MB Heckwinden Bedienung

ballooner

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13. Juli 2006
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Servus Kollegen,

ich überlege mir eine Heckwinde für meinen Mog zuzulegen,
habe aber noch keine Ahnung wie ich mir die Bedienung selbiger vorstellen muß.
Also wie ist das?

1. Zapfwelle ein?
2. mit Hebel auf ziehen, stop (Bremse?) und Freilauf?

Ist da irgendeine Kupplung eingebaut?

Braucht man diese Seileinlaufvorrichtung oder gehts auch ohne?

Ich frag nur damit ich nach teurem Kauf nicht womöglich enttäuscht bin, weil das Arbeiten damit vielleicht total umständlich ist.


Danke schonmal für antworten

Gruß
Rainer
 
Hallo Rainer,
wenn Du eine Winde mit Zapfwellenantrieb kaufst, hast Du in der Regel einen Hebel, der direkt oder mit einem Seil eine Kupplung betätigt. Du stellst also einen Vorwahlhebel auf "Ziehen" und mit dem Seil betätigst Du eine Kupplung die dann die Kraft auf die Seiltrommel leitet. An der Dreipunktwinde ist eine Seileinlaufrolle dran. Läßt Du das Seil los, hört die Winde auf zu ziehen und es geht automatisch sofort die Bremse rein. Wenn du dann die Vorwahl auf "Auslassen" umstellst, dann am Seil ziehst, löst Du die Bremse, stellst Sie offen fest und kannst dann das Seil zum Holz ziehen. Dann wiedewr umstellen und einziehen.
Bei hydraulisch angetriebenen Winden über Zapfwelle mit eigener Pumpe oder von der Hydraulik vom Mog aus, ist die Funktion ähnlich, jedoch betätigst Du nur Ventile, entweder per Kabel oder per Funk. Das ist natürlich wesentlich komfortabler, aber auch teurer (Spaß kost).
Gruß aus Nordhessen mit viel Regen ( der Wald schwimmt weg)
Volker
 
Hallo Volker
schönen Dank schon mal für die Antworten. Das hört sich ja ganz gut an.

Ich meinte sowas in der Richtung:

garage29.JPG



lG
Rainer
 
Hallo Rainer,

Ich fürchte, die Beschreibung von Volker trifft nicht wirklich Deine Frage, denn er beschreibt wohl mehr eine normale Winde für die Dreipunkthalterung von Traktoren/Mogs.
Du möchtest aber die fest verbaute alte Mercedes Winde beschrieben haben.
Ich habe zwar nur eine MB-Frontwinde Typ A (ohne Bremse) aber ich nehme an sie Arbeitet sehr ähnlich.
Bei dieser Winde musst du mit dem Hebel an der Winde, bei stehender Zapfwelle :!: :!: die Verbindung zur Zapfwelle (ziehen) herstellen oder lösen. Die Bedienung der Zapfwelle und damit der Winde zum Ziehen erfolgt dann anschließend mit Hilfe der normalen Fahrzeugkupplung (bzw. falls vorhanden Doppelkupplung) und dem Hebel zum Ein/Ausschalten der Zapfwelle. Also Kupplung treten, Zapfwelle einschalten, Kupplung kommen lassen und damit den Seileinzug kontrollieren, wenn genug gezogen Kupplung treten, Zapfwelle ausschalten. Zum kontrollierten Ablassen einer Last, muss an der Winde der Wahlhebel auf Bremse geschaltet werden und die Last mit der Bandbremse und dem zugehörigen Bremshebel an der Winde die Last abgelassen werden.
Diese Winden haben normalerweise keine heute von der Berufsgenossenschaft geforderte Totemann-Funktion und dürfen damit nicht gewerblich eingesetzt werden. Im privaten Bereich greift diese Vorschrift zwar nicht aber man sollte mit entsprechendem Respekt und noch größerer Vorsicht an die Sache gehen, dann macht das Winchen richtig Spass.
Eine Seilspulvorrichtung ist nicht unbedingt erforderlich, allerdings recht nützlich wenn man viel Seil in einem Arbeitsgang einholen möchte. Ohne diese Einrichtung kann es schnell zu Überläufern des Seiles kommen, was eventuell eine sehr Mühsame korrektur erfordert. An meiner Frontwinde ist allerdings auch keine Spuleinrichtung und es ging bisher immer so.

