Kompressor 424 U1000

Hallo Bernhard,

den Kompressor kann man mit Druckluft einfach prüfen. Die für seine Leistung entscheidenden Bauteile sind: Saugventil, Kolben/Kolbenringe/Zylinder und Druckventil. Dort überall sollte es möglichst dicht sein.

Vorgehensweise: Saug- und Druckanschluss abnehmen und Verschlussschraube oder Schmierölanschluss am Kurbelgehäuse herausdrehen bzw. öffnen. ACHTUNG: Kurbelwelle kann sich beim Prüfen unbeabsichtigt drehen! Aus dem Kurbelgehäuse kann Öl austreten!

Prüfung des Druckventils
Druckanschluss mit Druckluft z. B. 2,5 bar beaufschlagen und auf Strömungsgeräusche achten, es sollten keine hörbar sein, sonst ist es nämlich undicht.

Prüfung Kolben/Kolbenringe/Zylinder
Druckanschluss dicht verschließen. Sauganschluss mit Druckluft z. B. 2,5 bar beaufschlagen und auf Strömungsgeräusche achten, es sollten hier nur sehr leise Geräusche wahrnehmbar sein.

Prüfung Saugventil
Sauganschluss öffnen, Kurbelgehäuse verschließen, Druckventil ausbauen.
Druckanschluss mit Druckluft z. B. 2,5 bar beaufschlagen und auf Strömungsgeräusche achten, es sollten keine hörbar sein, sonst ist das nämlich undicht. Es sollte auch kein Druckaufbau erfolgen, wenn man den Sauganschluss mit dem Handballen verschließt.

Die Stärke der jeweiligen Leckage lässt sich mit einem Druckverlust-Messgerät (Leak Down Tester) sogar quantifizieren.
 
Hallo Reiner,

am Nockenwellenkompressor, der mir in meiner Praxis allerdings noch nicht begegnet ist, wird es wohl keinen Schmierölanschluss geben. Die Undichtheit über den Kolben wird dann im Kurbelgehäuse des Motors erscheinen. Dort ist sie natürlich nicht so leicht zu hören. Vielleicht am besten noch mit einem Hörrohr (z. B. ein Stück Pneumatikschlauch) an der Kurbelgehäuseentlüftung des Dieselmotors.
 
Hallo Reiner
die Schmierung erfolgt durch die Nockenwelle und wird von der Ölpumpe durch das Nockenwellenlager gespeist.
 
Hallo Helmut,

ich weiß das, weil ich an jedem meiner Motoren mindestens 1 x den Kompressor demontiert hatte. Aber Christoph anscheinend nicht, deshalb verstehe ich nicht, wie man Ratschläge geben kann ohne ein solches Aggregat jemals in den Händen gehabt zu haben.

Hier erst mal das Bild von einem Kompressor mit 4-Lochbefestigung.

38091882ve.jpg


Wenn man wie oben beschrieben die Ventile prüfen möchte dann muss man den Zylinderkopf demontieren. Im Bild ist die Spannschraube des Druckventils markiert, das Saugventil ist auf der Innenseite eingeschraubt und man benötigt den Nutenschlüssel W 352 589 03 07 00.
Wenn der Zylinderkopf demontiert ist dann kann man auch die Laufbuchse ziehen und den Ringstoß messen, denn die Laufbuchse wird lose und so am Motorblock nicht wieder dicht, denn dort ist keine Dichtung vorhanden sondern Dichtmasse.

Bei einer Druckprüfung reicht es völlig aus den Druckanschluß zu verschließen und 1 bar auf den Sauganschluß zu legen.

Bei verschlissenen Kolbenringen muss man kein Hörgerät benutzen, einfach den Öleinfülldeckel abnehmen dann hör man das Strömungsgeräusch. Hört man nichts dann kann die Undichtigkeit an den Ventilen zu suchen sein und um da weiter zu kommen muss eh der ZK abgebaut werden s. o.

