Leistung OM 314 (Unimog 403) - Leistungssteigerung möglich?

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03. Juli 2007
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Hallo zusammen,

mit welcher Leistung gab es den 4-Zylinder Motor für den 403 (OM314) ?

Woran erkenne ich, welche Leistung mein Motor hat?

Wie kann ich die Leistung max. raufsetzen (ESP) ?
- wer kennt sich mit der Einstellung der ESP aus ?
- Fördermenge
- Enddrehzahl
- Einspritzzeitpunkt



Danke und Gruß

Markus
 
Hallo Markus,

2 Möglichkeiten:

1.)
Du bist ein bisschen fit im Einstellen, gehst an die Rauchgrenze und drehst minimal zurück. Das ist in wenigen Worten gesagt, erfordert aber Erfahrung.

2.)
Du bringst die ESP zum Boschdienst, sagst: Bitte auf 75PS einstellen.
(Könnte sein, dass der FB noch angepasst werden muss - meine 18°v.o.T., bin aber nicht ganz sicher, muss noch mal nachsehen)

Enddrehzahl für diesen Motor ist 2.800, geringfügig mehr kann er ab, sollte aber eher nicht.

Grüße

Holger
 
Holger,

kannst du noch beschreiben, wo die "Mengenschraube" sitzt, ich meine nach Abnehmen des hinteren Deckels kommt man da ran oder hab' ich das falsch in Erinnerung ?

Gruss
edgar
 
Hallo,

im 403 gab es den OM314 mit 54PS bei 2500U/min und 66PS bei 2550U/min. Beide Male mit Förderbeginn 21° v.OT und 80er Pumpe. Ebenfalls mit der 80er Pumpe gab es eine Version mit 78PS bei 2550U/min, dann aber mit FB bei 23° v.OT.
In Frage kommt auch die Einstellung aus dem 413, mit 80er Pumpe und FB wie bei der 54 und 66PS-Version bei 21°v.OT gab es da 80PS bei 2800U/min.
Der Vollstänfigkeit halber sei noch die Version mit 90er Pumpe und 75PS bei 2600U/min erwähnt, FB bei 16 bzw. 15°v.OT.

Am meisten in Bezug auf Leistung und Geschwindigkeit bringt die Einstellung auf 80PS bei 2800U/min mit 80er Pumpe. Da passen alle Original-Markierungen am Motor, die Pumpe muss nur neu eingestellt werden. Kann ein Bosch-Dienst mit passender Einspritzpumpenprüfanlage mit den Daten des Werkstatthandbuchs machen.

Gruß,
Michael
 
Michael_Weyrich schrieb:
...Der Vollständigkeit halber sei noch die Version mit 90er Pumpe und 75PS bei 2600U/min erwähnt, FB bei 16 bzw. 15°v.OT....Gruß,
Michael

Hallo Markus, Hallo Michael,

den meinte ich! (z.B. 314.957, 314.917)

Er erfordert zwar die 90-er Pumpe, aber diese Einstellung bewirkt als einzige einen Motorcharakter, den man auch heute noch als modern oder aktuell bezeichnen würde.
Sie hat nämlich als einzige einen Drehmomentanstieg von ca. 16% und das bedeutet, der Motor ist sowohl auf dem Acker, wie auch bei schwerem Zug kaum totzukriegen. (Büffelcharakteristik).

Das ist nämlich die Einstellung der letzten MB-trac 800 vor der Umstellung auf den OM364. Der Unterschied zum alten MB-trac 800 mit der 80-er Pumpe und 72PS war gewaltig!

Meines Wissens - Michael, korrigiere mich, wenn ich falsch liege - kann man die 80-er Pumpe auf 90-er Elemente umbauen...

ABER: in diesem Fall ist auch eine andere Einspritzdüse verbaut:
DLLA 142 S 791 (bei gleichem Düsenhalter).

Diese Motorcharakteristik ist mit den 80-er Elementen NICHT möglich da zwar die erforderliche Menge eingestellt werden kann, aber nicht die Menge/Zeit, die für den Drehmomentverlauf erforderlich ist.

Die von Michael oben empfohlene Motoreinstellung hat LKW-Charakteristik, keine Schlepper- oder Zugmaschinencharakteristik und ist, obwohl 5PS mehr, subjektiv "wie Gummi" im Gegensatz zu der 75PS Einstellung bei 2.600/min.

