mein Amateurfunk call sign)
 
Hallo Martin,

jo, ich meine von den Fahrtenseglern mitbekommen zu haben, dass diese mittels KW ihre Wetternachrichten über Internet weiterleiten. Ich denke mal, dass da mit Bandbreite nicht viel drin sein wird ?!
Und dann wird das online-banking zum Geduldsspiel, wenn dauernd ein Server / Browser / SSL-Verbindung time-out meldet....

Hast du da ein wenig Erfahrung mit diesem Thema? Ich habe mit Funk NULL Ahnung - aber man kann ja alles lernen. Wie sieht es aus mit Gerätschaften? - Oder hätte ich besser gleich den Funkkoffer der BW gekauft :?

Viele Grüsse aus Shanghai,

Jürgen 'Lassie'
 
Hallo Jürgen,

also in Afrika kommuniziert man doch mit Buschtrommeln und bezahlt mit Ziegen oder Kamelen.
In Amerika tut man sich mit Rauchzeichen mitteilen und bezahlt mit Fellen oder mit Feuerwasser.

So, nun frage ich mich was brauchst Du in Deinem Urlaub moderne Kommunikationsmittel?
will´st Du vielleicht Uhrlaub machen??

Nix für ungut und mit einem herzlichen Kampeji
Armin
 
Hallo Armin,

prinzipiell hast du ja recht. Aber wir denken momentan daran, uns evtl. eine etwas längere Auszeit zu gönnen (6 - 12 Monate?) und da wollte ich im Vorfeld klären, ob und wie ich meine Arbeit - wenn auch auf Schmalspur - weiterlaufen lassen kann. Dazu ist für mich Email und Internetzugang (leider) wichtig. Zur Rente reicht es auch noch nicht, sonst wären die 'normalen' Kommunikationsmöglichkeiten ausreichend.

Ausserdem ist es schon länger mein Traum, unter Palmen am Strand zu sitzen und mal schnell 2, 3 Rechnungen zu schreiben ;-)

Viele Grüsse aus Shanghai,

Jürgen
 
Hallo Jürgen,

meine Erfahrungen beschränken sich im großen und ganzen auf Europa und Nordafrika - aber dort sind (GSM-)Handy und Internetcafes die verläßlichsten Kommunikationsmittel - in bewohnten Regionen. Als praktisch hat sich ein Laptop mit Diskettenlaufwerk erwiesen, dann kann man relativ problemlos Daten vom/ins Internet per Internetcafe übertragen (wozu den eigenen Laptop ins Cafe schleppen, muss man bloß drauf aufpassen...stehen doch genügend Rechner rum).

Der Datenempfang geht mit etwas know-how ganz gut über Kurzwelle; Wetterfax, Seefunkdienste usw. lassen sich mit nem Weltempfänger und passender Software auf dem Laptop gut empfangen. Das gegenseitige Kommunizieren über weite Strecken geht per KW auch, aber dazu brauchst Du ne Afu-Lizenz und hast in 99% aller Länder permanenten Stress bei Kontrollen wegen der Funktechnik (ein 100W KW-Transceiver und ne gute Antenne sind nunmal etwas auffällig).

Zuverlässige Sprachkommunikation (Telefonie) und magere Datenübertragung lässt sich mit entsprechenden Satellitenhandys machen. Aber für die abendlich Internet-Surfstunde machst Du nur einen glücklich: den Netzbetreiber wegen der horrenden Gebühren.

Für Deinen Anspruch :wink: fällt mir nur das Kombisystem "RBGAN" ein, das Inmarsat anbietet, in Kooperation mit Thuraya. Das ist ein Internet-SAT-Modem mit ca. ISDN-Geschwindigkeit, das überall im Bereich der Thuraya-Abdeckung (nördliches Afrika, Asien) funktioniert. Kostet 1500 EUR in der Anschaffung und je Megabyte um die 10 Euro...(umsonst ist nur der Tod...)