Winchende Grüsse
Jürgen
 
Hallo,

Jürgen hat Recht, ich bin bei meiner Beschreibung von einer Anbauwinde am Dreipunkt ausgegangen und nicht von einer fest angebauten Winde, wie sie auf Rainers Bild zu sehen ist.
Sorry für die Verwirrung

Volker
 
Hallo,

überlege mir auch die Anschaffung einer Heckwinde für den 406. Es geht mir nicht um den profimäßigen Einsatz, sondern um ab und an mal Holz aus dem Wald zu ziehen.
Deshalb interessiert mich natürlich auch der "Bedienkomfort" der Winde.
Interessant wäre auch zu wissen, wie diese Winde in einem funktionsfähigen Gebrauchszustand gehandelt werden ( ja ich gebs zu, ich beobachte bei 3.2.1 gerade eine :oops: )

Gruß
Andi
 
Nachdem was ich bisher so auf Bilder gesehen habe, besitze ich wohl die Original DB Heck-Winde. Diese hat links einen Hebel, womit man die Winde von der drehenden Zapfwelle trennen kann. Ohne Last, zum leichten ausziehen des Seils.
Dann ist an der Winde ein 30mm Sechskant, den man mit nem normalen Ringschlüssel drehen kann.
linksrum mit Kraft (auf Schlüssel draufstellen): Seilbremse, Trommel steht fest.
rechtsrum: man betätigt die Kupplung in der Seilwinde, das Seil wird eingezogen.

Eine Seilbremse zum kontrollierten Ablassen von Lasten hat sie nicht, oder ist defekt, jedenfalls ist das Seil beim Lösen der Kupplung ziemlich schnell wieder "frei". Eine große Last rollt das Seil leicht wieder von der Winde ab, aber von Hand tut man sich schwer, daher der separate Trennhebel.
 

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Also wer hat nun recht?

Muß ich nun ständig in den Mog reinhüpfen, Zapfwelle einkuppeln, Holz wird gezogen, Zapfwelle auskuppeln, raushüpfen, Holz abhängen, nächsten Stamm anhängen, in den Mog reinhüpfen...........??????

Das währ dann glatt ein K.O.-Kriterium für den Kauf (ersteigerung :wink: ) solch einer Winde.

Oder kann ich die Winde direkt am Gerät mittels dieses Ringschlüssels bedienen? Ich hab gerade in der EPC nachgeschaut, der hat sogar eine eigene Ersatzteilnummer.
Federt dieser Schlüssel in seine Ausgangsposition zurück wenn man ihn losläßt? Dann könnte man auch ein Seil daran befestigen um die Winde aus sicherer Entfernung zu bedienen.

Wenn die Winde keine Bremse hat, dann kann man doch das Holz nur bis zum Mog ziehen. Aber wie zieh ich es dann bis zum Polter weiter?
Muß ich da den/die Stämme abhängen und an der Ackerschiene befestigen?


Ich weiß, Fragen über Fragen aber es geht ja auch um einen Batzen Geld.
Und wenn man dann noch liest wie es dem Kollegen hier erging der sein Schnäppchen jetzt teuer vom Fachmann schweißen lassen muß.
Da möcht ich wenigstens bei der Bedienung (wenn sie überhaupt funktioniert) keine Überraschungen mehr erleben.


Also antwortet bitte weiter und danke schonmal

lG
Rainer
 
Moin Rainer

Muß ich nun ständig in den Mog reinhüpfen, Zapfwelle einkuppeln, Holz wird gezogen, Zapfwelle auskuppeln, raushüpfen, Holz abhängen, nächsten Stamm anhängen, in den Mog reinhüpfen...........??????

Nee! Das mußt du nicht!!
In der Mittel/Leerlaufstellung und in der Bremsstellung (links) läuft die Zapfwelle weiter und die Winde dreht nicht. Nur in der Hebelstellung leicht rechts bis ganz rechts geht die Zapfwellenkraft auf die Trommel. Wenn Last am Seil hängt, nicht sanft einkuppeln sondern sofort ganz nach rechts. Ansonsten rutsch die Konuskupplung durch und nimmt so Schaden. Auch das umschalten von einholen auf bremsen geht ruck zuck am besten.

Der Bedienhebel geht nicht von alleine in die Leerlaufstellung zurück.

Aus Sicherheitsgründen würde ich aber beim erneuten abspulen und beim anhängen der Lasten die Zapfwelle ausschalten :!:

Gruß
Micha
 
MichaMeitz schrieb:
Aus Sicherheitsgründen würde ich aber beim erneuten abspulen und beim anhängen der Lasten die Zapfwelle ausschalten :!:
Mit dem Hebel links an der Winde. Also rein/rausklettern ins Fahrerhaus kann man sich sparen. Das Seil rollt dann auch viel leichter ab, zumindest an meiner Winde.

