Lenkgetriebe U 2010 Bj. 51 instandsetzen?

SeeMog

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15. Sep. 2002
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Falkensee
Hallo,

ich muss meine Kurbelwellendichtungen erneuern. Da dafür wohl Fahrerhaus und Lenkung abgebaut werden müssen, will ich auch meine Lenkgetriebe neu abdichten und würde gerne auch das Lenkspiel verringern. Wenn ich die Beträge zu diesem Thema richtig gelesen habe, müsste es sich bei mir um eine Fulmina 25 handeln, habe ich aber noch nicht an meinem Mog nachgesehen.

Nun zwei Fragen dazu:

1. Gibt es für das Abdichten etwas Besonderen zu beachten? Womit dichte ich ab? Mit Flüssigdichtung? Oder einer selbst geschnnittenen Papierdichtung?

2. Das Lenkungsspiel ist zwar nicht gefährlich, aber doch bei Straßenfahrt etwas lästig. Kennt ihr erfahrene Fachleute oder ist einer von Euch einer, der mir helfen kann? Am liebsten würde ich ja eine komplett neue Verzahnung einbauen, weiß aber nicht, ob ich die noch bekomme.

Jede Hilfe ist willkommen.

Herzliche Grüße und vielen Dank im Voraus,

Christoph
 
Hallo,

die Fulmina Lenkung hat keine Vorrichtung, mit der das Lenkspiel eingestellt bwerden kann. Das gibt es nur bei der ZF Gemmer Lenkung. Daher hatte die Schweizer Armee auch Fahrzeuge auf ZF umgebaut.

Die Lenkspindel ist eine Hülse mit eingegossenem Aluminiumkern, in den die Schnecke eingeschnitten ist. Da kann man nichts reparieren.

Gruß,
Markus
 
Hallo Markus,

das hatte ich befürchtet.

An alle anderen: Hat denn schon mal jemand die Verzahnung instand gesetzt oder gar neue Teile anfertigen lassen? Oder gibt es noch Quellen von neuen Lenkgetrieben?

Danke,
Christoph
 
Hallo Arne,

ich kenne mich mit den Bauteilbezeichnungen nicht so richtig aus. Ich meine die Verzahnung im Lenkgetriebe, die aus der Drehbewegung des Lenkrades die Vor- und Zurück-Bewegung der Lenkstange macht.

Christoph
 
Hallo Christoph

du meinst die Schnecke und den Lenkfinger. Bei einfachen Nachstellvorrichtungen war der Lenkfinger mit einm Gewinde in den Lenkarm eingeschraubt, bei Verschleiß konnte man den Finger dann nachsetzen.
Lenkungen verschleißen logischerweise in dem Bereich, der überwiegend genutzt wird, und das ist ber Bereich so ca 5°+ um die Nulllage. Stellt man den Finger nach, so wirkt sich das auch in dem nicht verschlissenen Bereich aus, sprich dort wird das Spiel kleiner, je nach Einstellung klemmt oder die Lenkung blockiert dort sogar.
 
Hallo Christoph,
ich habe einmal die „Innereien“ einer Fulmina 25 Lenkung abgelichtet. Es ist in der Hauptsache die Lenkspindel mit der Spindelmutter und die Lenkwelle.
Die Lenkspindel ist als eine Einheit mit der Spindelmutter hergestellt, das ist ab Werk ein Paar …bis dass der Tod sie scheidet…. Da passt wirklich keine andere Spindelmutter. Wenn nun dieses Trapezgewinde ausgeschlagen ist, muss die Spindel mit Mutter ausgewechselt werden. Die Scheiben und Drucklager, die ich daneben gelegt habe, dienen zum Spielausgleich der Lenkspindel im Lenkungsgehäuse. Wenn Deine Lenkung nur undicht ist, dann hat die im Bild zu sehende Messingbuchse der Lenkwelle Spiel und der auf dem Bild fehlende Wellendichtring kann nicht mehr „dicht halten“. Hier kann ein Auswechseln von Messingbuchse und Wedi Abhilfe schaffen, wenn die Dichtfläche des Wedi´s an der Lenkwelle nicht verschlissen ist. Ersatzteile sind nur noch wenige bei den einschlägigen Teilehändlern zu bekommen. Neue Lenkungen sind wohl keine mehr im Angebot.
Wenn Du nun eine Reparatur angehen willst, sind vorher zwei mögliche große Probleme zu bewältigen:
Neben dem Abdrücken des Lenkstangenkugelkopfes und des Lenkrades muss für die Demontage der Lenkung der dicke Bolzen entfernt werden, der durch den Rahmen gesteckt ist und die Lenkung befestigt. Damit habe ich schon große Kämpfe gehabt, weil er im Führungsrohr im Rahmen festgerostet ist. Wenn die Lenkung dann ausgebaut ist, benötigst Du einen kräftigen dreiarmigen Abzieher, um den Lenkhebel von der Lenkwelle abzuziehen. Vorher die Stellung präzise markieren! Danach kann dann die Lenkung zerlegt werden und an den einzelnen Komponenten der Verschleiß geprüft werden.
Zusammengebaut habe ich noch keine Lenkung, habe mir aber erzählen lassen, dass die Einstellung des Spiels der Lenkspindel im Gehäuse eine aufwendige Sache ist, da man da nichts messen kann sondern nur durch Unterlegen von unterschiedlich dicken Ausgleichsscheiben und zusammenbauen das Ergebnis prüfen kann.
Ich wünsche viel Erfolg bei der Aktion und hoffe auf weitere Berichte.
Gruß aus Hamburg
Thomas
 

