Müller Mitteltal UDBK

SUN

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12. Okt. 2022
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Hallo Forumsgemeinde,

ich habe mich gerade hier neu angemeldet. Leider finde ich mich noch nicht so ganz zurecht wie das alles hier bei euch funktioniert und sicherlich ist meine Frage bestimmt schon irgendwo erklärt.

Aber erstmal etwas über mich selbst. Bin in den 40ern und komme aus dem Rhein Sieg Kreis. Einen Unimog oder sonstiges aus dem Hause Mercedes hab ich nicht. Jedoch aber zwei Traktoren (Deutz, MAN) und seit kurzem einen Anhänger von Müller Mitteltal Typ UDBK.

Speziell zum Anhänger erhoffe ich mir hier bei euch ein paar Tipps, da ich sonst wo nichts finden kann.

Es geht um das Ventil welches in der Nähe zum Luftzylinder montiert ist. Ich denke das es eine Art Begrenzungsventil ist. Über der Kippmechanismus des Zylinder wird es jedenfalls angesteuert. Ich verstehe das dort Luft abgelassen wird wenn zu stark gekippt wird, zur Begrenzung halt. Aus dem Ventil kommt aber dauerhaft Luft solange bis die Luftkessel leer sind. Auch wenn die Kippbrücke auf dem Grundrahmen aufliegt.

Hat dazu hier jemand ein paar Tipps für mich, was falsch sein könnte. Das würde mir sehr helfen.

Ich hab mal ein Bild beigefügt. Hoffe das es klappt.
Zeigt den MAN mit der neuen Errungenschaft.

Gruß
Stefan

 

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Hallo und herzlich willkommen Stefan,

natürlich möchten wir Dir helfen soweit es geht, auch wenn es sich nicht um einen Unimog handelt.
Allerdings wird diese Hilfe sehr erleichtert, wenn Du ein Bild des betreffenden Bauteils einstellen könntest. Nicht jeder hat ja so einen Anhänger daheim stehen.
 
Guten Morgen Jürgen,

danke für deinen Hinweis. Das hätte ich natürlich auch direkt tun können. Mit Bilder ist es viel leichter.

Hier nun das Bild. Das leicht bräunlich angelaufene rundliche Aluminiumgehäuse ist das Problemventil. Darunter und leicht nach links sieht man die Betätigungsmechanik des Zylinder.



Vielleicht ist es nun etwas einfacher mir dazu ein paar Tipps geben zu können. Vielleicht hat auch irgendwer in dieser Runde ein paar Unterlagen wie Bedienungs-/Reparaturanleitungen zum MM UDBK.

Gruß
Stefan
 

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Hallo Stefan,

wenn du dir die Anlage deines UDBK einfach mal in Ruhe angeschaut hättest, hättest du die Lösung selber erarbeiten können.

Die Kippanlage wird über die Bremsluft versorgt. Hierzu gibt es ein Überstromventil ohne Rückströmung (öffnet ab 4,4atü Werkseinstellung). Ab einem eingestellten Druckwert öffnet dieses und befüllt die vier Kessel der Kippanlage (in einem zweiten Kreis). Über das Klaus Kippventil wird der Zylinder mit Luft aus dem Kippkreis beaufschlagt. Dieser kippt. Erreicht er die Endstellung, löst das Hubbegrenzungsventil aus und unterbricht die Luftzufuhr aus dem Vorrat zum Kippventil. Der Hubzylinder bleibt unter Druck stehen.

Die Anzeige am Kippventil sollte bei gefüllter Anlage zwischen 5,1 und 5,3 atü anzeigen, das ist der Druck im Kippkreis. Darunter ist ein eine Durchsicht der Anlage empfohlen.

Das Hubbegrenzungsventil ist für das seitliche Kippen gedacht, da hier nicht der ganze Hub benötigt wird. Bei Teilbeladenener Pritsche ist bei seitlichem Kippen schon vor der Begrenzung der Kippvorgang zu unterbrechen, das herabrurschendes Schüttgut den Kippzylinder weiter ausfahren lassen kann.

