Novize: Drehmoment nach Vorgelege/E-Nabenmotor

Hallo Robert, hallo Jürgen!

Danke für eure interessanten Beiträge, bzw. wie ich lese, auch bereits ausgeführten Prototyp-Arbeiten.
Seit langem neige ich dazu, (zwar nicht beim Mog) mich elektrisch zu motorisieren.

Rein technisch kann ich eurem Fachwissen nicht viel hinzufügen, außer vielleicht grundsätzliche Erwägungen.

Seit einigen Jahren betreibe ich zwei relativ bescheidene separate Photovoltaik Anlagen.
Die für Fahrzeug Betrieb beabsichtigte, bringt per anno 4,5 Mwh und gemessen etwa 4300 Watt Spitzenleistung.
Nun ergibt sich die simple Schwierigkeit, wenn untertags Sonneneinstrahlung ist,
das sich zu ladende Fahrzeug halt unterwegs sein wird.
Des weiteren scheint (wie man mir versicherte) bei Fahrzeuge um das Laden überhaupt zu beginnen, die Voraussetzung, dass eine MINDESTLEISTUNG anliegen muss.
So ergibt sich ein eher kleines Fenster vor und nach Spitzenzeiten.
Aufladen hauptsächlich aus dem Netz erschien mir nicht zweckmäßig.

Umgehen kann man das natürlich mit einem entsprechenden stationären Speicher Akku.
Die Kostenseite und ob sich der je amortisiert, wird jeder für sich selbst entscheiden.
Denn hier ergibt sich die zweite nicht unerhebliche Unbekannte:
mit welcher LEBENSDAUER das jeweilige Speichermedium aufwartet!??

Wenn du -wie du schreibst- Akkukosten im Fahrzeug bis € 30.000,- kalkulierst,
brauchts aber angenommen alle 10 oder 15 Jahre einen (oder halt drei kleinere) neue Speicher??

m.f.G.
Norbert
 
Hallo Norbert,

da hast Du etwas falsch verstanden, ich habe von dem ganzen Thema keine wirkliche Ahnung. Jürgen ist da sehr tief drinn, er hat ja einen Mog 404 auf E- Antrieb umgebaut.
Diese 30 000€ fallen nur an wenn der Mog arbeiten soll. Nur zum fahren wird das sehr viel günstiger, entscheidend ist die Reichweite die benötigt wird. wenn nur ca. 100km reichen kann das mit 10 000€ abgedeckt sein.
Es kommt auf viele Kleinigkeiten an, Reifen Größe Luftdruck, Gewicht, Fahrweise, usw.. Einfach das komplette individuelle Nutzungsprofil eines jeden.
Einen Speicher nur um dann die Akkus des Fahrzeugs laden zu können rechnet sich meiner Meinung nach nicht. In den Medien ist im Moment immer noch zu lesen dass sich Speicher für die Solaranlagen nicht wirklich rechnen, sie dienen nur dazu möglichst viel selbst erzeugten Strom auch selbst nutzen zu können oder um ein Stück weit Autark zu sein.
Das ist alles im Netz zu finden.

Gruß Robert
 
Servus Robert!

Als Elektrotechniker/Anwender bin ich euch sicher meilenweit hinterher.
Meinen Beitrag habe ich nur in der Absicht geschrieben, damit du bei den Abwägungen des "für und wieder"
dich eben nicht auf unpersönliche Vermutungen aus dem Internet verlassen musst.
Oft geht man von gewissen Voraussetzungen aus, die maximal im Idealfall zutreffen würden.
Darum stelle ich eigene nachprüfbare Erfahrungen zur Verfügung.

Natürlich wäre es prima, die Energie zum fahren aus Photovoltaik beziehen zu können.
Wie schon gesagt,
kannst du dabei leider nicht mit der Gesamtleistung rechnen, sondern nur mit einem sehr eingeschränktem Teil davon.
Das bedeutet, eine erheblich leistungsfähigere Auslegung (Solarelemente) als man denkt.

Gleichfalls reicht die Berücksichtigung eine einmalige Anschaffung betreffender Komponenten nicht aus,
wenn die begrenzte Lebensdauer (Speichermedien) einen immer wiederkehrenden Tausch erfordert.

Dadurch sieht eine Kalkulation am Ende ganz anders aus.

Du erwähnst überdies noch "autark".
Leider musste ich dabei feststellen, dass dies auch eine kaum zu verwirklichende Wunschvorstellung ist.
Die Technik der Stromwandler lässt einen Betrieb eigentlich nur bei aufrechtem Netz Strom zu.
Fällt die Netzversorgung aus, schaltet sich die Photovoltaik in der Regel ab. (Außer in Spezialanlagen).
Nix autark, nur dark. :ironie

L.G.
Norbert
 
Hallo Norbert,

schön, dass Du Dich hier an der Diskussion beteiligst. Jeder, der vernünftig diskutiert bringt ewas in diese ein hält sie am Leben und führt so zu einer Wissenssteigerung für alle Beteiligten.

