Laienfrage an den Landwirt

Jörn

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24. Apr. 2003
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Roxin
Moin,
Ich bin auf der Suche nach einem Gerät, um bei uns auf dem Grundstück mal ein paar Wege freizuhalten (von übermäßigen Bewuchs). Bin bis jetzt immer mal mit dem Mog und einer schweren Eisenschiene mit angeschweissten Zinken hintendran über´s Land gehoppelt und hab damit Brennesseln und Disteln ganz gut in Schach gehalten. Jetzt hab ich letztens auf einem Feld in der Ecke ein Gerät liegen sehen, das drei Walzen versetzt montiert hatte und die "Walzen" bestanden aus vielen Scheiben mit kleinen "Zinken" dran. Die Walzen waren im Dreieck montiert, vorn eine und hinten zwei nebeneinander. Das Ding war auch nicht so riesig wie heutzutage die Geräte in der Landwirtschaft ausehen. Und auch einfach zum hinterherziehen, kein Heber oder Hydraulik oder Zapfwelle nötig. Jetzt wollt ich wissen wie so etwas heißt, wenn ich mal den ein oder anderen Bauern frag ob er nicht so was noch liegen hat.
Kann da jemand helfen?

Gruß
Jörn

Mog on
 
Hi,

das wird dann wohl eine Scheibenegge für´s Zugpendel gewesen sein.

Gruß Oliver.
 
Ich weis was du meinst, weis nur nicht wie es heist, wir hams immer hinterm gruber oder pflug dran.

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Hallo Jörn!
Wenn es das Gerät auf dem Foto von Tim ist heisst es Camridge-Walze.
Ist aber für Deinen Zweck eher ungeeignet, es wird auf den Feld zur Zerkrümelung der Erdbrocken verwendet. Es gibt auch Stachelwalzen mit ählicher Funktion. Unkraut ist mit diesen Geräten kaum zu beeindrucken.
 
also ich würde an deiner ställe einen Mulcher nehmen, der Rest ist nur Spielerei, das bringt dir im endefekt nix und kostet nur Sprit und Zeit. Entweder fragst du einen Bauern ob er es dir ebendt macht bzw. du fragst ihn ob er dir vll. seinen Mulcher leihehn könnte, hierfür brauchst du aber einen Heckkraftzheber und eine Zapfwelle. Wo kommst du denn her, dann könnten wir uns das mal zusammenangugen bzw. ich leihe dir mein Mähwerk, das ist zwar kein Mulcher aber es schneidet den Mist schonmal ab....

Gruß Florian
 
Ja, genau solche Dinger wie auf dem Bild von Tim hab ich gemeint. Ich bin hier in Meckpom, bei Lübeck, Norddeutschland, Ostsee. Hattingen hört sich jetzt nicht so an als wär´s in der Nähe, oder? Wär aber ein super Angebot. Ich hab aber leider keine Ausstattung am Mog, ausser Hydraulik. Der Bauer hat das wohl ab und an mal gemacht für die alte Frau die hier vorher wohnte und ist auch ganz OK, aber auf Dauer will ich das natürlich selbst machen und richtig Gerät anschaffen ist grad nicht drin. Das hat mit der Schiene hat auch schon ganz gut hingehauen, muß ja nicht tipitopi werden, so das man da halt noch mal mit den Hunden durchgehen kann ohne ständig mit 1,60m hohen Unkraut zu kämpfen. Hat nicht jemand solche Dinger im Raum OH, HL, NWM abzugeben?

Gruß

Jörn

Mog on...
 
Hi Jörn,

das sind alles halbe Sachen.

Ich bin auch Landwirt. Das mit der Cambridge- Walze kostst Dich nur unnötiges Geld Da:

1. Der Bewuchs sich nach dem Walzen wieder aufrichtet

und Wichtiger:

2. Das Walzen eine "stimulierende Wirkung" vor allem auf die Ungräser (Einkeimblättrige Pflanzen) hat. Man spricht hier von dem Mechanischen Reiz. Zu diesem Zweck wird bei Wintergetreide im Frühjahr mit genau solchen Cambridge Walzen durch den Stehenden Pflanzenbestand gefahren um die Bestockung (Bildung von Seitentrieben an den Pflanzen) anzuregen.
Fazit: Wenn Du zur falschen Zeit Walzt, verstärkst Du den Aufwuchs.