Fährst Du viel Straße (Geschwindigkeit), dann ist Michaels Einstellung die kostengünstigste und absolut ausreichend.

ACHTUNG! Die alten 314-er mit 54 PS machen über 66PS kaum Sinn, da die Steuerzeiten anders waren. Für die höheren Einspritzmengen größerer Leistungen bekommt dieser Motor die Gaswechsel nicht so gut hin.

Diesen Motor sollte man vielleicht wirklich "optisch" tunen, also bis kurz vor Rauchgrenze und fertig.

Sollen die 54-er auf höhere Leistung gebracht werden, sollte auch die Nockenwelle der neueren, letztgebauten 314-er Motoren eingebaut werden.

Grüße

Holger

Markus, Deine letzte Frage:
Hinten den Deckel auf, dann ist sie nicht zu übersehen. Habe irgendwo noch ein Bild, gibt es auch hier im Forum mehrfach, aber finde es nicht...
 
Hallo

Ich besitze auch einen U403 Bj 73 mit 68 PS und wenn ich hier so lese daß man aus einem OM 314 noch ein paar PS und vor allem noch ein paar Nm mehr Drehmoment herausholen kann werde ich ganz interessiert. Vor allem würde mich Interessieren was so eine Leistungssteigerung kosten würde und ob diese auch einen größeren Kraftstoffverbrauch mit sich bringen würde.
Vielleicht hat hier auch jemand Erfahrungswerte?

Gruß
Jörg
 
Hallo,

die von mir beschriebenen Motorvarianten stammen aus dem Werkstatthandbuch zum 403/406. Die MBtrac-Varianten kenn ich nicht so genau. Bei allen oben von mir beschriebenen Varianten der OM314 kommt die gleiche Nockenwelle (wurde lediglich ab einer bestimmten Motornummer bei allen Varianten geändert) und auch die gleichen Einspritzdüsen zum Einsatz, eine Leistungserhöhung von einer Variante mit 80er ESP ist im Prinzip außer zu der Variante mit 90er ESP alleine durch Neueinstellung der ESP zu schaffen.

Ein Umbau auf 90er ESP wäre mir persönlich zu aufwändig, auch wenn die Charakteristik eher zum Mog passt als die 80PS-Version mit der 80er ESP.

Ich besitze auch einen U403 Bj 73 mit 68 PS

wohl eher mit 66PS.

Vor allem würde mich Interessieren was so eine Leistungssteigerung kosten würde

Am besten mal bei einem Bosch-Dienst nachfragen, ob die sowas können. Im Zweifelsfall an Koller & Schwemmer wenden (http://www.koller.de)

und ob diese auch einen größeren Kraftstoffverbrauch mit sich bringen würde.

Eine Erhöhung der Leistung erfolgt durch Erhöhung der eingespritzten Kraftstoffmenge. Dreimal darfst du raten, was dann wohl mit dem Verbrauch passiert...
(Irgendwo muss die Leistung ja auch herkommen...)

Gruß,
Michael
 
Hallo Holger, hallo Michael,

vielen Dank erstmal für eure Antwort.

Ich weiss immer noch nicht ob ich einen "alten" oder "neuen" OM314er habe.
Es ist wie bereits erwähnt ein AT-Motor.
Ich habe ein Bild vom Typenschild der EP angehängt.

Der Vorschlag von Holger mit 75PS bei 2.600 U/min gefällt mir, da ich ein "Zugpferd" haben möchte.

Was bedeutet 80er bzw. 90er Elemente ?
(Vor einem Umbau der EP mache ich mich nicht bange, sofern man das selbst erledigen kann. An die Einstellung des Förderbeginn traue ich mich auch ran. Dieses habe ich bei meinen Schleppern auch schon mal eingestellt.)

Holger: woran kann ich sicher erkennen, ob mein Motor für die 75PS-Version geeignet ist (Nockenwelle)?
Kann ich meine ESP umbauen?
Bei wieviel ° v.OT wird der Förderbeginn eingestellt? (Markierung vorhanden ?)

Ist diese Düse geeignet ?: http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&rd=1&item=370025898239&ssPageName=STRK:MEWA:IT&ih=024


Viele Grüsse aus dem Sauerland

Markus
 

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Hallo,

Ich habe ein Bild vom Typenschild der EP angehängt.

Nein. Das ist das Typenschild des Reglers. Das Typenschild der Einspritzpumpe ist seitlich an der Pumpe.

