Motorüberholung U421

heini

New member
22. Dez. 2007
24
0
1
Lebach
Hallo lieber Schraubergemeinde
Ich bräuchte mal eurenRat bzw. einige Erfahrungen im Bezug auf Kosten und ob es Sinn macht.An meinem U421 mit Original-Motor OM 615.911 steht wohl demnächst eine Überholung Bereich Kolben an.Ich habe die Kompression gemessen und schlechte Werte erhalten.
1. Zylinder 15bar
2. Zylinder18bar
3. Zylinder17bar
4. Zylinder18bar
Da ich vorher bereits die Ventileinstellung,die Düseneinstellung und die E-Pumpe beim Bosch-dienst überprüfen liess denke ich ist dies wohl der Grund des schlechten Startens.Ausserdem habe ich Druck im Zylinderkurbelgehäuse.Nun stellt sich die Frage ?motor ausbauen? neue Kolben? Ich denke einen guten Gebrauchten werd ich wohl auch nicht finden.möchte aber auf jeden Fall meinen Mog wieder zum Leben erwecken.Mann hängt ja drann.es kann ja durchaus sein dass die Zylinder ausgefahren sind obwohl 3330h und 56730km noch nicht das Ende sein können.Ich freue mich über die ein oder andere Meinung hierüber.
mfg Patrik
 
Hallo Patrick,
Bei mir stand auch eine Motorüberholung an, doch nachdem mir ein Bekannter aus unserem Treckerclub erzählt hat, dass die Instandsetzung von seinem 2-Zyl.-Porsche-Diesel 3600¤ gekostet hat, habe ich mich für einen neuen AT-Motor entschieden.
Die Doppelkupplung zeigte auch Verschleiß und wurde incl. Ausrücklager gleich mitgemacht.
Weil das Fahrerhaus einmal gekippt war, haben wir die Ölleitungen zum Kompressor auch erneuert.
Ebenso sind die Bremsschläuche im Kipplager für Bremse und Kupplung erneuert worden.
Die quellen ja auch mal zu.
Die Arbeiten habe ich mit meiner Unterstützung in einer Unimog-Wekstatt machen lassen, auch wegen der Gewährleistung. Durch meine Mithilfe wurde der Arbeitslohn etwas geschmälert.
Nun zu den Kosten.
AT-Motor, Ohne EP-Pumpe, Anlasser und Lima, aber mit neuen Düsen : 3000¤
Doppel-Kupplung : 1000¤
Arbeitslohn : 1300¤
Diverse Dichtungen und Schläuche Kleinmaterial kann ich im einzelnen nicht auflisten.

Gesamtkosten incl. MwSt. und nach Rabattverhandlungen : 5950¤

6000¤ sind viel Geld, aber diese Investition ist ja bestimmt auf 25-30 Jahre ausgelegt.
Also lieber alles ordentlich machen als zigmal das Fahrerhaus kippen.
Wenn du übrigens noch das alte Fahrerhaus ohne Laschen für die Kipplager hast, hätte ich dafür ne gute Lösung anzubieten.
Triff die richtige Entscheidung und viel Spaß beim Schrauben !

Grüße
Ulli
 
Hallo Ulli
zuerst einmal vielen Dank für deine Aantworten.Ja ich denke auch das es in die gleiche Richtung laufen wird.Hab den Mog mit meinem Vater recht günstig denke ich erworben(2000euro)mit Seilwinde.Bis auf das Motorproblem ist er noch ganz gut in Schuss.Sind halt einige Schweissarbeiten zu machen.Werd am Wochenende den Zylinderkopf abbauen und mir mal die Laufbahnen ansehen.Es wäre super wenn du mir nen Tipp bezüglich Fahrerhaus-Kippen geben könntest.Hab wohl auch die alte geschlossene Hütte.Vielen Dank nochmal.
Bis dann, Patrik
 
Hier sind die Bilder der Kipplager !
Ihr müsst an der Kabine vorne 2 Laschen 30 x 40 mm mit mittiger Bohrung
10,5mm anschweissen. Denkt aber an den dahinterliegenden Kabelbaum, den bitte etwas abrücken.
Kipplager wie auf den Bildern zu sehen anfertigen und montieren. Im Fahrgestellrahmen sind Bohrungen M12 vorhanden, bitte nachschneiden falls rostig. Schläuche vom Luftfilter, Kurbelgehäuseentlüftung und Kompressor abziehen. Lenksäule am Lenkgetriebe lösen. Schalthebelabdeckung lösen. Vorderes Fahrerhauslager lösen. Fahrerhaus vorne ca. 5cm anheben und dann die Schrauben im Langloch des Kipplagers anziehen. Fahrerhauslager hinten lösen. Fahrerhaus an der hinteren Lasche mit Kettenzug anheben. aber bitte 2ten Mann mit Fangleine
bereitstellen, da das Fahrerhaus überkippen kann.