Es gibt meiner Meinung nach Für Dich nur 3 Lösungen:

1. Fläche im Auftrag Kutivieren lassen (zB von benachbarten Landw.)

2. Kraftheber nachrüsten. Du könntest dann eine Egge, einen Striegel oder einen leichten Grubber einsetzen.

3. und am Billigsten: WENN ES SICH UM EINEN PRIVATEN GARTEN ODER ACKER HANDELT -KEIN GRÜNSTREIFEN ODER BIOTOP- würde ich die Fläche von jemand der im Besitz eines Sachkundenachweises Pflanzenschutz ist (zB Landwirt mit abgeschl. Prüfung) mit einem Totalherbizid (zB RoundUp) abspritzen lassen. Wie gesagt: ALLE VOTSCHRIFTEN UND AUFLAGEN BEACHTEN!!!
UMWELTSCHUTZ UND PERSONENSCHUTZ BEACHTEN!!!

Grüße, Frank
 
schade, ich würde dir sonst gerne helfen aber Hattingen ist tiefstes Ruhrgebiet, sonst gerne....

gruß florian
 
Hallo,
was ist es für ein Gelände und wie gross ist es. Ist es noch gepflastert und wozu wird es genutzt.
Sicher könnte man dort mit einem Herbizid arbeiten. Nur, dann steht da erst mal nichts mehr. Round up ist ein Glyphosat, ein wuchsstoffmittel. Die Pflanze wächst sich praktisch tot. Alles was aber im Boden ist (Samen ... ) wachsen aber sofort wieder weiter. Preiswerte alternative ist Glyphos.
Aber - wie würde es sich mit einem Nutztier machen. Schaf, Gänse, Ponny? Evtl. hat ein Landwirt interesse ein paar Kälber dort laufen zu lassen.
Oder - fläche bearbeiten, also Unkrautvernichtung, Umbruch durch Pflügen oder Fräsen, Einsaat von Gras und dies dann mähen?
Alles erfordert irgendwie Arbeit. Am wenigsten Arbeit ist ein Tier das jemand kostenfrei dort laufen lassen kann.
Gruss
Bernd Thomes
 
Hallo,

... äääh, Jörn hat was von "Wege" erwähnt ... ich glaube nicht, daß da umpflügen Sinn mach :-)

Auch Egge, Grubber, o.ä. dürften wenig sinn machen, wenn man den Weg danach noch befestigt habe möchte. Wenn der eingeschottert ist, wird es auch mit abmähen kritisch ... außer dem Bernd seine "Bio-Mäher" !

mfg,
A.Bucher
 
Jörn schrieb:
Moin,
Ich bin auf der Suche nach einem Gerät, um bei uns auf dem Grundstück mal ein paar Wege freizuhalten (von übermäßigen Bewuchs). Bin bis jetzt immer mal mit dem Mog und einer schweren Eisenschiene mit angeschweissten Zinken hintendran über´s Land gehoppelt und hab damit Brennesseln und Disteln ganz gut in Schach gehalten
Kann da jemand helfen?

Gruß
Jörn

Mog on

Also, Leute, jetzt hab ich die Tipps hier mal verfolgt (bis hin zu Round Up, der Totschlaglösung), wie wär's denn mit einer Motorsense oder noch einfacher: die Wege ausmähen wie es auf dem Land noch oft geschieht und früher allerorts üblich war: mit einer ganz normalen Sense? Ist Bewegung an der frischen Luft, spart Fitness-Studio, geht ohne Lärm und Abgase, natürlich nicht so cool wie mit einer Machine dahinzubrettern :wink:

Nichts für ungut,

Lucki
 
Hallo,

@Bernd Thomes

Also: Billigere Totalherbizide (zB Glyfos) müssen um die gleiche Wirkung zu erzielen in höheren Aufwandmengen angewedet weden. Außerdem sollte etwas Bittersalz (günstig) in der Spritzlösung gelößt werden, um die Wirkung vom Glyfos zu erhöhen.
Das ist für solch kleine Mengen rel. aufwendig. Deshalb die Empfehlung zum rel. "teuren" Roundup TURBO (granulierte Form). Dies ist leicht zu dosieren und zu lagern.
Wie Du richtig bemerkt hast, wird RoundUp (Wirkstoff: Glyphosat) als Kontaktmittel. Das heißt, daß es keine "Bodenwirkung" hat. Allerdings sind Pflanzenschutzmittel, die Samen im Boden abtöten, die also in den Boden eingearbeitet werden schon lange nicht mehr zugelassen.
Ich denke aber, dass kleinere Flächen durchaus 2-3 mal im Jahr (nur in der Vegetationszeit) mit der Buckelspritze abgelaufen werden können.

