Luftentfeuchtung Garage

Daniel_Buck

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06. Okt. 2003
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Blaubeuren
Hallo,

ich hab ne große Garage aus Beton die direkt an einem Bach steht und etwas feucht ist.
Ca. 7 x 9 m, 2 Stockwerke hoch, darauf ein "offenes" Dach (also nur Lattung und Platten).
Über den Winter stehen dort Mogs, Sommer-Auto, Anhänger ...

Ich suche nach einer Möglichkeit den Raum etwas zu entfeuchten.

So ein Luftentfeuchter-Elektrogerät ist mir unsympathisch - will kein billiges elektrisches Gerät aus Fernost unbeaufsichtigt schnurren lassen und womöglich einen Brand riskieren ...

Im Baumarkt gibts Plastikkistchen für kleine Räume mit Granulat und teuren Nachfüllpacks ... naja...

Ich hab was gelesen: Calciumchlorid im Eimer kaufen, dann in einem Tuch in einem Sieb über einen Wassereimer ... hört sich nach einer schwäbischen Lösung an.

Silika-Gel, regenerierbar?
Hört sich gut an, aber woher nehmen, wie oft regenerierbar und wie trocknen?

Hat jemand einen praktischen Tip für mich?

Gruß, Daniel
 
Hallo Daniel,

schau mal da:

http://permabag.com/

wird aber nichts für eine ganze Scheune sein....

für ein Auto, oder größer bauen..

http://www.autobild.de/artikel/auto-einlagern-47701.html

Gruß
Rainer
 
Hallo Daniel

das mit Trocknungsmittel bei nicht abgedichteten Räumen kannst du getrost vergessen.
Lege einfach eine sehr große Folie über die einzelnen Fahrzeuge und am besten auch auf eine drauffahren. Bei Temperaturänderungen macht die Folie die Volumenänderung mit und es findet kein Luftaustausch mit neuer Feuchtigkeit unter der Folie statt. (Ist eine schwäbische Variante vom Permabag 8) )
Unter die Folie kannst du Trocknungsmittel stellen. Eine Mindestluftfeuchtigkeit ist erforderlich, sonst trocknen Dichtungen und Gummis aus.
Sikagel ist theoretisch unbegrenzt regenerierbar.
 
Hallo Daniel,

den erwähnten permabag hab ich seit Jahren bei zwei Fahrzeugen im gebrauch, funzt prima. Erhält das Leben des verpackten Fahrzeugs optimal und braucht keine (tägliche) Energie.
Für deine Halle - das Problem hab ich mit einem Keller. Hab von Bosch einen Luftentfeuchter, der arbeitet kontinuierlich - energetisch ned grad schön, aber funzt. Werd aber wohl nicht umhin kommen, irgendwann mal das Kellermauerwerk freizulegen und von außen sanieren/neu abdichten.
Mit Trockungsmittel den Raum behandeln halte ich auch nicht für sehr sinnvoll.

mfG
Axel
 
Daniel_Buck schrieb:
Silika-Gel, regenerierbar?
Hört sich gut an, aber woher nehmen, wie oft regenerierbar und wie trocknen?
Wie Helmut bereits schrieb, wie oft es regenerierbar ist, weiss ich leider auch nicht.

Als ich mal in einem Labor arbeitete, hatten wir blaues Silikagel im Einsatz. Wenn sich dieses rot färbte, wurde es in einen Ofen (Backofen) gelegt und wieder getrocknet. Trocken wars, wenns wieder blau war.

Aber damit den ganzen großen Raum entfeuchten :cry: , da seh ich schwarz.


Vielleicht zunächst einmal ein Hygrometer reinstellen und sehen, ob es wirklich "feucht", nass oder doch recht trocken ist.

Z. B. in meiner Wohnung habe ich -Dank Lehmbau/Lehmputz/Lehmfarbe- immer so um die 60% rel. Feuchte. Davon allerdings, rosten meine Gelenke nicht ein. :(

Gruesse
WolFgang

PS:
Zum CaCl2
Allgemeines:
http://www.seilnacht.com/Chemie/ch_cacl2.htm

Für die "Trockenlegung" von Containern bei der Seereise:
http://www.absortech.de/produkte/absorgel.htm

Ein teures, aber, Supermessgerät:
http://www.wetterexperte.at/Lufft-Praezisions-Thermo-Hygrometer-Taupunkt
 
Hallo,

danke für die Antworten.
Hat mir sehr weitergeholfen!