Grüße
Ulli
 

Anhänge

  • 100_2741b.JPG
    100_2741b.JPG
    34,4 KB · Aufrufe: 3.222
  • 100_2743d.JPG
    100_2743d.JPG
    34,1 KB · Aufrufe: 3.222
  • 100_2744c.JPG
    100_2744c.JPG
    35,6 KB · Aufrufe: 3.222
Hab noch schnell ne Zeichnung gemacht.
MfG
Ulli
 

Anhänge

  • geld.jpg
    geld.jpg
    79,9 KB · Aufrufe: 3.218
Hallo Patrik, Du schreibst:
Ich habe die Kompression gemessen und schlechte Werte erhalten.
1. Zylinder 15bar
2. Zylinder18bar
3. Zylinder17bar
4. Zylinder18bar

Es schliesst sich für mich die Standardfrage an: Hast Du beim Kompi-Test festgestellt, ob die Kompression über die Ventile oder die Kolbenringe abpfeift ??

Du schreibst wohl: es hat Druck im Kurbelgehäuse, was mitunter(oft/meistens auf undichte/verschlissene KoRi schliessen lassen kann.

Ob das folgende auch für einen Diesel anwendbar ist (?) (für´n Benziner gehts immer, muss ja nur die Zündkerze raus. Beim Diesler: die Glühkerze oder Einspritzdüse (??) raus, auf jeden Fall muss das Öl sich auf dem Kolben "verteilen" können. ):
Einige Spritzer Öl in den Brennraum, steigt die Kompi = Kolbenringe ausgeschlabbt. Bleibt der Druck gering, kann es auf undichte Ventile schliessen lassen.
Auch undichte Ventile lassen sich sauber einstellen, das ist also keine Gewähr, dass sie dicht sind. Allerdings müsste es dann im Schiebebetrieb hinten farblich auspüffeln (es sei denn, die Ventilschaftkäppchen halten das zurück, falls überhaupt montiert.

Bei dieser geringen Fahr- und Stundenleistung sollte doch noch nix so richtig kaputt sein.

Dieser Beitrag ist nur als verbesserungs- und ergänzungswürdiger Text zu sehen.

Grüsse
WolFgang
 
Hallo Motorschrauber!

Hier mal meine Erfahrungsbericht zum OM 616:
Hatte vor 3 oder 4 Jahren auch ein kleines Problem mit meinem Motor. War eigentlich nur undicht und ich wollt den Motor komplett neu abdichten da der Motor erst ca. 3400h gelaufen hatte. Da auch die Kupplung schon recht spät kam, habe ich mich dazu entschieden den Motor auszubauen. Als der Motor raus und zerlegt war, stellte ich fest das ein Kolbenring gebrochen war und ein Zylinder schon leichte Riefen hatte. Außerdem war die Schwungscheibe schrott. Habe mir darauf hin die Preise für die erforderlichen Ersatzteile (Kolben, sämtliche Dichtunge, Kurbelwellenlager, Schwungscheibe[über 600¤!!!], Kleinzeugs) bei Mercedes geholt und bin auf über 2000¤ gekommen. Habe mich darauf hin auch für einen AT-Motor, wie Ulli, entschieden. War nur noch ein paar Euro mehr als mich die instandsetzung gekostet hätte. Habe allerdings noch meine Einspritzpumpe von einem Bekannten (Motorinstler) machen lassen. Würde das auf jeden Fall wieder so machen, vor allem wenn man nicht die Möglichkeit hat, günstig an die Teile und die Berabeitung zu kommen. Außerdem hat man dann einen komplett neuen Motor mit Garantie!
 
