Kompressor

Hoschi

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03. Juli 2006
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Kaltenkirchen
Moin Mogger!

Seit einigen Tagen grübel ich über ein Thema nach und habe mich nun entschlossen mal Eure Meinung dazu einzuholen. Es geht mir dabei (noch) nicht um eine praktische Umsetzung, sondern eher um theoretisches ausloten :)

So denn:
Ich habe mal bei der Feuerwehr gelernt: Stoff + Sauerstoff + Wärme/Zündung + richtiges Mischungsverhältnis = Feuer
Wobei das richtige Verhältnis insebsondere beim Sauerstoff nach oben offen ist- heißt:
Je mehr Sauerstoff je stärker die Verbrennung.

Dieses Prinzip wird ja bereits im Automobilbau in Form von Turboladern und - jetzt kommt der Haken zum Unimog - Kompressormotoren umgesetzt und ausgenutzt. Interessant dabei ist natürlich: Mehr Leistung bei gleichem Spritverbrauch oder gleiche Leistung bei weniger Verbrauch.

Nun habe ich vorne drin im Mog ja diesen tollen Kompressor, der eigentlich überhaupt nix macht, denn dass ich den zum Anhängerziehen benutze wird erstmal nicht vorkommen und nur zum Reifen füllen brauche ich den nicht permanent laufen zu lassen.

Also nun die Frage, die ich mir und damit nun auch Euch stelle:

Könnte man den nicht einsetzen, um vor dem Vergaser einen Überdruck zu erzeugen, der dafür sorgt, dass beim Öffnen der Einlassventile mehr Sauerstoff bei gleicher Spritmenge in den Brennraum kommt und somit die Verdichtung erhöht wird? :) Wie schon gesagt- erstmal nur rein theoretisch.


greets
Arne 8)
 
Hallo Arne,

Eine interessante Überlegung.
1. :idea:
Der erste und einfachste Weg zum tatsächlichen Leistungsgewinn/Spritsparen zumindest bei meinem schwachbrüstigen 411er ist das Abnehmen des Keilriemen für den Luftpresser, da auch ich keinen Anhängerbetrieb habe und genauso wie bei Dir die Sperren mechanisch schalte.
Gut das funktioniert in der Praxis hat aber nichts mit Deiner theoretischen Frage zu tuen.
2. :idea:
Der Kompressor wird über Keilriemen von der Kurbelwelle des Motors getrieben. Übersetzungsverhältnis :?: Dürfte so grob geschätzt um die 1 sein. Hubraum des Kompressors :?: Verhältnis zum Hubraum Deines 6 Zylinders irgendwo im Bereich 0, .. Arbeitstakte :?: Immerhin beim Kompressor 1 / Umdrehung dem gegenüber allerdings 1,5/Umdrehung beim 6 Zylinder.
Aus allen dem folgere ich laienhaft, dass der Kompressor weniger Luft / Umdrehung fördert, als der Motor ohnehin durch seinen Unterdruck ansaugt.
Der maximale Druck des Kompressors wird nur erreicht, wenn praktisch keine Luft gefördert wird. Das Physiklehrbuch sagt dazu
Druck * Volumenstrom = Konstant. :cry:

Somit komme ich zurück zu Idee 1.

Gruss Jürgen,
der für solche Überlegungen immer gerne zu haben ist
 
Danke für Deine Antwort,

und damit kommt auch schon die Diskussion, denn so leicht gebe ich mich nicht geschlagen :)

Recht gebe ich Dir darin, dass der Kompressor nicht genug Luft bringen kann, also weniger Luft bringt, als der Motor eh schon ansaugt. Sicherlich könnte man eine kleinere Riemenscheibe für den Kompressor verbauen, aber wieviel der verträgt ist noch unbekannt.

Aber:
Das benötigte Luft/Treibstoff-Gemisch beträgt beim 4-Takter ja "nur" 1/2 * Hubraum, also bei mir dann max. 1,1 Liter / Umdrehung. Hinzu kommt, dass die Ventile ja nicht genau im Totpunkt auf- bzw. zumachen. Ich weiß nicht genau wann, aber dadurch dürfte sich die Menge noch ein wenig verkleinern.

Da es auch einen Lufttank und damit einen Puffer gibt, wäre doch zu überlegen, ob die Zusatzleistung nicht auf "Knopfdruck" abrufbar wäre, also dann, wenn es mal ein wenig bergauf geht und es an Power fehlt.