Oder war/ist dieser Hebel nicht an allen Winden?
 
ballooner schrieb:
Wenn die Winde keine Bremse hat, dann kann man doch das Holz nur bis zum Mog ziehen. Aber wie zieh ich es dann bis zum Polter weiter?
Muß ich da den/die Stämme abhängen und an der Ackerschiene befestigen?
Wie gesagt, Hebel nach links stellt die Trommel fest, dann kannst du mit Last am Seil fahren.

Wenn ein beladener Sattelschlepper (DC Express-Teilelieferung um 4:00Uhr morgens :lol: )auf glatter Straße dran hängt, muss sich allerdings jemand auf den Hebel stellen, so gut hält die Bremse dann doch nicht :roll:

PS: Wieviel "darf" so ne Winde eigentlich ziehen?
 
O.K.
so macht das auch Sinn.

Der einzige Nachteil ist dann wohl: Sollte das Seil reißen, stehe ich genau in der Schußlinie :?

Gibt's dafür Lösungen?


lG
Rainer


P.S.: macht Spass hier, ihr seid super :!: :!: :!:
 
Moin

@Frank: Den Freilauf haben nicht alle Winden.

Gruß
Micha
 
Hallo Rainer!

Hier wurden nun einige Windentypen beschrieben (Front-Selbstbergungswinde, 3-Punkt-Winde und die gute alte Daimler-Heckwinde).

Bitte achte darauf, das die Befestigungsteile/Anbauböcke etc. an Dein Fahrzeug passen.

Viele kaufen sich zB. eine Frontwinde und vergessen, daß man zum Betrieb die Anbauböcke benötigt...

Manchmal ist der Windenkörper gleich, nur die Befestigungsteile sind anders.

Habe zB. eine Werner-Frontwinde F50 am U406, die mit anderen Haltern zB. als Rahmen und Heckwinde eingesetzt werden kann.

Für den 411 (ich denke, den meinst Du) ist die Daimler-Winde nicht schlecht. Achte darauf, das sie "Freilauf" hat, d.h. Du legst seitlich einen Hebel um und die Trommel wird mechanisch von dem Antrieb der Winde getrennt (hat nichts mit dem Hauptbedienhebel zu tun/ Freilauf ist eine Sonderausführung).

Vorteil: beim Rausziehen des Seils sehr geringer Widerstand, da Du ja nur die Trommel bewegen mußt und nicht die ganze Windenmechanik.

Nachteil der Winde ohne Spulvorrichtung: Stehst Du nicht ziemlich gerade vor dem Stamm, zieht sich das Seil auf eine Seite oder knuppelt sich...

Ich habe dadurch mal eine Trommel gesprengt, der seitl. Rand ist gebrochen (hatte aber schon einen Vorschaden/größeren Riss, der vorher nicht zu erkennen war).

Zum Glück eine andere Trommel bekommen...


Laß Dir am besten mal die Funktionsweise der für Dich interesanten Winde zeigen... :D


Das schöne an einer Heckwinde ist zusätzlich der Fahrkomfort.
Der Unimog liegt besser auf der Straße (vor allen der kurze Radstand...).


Bin mal gespannt, wie Du Dich entscheidest...


Viele Grüße


Heiko Jenne/Siegerland
Forst1
 

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Servus Heiko,

eigentlich hab ich mich schon für die original MB-Heckwinde entschieden.
Das den Freilauf nicht jede Winde hat war mir neu - danke für den Tip.
Ich hab einen 421 mit angeschweißten Anbauböcken. Das sollte dann doch passen oder?


So aber jetzt mal zum Preis.
Hat jemand die letzte Auktion bei ebay verfolgt?
Da werden ja Beträge geboten da wird mir ganz schwindelig.
So ein Teil kann doch keine ¤2000.- wert sein, oder?
Da krieg ich ja ne nagelneue 5,5t Forstwinde für.
Ich werde wohl noch lange auf ein Schnäppchen warten müssen (wohl nicht bei ebay)

lG
Rainer
 
Hallo Rainer!

Die DB-Heckwinde sollte an 4(!) Punkten befestigt werden.

2mal hinten mit den Bolzen am Rahmen, einmal unten rechts am Rahmen mit dem Winkel der Seilwinde verbinden (ist schon dafür vorgesehen).

Auf der gegenüberliegenden Seite mußte ich mir damals selbst einen Winkel bauen, der mit zwei Schrauben seitlich an die Seilwinde und von unten an dem Rahmen verschraubt wurde.

