Latein am Ende - Bremse

Markus4006

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27. März 2006
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Hallo Leute,
habe heute den ATE-Reparatursatz in den Bremszylinder eingebaut, nur geändert hat sich leider nichts. Bemskraftverstärker ist ok/dicht. Symptome:
- ab und zu kommt die Bremse nicht zurück nachdem man vom Bremspedal geht, die Bremslichter leuchten dann weiter
- obwohl richtig entlüftet wurde, läßt sich das Bremspedal bis zum Anschlag durchtreten

Falls ich trotz eurer Ratschläge, für die ich mich jetzt schon bedanke, zu keinem Ergebnis komme, werde ich mich nächste Woche mit dem Mog mal ins 50km entfernte Trier bewegen, zur Unimog-Generalvertretung.
Der Mog hat übrigens Einkreisbremse, ist ein 421.

Gruß
Markus
 
Hallo Markus, ist es möglich daß die Bremsflüssigkeit z.B. an einem Radbremszylinder entweicht ? Hast du die Gummimanschette am HBZ verdreht? Sind die Bremsschläuche noch alle in Ordnung oder zugeschwollen. Um andere Fehlerquellen auszuschliessen kannst Du den
ausgebauten HBZ über eine Bremsleitung/-schlauch mit einem Kupplungnehmerzylinder (z.B. aus einem VW Bus vom Schrottplatz) verbinden. Du bist dann in der Lage den HBZ zu testen , und musst das
Teil nicht immer am Unimog ein und ausbauen.

MfG Joachim
 
Hallo Joachim,
die Radbremszylinder sind alle neu und halten dicht, die Bremsschläuche sind ebenfalls alle neu. Die Teile vom Dichtsatz hab ich wieder genauso wie die Altteile eingebaut. Falls da was falsch ist, könnte ich das ganze noch mal auseinandernehmen und ein Foto einstellen. Vielleicht ist ja wirklich was falsch montiert. Das man den HBZ mithilfe eines alten KNZ testen kann, hab ich noch nicht gewußt.

Der Mog soll in den nächsten Wochen zur Vollabnahme, und solange das nicht gelöst ist, kann er sich den TÜV-Segen abschminken.

Gruß
Markus
 
Hallo

Die Bremse unseres 421 ist auch recht dürftig. Da werde ich mich nächste Woche auch mal dran versuchen.

Bei Dir würde ich entweder auf eine unendeckte Leckage im System schließen oder das noch Luft drin ist.

Beim Entlüften steckt der Teufel oft im System. Da hab ich auch schon so manchen Liter durch verschiedene alte schätzchen gepumpt. Hast Du den HBZ selbst auch entlüftet?

Die DC Vertretung wird zunächst nichts anderes versuchen.

Gruß

Thomas
 
Hallo Thomas,
nee, den HBZ hab ich nicht entlüftet....mir is im Moment auch nicht ganz klar, wie ich das machen könnte, also immer her mit brauchbaren Tips :D . Erscheint mir aber jetzt irgendwie logisch, dass es daran liegen kann. Da hab ich gar nicht dran gedacht. In der BA steht dazu nix, aber das geht ja auch über das normale Entlüften hinaus, denke ich.
Vor 2 Wochen war ich schon mal bei DC, die meinten, sie wollten mal "umgekehrt" entlüften.

Gruß
Markus
 
...mal langsam!

Markus schreibt, die Bremslicher bleiben an und es passiert nicht immer.

Wenn das Bremslicht anbleibt, heisst das, das der Druck im Bremssystem nicht abgebaut werden kann. Daher würde ich ein Leck irgendwo ausschliessen. Wenn es nur manchmal passiert, muss es mit einem beweglichen Teil vor dem Bremslichtschalter zu tun haben.
Ich kenne jetzt den Bremskraftverstärker nicht, würde aber ansonsten auf die Rücklaufbohrung im Hauptbremszylinder tippen.
Logisch wäre jetzt eine Suche an den Teilen zwischen Bremslichtschalter und Flüssigkeitsbehälter, bevorzugt die beweglichen Teile. Irgendwo ist da was zu, dass der Druck nicht abgebaut werden kann.
 
