Einen Schönen Gruß von denen, die noch Feuerchen unter die Ölwannen machen!
Zunächst möchte ich feststellen, daß dieses Thema ein dankbares ist und verdiente, so ausführlich und eifrig diskutiert zu werden.
Unser U421 ist wahrscheinlich einer den wenigeren, der zwei russische Winter lang mit der blauen Flamme einer Lötlampe angeworfen wurde. Falls jemand mal aus irgendeinem Grund dies nachmachen will, dann höre er auf meinen Rat: Seid äußerst vorsichtig! Es gehört Erfahrung dazu. Mich schauderte es schon als Andrei, einer unserer Fahrer, den Unimog bei minus 28 Grad Frost zum Start vorbereitete. Zunächst wärmte er ein wenig den Kollektor an. Dann ging es zum ersten Mal direkt an den Kraftstofftank, über den Ölfilter an die Frontseite der Ölwanne. Dort fauchte der Brenner so fünf Minuten lang, um dann noch zweimal seine Wärme den anderen Stellen zu übertragen. Andrei war dabei voll konzentriert, damit ja nicht die Kraftsoffleitung Feuer fing oder ein Kabel zerschmolz. Eine Sekunde zu lange, und der Schaden ist da.
Nach einer Viertelstunde kam der Motor nach zweimaligem Vorglühen auf den ersten Schlag. Da das Warmlaufenlassen wegen der heute hier noch verbreiteten Technik sowieso notwendig ist, gab es da keine Diskussion. Selbst wenn der Motor dann nach ca. 7 Minuten warm genug ist, sollte man bei solch niedrigen Temperaturen auf Kupplung und Getriebe aufpassen. Pedale nur vorsichtig durchtreten und den Gang mit Gefühl reinlegen. Selbst wenn der Motor schon wärmer ist, sollte auf das kalte Getriebe Rücksicht genommen werden. Auf gar keinen Fall vozeitig Hydraulikgeräte benutzen!
Inzwischen haben wir einen original MB-Kühlwasservorwärmer eingebaut. Wir wärmen in der Regel 4 Stunden vor. Dann freut sich der Motor auf die Ausfahrt in den russischen Winter! Um beim Vorwärmen in der seitlich offenen Halle keine zu großen Wärmeverluste zu haben, wurde die vordere (äußere) Motorhaube innen mit Isoliermaterial belegt. Das Fahrerhaus ist mit einer speziell zugeschneiderten Zeltplane abgedeckt. Durch diese Wärmesperre ist dann drinnen nicht mehr so kalt. Ansonsten haben wir noch Sitzheizdecken eingebaut, was meinem alterbedingten Männerleiden Linderung verschaftt und so die Freude an der Fahrt erhöht...
Jetzt noch zu dem Preis des Vorwärmers. Der original MB-Vorwärmer wird in die Kernlochbohrung eingeschraubt. Über die Probleme beim Tauschen der Abdeckplatte mit dem Kühlwasservorwärmer haben wir im Forum berichtet. Die normalen Haushaltsvorwärmer sind für höchstens 2 Jahre Haushaltseinsatzes ausgelegt, d.h. sie befinden sich vlelleicht 700 Tage x 1h also 700 Betriebsstunden im Wasser; der Motorvorwärmer ist aber ständig dem Wasser-Frostschutz-Gemisch ausgesetzt. Das ist wie mit Baumarkt- und Profiwerkzeugen. Übrigens läßt sich auch eine Kühlwasservorwärmung in den Kühlmittelschlauch, möglichst an der tiefsten Stelle und im Vorlauf (damit die Kühlmittelmenge im Kühler nicht zuerst vorgewärmt werden muß) einbringen. Dann kann man eine Haushaltsspirale einsetzen und es wird billiger. Eventuell kann man es durch Absperrhähnen von Sommer- auf Witnerbetrieb umschaltbar machen. Allerdings sollte es schon professionell gemacht sein, um Lecks zu vermeiden.
Ein offenes Holzfeuerchen, so wie es Generationen von Russlandreisenden schon gesehen haben, sollten wir unseren Mogs nicht antun! URAL, MAZ, KAMAZ, ZIL vertragen es noch!
So wünsche ich uns allen ökologisch bewußte Kaltsatarts und Warmlaufzeiten!
Karl