Die Löcher sind eigentlich alle da.

Nur mal so als Tip.

Vielleicht hast Du ja auch alle 4 Befestigungspunkte schon an der Winde.


Und NIE den Unimog vorne anbinden und hinten ziehen.

Wenn er sich nur um einen Zentimeter verlängert, ist irgendwas Schrott!!!


Viele Grüße


Heiko Jenne/Siegerland
Forst1
 
Hallo Rainer und Heiko

Zum ersten: Habe meine MB-Winde seit 10 Jahren im Einsatz (7 ha Eigenwald). Ohne Spulvorrichtung hat die Winde keinen Sinn und was noch zu bemängeln wäre sie hat leider keine Anpresswalze (wird von mir noch gebaut). Ansonsten bin ich voll und ganz zufrieden. Wenn man sie mit jetzigen günstigen handelsüblichen Seilwinden vergleichen würde ist die MB-Winde in Zugleistung allen anderen überlegen (Vergleich hatte ich schon mehrmals).
Was unbedingt notwendig ist, ist eine solide Bergstütze, ohne die hätte ich oft schon den Abgrund gesehen und das herangerückte Holz kann man dabei in die Höhe heben und rücken.
Zum zweiten: ein Nachteil, das Original Heckhubwerk kann man daher nicht mehr verwenden, da habe ich einfach ein neues verschiebbares (alle Kategorien) erfunden und gebaut.

gruß Bruno aus Oberösterreich
 

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Hi Bruno,

ein paar Fragen zu deiner schönen Konstruktion:

- Wo sind die Unterlenker genau befestigt?

- wie hast du das mit der Verschränkung zwischen Rahmen und Achse gelöst? (erübrigt sich, wahrscheinlich nach Beantwortung der ersten Frage)

Hast du noch mehr Fotos vom Einsatz? Finde den Aufbau sehr gelungen!



Grüße Christian
 
Hi Christian !

Habe die Bergstütze selbst einfach aus dem Bauch heraus mit Hilfe eines Freundes (pensionierter Schlosser der ebenfalls einen 421 zum Holzarbeiten hatte und sehr viel Erfahrung mit Unimog und schwieriges Gelände hatte), konstruiert. Also keine Pläne und dergleichen. Die Aufhängung wurde direkt auf den Rahmen angeschraubt - auf jeder Seite ein verstärktes Formrohr, keine Verbindung untereinander. Der Drehpunkt für die Bergstütze (Hubwerk) ist direkt unterhalb der Hinterachse, also so ausgelegt, dass bei max. Einfederung die Aufhängung nicht die Achse berührt. Durch die Bergstütze (Hubwerk) ist erst dann eine stare Verbindung hergestellt (ist ja eine massive Ausführung) und das hält auch die stärkste seitliche Beanspruchung (Holz zusammenschieben) aus.
Ebenfalls habe ich dann selbst lange überlegt ein passendes Heckhubwerk (für Spalter, Atlas Lader) zu bauen wo man die Unterlenker in allen Kategorien (und daher auch dazwischen) verschieben kann, da gibt es eine Freihandzeichnung (Foto ebenfalls auf Wunsch). Zur Aufhängung der Hubzylinder habe ich einen eigenen Querrahmen angepasst.
Die Hubzylinder habe ich direkt bei der Fa. Weber-Hydraulik anfertigen lassen. Die Fa. gibt es direkt bei uns im Ort und da hat man ja einige Freunde die für einen Kasten Bier alle Zylinderarten anfertigen (größte Ausnützung der Länge, sowie Durchmesser oder verstärkter Ausführung für Zug – also Ein- und Anpassung spezieller Dichtungen für Zug), usw.
Ach ja noch mein U ist ein 421 mit 45 Ps der bald noch eine Spurverbreiterung bekommt (je 70 mm), die wird von einem anderen Freund gebaut oder bauen lassen (MAN – Österreich, ist ja auch in der Nähe) - kostet gar nichts, oh doch ein paar Bier in der Gaststätte.

So jetzt für erste Schluss grüße aus Oberösterreich Bruno, der eine wunderbare Frau aus Bayern (Raum Landshut) geheiratet hat.
meine private email: bruno.kugfarth@kt-net.at
Nun aber wirklich Schluss, ansonsten Verlaufe ich mich noch und erzähle dir noch wie schön es ist einen Unimog zu haben – du hast ja einen.

Bruno
 

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Hallo, Bruno,

danke für die Bilder und die Informationen. Das macht wirklich einen stabilen und robusten Eindruck!

Grüße aus dem Vogelsberg

Holger