Mein "Kommunikations-Equipment" für unterwegs sieht so aus:

- GSM-Handy mit D1-Karte (kein prepaid!) (altes Siemens E10D: Vorteil: externe Antenne kann direkt angeschlossen werden und der braune Knochen ist so häßlich, den will keiner klauen...)
- CB-Funkgerät zur Kommunikation mit anderen "Truckern" - wichtig: AM-Bereich!
- gebrauchtes Globalstar-Satelliten-Handy mit D1-Karte (auch kein Prepaid). Vorteil: bei Nichtbenutzung: keine Globalstargebühren, kein ungenutztes Guthaben, das verfällt. Nachteil: die Gesprächsminute via D1-Roaming kostet 5 EUR. Dafür tut das Ding quasi überall und im Notfall hab ich sofort ein funktionierendes Kommunikationsmittel in der Hand.
- Grundig Yachtboy 400 Weltempfänger - mittlerweile sehr preiswert gebraucht zu bekommen und dank SSB-Empfang taugt er für Faxempfang etc. über KW. Man schließt nen Laptop an den Kopfhörerausgang an und mit ner passenden Software sieht man das Fax aufm Bildschirm...

Eine Zeitlang hab ich mit den Kinderfunkgeräten (PMR..., LPD...) rumgespielt, aber die nutzbare reichweite ist auf direkte Sichtweite beschränkt, am zuverlässigsten sind die Dinger, wenn man seine Mitteilung auf einen Zettel schreibt, um das PMR-Gerät wickelt und es dann zum anderen rüberwirft... :roll:

Verbreitet unter (Wüsten-)Reisenden sind auch Seefunkgeräte, die im VHF-Bereich senden, mit 25/50W Sendeleistung kann man sich in der Gruppe auch über zig Kilometer verständigen - aber es ist halt i.d.R. illegal, das muss jeder mit sich selbst ausmachen 8)


Grüsse

Tom
 
... was kann ich beitragen:
In Zentralasien komme ich ausgezeichnet zurecht mit dem Thuraya. Hat alles, geht immer. Mußt Du mal gucken unter www.thuraya.com , welches Gebiet heute ausgeleuchtet wird und ob sich das mit Deinem Reiseland deckt.
Gruß
karakum
 
Hallo, ich habe für meine letzte Sahara - Tour ein Sat. Tel.(das in dem Koffer) bei eBay ersteigert, ca 1/2 Neupreis. Dei Prozedur war sehr stressig, es kam dann 14 vor Abfahrt an, Akku defekt.
Bei Nera in Hamburg angemeldet, Akku gekauft und auch die pre - paid Karte. Nochmals stress, Karte war nicht friegeschaltet, aber 4 Std nach Abfahrt konnte ich per Sat telefonieren.
Es gibt 3 Nummern, Fon, Fax und Daten.
Dann ging aber hervorragend, wir konnten einwandfrei telefonieren.

Grüße
BIKA60
 
Hallo erstmal.

Da ich plane, im Jahre 2008 oder 2009 eine Reise von ca 1 bis 1,5 Jahren durch die beiden amerikanischen Kontinente zu beginnen und mich schon fast fest für einen Unimog entschieden habe (erste Überlegung G300, gefolgt von der Idee einen alten LKW zu nutzen kam mir der Unimog als sinnvollstes Gefährt vor. Er scheint der beste Kompromiss aus Extremgeländewagen, leichtem Fahrzeug und ultimativer Zugmaschine zu sein. Und das gepaart mit unglaublicher Robustheit.), verfolge ich schon länger die Diskussionen in diesem Forum mit wachsendem Interesse.

