Motorbremse

vw1303

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01. März 2003
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Hallo Unimogfahrer
meine 403 ist mit Motorbremse ausgestattet (welche aber nicht funktioniert). Kann mir jemand sagen wo ich hier die Fehlersuche ansetzen soll.
Gruß Thomas
 
Hallo,

- kommt Luft am Ventil an?
- schaltet das Ventil?
- fährt der Zylinder aus?
- ist die Drosselklappe überhaupt noch vorhanden?
 
Gehe davon aus, dass die Motorbremse mit Pedal mechanisch bedient wird. Neuere Modelle arbeiten mit einem pneumatischen Betätigungszylinder. Die Motorbremse schließt eine Klappe im Abgaskrümmer um so einen 2.Kompressionshub zu bewirken. Gleichzeitig wird die Einspritzpumpe über das Reguliergestänge auf Null-Förderung gestellt. Will nichts anderes heißen ,als dass die Spritzufuhr für die Einspritzdüsen abgestellt wird. der Motor wird also von der Fahrzeugmasse geschoben. Die Wirkung ist um so höher, je höher die Motordrehzahl ist. Es dient als 3. Bremse bei langen Bergabpassagen, ohne die Bremsen zu belasten.
Gruß Helmut
 
Kennt vielleicht jemand die Teilenummern, die man benötigt um die Motorbremse nachzurüsten (406.120) ?

[Editiert am 19/5/2003 von Lihl-Florian]
 
@Lihl-Florian
Die Motorbremse gab es als SA 35276. Am besten schaust Du mal auf einer EPC, oder beim Händler nach. Es sind einige Teile die Du brauchst. Leider sind die Abbildungen auf der EPC eher dürftig. Auf die Schnelle bin ich mir nicht sicher ob da alle Teile die für eine Nachrüstung benötigt werden gezeigt werden.
So eine Motorbremse ist sicher eine feine Sache, nur scheint es wohl eine ziemliche Belastung zu sein für den Motor. Die Zylinderkopfdichtung neigt da zum platzen. Mehr Information darüber kann Dir sicher der Michi im MB Trac Forum geben.

M. f. G. aus Südafrika,
Arnulf

[Editiert am 19/5/2003 von Arnulf_Winsauer]
 
Hallo Florian,

also die Teile für die Mechanische Motorbremsbetätigung gibt es noch bei DC zu kaufen. Habe ich vor kurzem auch gemacht. Bin aber mit den Einabu leider noch nicht ganz fertig. Die Motorbremse \"Bremst\" zwar schon, habe jedoch noch Probeleme mit einem Anschlag des offenen Zustandes und die Klappe geht leider nicht wieder von alleine auf. Werde noch ein bisschen Schrauben müssen bis es so funktioniert wie ich es mir vorstelle.
Bei Fragen bezüglich der Teile kannst Du dich gerne Melden.

Gruß Björn
 
Hallo,

@Björn: Könntest du mir vielleicht eine E-Mail mit den Teilenummern und den ungefähren Kosten per E-Mail schicken?

E-Mail Adresse: flol01@firemail.de
 
@Arnulf:
So eine Motorbremse ist sicher eine feine Sache, nur scheint es wohl eine ziemliche Belastung zu sein für den Motor. Die Zylinderkopfdichtung neigt da zum platzen.
Wieso das denn? Die sich beim Bremsen mit der Motorbremse aufbauenden Drücke können doch wohl nicht höher sein als die bei der Verbrennung freiwerdenden Drücke. Ich habe diese Theorie schon öfters gehört, plausibel erklähren und belegen konnte sie bisher jedoch niemand...

[Editiert am 23/5/2003 von DaPo]
 
@ Dapo

Hast recht, erklärt hat es mir auch noch nicht keiner. Dachte mir, ein \"richtiger\" LKW braucht eine Motorbremse. Wollte sie mir dann auch mal nachrüsten. In einem der früheren Unimog-Foren wurde die Sache besprochen, und dort wurde vom Platzen der Kopfdichtung gewarnt. Ein Kommentar war in etwa \"beim nachrüsten der Motorbremse gleich auch noch Zylinderkopfdichtungen im Zehnerpack besorgen\". Ich kann mich nicht erinnern, daß in dem Thread die Ursache erklärt wurde. Da die Zuverläßigkeit vom Unimog mir sehr wichtig ist, habe ich nach diesem Thread auf das Nachrüsten der Motorbremse verzichtet.