So ne Foliengarage in der Ecke für den Benz wäre machbar.
Das Gestell z.B. aus Holzlatten.
Möglchst mit wenigen Handgriffen im Herbst aufgebaut.
Brauche noch eine Idee zur Abdichtung der Stöße, aber sonst ...
Dann ein oder zwei Gel-Kissen rein ... Feuchtigkeitsmesser rein und ab und zu nachschauen - weniger als 50% solls nicht werden.
Das werd ich mal testen.

Der Frosch steht ungeschickt, da wirds nicht so einfach mit der Folien-Garage, aber mal sehen ...

Gruß, Daniel
 
Hallo Daniel,
mit schwäbischen Lösung wirst Du nicht weit kommen, berufsbedingt habe mit der Klimatisierung von Museumsdepots zu tun.
An einem Kältetrockner führt kein Weg vorbei, z.B. Schwimmbadentfeuchter z.B. Fa. Kaut, vielleicht gibt es mal sowas in der Bucht. Nur so lässt die Entfeuchtung in Liter messen.
Gruß
Thomas
 
Erksi-Stapler schrieb:
Daniel_Buck schrieb:
Vielleicht zunächst einmal ein Hygrometer reinstellen und sehen, ob es wirklich "feucht", nass oder doch recht trocken ist.

Hmm ... so um die 85% hab ich gemessen.

In die Richtung klimatisiertes Museumsdepot kann ich nicht gehen, da müsste ich erst mal eine Decke einziehen und ein neues Tor installieren.

Der Benz ist abgedeckt und der Mog wird leicht eingeölt, das sollte es auch tun.
Oder doch die Foliengaragen?

Bin noch am grübeln ...

Daniel
 
Hallo Daniel

natürlich wirst du keine 50% permanent mit einer Foliengarage erreichen. Wichtig ist, dass die Tag/Nacht-Atmung und der damit verbundene Feuchtigkeitstransport unterbunden wird.
Im übrigen wird das mit einer über ein Lattengestell gepannten Folie nicht gelingen, es muss ein Faltenbalg zum Ausgleich der Volumenänderung der kalt/warmen Luft vorhanden sein, sonst tauscht sich die Luft auch unterhalb der Folie.

@ Thomas
klar dass du da andere Anforderungen stellst, da achtet ja sicherlich auch dein Chef drauf.
 
Hallo Daniel,

... dann will ich Dir meine Erfahrungen mit der Raumluftentfeuchtung auch nicht vorenthalten.

Mein Objekt ist eine "Waschküche" 4*4*2 m in einem Keller mit in den Wänden aufsteigender Feuchtigkeit. Vor den Maßnahmen kam es im Sommer zu relativen Luftfeuchten von 80% und mehr bei ca. 20°C. Da schon der Putz in großen Platten von den Wänden abfiel, mußte was unternommen werden. Glücklicherweise konnte ich den Schaden über eine Versicherung regulieren. Diese hat die 3wöchige Trocknung mit einem elektrisch betriebenen Luftentfeuchter (Betriebsstrom ca. 70 EUR) sowie die Erneuerung des Putzes bezahlt.

Damit war aber das eigentliche Problem der aufsteigenden Feuchte nicht behoben. Deshalb habe ich folgendes System eingerichtet.

Winterbetrieb: Entlüftung nach Außen über einen Zeitschaltuhrgesteuerten Lüfter (Schaltschranklüfter), der nachts einige Stunden in Betrieb ist. Die nachströmende Luft kommt aus nicht luftdichten Nebenräumen, die sich mit trockener Luft von außen versorgen. So erreiche ich ohne nennenswerte Energiekosten im Winterhalbjahr durchschnittliche relative Luftfeuchten unter 50% und meine Frau kann sogar in dem Raum noch Wäsche zum Trocknen aufhängen! Das System lebt also davon, daß die absolute Luftfeuchtigkeit im Winter draußen minimal ist.