Ich denke da an eine leichtgängige Rückschlagklappe im Luftansaugrohr dicht vor dem Vergaser, damit unter normalen Bedingungen Luft angesaugt werden kann und bei Druckluft nichts nach hinten entweicht. Dann zwischen der Klappe und dem Vergaser den Zugang aus dem Lufttank.
Der Zugang müsste natürlich einen Druckminderer haben, da einem sonst gleich beim 1. Versuch die Kopfdichtung und/oder der Motor um die Ohren fliegt. Fraglich bleibt dann noch, ob durch einen Druckminderer die benötigte Luftmenge in der Geschwindigkeit überhaupt durchkommt ohne sich extrem zu erhitzen, da dadurch ein Selbstzündungseffekt erreicht werden könnte.

Und?


:)
greets
Arne
 
Hi Arne,

Zunächst muss ich mal eine ganz andere Frage los werden:
Ist es eigentlich Bedingung für Unimogfahrer des Kreises SE das man Arne heißt. :wink: Ich finde es nett und nagut Jürgen's gibt es hier auch schon jede Menge.

Doch nun zurück zu der von Dir skizzierten "Luftgaseinspritzung". Da wir ja noch theoretisiern gehen wir davon aus, dass Deine Klappen etc funktioniern. Da stellt sich mir die Frage: wieviel Liter komprimierte Luft (max um 8 Bar Überdruck [eigentlich müsste hier irgendwas in Pascal stehen] ) kann der Drucktank aufnehmen. :?: Wenn ich mich recht erinnere haben unsere Atemluftflaschen bei der FFw ungefähr 6l bei 300 Bar oder etwa 1800l Luft für den Kameraden. Da aber der Kompressor nur besagte 8 Bar bringt der Tank vielleicht 10-20l Volumen hat, ergibt dass wohl nur 100-150l Luft für den Motor. Dass würde nach Deiner Angabe also für satte 100-150 Umdrehungen. Mit welcher Drehzahl fährt so ein 6 Zylinder. Mein kleiner 4 Zylinder Diesel würde gerne für optimale Leistung so um die 2700 upm machen, bedeutet ungefähr 3,3 sec Booster-Power :cry:
Zum Selbstzünder sollte der Motor durch den Druckminderer eigentlich nicht werden. Zunächst kühlt sich ja die Luft durch die Expansion am Druckminderer ja ab oder :?:
 
Hallo Arne hallo Jürgen
Ich kann zu euren Ideen was aus der Praxis beitragen
Wie ich an anderer Stelle schon mal geschrieben hab
habe ich früher aktiev an sogenannten "Stoppelfeldrennen"
teilgenommen und da hatten wir natürlich auch sone Ideen.
Wir hatten natürlich keinen Kompressor am VW Käfer aber
wir nahmen eine kleine Sauerstofflasche und legten eine Kupferleitung
in den Vergaser- Ansaugstutzen über ein Handrad konnte man nun
während der Fahrt reines Sauerstoff in den Vergaser geben.
Was soll ich euch sagen der Käfer rannte wie verückt bis sich in
etwa der Hälfte des Rennens der Motor mit einem riesigen Knall
in viele Einzelteile zerlegte.
Ansonsten muß ich mich leider auf die Seite von Jürgen schlagen.
Gruß Horst
 
Hallo Arne, Hallo Jürgen,

was haltet Ihr von einem Walzenlüfter, der sollte dem Kompressorprinzip schon recht nahe kommen!?

Wenn man mit einer Riemenscheibe versieht würde mit steigender Drehzahl auch mehr Luft gefördert.

Eventuell sogar zuschaltbar mit Magnetschalter um im Normalbetrieb keinen zusätzlichen Verbrauch anzutreiben.

Die Frage ist nur ob das nicht mehr Leistung kostet als es bringt. Gerade beim 404 sollte man auf jedes PS achten :D

Gruß Hermann

Petzmodus an: Horst hat 555 Beiträge, Prost :trink1: :trink2: :party: . Petzmodus aus!
 
JO!!!,prost an horst :mrgreen: :trink2: :trink1: :party:

ich hoffe seine beiträge werden uns weiterhin beglücken,
und er wird uns mit neuen entzücken!! :wink:
ich hoffe die 555 ist bald alt!!lesen wollen wir dich ,ist so halt!

grüssle arne,der sich immer ärgert,wenn euer stammtisch ist und keine zeit hat zu kommen!! :oops:
 
Moin,

aufgrund der hohen Drehzahl des F1-Benzinmotors im 404 ist das Verhältnis Kurbelwellendrehzahl zu Luftpresser weit unter 1:1, da dieser sonst wohl seinen Geist sehr schnell aufgeben würde.... Wenn die Riemenscheibe auf die Größe wie die Scheibe an der Kurbelwelle verkleinert werden würde, dann wäre es 1:1. Ich fürchte, viel kleiner geht es dann nicht mehr...

Horst, Glückwünsch zur 555!