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Hallo Stefan,

meine Lenkung ist eindeutig eine Fulmina - auf dem Lenkgetriebe ist der Firmenname eingegossen. Aber meine Fahrgestellnummer ist 074/51, also der 74. in 1951 gebaute. Wenn ich Dich richtig verstehe, sagst Du, dass in den ersten 803 Stück eine ZF-Lenkung eingebaut wurde? Das müsste dann heißen, dass mein 2010 irgendwann eine Austauschlenkung bekommen hat. Ganz unmöglich wäre das nicht. Ich weiß, dass mein 2010 die ersten 12 seiner Lebensjahre in heftigem Forsteinsatz war. Anfang der 60-er Jahre hat er schon eine neue (alte 411er) Hinterachse bekommen und am Rahmen sind mehrere Risse im Bereich der hinteren Achsaufhängung vorhanden gewesen.

Herzliche Grüße,
Christoph
 
Hallo Thomas,

heute habe ich mein Lenkgetriebe auseinander nehmen können.

Der große Bolzen ging gut raus, der ist wohl mal gut gefettet worden. Ich bin so vorgegangen, wie Du es beschrieben hast. Die Sicherungsschraube mit dem Sicherungsblech udn dem großen Schraubenzieherschlitz war etwas schwierig, ging aber auch. Der Lenkfinger ging mit 3-arm-Abzieher und fleißigen, aber vorsichtigen Hammerschlägen gegen das Auge nache der Verzahnung auch gut raus.

Wie es aussieht, sind meine Bronzebuchsen noch gut, auch die Lenkspindel und die Spindelmutter sind von passablem Zustand. Das relativ geringe Lenkungsspiel (ca. 1 Handbreite) kommt bei mir vermutlich vom Axialspiel der Lenkstangenlagerung. Da werde ich mit zusätzlichen Distanzscheiben probieren. Und natürlich waren alle Dichtungen undicht, als die beiden Papierdichtungen und der Wellendrichtring am Ausgang der Lenkwelle zum Lenkfinger.

Bilder würde ich gerne hochladen, ich bekomme aber immer die Fehlermeldung "Datei zu groß, maximal erlaubte Größe 100 KiB". Werd's morgen nochmal versuchen.

Christoph
 
IMG_1057.jpgHallo
kämpfe ebenso mit der Instandsetzung. Da es keine Ersatzteile gibt, muss man wohl tiefer in die Trickkiste greifen. Bei mir ist Lenkspindel (? richtiger Begriff?) aussen verkratzt und nicht mehr rund. was kann man tun?
Gruss
Achim
 
Hallo Achim,

das Problem der Unrundheit müsste sich durch Metall-Aufspritzen lösen lassen. Das geht immer dann, wenn sich ein Werkstück ordentlich zentrieren lässt, was hier über das Innengewinde gehen müsste. Es gibt Spezialbetriebe, die das gut können. Ich habe einen in der Nähe bei uns zu Hause (kurz vor Berlin). Vielleicht findest Du aber auch einen. "Mein" Betrieb hat sich bei vielen meiner Achsteile, Radnaben u.ä. als sehr zuverlässig erwiesen. Immer da, wo Lager oder Wellendichtringe den Lager- oder Dichtringsitz verschlissen haben, habe ich diese Stellen nacharbeiten lassen. Dazu werden einige 100-stel abgedreht, dann aufgespritzt und anschließend auf Maß geschliffen.

Möglicherweise gibt es noch andere Wege, um Dein Problem zu lösen. Aber so würde ich es machen. Bist Du denn wirklich sicher, dass Deine Spindel unrund ist? Die Kratzer und ein wenig Rauigkeit alleine sind ja erst mal egal.

Herzliche Grüße,

Christoph
 
Christoph
danke für die schnelle Antwort. Mein Restaurationsspezi meinte, die Reparatur würde sehr aufwendig und mit ein bisschen mehr Fett sei es nicht getan. Er will es mir morgen erklären. Ursache ist wahrscheinlich, dass die Lenkung eine Zeit lang ohne Schmierung betrieben wurde, im Lenkgehäuse hat es auch Riefen...
lg
achim