Sommerbetrieb: Entlüftung nach Außen außer Betrieb! Da der Keller im Vergleich zur Außenluft kalt ist (im Bereich 15 bis 20°C), würde von außen nachströmende Luftfeuchtigkeit an den Wänden und Gegenständen kondensieren und die Raumluftfeuchte würde in die Höhe schnellen. Also im Sommer den Raum möglichst luftdicht verschlossen halten! Um den dann trocken zu kriegen, hilft nur ein elektrisch betriebener Luftentfeuchter (z. B. bei mir für 140 EUR, seit 2 Sommerhalbjahren in Betrieb, Entfeuchtung bis zu 5 Liter Wasser in 3 Tagen). Die Energiekosten (150 bis 300 W je nach Luftfeuchtigkeit) bleiben dabei noch im erträglichen Bereich. Der Luftentfeuchter wird bei mir auf Sicht, also je nach Ablesung am Hygrometer gefahren. So erreiche ich stets eine mittlere relative Luftfeuchte zwischen 50 und 60%, selbst wenn mal ausnahmsweise im Sommer Wäsche zum Trocknen drin hängt.

Der Putz löst sich allerdings weiterhin, aber es ist weniger geworden und es geht langsamer voran.

Wenn Du weitere Details wissen möchtest ... gerne ...
 
@ Helmut

eine Salzentfeuchtung funktioniert nur bei hermetisch dichten Räumen(Boot, Wohnwagen, Permabag).
Bei allen anderen Gegebenheiten zählen nur Geräte deren Leistung sich in Liter messen lässt.

Helmut glaube mir mit entsprechendem Equipment trocken wir Daniels Scheune so das die vorbeifliesenden Bäche versiegen.

Gruß
Thomas
 
Hallo Daniel,
obwohl Du mit Ratschlägen zur Entfeuchtung deiner Garage schon relativ gut eingedeckt bist, würde ich als Baufachmann vorschlagen, das Problem von der baupysikalischen Seite anzugehen. Eine richtige Einschätzung der Situation meinerseits vorausgesetzt, würde ich folgendermaßen vorgehen.

Obergeschoß: Abnehmen der Dacheindeckung, aufbringen einer 24 mm Holzschalung, darauf eine diffusionsoffene Dachbahn, 24 mm Konterlattung, Dachlattung und dann die vorhandene Dacheindeckung wieder drauf. Wichtig: Entlüftungsfirst einbauen.Die Holzverschalung nimmt Feuchtigkeit auf und gibt diese bei trockener Witterung wieder ab.
Resultat: relativ gleichmäßige Luftfeuchte ohne Schwitzwasser.

Untergeschoß: Diagonale-vertikale Belüftung des Raumes.
Zuluftöffnung unten, zB. durch ein kleines Lüftungsgitter im Tor,(nicht gerade an der Bachseite), Abluftöffnung an der gegenüberliegenden Wand oben, (eventuell über Lichtschacht)
Resultat: Luftfeuchte ca. wie im Freien, aber kein Tauwasser und - Schwitzwasser Niederschlag:

Die Kosten für diese Maßnahmen liegen sicher etwas höher als bei einer chemischen oder mechanischen Entfeuchtung, ist aber mit einer Aufwertung der Räumlichkeiten verbunden und entfeuchtet auch zB. Ersatzteilragale oder Reifenlager an der Wand.

Ansonsten hilft nur, den Blautopf trocken zu legen.

mfg. Luggi
 
Hallo Eisbär,

Untergeschoß: Diagonale-vertikale Belüftung des Raumes.
Zuluftöffnung unten, zB. durch ein kleines Lüftungsgitter im Tor,(nicht gerade an der Bachseite), Abluftöffnung an der gegenüberliegenden Wand oben, (eventuell über Lichtschacht)
Resultat: Luftfeuchte ca. wie im Freien, aber kein Tauwasser und - Schwitzwasser Niederschlag
funktioniert im Herbst und Winter und zeitweise auch im Sommer. Ich habe nämlich ähnliche Verhältnisse in einer meiner Scheunen und konnte das über Jahre hinweg beobachten. Jedoch im Frühling, wenn es draußen beginnt warm zu werden, sorgt die Diagonallüftung durch die kalte Scheune für Kondensation, so daß das Wasser am Scheunenboden (Sandsteinplatten) zeitweise Rinnsale bildet und das Wasser unter dem Tor nach außen hervortritt. Wenn ich das nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, würde ich es nicht glauben.
 
Hallo Christoph,

könnte es sein, daß der Boden unter den Sandsteinplatten im Frühjahr noch gefroren ist, sonst müßte das Wasser versickern. Versuche einmal bei einsetzendem Tauwetter tagsüber die Tore für ein par Stunden ganz zu öffnen um die Scheune auf die Außentemperatur zu bringen. Vielleicht nützt es was.