Aber bevor ich am Kompressor suche dann sind doch wohl zuerst die Undichtigkeiten zu beseitigen. Das sollte doch mit einfachen Mitteln möglich sein.
Fremdluft an die Druckleitung vom Ausgang des Kompressors legen und alles erreichbare mit Prilwasser einsprühen. So wie der Druckluftabfall geschildert wurde ist da garantiert in kürzester Zeit etwas zu finden.

Die Pumpleistung meines NW-Kompressors liegt bei völlig leerer Anlage (Entwässerungsventile waren geöffnet), an meinem 1-Leitersystem, bei ca. 5 min im Standgas. Mit Zusatzluftpresser bei ca. 3 min!
 
Hallo Ingo,
Wie war das dann bei Dir wen Luft in den Hydraulikteil kommt müsste die dann aus
dem Bremsflüssigkeitsbehälter blubbern denke ich oder wo meinst Du mit Entlüftung.
Allen Andern auch vielen Dank für die Anregungen. Werde am Wochenende dann einige Tests machen.
Danke und Gruß
Bernhard Gilch
 
Hallo Bernhard,

da habe ich mich wohl falsch ausgedrückt, ich versuche es nochmal:

Der Hauptbremszylinder war im Hydraulikteil defekt, so dass der Druckluftzylinder den Hydraulikteil sehr weit reingedrückt hat. Das hat sehr viel Luft gekostet, so dass wie bei Dir beschrieben, die Luft nach sehr wenigen Bremsungen unter 5 bar war.
Beim Lösen der Bremse ist dann die Bremsflüssigkeit in den dann drucklosen Luftteil geflossen

38100339qq.jpg


und dann durch die Entlüftung nach draußen

38100348nm.jpg


Allerdings hatte ich dann auch keine Bremswirkung mehr.
 
Hallo Gemeinde,

hab jetzt alles mögliche versucht und zu Guter Letzt hab ich einen Zusatzkompressor
eingebaut. Halterung hab ich selbst gebaut, würde auch gerne ein Foto einstellen.
das krieg ich immer noch nicht hin obwohl ich in solchen Sachen nicht ungeschickt bin.
Eventuell beschreibt mir einer die Vorgehensweise.


Hab jetzt auch die erste größere Probefahrt gemacht. Unimog fahren ist einfach super

Gruß Bernhard
 
Stop, Stop Lothar,
die Bilder vom Hauptbremszylinder sind nicht von mir das war nur ein Ansatz-Vorschlag von Ingo.
Bei mir ist alles Gut,
Gruß Bernhard
 
Hallo zusammen,

richtig, die Bilder waren von mir. Weil ich ähnliche Symtome hatte.
Und der defekte Hauptbremszylinder wurde durch einen komplett neuen Hauptbremszylinder ersetzt.
 
Ein herzliches Hallo in die Runde. Mein Name ist Christoph und ich bin seit diesem Jahr stolzer Besitzer eines U1000 der Baureihe 424 in schönem Kommunalorange. Der gute ist Baujahr 79 und hat somit sogar mehr Jahre als ich auf dem Buckel.

Die Druckluft hat mich schon viel beschäftigt, ich habe den Nockenwellen Kompressor schon überholt und einen neuen Hauptbremszylinder hat er auch schon bekommen.
Das 0 auf losfahren in 5 Minuten habe ich inzwischen auch erreicht.

Da ich viel Anhänger fahre hätte ich gerne trotzdem einen Zusatz-Kompressor vorne am Riemen eingebaut. Bisher habe ich trotz intensiver Suche keine Bilder dazu gefunden. Habt ihr Ideen wie ich solch einen Kompressor selbst nachrüsten kann? Metallbau und schrauber Kenntnisse sind vorhanden :wink:

Danke und Grüße Christoph
 
Hallo Helmut - super das hilft schonmal weiter.

Gibt es auch Leute hier im Forum, die das mit eigenen Teilen nachgerüstet haben? Ich wäre ggf. an Fotos interessiert.
Google spuckt da leider wenig dazu aus,

Grüße
Christoph