Der einzige Grund warum beim Bremsen mit der Motorbremse höhere Drücke entstehen können, ist meiner Ansicht nach, wenn die ESP nicht die Spritzufuhr abregelt, oder wenn wie weiter oben im Thread beschrieben die Klappe nicht öffnet, aber die ESP wieder Sprit gibt. Evtl. platzt die Kopfdichtung dann nicht wegen der höheren Drücke, sondern wegen der höheren Zylinderkopftemperatur.

Im Deutzforum wurde das Thema auch schon ausführlich besprochen. Bei denen scheint es wohl auch Probleme mit der Motorbremse zu geben. Dort zerreißt es nicht die Kopfdichtungen, sondern die Zylinderkopftemperatur wird zu heiß.

Mich würden Erfahrungen, positiv sowie negativ, mit der Motorbremse beim Unimog interessieren.

Mit freundlichen Grüßen aus Südafrika,
Arnulf
 
Hi zusammen,

nur eine Frage, ich kenne das Prinzip der Wirbelstrombremse an der Kardanwelle, ist es nicht einfacher ein Retarder nachzurüsten als eine Straudruckbremse?

Schöne Grüsse

Monte
 
@Arnulf:
Der einzige Grund warum beim Bremsen mit der Motorbremse höhere Drücke entstehen können, ist meiner Ansicht nach, wenn die ESP nicht die Spritzufuhr abregelt, oder wenn wie weiter oben im Thread beschrieben die Klappe nicht öffnet, aber die ESP wieder Sprit gibt.
Bei einigen Motoren gehört die Nullförderung der EP nicht mit zur Motorbremse, daher kann der Fall theoretisch eintreten. Aber wer gibt schon Gas, während er bremst?
Evtl. platzt die Kopfdichtung dann nicht wegen der höheren Drücke, sondern wegen der höheren Zylinderkopftemperatur.

Im Deutzforum wurde das Thema auch schon ausführlich besprochen. Bei denen scheint es wohl auch Probleme mit der Motorbremse zu geben. Dort zerreißt es nicht die Kopfdichtungen, sondern die Zylinderkopftemperatur wird zu heiß.
Daß der Kopf warm wird, liegt einfach daran, daß die Wärme, die entsteht bzw. vorher entstanden ist, nicht oder nur bedingt über\'s Abgas abgeführt wird. Wenn aber das Kühlsystem in Ordnung ist, sollte nichts passieren.

Mich würden Erfahrungen, positiv sowie negativ, mit der Motorbremse beim Unimog interessieren.
Eigene Erfahrungen mit der Motorbremse am Unimog habe ich nicht, am 1700er ist der Zylinder defekt, und ich bin seitdem noch nicht dazu gekommen (bzw. hatte noch keine Lust), ihn zu reparieren.
Mein Vater hatte an seinem 406 1971 eine Motorbremse nachgerüstet, der Unimog fährt noch heute ohne Zylinderkopfprobleme...


@Monte:
Wo willst Du beim 403 eine Wirbelstrombremse o.ä. einbauen? An der Zapfwelle? Anderswo dürfte etwas schwierig werden...
 
Hallo.
An meinem 404/617 habe vor 20 Jahren eine Staudruckbremese montiert. Nie Probleme gehabt. Der Druck kann nicht stärker als die Kraft der Auspuffventielfeder ansteigen.
Grüsse Guido
 
@ Guido
was ist das für ein Modell 406/617. Den 407 gab es mit OM 616. Hast du vielleicht das Baumuster mit Motortyp verwechselt.
 