Zwei Überlegungen zum Hubbegrenzungsventil:
1) bei Auslösung entlüftet es die Leitung über das Kippventil zum Zylinder -> Der Zylinder sackt ab, wenn das Kippventil noch geöffnet ist, bei geschlossenem Kippventil entlüftet nur die Leitung. Soll das so sein?
2) beim Auslösen entlüftet das Kippbegrenzungsventil die Leitung zu dem Kippluftvorrat -> alle vier Tanks entleeren sich und zum erneuten Kippen muss wieder Luft nachgepumpt werden. Soll das so sein?

Jetzt dürfte klar sein, wann und ob da Luft herausströmen soll.

Meine Empfehlung: Ausbaun, zerlegen und reinigen.

Und die Lederdichtungen vom Kippzylinder immer gut ölen und das Kondenswasser am Kippzylinder regelmäßig ablassen.
 
Hallo Stefan,

das Problemventil ist ein 3/2-Wegeventil zur Hubbegrenzung. Prinzipielles Schaltbild siehe unten.

Vermutlich ist es so: Anschluss 2 ist an der Versorgung angeschlossen. Anschluss 3 geht zum Zylinder. Anschluss 1 geht ins Freie (Löcher mit Sieben am Gehäuse).
In der obersten zulässigen Position (an der Hebelage einstellbar) wird die Versorgung ins Freie abgeleitet, der Zylinder sinkt etwas ab, die Versorgungs wird wieder zugeschaltet ... also setzt eine Regelung ein, bis auf Absenken (Abschaltung der Versorgung) umgeschaltet wird.

Vielleicht klemmt der Ventilmechanismus oder interne Dichtungen sind undicht. Das Ventil dürfte aber sehr einfach aufgebaut sein und lässt sich deshalb hoffentlich reparieren.
 

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Hallo Christoph,

ich habe "unterbrechen" geschrieben, ob da etwas entlüftet wird, steht nicht in der Betriebsanleitung von Müller. Möglich, dass über die Bohrungen im Mantel des Ventils etwas entlüftet wird, erforderlich ist das aber nicht, wenn die Luftzufuhr einfach unterbrochen wird und das Ventil so engestellt ist, dass der Endanschlag nicht erreicht wird.

Wichtig ist nur, dass die Seite zum Vorrat nicht entlüftet wird.
 
Die Endstellung des Pressenhubs wird beim Rückwärtskippen durch im Pressenmantel angebrachte Entlüftungslöcher realisiert, hier ist das Hubbegrenzungsventil nicht im Einsatz.
 
Hallo Markus,

nach Deiner Beschreibung kann es sich also auch um ein 2/2-Wegeventil handeln. Aber die vielen großen Löcher mit Sieben sind schon ein deutliches Indiz für eine nennenswerte Entlüftung in die Atmosphäre. Die wäre auch nicht schlimm, denn sie wirkt immer nur ganz kurzzeitig.

Wenn Stefan weiter berichtet, werden wir es wohl bald genauer wissen.
 
Hallo Christoph,

ja, das kann sein. Würde mich aber wundern, weil in der Betriebsanleitung immer wieder Tipps zum Luftsparen gegeben werden. Bremslüft war auch damals schon "teuer" erzeugte Druckluft. Beim Kippen soll man ja auch nicht bis zum Ende hochfahren, da der Kipper nachkommt, wenn die Last herunter rutscht und man durch Anschlag wieder Luft verliert. Daher hätte ich, wenn Müller konsequent war, auf ein 2/2 Wegeventil im Orignal getippt.
 
Hallo Christoph, Markus,

erstmal danke für eure Tipps und Informationen.