Ansonsten habe ich auch schon Kehrmaschinen mit Stahlborsten gesehen um Wege von (nur geringem) Aufwuchs frei zu halten.
Nachteil: Kraftheber und Zapfwelle nötig.
Des Weiteren gibt es (vor allem im ökologischen Ackerbau angewendet) noch die Möglichkeit des Abflammens (thermische Beseitigung). Dies wäre am Unimog ohne Zapfwelle und Kraftheber möglich.

Grüße, Frank
 
Hallo Frank,
wie meinst Du das? Thermische Beseitigung?
Unimog anstecken und langsam drüber wegfahren!!
(Sollte ein Scherz sein)
Round up bekommt man ungefähr um die hälfte billiger in Frankreich.
Dort gibt es auch noch Mittel die in Deutschland keine Zulassung mehr haben. ( Aber ansonsten EU weit, ist ein Trick der chemischen Industrie)
Gruß Lothar
 
Hallo Frank,
ja, das mit dem Bittersalz ist richtig. Die Flächengrösse ist mir bisher unbekannt. Aber wer den Wirkstoff "Glyphos" kauft, kommt eben, wenn er die Aufwandmengen und Preise vergleicht, nicht unter die 1 Liter Flaschen vorbei. Die teure Variante ist eben das "Vorox" für den Garten oder Grundstücksbesitzer. Hier kosten ca. 250g schon fast so viel wie 1 Liter Round up ultra oder Round up turbo.
Außerdem darf auf keinen Fall das Mittel (Pflanzenschutz) auf befestigte Wege oder Pflaster versprüht werden!!!
Wenn das Mittel verkauft wird dann ist der Verkäufer sogar verpflichtet dies zu erwähnen. Ich hatte, je nach Größe der Fläche, auch an eine Rückenspritze gedacht.
Sicher, das Abflammen mit Gas und Brenner wäre noch eine besondere Maßnahme. Umweltfreundlicher und auch wirkungsvoll. (Besonders im Sommer bei Trockenheit :wink: )
Gruss
Bernd Thomes
 
Hallo Michael,
das Zeug nennt sich "U 46" . Ist aber keine Unimogbezeichnung.
Hersteller war ein großes Chemiewerk in Ludwigshafen bei dem ich beschäftigt bin. Wird nicht mehr hergstellt, man kann sonst die neuen Mittel nicht verkaufen. Gibt ein interrésantes Bild von diesem Unternehmen im Net! " www.kantor.com/ fakeads/basf-ad.jpg"
Ist typische englische Hetze. Wir bauen das Personal sozialverträglich ab!
(von 56000 1980 auf jetzt 32000!)
Gruß Lothar
 
Moin,
vielen Dank für die vielen Anmerkungen erstmal. Ich glaube, daß ich schon mit solch (zweckentfremdeten) Cambridgewalzen klarkomme. Ich bin,wie gesagt, bisher mit einem Stahlträger hintendran drüber und das hat schon ganz gut gewirkt. Beim ersten mal sozusagen gerodet, nach dem zweiten mal kamen nur noch Gräser (einkeimblättrig?) Bei dem Grundstück handelt es sich um 6 ha Brachland, ehemals Weiden, teils mit Obstbaumbestand, Wiese und "Wäldchen". Ums Haus rum ist Rasen. Das schafft der Aufsitzmäher. Der Rest kann schon so bleiben, ist eine Menge Leben drin, nur möchten wir halt auch mal "spazieren" gehen und kommen dann irgendwann nicht mehr durch...
Also Chemie muß glaub ich nicht sein, Sense mit und ohne Motor hab ich, sind aber einige Meter... Aufrüsten vom Mog ist zu teuer, die lange Doka ist auch nicht der wahre Agrarmog, da würd ich eher nach einem günstigen Schlepper schauen. Und diese Walzen sind evtl. günstig zu bekommen. Der moderne Landwirt fährt doch nicht mehr mit drei so kleinen Walzen los, oder?
Ich glaub, ich setzt mal eine Anzeige im Kleinanzeigenmarkt...

Gruß

Jörn

Mog on