Nun aber zur eigentlichen Frage:

karakum schrieb:
... was kann ich beitragen:
In Zentralasien komme ich ausgezeichnet zurecht mit dem Thuraya. Hat alles, geht immer. Mußt Du mal gucken unter www.thuraya.com , welches Gebiet heute ausgeleuchtet wird und ob sich das mit Deinem Reiseland deckt.
Gruß
karakum


Weis jemand, ob es vergleichbare/ähnliche Systeme gibt, die man besonders in Südamerika nutzen kann? Laut der Thuraya-HP wird Südamerika garnicht und in Nordamerika nur die USA supported. Ich kenne einige Leute, weit verstreut auf diesem Planeten und kommuniziere sehr viel per E-Mail. Ich würde bei einem mehrmonatigem Trip dirch die Anden auch gerne mal meine Mails synchronisieren (diese Sache sehe ich aber ehr als entbehrlichen Luxus an - beruflich bin ich auf meinem Trip sowieso out of range). Was ich aber viel wichtiger finde, ist eine mögliche Notfallkomunikation via Satelliten-Telefon. Weis da jemand etwas genaueres über die Abdeckung zwischen Feuerland und Mexico?


Danke schon mal im Vorraus und verbleibe


mfG


Christian
 
Hallo Christian,

meines Wissens gibt es aktuell nur 2 Systeme, welche wirklich >weltweit<
verfügbar sind:

- Inmarsat
- Iridium

Du kannst ja auch mal da nachschauen:
http://www.cpn.de/index.php?site=cpn_sat-overview_de

Viele Grüsse,

Jürgen
 
Hallo Weltenbumler,
ich möchte mich auf Island beschränken, weiter werd ich mit dem Mog nicht kommen, sonst sind´s die Spritpreise die in den Ruin treiben...
Aber nun meine Meinung:

Kommunikation hat für jeden Menschen eine unterschiedliche Relevanz,
der eine verreist gerne weil er allein sein möchte, da stören die Business Gespräche,
ich, auch wenn ich mir nicht lange Urlaub gönnen werde verzichte sehr ungern auf die mobile Kommunikation.

Leider ist das Telefonieren wesendlich billiger und einfacher als das Internet. Mir würde das Internet nämlich reichen...

Aber es gibt nur zwei weltweite Syteme:
IRIDIUM Kosten: ca 800 Euro das Telefon 25 Euro monatlich 2 Jahre lang
( das sind jeweil die günstigsten Angebote) Die Minuten Tarife wußte ich mal, waren aber moderat, so max 2,99 Euro /min.

Aber bitte schaut auf meinen alten Beitrag: http://www.unimog-community.de/index.php?name=PNphpBB2&file=viewtopic&t=4070&highlight=

dort habe ich (als zweite Variante) die "lowcost" bidirektionale LAN Anbindung gefunden,
KOSTEN: minimal 6000 Euro Equipment, minimal 395 Euro / Monat !!!
real "lowcost" http://www.armstrong-electronics.ie/
inwieweit das wirklich weltweit funktioniert weiß ich allerdings nicht.

Dort soll laut Medienberichten die Firma Teledesic die Nase vorn haben, die wie IRIDIUM mit LEO- Satteliten alles abdecken will
beim googeln das hier gefunden:
http://www.ee.surrey.ac.uk/Personal/L.Wood/constellations/teledesic.html

Aber ich denke leider wird das alles noch lange lange dauern, und dann immernoch zu teuer sein.

Ich jedenfalls habe mich - bis auf weiteres- nur fürs Telefon ausgesprochen und habe mir Kyoceras IRIDIUM Telefon (ohne Möglichkeit für Datenaustausch) zugelegt.

viele Grüße, KOLJA
 
Hallo ihr Satellitenfunker!
Ich will euch ja nicht lastig fallen mit meinem altmodischen (*) Kurzwellenfunk, aber ich wurede meine 10m Kurzwellen-Funkanlage (10 m ist die Wellenlaenge, entspricht 30 MHz Frequenzband) nicht missen wollen.
Betriebsarts SSB, Stabantenne oder maximal HB9CV-Antenne, und die Gerate sind robust, klein (=unauffaellig) und kostenguenstig sowohl bei der Beschaffung als auch beim Reparieren.