Da ich keine Unterlagen zu dem Anhänger habe, ist es schwer herauszufinden wie es original eigentlich sein soll.
Im allgemeinen WWW lässt sich immer nur etwas zum Einleitungs-Bremsschema finden (z.B. Wabco), nicht aber auch die Kombination mit einem Luftkipper. Von KLAUS finde ich dar gar nichts. Denke die Firma gibt es schon länger nicht mehr

Aber meine erste Annahme, dass ab einem gewissen Kippbereich links/rechts am Begrenzungsventil entlüftet wird ist scheinbar richtig. War halt nur die Frage ob es danach auch noch weiter entlüften muss. Als erstes werde ich das Ventil mal abbauen und näher prüfen. Könnte mir vorstellen, dass innen irgendwelche Gummimembrane altersbedingt nicht mehr die besten sind.

Wenn ich es richtig lese zitiert Markus aus einer Betriebsanleitung. Wäre das eine für einen UDBK? Wenn ja, wäre es möglich diese als PDF zu bekommen?

Gruß
Stefan
 
Hallo Stefan,
Ich denke auch, das ein zerlegen und reinigen des Luftventiles die Störung behebt.
Du kannst bei Müller Mitteltal unter Angabe deiner Fahrgestellnummer ein Datenblatt zu deinem Anhänger bekommen.
Meisst liegt dann auch eine Bedienungsanleitung mit dem Luftschema dabei, früher war es zumindest noch so.

Gruß
Jochen
 
Hallo Jochen,

bei MM habe ich schon vor Kauf des Anhänger die Datenkarte angefragt. Das klappt soweit heute noch. Leider ist bei dem Auftrag keine weitere Doku hinterlegt. Habe aber mal angefragt, ob es eine Art Archiv gibt. Denke das der grundsätzliche Aufbau damals nicht so unterschiedlich gewesen sein wird.

Das Ventil ist schon abgebaut, auseinander genommen und verbringt die Nacht im Reinigungsbad. Ich denke den Fehler habe ich schon lokalisiert und den entsprechenden WEDI bereits ausgebaut und neu bestellt. Die Kolbenoberfläche welche im WEDI gelaufen ist sollte dann heute Nachmittag schön sauber sein.

Gruß
Stefan
 
Hallo Stefan
SUN schrieb:
. Ich denke den Fehler habe ich schon lokalisiert und den entsprechenden WEDI bereits ausgebaut und neu bestellt.
vermutlich wird es sich um einen Nutring handeln, ein Wedi an einem Pneumatikventil ist eher ungewöhlich. Für einen Laien sehen die etwas ähnlich aus, haben aber verschiedene Funktionesweisen.
 
Quelle: Bedienungs- und Wartungsanleitung für Müller-Druckluft-Kipper, für den Fahrzeughalter und Fahrer bestimmt.

Karl Müller Fahrzeugwerke, 7291 Mitteltal-Kr. Freudenstadt
 

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Guten Morgen an alle,

danke für die weiteren Informationen und auch Dokumente. Das hilft weiter.

Das Ventil ist zwischenzeitlich wieder zusammengebaut. Gestern wurde der WEDI dann endlich geliefert.

Hier noch ein paar Bilder, wie das alles so aussieht. Auf jeden Fall ist nun eine klare Funktion zu spüren.
Das war vorher nicht. Der Kolben hatte sich mit dem WEDI auf Ewigkeit vereinigt und wurde immer in der oberen Endlage festgehalten. Daher war dann auch der dauerhaft Luftaustritt am Ventil über die Entlüftungslöcher zu vernehmen. Das muss ich jetzt nur noch einbauen und ausprobieren. Ich muss da nur noch etwas an den Verschraubungen ändern. Der Vorbesitzer hatte da etwas gemurkst :roll:

Gruß
Stefan
 

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Hallo Helmut,

es ist wirklich ein WEDI gewesen. Für eine derartige Funktion ist es eher ungewöhnlich, das sehe ich auch so.
Hier aber auch dazu mal ein Bild.

Gruß
Stefan
 

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Hallo nochmal.

ich hätte da eine Frage. Ich kann nicht mehr als drei Bilder in eine Antwort bringen. Gibt es da einen Trick?