Michael
 
Moin,
die erforderliche Luftmenge schafft der Kompressor bei weitem nicht. Der soll ja auch nur relativ wenig Luft für die Anhängerbremse zusammen pressen. Bei der Verbrennung im Motor werden pro Liter Benzin mehrere 1000l Luft benötigt.
Gruß Stefan
 
jooo 404-Tuning :lol:

Mein Tipp: NOS-Flasche (N2O) installieren, bringt längere und wahrscheinlich auch höhere Mehrleistung. Entspräche dann meinem Opa mit eingepflanztem Viagra-Spender 8) :roll: Das mit dem Luftkompressor hat überhaupt keinen Sinn, da man auch mit Luftkesselunterstützung nicht einmal die Luftmenge für eine "Normaldruckverbrennung" herbekommt. Auch eine Möglickeit wäre, einen "Standart"-Roots-Kompressor einzubauen und diesen entweder per Magnetkupplung oder Elektromotor( :?: ) zuzuschalten, dieser bringt dann erheblich mehr Luft.

Schönen Tag noch
(und alle schön den Kirchenvorstand wählen.... :wink: )
Gruß Max
 
Vielen Dank Euch Allen für die Antworten.

Schon die Rechnung in Jürgens 2. Posting zeigt auf, dass der originale Kompressor im 404 auch mit Tank-Puffer nicht zur Leistungssteigerung geeignet ist, denn selbst bei doppelter Tankgröße würde der Leistungszuwachs nicht länger als 5 Sekunden anhalten.
Somit betrachte ich die Sache als erledigt.

Das es sicherlich möglich ist, irgendwelche anderen Kompressoren, Turbolader usw. einzubauen, oder andere leistungssteigernde Umbauten vorzunehmen ist klar- aber nicht meine Absicht.

greets
Arne
 
Hallo Mogler, interessantes Thema.

Ich hoffe ihr nehmt mir mein Einmischen nicht übel.

Vielleicht kann man die gespeicherte Druckluft Energie ja anders nutzen?

-Mit der ausströmenden Luft die Ansaugluft oder den Treibstoff kühlen, kühlere Luft kann mehr Sauerstoff aufnehmen, und kühler Treibstoff hat mehr Energie gespeichert, glaub ich.
-Oder ihr beschleunigt mit der Druckluft durch einen gezielten Strahl das Lüfterrad, zudem bleibt der Kühler kühler.
-Oder man läßt einfach spontan die Luft raus und hat eine Art Masseantrieb.
Nur mal so als Anregung.

Gruß Rudi
 
Hallo,

wie währe es mit einem Comprex-Lader wie ihn die größeren Unimogs mal hatten. Gut er war störanfällig aber er brachte seine Leistung. Das mit dem Ansaugluft kühlen ist nicht ganz schlecht (siehe Ladeluftkühler) aber ich vermute das durch den Lalukü der Motor mehr kraft braucht um die Luft anzusaugen. Kompressor (Roots-Gebläse) hört sich nicht ganz schlecht an muss aber über den Motor (Zahnriemen oder Steuerkette) angetrieben werden, bremst somit wiederum den Motor. Die (fast) einfachste Lösung währe ein Abgasturbo. Hier würde der Lalukü auch sinn machen da ja der Turbo die Luft in den Brennraum drückt. Um aber das Bestmöglichste aus dem Motor zu holen würde ich eine Einstellung auf dem Leistungsprüfstand empfehlen! Ob der Motor das aushält lassen wir mal links liegen.

Ach wegen dem Kraftstoff-Luft-Gemisch: Um 1 Kg Kraftstoff (Benzin ROZ 95 und besser) bestmöglich zu verbrennen werden 14,5 kg Sauerstoff benötigt. Also das Verhältnis ist 1zu14.5
 
ei guude,

warum kompressor? der fahrtwind baut doch druck auf.

IMG_1062.JPG


IMG_1063.JPG


so habe ich mit bellos fressnapf eine merkliche leistunssteigerung, gerade im leistungsschwachen bereich nach dem schalten vom 5. in den 6. gang (60-90km/h), erreicht.
zur befestigung kam ich mit nur einem defätistischen zusätzlichen loch aus, 3 schrauben insgesammt.
meine befürchtungen, daß bei regen zuviel wasser miteingesammelt wird, hat sich nicht realisiert, auch die verbrennung (kerzenbild) ist 1a. bei schnee wäre das teil mit einem 10-er gabelschlüssel auch in sekunden entfernt. (offene langlöcher)


mit gruß vom main, justus.
 