Bei LKWs gibt es bei längerem Gebrauch der Motorbremse an Autobahngefällen eher Probleme mit zu niedriger Kühlwassertemperatur - und erhöhtem Verschleiss.
 
@ Johann
reden wir hier von der traditionellen Motorbremse oder von einer Konstantdrossel. Nur ersteres ist bei den alten Motorkonstruktionen im Mog verbaut. die Probleme heutiger Motore sind in dem Zusammenhnag vollkommen irrelevant, odäär? Natürlich ist es für einen Spediteur wichtig, ob sein Motor nach 500.000 oder 1.000.000 Km abraucht, aber in diesem Kreise hier ist die Fahrleistung \"geringfügig\" kleiner.
 
Hi all,

zum Funktionsprinzip der Klappenbremse (wie z.B. am OM352)
Bei geschlossener Abgasklappe steigt der Druck im Auspuffsammler bis das Auspuffventil gegen die Ventilfeder und den gerade anliegenden Zylinderdruck aufgedrückt werden kann. Beim 6-Zylinder ist dies ein Zylinder, der sich gerade im Ansaugtakt befindet. Die zusätzliche Bremsarbeit wird erzeugt durch das Ausschieben des Abgases gegen den Druck im Abgassammler. Nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen macht man nun ein kleines Loch in die Abgasklappe, durch die ein wenig Gas in den Auspuff abströmen kann. Die dabei mit dem Abgas abtransportierte Energie ist aber nur einige wenige % der Bremswirkung. Das bedeutet aber, daß der Hauptanteil der Bremsenergie in das Kühlwasser eingebracht wird.
Beim Motorbremsbetrieb steigen die Zylinderdrücke nicht an. Wenn aber das Kühlsystem überlastet wird, kann es doch zu Motorschäden kommen. Empfindlich sind hierbei die Einspritzdüsen, die ja nicht mehr durch den eingespritzten Kraftstoff gekühlt werden.

Mein MOG (416) ist serienmäßig mit einner Klappenbremse ausgestattet, die Einspritzpumpe geht auf 0-Förderung wenn beim Bremsen das Gaspedal frei ist (das macht der Drehzahlregler). Die Bremsleistung ist eher mäßig, daher hatte ich keine Probleme. Wenn ich keine hätte, würde ich aber eine einbauen.

Für den Einbau der Klappe müssen dann noch die Lagerbohrungen für die Klappenwelle im Abgasrohrflansch gemacht werden.

Walter
 
Zusatz zum vorigen thread, 1. Absatz:

... bis das Auspuffventil eines anderen Zylinders als des gerade ausschiebenden ....
 
Hallo Forumsgemeinde,

@Arnulf, ich fahre seit über 20Jahren mit der Motorbremse im 416. Probleme gab es nie, die Bremswirkung ist allerdings auch nicht berauschend. Für lange Passabfahrten aber unerlässlich. Die Kühlwassertemparatur sinkt bei längerem Motorbremseneinsatz.

Die alten, mechanisch betätigten Motorbremsen hatten keinen Druckluftzylinder zur 0-Stellung der ESP. Der kam erst mit der Druckluftbetätigung.

@WalterO, um einen Standardkrümmer zur Motorbrems- Version um zu bauen, ist es mit den seitlichen Bohrungen nicht getan. Es muss auch eine große Bohrung für die Drosselklappe gefräst werden. Der Mechaniker wird fluchen, wenn er das Ding zum Fräsen aufspannen will. Vom Guß her sind alle Krümmer zur Nacharbeit geeignet.

Wen eine Aufarbeitung des Standardkrümmers zur Motorbrems- Version interessiert, kann von mir gegen Postgebühr eine Kopie der Orginal- Zeichnungen des Krümmers zur Nacharbeit haben.

Gruß

Franz

www.unimog-murr.de



[Editiert am 8/2/2004 von Murr]
 
Hallo,

hat jemand Bilder von der Original Version welche es als SA gab? Auch von der Betätigung im Fahrerhaus?

Des Weiteren, hat jemand die Zeichnung um den Original Krümmer zu bearbeiten?

Viele Grüße Jens