Und der Vorteil: Anders als beim Telefon, wo man jeweils nur *einen* Teilnehmer anruft, erreicht man beim KW-Funk eine Gruppe von Teilnehmern, naemlich alle die auf einer Frequenz empfangsbereit sind.

(*) altmodisch: naja, man braucht halt eine Lizenz. Aber was ist das schon - in D'land braucht man ja inzwischen fuer fast alles eine Lizenz, selbst zum Errichten von Gartenzaeunen. :-)

Alternativ gibt es immer noch im 11 Meter-Band den CB-Funk .
Da braucht man keine Lizenz, nur die gerate muessen angemeldet sein.
Es gibt es in D'land technische Beschraenkungen, was die Sendeleistung und die Anzahl der Kanaele betrifft. Michael 'Nieswurz' hat dazu unten ja schon die Frage nach den Watt-Zahlen aufgeworfen <Mann bist du schnell!>
Mehr zu den Auflagen in D'land gibts hier:
1. TS Funk
2. Gartenfunker
3. Kompendium
Und in der Wueste Sahara wird niemand etwas gegen die Inbetriebnahme des mitgebrachten 40 Watt Nachbrenners haben....

Die Geraete sind im Autoradio-Format, siehe Bild:
930259_BB_00_FB.EPS.jpg


Gerate kosten um die 100 Euro, dazu Antenne, Kabel, Kleinmaterial unter 50 Euro.
Selbstmontage fuer jeden Unimogler moeglich, selbst fuer die Nicht-Elektriker :-)). Es muessen nur ein Stromkabel zur 12V-Sicherung und das Antennenkabel verlegt und angeschlossen werden.

Beispiel:
CB-Funkgeraet bei Conrad Elektronik


Hoffe das regt die Diskussion in Richtung Kurzwellenfunk etwas an.

Gruss -Martin.Glaeser-

P.S. @ Werner Roden: Guter Link. Danke!
 
Moin,

hatte vor 20 Jahren im Auto mal CB-Funk. Wenn ich mich recht erinnere, durfte man in Deutschland nur 4W-Geräte betreiben, die Italienischen LKW-Fahrer haben uns immer mit 40W weggebraten.

Wie ist denn die aktuelle Regelung, hat die EU da was verändert?

Michael
 
Hallo zusammen,

aus dem Fahrtensegel-Bereich meine ich zu wissen, dass es auch mittels Funk Internet-Zugang gibt. Leider sind mir die Details nicht bekannt, aber es benötigt wohl recht sensibler Antennen, eine starke Funke und Geduld, da die Datenrate nicht gerade extrem hoch ist.
Aber wenn man nicht gerade Filme streamen sondern nur ein paar mails senden und mal im Forum posten will, sollte es taugen....

Viele Grüsse,

Jürgen
 
Moinmoin,

das m.E. zuverlässigste Kommunikationssystem dürfte das schon genannte Inmarsat sein. Da es für die kommerzielle Schiffahrt von existenzieller Bedeutung ist, sind die Dienste recht stabil. Gewissen marktwirtschaftlichen Schwankungen ausgesetzt sind Systeme wie Thuraya, Globalstar und teilweise Iridium (was momentan von Boeing betrieben wird, mit dem US-Militär als Hauptauftraggeber).

Übrigens gab es in den vergangen Monaten immer wieder Berichte von Thuraya-Systemausfällen v.a. in Nordafrika/Nahost.

Telefonie:

Für Afrika oberhalb des Äquators, Nahost und Vorderasien dürfte Thuraya das Mittel der Wahl sein, wenn man häufig telefoniert. Man kann damit wirklich "handymäßig" telefonieren. Die Geräte sind unauffällig klein und enthalten sogar ein GPS-Modul (wird eigentlich zur Tarifbestimmung gebraucht, kann aber auch vom Anwender genutzt werden).