Hallo!
ich bin neu hier und wollte mal guten Tag sagen. Ich habe zum Thema
Leistungssteigerung durch Aufladung einiges vorbereitet , bin aber noch nicht ganz fertig. Mehr demnächst.
Grüsse von
Winfried
 
Hallo!
Beim 4-Takt Motor wird bei jeder 2. Kurbelwellenumdrehung Kraftstoff-
Luftgemisch angesaugt. Bei einer max. Drehzahl des Motors M180 von
5500U/min:2 sind das bei 2,2 l Hubraum 6050l Luft/min , also rund 6
Kubikmeter.Das stöchiometrische Verhältnis Luft-Kraftstoff von 14:1
kann zunächst unberücksichigt bleiben da der Kraftstoffanteil am Gemisch
für die Berechnung unerheblich ist.Über Änderungen der Vergaserbedüsung und Zündanlage muß man sich gesondert Gedanken machen. Brauchbar für die Motoraufladungsind nur Radial und Kolben-
verdicher(Kompressoren). Axialgebläse sind nicht genügend drucksteif.
Unser Verdichter muss also in der Lage sein 6 Kubikmeter Luft pro
Minute mit einem Ladedruck von mindestens 0,5 bar(fürs erste) zu
liefern.Das ist nicht wenig. Eine Berechnung der erforderlichen
Verdichterantriebsleistung folgt später. Es ist generell ratsam das Öl
aus dem Ölbadluftfilter zu enfernen , wenn man nicht in staubiger Umgebung fährt. Wir haben das an einem 411 ausprobiert und waren
angenehm überrascht. Der Srömungswiderstand der Öles im Luftfilter ist
erheblich!
Fortsetzung folgt.
 
Hallo!
Ziel der Motoraufladung und des damit verbundenem verbesserten
Zylinderfüllungsgrades sollte nicht nur die Leistungssteigerung sein,
sondern auch eine Verbesserung des grottenschlechten Wirkungsgrades
des M180 Motors.
Das Resultat ist eine verbesserte Ausnutzung des Kraftstoffenergie-
potenzials und damit eine nicht unerhebliche Kraftstoffersparnis.
So , das wars fürs erste.
Viele Grüße an alle
Winfried
 
Zum Thema Comprex (Druckwellenlader)

Ich habe einen kompletten Satz von TSH der Ursprünglich für den 616 vorgesehn war, nach etlicher Zeit und Recherche hatte ich den im Früh-Sommer an meinem OM 617 (modifiziert etwa 95PS im Moment) für ein paar Tage montiert.
Laut Ladedruckanzeige bin ich im Bereich von 0,4-0,6bar Unterwegs gewesen(deutlich mehr kein Problem) , Das Ergebniss war derart brutal das ich Berge Mit Hänger deutlich schneller hochgefahren bin als sonst ohne.

Ausdrehen des Motors auf 4500U/min überhaupt kein Problem. Warum hab ich ihn wieder ausgebaut?? Hatte schlicht Angst um den Motor und baue lieber einen 617a Block dafür auf, auch die Kupplung ist damit restlos überfordert. Getriebe blieb dank meiner Wanne zumindest temperaturtechnisch im grünen Bereich.
Lösung kann also nur sein deutlich stärker belastbare Kupplung (Prototyp läuft). Verstärkte Zylinderkopfdichtung sowie soviel LLK wie irgend möglich.
Und abspecken muß der gute und das deutlich.
Als Luftfilter habe ich mitlerweile den vom U1300 mit Patrone und Wartungsanzeige verbaut.
Nein der passt nicht so ohne weiteres rein!

Tschau Torsten
 
Torsten_Pohl schrieb:
Zum Thema Comprex (Druckwellenlader)

Ich habe einen kompletten Satz von TSH der Ursprünglich für den 616 vorgesehn war, nach etlicher Zeit und Recherche hatte ich den im Früh-Sommer an meinem OM 617 (modifiziert etwa 95PS im Moment) für ein paar Tage montiert.
Laut Ladedruckanzeige bin ich im Bereich von 0,4-0,6bar Unterwegs gewesen(deutlich mehr kein Problem) , Das Ergebniss war derart brutal das ich Berge Mit Hänger deutlich schneller hochgefahren bin als sonst ohne.

Ausdrehen des Motors auf 4500U/min überhaupt kein Problem. Warum hab ich ihn wieder ausgebaut?? Hatte schlicht Angst um den Motor und baue lieber einen 617a Block dafür auf, auch die Kupplung ist damit restlos überfordert. Getriebe blieb dank meiner Wanne zumindest temperaturtechnisch im grünen Bereich.
Lösung kann also nur sein deutlich stärker belastbare Kupplung (Prototyp läuft die Idee lieferte Helmut!). Verstärkte Zylinderkopfdichtung sowie soviel LLK wie irgend möglich.
Und abspecken muß der gute und das deutlich.
Als Luftfilter habe ich mitlerweile den vom U1300 mit Patrone und Wartungsanzeige verbaut.
Nein der passt nicht so ohne weiteres rein!

Tschau Torsten