Hallo Wolfgang
Als Erstes bedanke ich mich für deine Tips zu meinem Problem.In Bezug auf die geleisteten Stunden und Kilometer geb ich dir absolut Recht allerdings wissen wir nicht ob Stunden- u. Kilometerzähler immer funktionierten.Habe kaum fahren können seit ich ihn habe und vorher stand er lange rum.Hatte heut nix besseres vor und hab den Zylinderkopf abgebaut und mir die Laufbahnen und die Kopfdichtung angeschaut.nach dem Entfernen der ölkohle im Zylinder ist schon mit den Fingern ein starker Absatz zu spüren,was auf stärkeren Verschleiss deuten lässt.An der Dichtung selbst ist nur auf der Seite zum Kopf hin das Tragbild unregelmässig.Eigentlich wollt ich den Blockk neu bohren lassen und neue Kolben verbauen.Habe das mit deinem Tipp zur Komprimessung leider net probiert.Zuerst werd ich den Kopf noch zerlegen und mir die Ventile anschauen.Mann muss ja was zu tun haben. :) Es geht immer weiter und wird irgendwann ein Stück.
Schöne Grüsse aus dem Saarland,Patrik.
 
Hallo Patrik,
Du zerlegst den Motor ja schneller als ich schreiben kann. :lol:

Wenn bisher nur "Kopf-Ab" ist, dann würde ich zunächst mit einer Fühlerblattlehre das Kolbenspiel ermitteln, um zu sehen, wie es zwischen Zylinderwand und Kolben so "spielt". Geht mit der Fühlerblattlehre natürlich nur bis zum ersten Kolbenring, soweit man nicht von allzuviel Kohlerückständen von ersten KoRi bis nach oben behindert wird. Ist eine ungenaue Messung, kann aber schon ein Anhaltspunkt sein, wieweit das Laufspiel ausgeschlabbert ist.
Bei Viel-Spiel reicht es schon am Kolben zu wackeln um ein übermäßiges Spiel zu sehen.

Bei verdächtigen Ventilen und V-Sitzen sprühe ich Bremsenreiniger oder Benzin in den Ein-Auslasskanal, kommts unten durch isses klar. Allerdings, wenn man den Kopf bereits in der Hand hat ==>> Rundumschlag machen: Prüfen, Messen, Schleifen, Ventilfedernspannung, eben alles, was Du eh schon weisst.

Na denne, dann mal weiteres Vergnügen, beim diesel-schwarze Fingernägel fabrizieren.

Wünscht
WolFgang
 
Hallo liebe Schraubergemeinde Hallo Wolfgang
Wollte dich bezüglich meines Motorenproblems über den neuesten Stand informieren.Wie du bereits vermutet hattest ging die Kompression hauptsächlich über die UNDICHTEN Ventilsitze verloren.Dadurch wurden die Ventilabdichtungen zum Teil von der Führung geblasen.Also Ventile und Sitze bearbeitet und dicht wars.Nur endet meine Pechsträhne in dieser Richtung wohl nicht.Bevor ich den Kopf draufsetzen wollte habe ich den Motor von Hand nochmal durchgedreht und beim Kolben Zyl.3 bemerkt das er bei Wechsel O.T Spiel ohne Ende hatte. Lange Rede, kurzer Sinn,ich hab heut die Ölwanne ausgebaut und Sch....e war.Lagerschaden aum 3. u. 2. Zylinder,wobei sich beim 3. die Lagerschalen bereits durchgedreht haben.Da hat mein Vorbesitzer ganze Arbeit geleistet(zu oft Ölwechsel)
Nun hab ich Zeit mir am Wochenende nen Plan zu machen.Vermutlich Motor ausbauen,Kurbelwelle schleifen,neue Lager,neue Kolben???
Soweit so gut vielleicht musste der ein oder andere von Euch auch mal ne Entscheidung in dieser Richtung treffen.
mfg Patrik,schönes Wochenende :)
 
Hallo Patrick,
lass dir auf jedenfall einen verbindlichen Kostenvoranschlag vom Motorinstandsetzer machen, dann wäge ab, ob die Instandsetzung günstiger ist als ein AT-Motor.
MfG
Ulli
 
Hallo!

Habe noch einen om 615 aus einem Unimog 421 liegen. Hat laut Zähler etwa 1600 Stunden. VHB 450 Euro.

MFG Jürgen