Ich weiss immer noch nicht ob ich einen "alten" oder "neuen" OM314er habe.

Bei allen im 403ern verbauten OM314 ist die Nockenwelle gleich.

Was bedeutet 80er bzw. 90er Elemente ?

Das ist die Größe der Förderelemente der Pumpe, je größer, desto mehr Menge kann sie bringen.

(Vor einem Umbau der EP mache ich mich nicht bange, sofern man das selbst erledigen kann.

Kann man nicht. Zumindest nicht, ohne die Pumpe mitsamt Regler anschließend auf einem Prüfstand neu einzustellen. Betrifft übrigens auch das Einstellen der 80er Pumpe auf die höheren Leistungen. Vernünftig geht sowas nur mit ausgebauter Pumpe auf einem Prüfstand.

An die Einstellung des Förderbeginn traue ich mich auch ran. Dieses habe ich bei meinen Schleppern auch schon mal eingestellt.)

Problem ist, dass du für den benötigten Förderbeginn der 90er Pumpe keine Markierungen hast. U.a. weil bei den anderen Umbauten die Pumpe an sich und auch der Förderbeginn gleich bleiben, ist dieser wesentlich einfacher.

Die Einstelldaten der Pumpe und des Reglers findest du im Werkstatthandbuch.

Gruß,
Michael
 
Hallo Michael,

deine Ausage mit "es wurde nur eine Nockenwelle verbaut " ist falsch.
Nockenwellen Kennzeichnung 314 41 und eine mit 314 45.
Sie unterscheiden sich hauptsächlich in den Steuerzeiten und den Ventilhub des Auslaßventils.

Nockenwelle 31441: Auslaßventil öffnet 53 Grad 58 minuten vor UT und schließt 20 Grad 51 minuten nach OT

Nockenwelle 31445: Auslaßventil öffnet 55 Grad vor UT und schließt 15 Grad nach OT

Unterschied im Ventilhub Auslaßventil 4,25mm (...41) zu 5,94mm (...45).

Und natürlich hat der 314 Turbo noch mal eine andere Nockenwelle. Kennung 314 46 . Gut der Motor wurde ja auch nicht im Unimog eingebaut.

Bis März 1983 hatte der Om 314 in der 75 Ps Version ein maximales Drehmoment vor 245Nm bei 1600 U/min (Drehmomentanstieg von 21%!) und ab März 75 Ps mit 235 Nm bei 1700 U/min (Drehmomentanstieg 16 %). Vielleicht neue Abgasvorschriften?

Gruß Ralph
 
Hallo Ralph,

ich habe nicht behauptet, dass in allen OM314 und OM314A die gleiche Nockenwelle verbaut wurde, aber in den Motorbaureihen, die im U403 und U413 zum Einsatz kamen, ist die gleiche drin. Lediglich ab einer bestimmten Motornummern gab es Änderungen. Es ist aber jedes Mal "Hubzapfenbreite 28mm" angegeben.

Motor OM314.916, 54PS bei 2500 U/min:
Nockenwelle A3140501901 bis Motor-Nr. 283201
Nockenwelle A3140501801 ab Motor-Nr. 283202

Motor OM314.917, 66, 72, 75PS bei 2550 U/min:
Nockenwelle A3140501901 bis Motor-Nr. 283201
Nockenwelle A3140501801 ab Motor-Nr. 283202 bis 340743
Nockenwelle A3140502101 ab Motor-Nr. 340744

Motor OM314.953, 80PS bei 2800 U/min:
Nockenwelle A3140501901 bis Motor-Nr. 283201
Nockenwelle A3140501801 ab Motor-Nr. 283202

Ein Umbau von 54PS auf die 413er Version mit 80PS bei 2800U/min ist somit machbar.

Ok, kleine Korrektur: Beim OM314.917 ab Motor Nr. 340744 sind es andere Steuerzeiten. Dies ist dann m.W. die 75PS-Version mit 90er Pumpe. Genaues Einbaudatum ist mir aber nicht bekannt. Jedenfalls können die 54 und 66PS-Versionen problemlos auf die beschriebene 80PS-Version hochgerüstet werden, ein Umbau der Pumpe mit Neueinstellung des Förderbeginns, Umbau der Nockenwelle usw. ist wohl etwas aufwändig.

Gruß,
Michael
 
Hallo Michael,

danke für Deine aufwändigen Recherchen. (Wie kommst Du in Besitz dieser detaillierten Informationen?)