Als reines "Notruftelefon" tut es aber auch ein Globalstar-Telefon, z.B. das SAT550von Telit. Kostet gebraucht um 300-400 Euro und hat den riesen Vorteil, dass es z.B. mit einer D1-Vertragskarte aus dem GSM-Netz funktioniert (Minutenpreis ca. 5 Euro). Man benötigt also keinen Handyvertrag oder eine Freischaltungsgebühr.

Zur Zeit gibt es außerdem "Koffer-Telefone" für Inmarsat im Angebot, auch um 300 Euro. Da wurden aus Konkursmasse einige 1000 Atlas STN Koffertelefone auf den Markt geworfen. Ein dt. Anbieter strickt daraus ein Paket mit Prepaid-Karte,nicht uninteressant. Die Geräte sind sehr robust, aber halt ein ganzer Aktenkoffer voll für ein Telefon.

Nicht zu vergessen: GSM-Handys, am besten ein Vierband-Gerät, das geht dann auch (technisch) in Südamerika und USA, sofern Netze vorhanden sind. Siehe www.gsm.org

Datenübertragung:

Geht mit allen GSM-Telefonen und allen Satelliten-Telefonen. Meist mit vorsintflutlichen Datenraten (1200...9600 Bit/s), da wird selbst ein Fax zur teuren Geduldsprobe. Teilweise muss dazu eine separate Rufnummer gebucht werden.

Sehr interessant finde ich die Möglichkeit, per Inmarsat D+ Service, Positions- und Statusmeldungen auszutauschen. Dazu gibt es von Skywave die DMR-200-Module (kosten 600-900 Euro), enthalten einen Imarsat-Transceiver mitsamt Antenne und einen GPS-Empfänger. Über eine Schnittstelle lassen sich Positionsdaten versendne und empfangen, ausserdem können 100 "Zustandsmeldungen" als Zahlencode 00-99 verschickt und empfangen werden. Für die 100 Meldungen können Bedeutungen hinterlegt werden, z.B. "45: sind am Ziel" oder "88: haben Reifenpanne" etc. Der D+-Service kostet im Monat ca. 20 Euro Grundgebühr und jede Übertragene Positions/Statusmeldung kostet ca. 30cent. Mit den für die Seefahrt entwickelten DMR-200 Modulen kann ein wirklich weltweites Tracking/Flottenmanagement/Notfallkommunikation durchgeführt werden. Auch können sich z.B. Reisefahrzeuge/Servicetrucks irgendwo in der Wüste so auf sehr zuverlässige weise untereinander verständigen.

Recht neu ist schließlich der fast schon Breitband-Datendienst R-BGAN (oder Regional-BGAN) eine Zusammenarbeit von Thuraya und Inmarsat. Die Datenmodems haben etwas A5-Buchformat und erlauben Internet-Zugang mit ISDN-Tempo im Einzugsbereich von Thuraya. Kosten des Modems 700-1000 Euro und Übertragungskosten 8-12 Euro je Megabyte.

Funk:

CB-Funk hab ich auch an Bord des Unimogs, macht m.E. aber nur Sinn für die "Konvoi-Unterhaltung" auf der Autobahn. Wenn man ein wenig von Antennentechnik und Ausbreitungsverhalten bei Kurzwelle versteht, dann kann man z.B. mit einer Langdraht-Antenne (bei stehendem Fahrzeug...) zur richtigen Zeit auch mit 4W durchaus von Tunesien nach Deutschland kommen. Zum Status bei CB: 80 Kanäle, Packet Radio und SSB sind mittlerweile "erlaubt".

Der Nachteil beim klassischen Funken ist halt, dass es entweder sehr viel Disziplin verlangt (beide Stationen müssen regelmäßig zur gleichen Zeit besetzt sein) oder man überläßt es dem Zufall, wen man gerade als Funkpartner drankriegt - nicht unbedingt geeignet für eine Notfallkommunikation.