Hallo Markus
auch ich tippe wie Markus auf den Bremssystembereich zwischen Bremslichtschalter (am Hauptbremszylinder angebracht ? ) und Hauptbremszylinder, nebst Kolben- aber weiter bis zum Bremsflüssigkeitsbehälter.
Jetzt nur so als Anregung (von mir als Unimog-Unerfahrenen, aber ansonsten an Allem schraubend) zwei/drei Anekdoten zur Problem-Einkreisung:
1.)
An einem HeckflosserDieselBenz hatte ich das Problem, dauernd Bremsflüssigkeit nachkippen zu müssen, der Bremskraftverstärker gurgelte beim Betätigen der Bremse. Nach einiger Zeit wunderte ich mich, daß aus der runden Dose des B-Verstärkers Flüssigkeit unterhalb des Hauptbremszylinders austrat. Ursache war: durch eine verschlissene Manschette am Kolben des Hauptbremszylinders hat sich der B-Verstärker bis zur Hälfte gefüllt.
Die Bremswirkung war mehr als mäßig, der Bremsflüssigkeitsverbrauch mehr als unmäßig.
Im B-Flüssigkeitsbehälter war ein Gurgeln und Gluggern zu sehen.
Nach Einbau neuer Manschetten/Dichtungen war der Schaden behoben.

2.)
Rücklaufbohrungen zum Brems-Flüssigkeitsbehälter verstopft. Dadurch bleibt der Druck zu lange im System (Dein Hinweis: Bremslicht leuchtet, trotz gelöster Bremse nach...)

3.)
Habe es auch schon erlebt, daß beim Bremse entlüften -Bremspedal immer bis zum Anschlag pumpend durchgetreten- erst recht die Rücklaufbohrungen verstopft wurden. Der Kolben und die Manschetten kommen ja dann in einen Bereich des Bremszylinders, wo sie bei normalem Bremsen nie hinkommen, Ablagerungen/Dreck werden so dorthin geschoben, wo sie etwas verstopfen können.

Jetzt pumpe ich beim Entlüften nur immer ganz kleine Wege, immer nur im Bereich, wo sich das Pedal eh immer bewegt, und nie mehr bis zum Bodenblech. Da muß man 110 Mal mehr pumpen, aber das kräftigt die Muskulatur. :D

Das nur als Tipps.
Viel Erfolg

Grüße
WolFgang
 
Tip zum entlüften:

nehm einen alten Deckel von einem Bremsflüssigkeitsbehälter und bohr ein loch rein.

Durch das Loch schraubst du eine Hohlschraube und schliest daran einen Druckluftschlauch an und stellst deinen Druckminderer auf ca 1-1,5 Bar sonst zerlegts den Behälter! Druck drafu und gemütlich eintlüften

Man sollte aber peinlichst auf den Füllstand achten weil wenn ein bläschen Luft ins system kommt dann gehts von vorne Los.

Gruß Peter
 
Danke schon mal für eure zahlreichen Tips.

Also am Bremskraftverstärker liegts eurer Meinung nach nicht. Der HBZ wurde vor der Montage des neuen Dichtsatzes ausgewaschen, ist also sauber. Der Schlauch vom Behälter zum HBZ ist auch neu und nicht verstopft.
Werde mich heute Nachmittag noch mal mit dem Mog befassen, mal sehen, ob dabei was neues rauskommt.

Zum Glück hab ich noch nen Deutz 4006, der geht immer und kennt solche Probleme nicht :lol:

Gruß Markus
 
So Leute,

hab heute noch 2mal entlüftet und dann ne kurze Probefahrt gemacht. Ich kenne zwar nur meinen Mog, hab also keine Referenz, finde aber, dass er wie "Sau" bremst. Das Pedalgefühl ist auch etwas besser geworden, aber das größte Problem, nämlich das die Bremse hängen bleibt, besteht n.w.v.

Beim Entlüften selbst, wo ja Druck anliegt, tritt das Problem komischerweise nicht auf. Erst, wenn man das Bremspedal voll durchtritt bleibt es hängen, dann aber immer. Beim Fahren selbst merkt man nichts, man bremst und kann dann normal weiterfahren. Diesmal werde ich wohl zum ersten mal nicht um professionelle Hilfe herumkommen....