Die mir zur Verfügung stehenden (wesentlich pauschaleren) Tabellen behaupten nämlich, dass der 54PS 403-er die anderen Steuerzeiten hatte, aber diese Info ist nicht direkt von Mercedes Benz.

Die unterschiedlichen Drehmoment- und -anstiegswerte müssen nicht unbedingt von geänderten Abgasvorschriften herrühren, sie könnten auch einer später durchgeführten objektiveren Messung geschuldet sein. (OECD, DLG, Institute). Ist aber eine Vermutung von mir...

Grüße an alle.

Holger
 
Hallo Holger,

das mit den unterschiedlichen Messverfahren kann ich mir nicht vorstellen. Die Zahlen entstammen alle dem Tabellenbuch von 1986 und stehen als Leistungsdiagramm im Abstand von einer Seite (Seite 201 und 202). Aber wer weiß.

Die Nockenwelle mit der Kennzeichnung 314 45 wurde ab Motor Nummern eingebaut:
314.917 Motor Nr. 340 744
314.956 Motor Nr. 415 553
314.957 Motor Nr. 338 402

Die Daten stammen aus dem Tabellenbuch 1986 Seite 247.

So nun genug der Theorie.

Hallo Markus, gehe an die EP, öffne den mit vier Schrauben befestigten Deckel und drehe die obere Schraube eine 3/4 Umdrehung rein.......wenn der Motor bei Teillast dann nicht raucht geht vielleicht noch etwas mehr.
Oder du baust die Pumpe aus und läst sie von EP Spezialisten einstellen, was natürlich besser ist!


mit besten Grüssen Ralph
 
Hallo zusammen,

vielen Dank für die vielen Infos.
Ich habe nun ein Bild vom Typenschild der ESP angehängt.

Ist es eine 80er ESP? Kann man hier erkennen, welche Motorleistung vorhanden ist ?

Wenn ich den Ventildeckel abbaue werde ich wohl sehen, welche NW verbaut wurde (Numer eingegossen/eingeschlagen). Eine Motornummer habe ich nicht gefunden (AT-Motor).

Holger: Für den 75PS-Motor mit "Büffelcharakteristik": welche NW brauche ich da ? Ich möchte eine schöne Charakteristik mit reichlich Drehmoment für mein Zugpferd.

Den Umbau der ESP von 80er auf 90er Elemente werde ich wohl beim Boschdienst anfragen müssen - oder ?
Sollte mein Boschdienst das nicht können, habt ihr Adressen von kompetenten Bosch-Diensten ?



Vielen Dank, viele Grüße

Markus
 

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Hallo Markus,

So, wie Michael schreibt, kannst Du das Thema Nockenwelle erst mal in die Ecke legen, da es auf Deinen Motor mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht zutrifft, Du hast die richtige drin, es sei denn, Dein AT-Motor wäre ein Uralt-Urahn...

Das Bild zeigt die PES 4 A 80, also die 80-er Pumpe.

Vor dem Umbau auf die 90-er Pumpe würde ich erst mal probieren, wie weit Du mit der 80-er Pumpe kommst, da der Aufwand nicht gerade klein und sehr wahrscheinlich auch nicht billig sein dürfte.

Die ersten MB-trac 800 hatten 72PS bei 2.600/min (bzw. 2.550/min) mit der 80-er Pumpe und ein Drehmoment von ca. 220Nm bei 1.600/min. Der Förderbeginn stand auf 21° v.o.T.

Der Drehmomentverlauf und -anstieg ist natürlich nicht so optimal, wie bei der späteren Einstellung, aber er hat einen großen Vorteil:
Du brauchst erst mal keine Teile zu kaufen, lediglich die ESP und evtl. den FB anders einstellen.

Auch der alte 800-er Trac war schon nicht schlecht!

Ich selbst besitze aus dieser Zeit den MB-trac 65/70, der noch mal 5Nm weniger hatte, aber er zieht klaglos den Dreischar-Volldrehpflug. Auch mein 700-er aus 1983 hat nur die 80-er Pumpe und schafft nicht schlecht.
Er erreicht 226Nm bei einem FB von 15°.

Bevor Du nicht weißt, was die mögliche Leistung der 80-er Pumpe hergibt, würde ich das Geld nicht ausgeben.

Vieleicht kommst Du ja damit erst mal zurecht!

Wenn es wirklich nicht reichen sollte, kannst Du ja immer noch auf die größere Pumpe umsatteln.