Viele Grüße aus dem Allgäu

Luggi
 
Hallo Luggi,

bei uns in der Rheinebene (auch wenn die an den Schwarzwald grenzt) gibt es keinen Bodenfrost in der Scheune. Der Sandstein ist allerdings stellenweise mit Motor- und Getriebeöl "verseucht" und so die natürliche Durchlässigkeit eingeschränkt.
 
Hallo Daniel

Ich hab beruflich öfters mit dem Thema "Feuchtigkeit" zu tun.
Eine Ferndiagnose ist fast unmöglich, da viele Faktoren Einfluß haben:
=Feuchte in den Bauteilen (Mauerwerk)=> Fehlende senkrechte Abdichtung
=Aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk => Fehlende waagrechte Abdichtung
=Feuchtigkeit bei Wetterwechsel
=Feuchtigkeit infolge defekter Kanalleitung am Gebäude
=Feuchtigkeit infolge Oberflächenwasser (Wasser fließt zum Gebäude)
...

Lösung des Problems:
==>Ursachenbehebung: Behebung der Schäden. Kosten und Arbeitsaufwand müßen erfaßt werden.......
==>Man lässt die Situation und versucht eine entsprechende Durchlüftung

In meiner Halle habe ich einen Dauerlüfter verbaut.
(guck mal in der Bucht unter "Kaminaufsatz") ist eine Zwiebel die durch den Wind angetrieben wird und Luft aus der Halle saugt. Funzt prima und kostet keinen Unterhalt.

Die Sache mit den Eimerchen, etc.... ist möglich wenn du etwas austrocknen willst wo der Wasserzufluß gestoppt wurde. Aber ansonsten ist das so ähnlich wie wenn du mit dem Zeug versuchst den Blautopf trocken zu kriegen.......

Wie gesagt alles nicht so einfach. Eventuell hast Du mal ein paar Bilder vom Objekt.

Gruß aus dem Odenwald
Lutz
 
Hallo daniel
muß mich lutz anschließen
werd aber gerne noch ein bischen detailieren
- die dachdeckung muß sicher ( nicht nur ein bischen) ganz dicht sein
evtl neue dachziegel
-niederschlagswasser vom dach muß aufgefangen und abgeleitet werden,
und zwar soweit das sie nicht an die grundmauern gelangen
dachrinne mit ablaufrohr
-niederschlagswasser was an die ausenwände gelangt darf nicht ins mauerwerk gelangen.
verputzen/streichen
-niederschlagswasser am bodengrung von den grundmauern ableiten
aufgraben , mit schutzfolie erst senkrecht dann waagrecht ableiten und abdichten dränage erneuern, mit kies auffüllen
- die durchlüftung funkt nicht richtig
mehr fenster evtl mit ventilator , auf jedenfall mit viel mehr lüftungsöffnungen/lüftungsquerschnitt

auf diese art hab ich bis jetz noch alle kunden trocken gelegt.
bei geschloßenen räumen
hat sich auch ein wc entlüftungsventilator bewärt, diese gibt auch mit 12 v und solar
für tüftler evtl mit hygrometer und batterie ausgestattet
( ideal auch bei alten menschen geeignet, die es einfach nicht mehr verstehen gesund ihn vollisolierten wohnungen zu leben )
gruß
michael

ps
wenn du ein paar bilder( ausenwände mit Boden / Dach, ihnen) einstellst kann mann vielleicht noch direkter werden
 
nico schrieb:
auf diese art hab ich bis jetz noch alle kunden trocken gelegt.

Nico, sorry, aber eben ist mein Kaffee in der Tastatur versenkt worden, als ich das las.

Momentan wusste ich nicht, ob Du Altenpfleger, Inkontinenzberater oder in sonst einer ähnlichen Nässe-Branche arbeitest..


Aber unbetrachtet allem Scherzen:
Allmählich wird der Beitrag "rund" und man kann sich diese Nassproblematik mal irgendwo als Lesezeichen hinheften :D


TschüßßWolFgang
 
Hallo,

vielen Dank für die Beiträge.

Ich bin gerade im Ausland, aber wenn ich zurück bin mache ich mal Bilder.

Die Garage steht praktisch IM Wasser - weil direkt am Bach.
Der Wasserspiegel liegt normalerweise wenige cm unter der Betonplatte. Manchmal auch darüber...
Den Übergang Boden / Wand hab ich von innen bereits abgedichtet.
Eine neue Abdichtung von der Bachseite steht noch aus.


Gruß, Daniel