Gruß Markus
 
Kann es sein, dass Du immer ohne Druck auf dem Bremskraftverstärker entlüftest ? Beim Fahren ist der aktiv und nach der Beschreibung könnte der Fehler doch da sein und dass der Kolben des BKV nicht zurück geht.
Gruss
e.a.
 
Moin,

das ist ja dumm mit Deiner Bremse.

Bist Du wirklich sicher, den Hauptbremszylinder richtig zusammengebaut zu haben, kann es nicht sein, daß durch das komplette Treten eine Feder verhakt? Wie sieht es mit dem Pedalgestänge aus, ist da auch alles so frei, dass nichts verhaken kann?

Fehler muss eindeutig vor dem Bremslichtschalter sein, da der ein Nachweis ist, dass Druck besteht. Dieser ist auch recht feinfühlig, habe letztens an meinem 404 das Pedal nachgestellt und ein wenig übertrieben, so daß das Licht immer leuchtete (auch wenn ich nicht mehr im Mog sass) :lol:

Michael
 
Hallo Markus,
die Rücklaufbohrung im Hauptbremszylinder ist noch so ein Ansatz. Zwischen dem Bolzen vom Bremspedal welcher in den HBZ
drückt wenn Du das Pedal betätigst sollte in Ruhestellung immer etwas Spiel zum HBZ sein. Das kann man durch drehen der Exzenterschraube am Pedal verändern. Möglicherweise wird dadurch die Rücklaufbohrung nicht frei. MfG Joachim
 
Hallo,

Unimog funktioniert wieder richtig und hat gestern sogar die Nachuntersuchung der Vollabnahme ohne Mängel bestanden :D :D . Der Tüv-Prüfer meinte zwar, er hätte beide Augen zugedrückt, die Bremsanlage wurde aber von einer Unimog-Werkstatt eingestellt und zieht auf beiden Seiten, vorn wie hinten, laut Anzeige nahezu gleich. Und beim Fahren gibts sowieso nix zu meckern. Sogar die Handbremse zieht ab der 4/5 Raste so, wie sie soll.
Ursache des nicht zurückkommenden Bremspedals war der BKV. Dieser wurde durch ein Neuteil ersetzt. Das war zwar nicht gerade billig, aber dafür ist jetzt die komplette Bremsanlage neu und sollte ne Zeit lang ohne Probleme funktionieren.
Danke nochmal für eure Mithilfe.

Gruß Markus
 
Da hatte ich wohl recht mit meiner Einschätzung. Super Werkstatt hast Du da, Überholsatz für den BKV kostet ca 75 ¤ und das Überholen ist locker in einer Stunde erledigt....Ich krieg jedes mal einen dicken Hals wenn ich von solcher Abzocke höre.
Gruss
e.a.
 
Na ja, ich fand den Rechnungsbetrag auch mehr als happig, es wurden noch die Bremsseile getauscht, die aber hinten nicht richtig passten und angepasst werden mussten. Da gingen auch ne ganze Reihe AEs drauf. Das hätte ich auf alle Fälle selber hinbekommen, der Aus- und Einbau des BKV ist ja auch kein Problem. Die Werkstatt meinte, der BKV dürfe von ihnen nicht geöffnet werden, da sicherheitrelevant. Der neue ist scheinbar gar nicht mehr zu öffnen, der hat keine Schrauben ringsrum. Mit dieser Reparatur jetzt zum Schluß der Generalüberholung ist der Mog in meinen Augen endgültig ein wirtschaftlicher Totalschaden - ihr wisst schon wie ich das meine. Trotzdem bin ich n.w.v. sehr von ihm begeistert. Wenn man damit fährt und bedenkt, dass das ganze 40 Jahre alt ist. Das is noch heute was und war damals erst recht was. Ist meine Meinung und ich denke mal, dass ich damit nicht allein bin. Aber wenn man die Preise für Ersatzteile mitbekommt ist es vielleicht wirklich eine Überlegung wert, sich einen Teileträger zu sicher. Ein paar Orte weiter von mir steht einer, sogar das gleiche Baumuster. Wenn ich wüßte wohin damit, würde der dort nicht mehr stehn. Kommt Zeit, kommt Rat.

Grüße