Inzwischen bei Funkern sehr verbreitet ist das Packet Radio (PR), also die digitale Datenübertragung in Form kurzer Datenpakete. Das funktioniert ganz gut und da es doch recht viele PR-Freaks gibt, die ihre Funkstation als PR-Relais betreiben (also Datenpakete automatisch weiterleiten), kann man auf diese Weise "E-Mails" über weite Strecken gezielt übertragen.

Eine Weiterentwicklung von Packet Radio ist das APRS, das Automated Packet/Position Reporting System. Das ist sogar als Standard (AX.25) etabliert und erlaubt (ähnlich wie beim Inmarsat D+) die automatische Übertragung von Kennungen, GPS-Daten und Zustandsdaten. Ist im Amateurfunk sehr verbreitet. Da die Post/Telekom/FTZ/RegTP/... bei uns mittlerweile PR auch für CB-Funk erlaubt, kann es auch von nicht lizenzierten Funkern in D auf CB-Frequenzen betrieben werden.

Für Amateurfunker sind die beiden Kenwood-Funkgeräte TM-D700E (VHF: 50W, UHF: 35W; Fahrzeugeinbau) und TH-D7E (VHF: 6W, UHF: 5W; Handgerät) die perfekten APRS-Geräte: man kann einen normalen GPS-Empfänger direkt anschließen und hat ein sofort betriebsbereites APRS-Kommunikationssystem. Die Fahrzeuggeräte überbrücken mit einer guten Antenne im freien Gelände (Wüste z.B.) durchaus 40-50km.

Rundfunk unterwegs:

Wer einen "Weltempfänger" kaufen will, sollte auf die Betriebsart SSB achten. Damit lassen sich dann Fax-Aussendungen empfangen. Es gibt diverse Wetterdienste, die Wetterkarten per KW-Fax ausstrahlen. Mit einem SSB-fähigen KW-Radio und einem Laptop mit Audio-/Mikrofoneingang lässt sich so ein Fax kinderleicht empfangen. Ein sehr guter (und mittlerweile gebraucht sehr günstiger) Empfänger ist der Grundig Yachtboy 400, kombiniert mit einer kleinen Langdrahtantenne und einem FAX-Programm (z.B. JVComm32) auf dem Laptop lassen sich solche Wetterfaxe empfangen.


Grüsse

Tom
 
Moin Tom,

ThomasDeuble schrieb:
Moinmoin,
Als reines "Notruftelefon" tut es aber auch ein Globalstar-Telefon, hat den riesen Vorteil, dass es z.B. mit einer D1-Vertragskarte aus dem GSM-Netz funktioniert (Minutenpreis ca. 5 Euro). Man benötigt also keinen Handyvertrag oder eine Freischaltungsgebühr.

heisst das, dass es mit einer D1 Vertragskarte geht oder auch mit D1-Prepaid?

So long, Werner
 
Moin Werner,

habs oben etwas unglücklich formuliert. Wenn man eine D1-Vertragskarte hat, braucht man keinen Globalstar-Vertrag abzuschließen. Es geht über die (teure) Roaming-Lösung die D1 anbietet. Mit Prepaid-Karte hab ich es noch nicht ausprobiert.

Grüsse

Tom
 
@Thomas und Martin, Dem schließe ich mich an...
Aber, da es wohl kein Patentrezept gibt, weil alle eine andere Methode wählen, hier etwas innovatives wenn auch teuer...
der, der sein Heim zuHause aufgibt, der kann das hier bezahlen - muss aber dann auch arbeiten !

155Euro exclusive VAT für ne ISDN Satelliten STANDLEITUNG !
oder 335 Euro für ne 512kb Standleitung...

Kosten des Equipments rund 2100 Euro.

http://www.i-sat.fr/pdf/commande.pdf
http://www.i-sat.fr/documentations.htm
englishe pdf´s...

Was ich noch nicht so ganz auf dem Trichter habe, ob nun in Afrika eine weitere Zone des Satelliten ist, ( da diese Gesellschaft mit AFRIQUE TELECOM ( ALGERIEN) zusammenarbeitet, dafür reicht mein Française nicht)
Gruß KOLJA