Mach es doch erst mal so, wie Ralph im letzten Beitrag schreibt, das kostet am wenigsten. Wenn Du nicht klarkommst - was bei einer Reihen-ESP eher unwahrscheinlich sein dürfte - kannst Du immer noch die BOSCH-Dienste bemühen.

Eine Leistungsoptimierung sollte allerdings immer auch eine Revision der Einspritzdüsen beinhalten, der Luftfiltereinsatz sollte geprüft und evtl. erneuert werden und alle Kraftstoff-Filter sollten sauber sein!

Grüße

Holger

PS: Die von Dir genannte ESD aus DreiZweiEinsMeins habe ich im OM352 meines 406 drin und sie läuft sehr, sehr gut! Sie hat gegenüber den billigen BOSCH-Nachbauten mit evtl. zweifelhafter Qualität einen entscheidenden Vorteil: Sie ist von Kolbenschmidt, also von einem in der Qualität mit BOSCH ebenbürtigen Hersteller.
 
Hallo,

danke für Deine aufwändigen Recherchen. (Wie kommst Du in Besitz dieser detaillierten Informationen?)

Zusammengesucht aus EPC, WHB 403/406/413/416/417 und Tabellenbuch (hab das 79er).

Ist es eine 80er ESP? Kann man hier erkennen, welche Motorleistung vorhanden ist ?

PES4A80... steht für eine 4-Zylinder Pumpe der Baureihe A mit 80er Stempel, sonst würde sie PES4A90... heißen. Anhand des vorher schon geposteten Bildes des Reglers kann man feststellen, dass es (sofern die Einstellungen nicht verändert wurden) die 54PS-Version ist. Der Motor müßte demzufolge ein OM314.916 sein, bei dem wurde die hier angesprochene Nockenwelle mit anderen Steuerzeiten nicht verbaut.

Wenn du also aufrüsten willst, hast du folgende Möglichkeiten:

1. An der ESP nach Gefühl drehen, wie von Ralph beschrieben, geht schnell, kostet nix, ist aber nicht unbedingt das Optimum

2. Einstellen der ESP auf einem Prüfstand auf die oben beschriebene 66- oder 80PS-Version. Der Motor sonst ist gleich, auch der Förderbeginn unverändert. Mit vertretbarem Aufwand machbar.

3. Umbauen der ESP auf 90er Stempel, Neueinstellung auf einem Prüfstand und Austausch der Nockenwelle, ändern des Förderbeginns. Ergebnis sind dann 75PS bei etwas besserem Drehmomentverlauf als bei der beschriebenen 80PS-Version. Meines Erachtens den wesentlich höheren und teureren Umbauaufwand nicht wert.

Gruß,
Michael
 
Hallo zusammen,

vielen Dank nochmals für die qualifizierten Beiträge.

Ich habe nun noch ein Bild von der ganzen ESP angehängt.
Wofür sind die beiden Schrauben, welche in Fahrtrichtung hinten aus dem Deckel herausragen.
Diese waren jeweils von einer Hutmutter abgedeckt ?

Wo genau ist die Schraube zur Mengenregulierung? Ist es eine der beiden auf dem Bild zu sehenden, oder ist sie unter dem Deckel, welcher mit den verzinkten Inbusschrauben (6Stück) befestigt ist ? Oder ist sie unter dem quadratischen Deckel mit den vier Schrauben, der auf dem großen Deckel auch in Fahrtrichtung hinten sitzt?

Noch eine Frage zum FB:
Ich habe die Markierung an der Riemenscheibe gefunden. Sie ist von unten unter dem Motor zu lesen. Sie zeigt 21° vor OT.

Ich bevorzuge die Steigrohrmethode. Aber wo justiere ich den Zeitpunkt ?
Ist das Zahnrad auf der ESP welches sich hinter dem Deckel vorne befindet verstellbar ? Ich meine den Deckel, wo auch der Betriebsstundenzähler dranhängt.

Sorry, aber ich habe (noch) kein Werkstatthandbuch.

Vielen Dank, viele Grüße

Markus

@Holger: Ich habe die Einspritzdüsen bei 123deins bestellt. Muss ich da einen anderen Druck einstellen ? Oder einbauen und los gehts ?
 

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klicker schrieb:
...Ich habe die Einspritzdüsen bei 123deins bestellt. Muss ich da einen anderen Druck einstellen ? Oder einbauen und los gehts ?