Ich denke wir müssen hier unterscheiden, zu welche Zweck das BEV genutzt wird. Bei diesem Thema geht es ja eher um die Umrüstung des Hobby und Gelegenheitsfahrzeuges als weniger um den Alttagswagen.

In meinem Fall steht eben dieses Hobbyfahrzeug mit Ausnahme ganz weniger Wochenenden Zuhause in der Garage. Das heißt der Speicher ist somit eigentlich immer vorhanden. Bei der ursprünglichen Umrüstung des Mogs auf E-Antrieb war die Solaranlage noch überhaupt nicht angedacht. Das Hobbyfahrzeug habe ich nur aus Interesse an der Technik umgebaut. Einfach weil ich es endlich nach vielen Jahren der Hirngespinste wissen wollte. Irgendwelchewirtschaftlichen amortiesierungs Gründe spielten dabei überhaupt gar keine Rolle. Der Mog ist schlicht weg für mich eine Geldverbrennungsmaschine.
Nachdem der Mog umgerüstet war und die Ehefrau sich eine Überdachung der Terrasse wünschte kam erst der Gedanke hier anstelle der üblichen Kunststoff Doppelstegplatten schöne Solarmodule zu nehmen. Auch hier Stand nicht der wirtschaftliche Aspekt im Vordergrund sondern die schönere Optik mit etwas interessanter Technik.
Natürlich sollte dann die kleine Solaranlage zumindest ein wenig Energie an den Mog abgeben.
Dies Abgeben von Energie von der Solaranlage an den Mog-Speicher funktioniert allerdings bereits quasi vom esten Sonnenschein früh morgens. Eine nenneswerte Grundleistung ist fast nicht nötig. Diese erste Solaranlage hat eine theoretische Leistung von 3400 Wp aber bereits ab etwa 5W Leistung wird in den Speicher eingelagert. Ich muss also nicht bis zum Höchsstand der Sonne warten. Dies Einlagern von Energie hat so hervorragend funktioniert, dass ich anschließend auf die Idee kam aus dem Speicher nun meinen Haushalt mit Strom zu versorgen. Und auch das funktioniert sehr gut. Das Hobbyfahrzeug wird zum Hausenergiespeicher. Und weil mir das dann noch nicht reichte dient jetzt das Hobbyfahrzeug auch noch als Zwischenspeicher für das Alltags BEV, welches jetzt Nachts mit Solarenergie geladen werden kann.
Bei der richtigen Auslegung der Elektronik für die Solaranlage ist diese Schwarzstartfähig kann also völlig Netzunabhängig arbeiten, wie bei mir als reine Inselanlage.
Bei der richtigen Batterietechnologie sind über 2000 Ladezyklen realistisch. Als Anhaltspunkt, mein E-Mog Speicher hat jetzt nach ein einhalb Jahren kontinuierlichem Einsatz gerade einmal 17 Ladezyklen absolviert. Demnach wird der Speicher nicht wie bei üblichen Gebrauchsgeräten (Handy, Laptop, Rasierer) seine Geist wegen zu häufigem Laden degradiert. Wie lange er wirklich lebt kann ich natürlich nicht sagen ich gehe aber von einer deutlich längeren Lebensdauer als der bei den beim kommerziellen BEV garantierten 8 Jahren aus.
Ob sich das jetzt rechnet? Dazu müsste ich wissen wie sich alles in der Zukunft weiterentwickelt.
Der Mog rechnet sich auf jeden Fall, den wollte ich so haben. Gleiches gilt für das 1. Solardach (siehe oben)
Die Solaranlage habe ich im Hinblick auf das BEV Alltagsauto erweitert um 6600 Wp auf jetzt 10 kWp. Da ich dadurch fast das ganze Jahr keinen Strom zukaufen muss amortisiert sich diese Erweiterung in ca 12 Jahren ohne Berücksichtigung des BEV. Das BEV hat weniger als 50% der laufenden Kosten / Monat gegenüber dem vorhergehenden vergleichbarem Verbrenner. Wenn jetzt der Strom auch noch weitgehend der Solaranlage auf dem Umweg durch den Mogspeicher entnommen werden kann reduziert sich die oben genannte Amortsationszeit auf um die Hälfte.
Und hier fängt an sich über Solaranlagen mit Speicher auch ohne Hobby EMog Gedanken zu machen.
Ich bin inzwischen soweit zu behaupten, ja eine Solaranlage mit 10kWp und einem Speicher von ca 10kWh amortisiert sich tatsächlich.