Gruß
Stefan
 
Hallo Stefan,

diese Beschränkung auf 3 Bilder pro Beitrag ist durch die Forensoftware so festgelegt.
Mehr Bilder pro Beitrag lassen sich nur realisieren, wenn die Bilder außerhalb der Forensoftware in einer öffentlichen Galerie gespeichert werden und nur in den Beitrag verlinkt werden.
 
Guten Morgen an die Gemeinde,

am Wochenende hatte ich endlich ein bisschen Zeit um mich um den MM-Anhänger zu kümmern. Ich habe das Hubbegrenzungsventil eingebaut und die Kippfunktion ausprobiert. Siehe da, es kommt nur Luft aus den Überströmlöchern, wenn zu weit gekippt wird. Danach schließt es wieder wie es sein soll. Leider musste ich dann aber eine weitere Luftleckage am Hubbegrenzungsventil feststellen. Die untere Dichtungen an der Betätigungsnocke (auch ein WEDI) ist auch undicht. Ich hatte mir das schon fast gedacht, als ich das Teil zum ersten mal auf hatte. Da wollte ich aber nicht dran, da es nicht zu erkennen war, wie ich diese Betätigungsnocke auseinander nehmen könnte ohne etwas kaputt zu machen. Nun ja, jetzt musste ich ja das Ding nochmal auseinander nehmen und es war klar, dass etwas kaputt gehen musste. Der Dichtkonus zum inneren Kolben (ist auf einem der vorherigen Bilder gut zu erkennen) ist aus eine Art Hartkunststoff. Der ist nun abgebrochen. Die alte Variante ist so aufgebaut, dass der Hartkunststoff mit einem kleinen Messingrundstück vergossen wurde. Dies wiederrum ist dann in die Betätigungsnocke gepresst worden. Im Servicefall hat man vor Jahrzehnten das ganze bestimmt einfach als ET bekommen. Heute muss man halt gucken. Da muss ich mal schauen wie ich das wieder hinbekommen kann. Denke ich nehme ein Stück POM und werde die Befestigung nun mit einem kleinen Gewinde lösen. Werde aber auch mal bei MM anrufen. Vielleicht haben die noch irgendwas liegen, was ich gebrauchen könnte. Da ich noch Zeit hatte, habe ich das Kippventil zwecks Reinigung auseinander genommen. Dort ist zum Glück alles in Ordnung und ich kann es wieder schön gereinigt und geschmiert zusammenbauen.

Zum Schluß noch die Frage ob irgendwer ggf. weiß, ob man irgendwo anders noch ET für solche alten Anhänger bekommen könnte?

Gruß
Stefan
 
Hallo an alle interessierten,

es ging dann die vergangenen Tage mal weiter am Anhänger. Zum Glück konnte ich den abgebrochenen Dichtkopf doch recht einfach wieder anbringen, da der Dichtkopf nicht komplett gebrochen war. In den Kolben ein M4 Gewinde gebohrt/geschnitten und den Dichtkopf mit einer entsprechenden Senkbohrung versehen (siehe Bild).
Das Kipperventil war ja soweit in Ordnung und wurde einfach nur komplett sauber gemacht, alles gut geschmiert und wieder zusammen. Ein paar Teile daran habe ich dann auch noch Lackiert, da ja alles auseinander war. Leider ist das originale Manometer nicht mehr da, also habe ich Ersatz besorgt (siehe Bild).
Danach konnte ich alle Funktionen durchprobieren ohne nennenswerte Probleme. Es gibt irgendwo noch eine kleine Luftleckage die man hören kann. Gefunden habe ich die noch nicht. Muss ich mal mit Suchspray dran gehen. Der Zylinder bedarf noch einer gründlichen Reinigung und Schmierung. Das wird bald auch erledigt, sobald die Leckage gefunden ist. Ich denke ich werde noch ein zusätzliches Manometer nur für den Bremskreislauf einbauen, damit ich sehen kann wie dort die Druckverhältnisse wirklich sind, ggf. kann der Druck ja auf 4,4bar korrigiert werden.

Gruß
Stefan
 

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