Hallo Markus,

das kann man machen - habe ich in Ermangelung eines auf die Schnelle greifbaren Druckprüfers auch schon mal gemacht, ging auch, ist aber - auch angesichts des Aus- und Einbauaufwandes am Unimog - immer nur eine Notlösung und nicht für Dauer.

Wenn Du vorhast, das Leistungsoptimum aus dem Motor herauszuholen, dann erst recht nur über professionelle Druckeinstellung!

In der Regel haben die Federn im Laufe des Lebens einen Teil ihrer Kraft eingebüßt, weshalb sie neu eingestellt werden müssen.
Meist wird etwa 10 bis 20 bar zum Solldruck (200 + 8) fehlen.

Achtung! Beim Zerlegen den Düsenstock nicht fest im Schraubstock einspannen, sondern die Backen nur sanft anlegen. Beim Zerlegen darauf achten, was da so alles herauskullert!

Am besten so einspannen, dass die Düsenöffnung nach oben zeigt, dann bleiben Federn und andere Teile im Stock liegen.

Anschließend lose zusammenbauen und ab zum nächsten LM-Händler oder BOSCH-Dienst. Oder Düsenprüfgerät kaufen (100,- bis 200,- Euronen).

Die Düsenstöcke des Unimog sind nicht über Stellschraube einstellbar, sondern über Distanzstücke.

Original Distanzstücke oder stückweise 1/10 mm Passscheiben DIN988 (größter noch reinpassender Außen-DM) einsetzen (lassen). 1/10 mm entspricht ca. 10 bar Druckerhöhung.

Eine Einstellung auf 10 bar genau reicht aus, es müssen nicht +/-5 sein...

Grüße und viel Erfolg!

Holger
 
Hallo zusammen,

@Holger: Vielen Dank für deine Beiträge. Mit den Infos habe ich nun einen OM314, der bei 0° C anspringt und bei weiten nicht mehr so viel Weiss-/Blaurauch rausbläst wie mit den alten Düsen.
Quasi vom Raucher zum Nichtraucher überführt.

Der Förderbeginn passt (21°v.o.T. lt. Bedienungsanleitung)

Ich habe 2 x 1,4mm und 2 x 1,8mm Ausgleichplättchen in den Düsen.
Die Düsen öffnen bei ca. 230 bar.

Kann ich die 1/10mm Din 988 - Ausgleichscheiben nehmen ?
Da werde ich dann wohl ca. 11 bzw. 15 Stück brauchen.
Kann man so viele zusammenlegen ? Das wäre einfacher, da ich davon 100 Stück bestellen muß.


Zum Prüfen der ESP: Hat jeder Boschdienst grundsätzlich die Möglichkeit ?

Wer kann mir eine Adresse nennen ? - Können die dann auch die ESP auf 90er Elemente umbauen (75PS-Version OM314)

Kennt jemand Preise ?


Danke und Gruß

Markus
 
Hallo Markus,

die Passscheiben sind unproblematisch, wenn man zu wenig Druck hat und 1 oder 2 Zehntel mehr braucht.

Wenn man zuviel Druck hat, statt des Originalstückes alles mit Passscheiben zu machen, habe ich noch nicht probiert. Wenn, dann aber nicht alles mit 1/10tel Scheiben, es gibt DIN988 dieser Durchmesser bis 1mm Höhe. Industriehändler können die tatsächlich einzeln beschaffen...

Dann kommt es auf den Außendurchmesser und Innendurchmesser der Scheiben an, sowie den Innendurchmesser der Düsenhalter. Wenn die Scheiben sich seitwärts im Halter nicht so weit verschieben können, dass sich dadurch das Loch in der Mitte verschließt, dürfte es gehen.

Der Sprit muss halt noch durchkönnen, das Türmchen von Passscheiben darf eben kein "schiefer Turm von Pisa" werden.

Du kannst aber - und das würde ich empfehlen - mit den Düsen zum BOSCH-Dienst (am besten LKW) gehen, die haben die Distanzstücke da oder Du kaufst die passenden bei www.dieselkontor.de und machst es selbst.

http://www.dieselkontor.de/index.php?cPath=22_30

Auch möglich, aber nur, wenn Du kostenlosen Zugriff auf eine Flachschleifmaschine hast: runterschleifen der Einstellscheiben auf Sollmaß.

Viel Erfolg!

Grüße an alle

Holger