Ölaustritt aus Abdeckungsöffnung an Getriebeunterseite

joemog

New member
16. Feb. 2009
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Bad Urach
Hallo Unimog Fachleute,

ich bitte Euch um einen Rat, da ich im Augenblick nicht weis woher das Problem kommt. Hier nun eine kurze Schilderung meines Problems:

Nach erfolgter Probefahrt mit meinem U406.120 musste ich nach dem Einparken feststellen, dass auf der Unterseite Öl aus einer Öffnung mit rechteckiger Abdeckung tropft. Zuvor hatte ich bei der Fahrt bemerkt, dass beim Einlegen der Sperre ein hoher Druckabfall sich andeutete und ich deshalb die Sperre wieder ausgeschaltet habe.

Ich befürchtete, dass evtl. Kondensat gefroren war und deshalb die Sperre nicht korrekt funktionierte. Nachdem ich mein Fahrzeug dann in einen themperierten Raum gestellt habe, habe ich am nächsten Tag nochmals eine Probefahrt unternommen.
Zuvor habe ich nach dem Ölaustritt hinterm Getriebe bei warmlaufendem Motor geschaut und konnte nichts feststellen.
Der Druckabfall war nicht mehr vorhanden. Jedoch der Ölaustritt beim erneuten abstellen des Fahrzeugs wieder mit einer Menge von ca. 50-100 ml. Da ich erst in der Lernphase bin bitte ich Euch um Rat. Leider kann ich mich noch nicht präziser ausdrücken da ich noch absolut unerfahren bin.
Danke für Eure Hilfe!

Grüße von der Schw. Alb
Uwe
 
Wenn das Öl aus dem Getriebe kommt, sollte es honigfarben sein ( oder zumindest die gleiche Farbe wie am Mess-Stab haben ) und stammt evtl. aus dem Überdruck in der Achse bei undichtem Differential-Sperrkolben. Der Überdruck entlädt sich ins Getriebe und drückt Öl raus wo es geht. Nimm' mal den Ölmess-Stab am Getriebe raus, schalte die Sperre ein und horche am Mess-Stabrohr am Getriebe. Da kannst du evtl. das Meer rauschen hören...und dann brauchst du nur noch die Suchfunktion zu benutzen: Differentialsperrenreparatur.

Bei schwarzem Öl ist der Kurbelwellendichtung nach hinten wohl am Ende.
Gruss
e.a.
 
Hallo,
danke für die Nachricht. Leider ist da nichts erfreuliches für mich dabei,denn die Farbe des Öl`s ist schwarz.
Heißt das nun der Motor muß ausgebaut werden, damit man an die Kurbelwellendichtung kommt? Mit welchem Aufwand bzw. Kosten muß ich hierfür rechnen. Sollte ich deshalb das Fahrzeug stehen lassen solange diese Reparatur nicht ausgeführt ist?

Nochmals danke für den Hinweis!

Grüße von der Schw. Alb
Uwe
 
Hallo Uwe!
Jetzt kommt es einmal darauf an, welche Motornummer in Deinem Mog eingebaut ist.
Vor Motorendnummer 470360 wurde ein Ölrückfürgewinde verbaut, danach der sogenannte Burgmanndichtung. Bei Undichtheiten ist in beiden Fällen erhöhtes Lagerspiel wahrscheinlich.

Zur Ölrückfürspirale ist zu sagen, dass es vorkommen kann, dass die Ablaufbohrung in der Olwanne verlegt ist und so eine erhöhte Undichtheit auftritt.
Da hilft ein Ausbau der Ölwanne, erneuern der Hauptlagerschalen und reinigen der Ablaufbohrung. Keine Hexerei, habe ich schon selber mit guten Erfolg gemacht.

Beim Burgmannring sieht der Arbeitsumfang ähnlich aus. Da kann man bei eingebauter Kurbelwelle aber nur die Hälfte ersetzen. Damit die obere Hälfte auch gut dichtet, kann man sie mit einen, auf das Maß des Ringes geschliffenen Messing-, Kupfer- oder Aluvierkant etwas einstauchen und den neuen Halbring der unteren Lagerschale etwas überstehen lassen. Da muss sehr exakt und sauber gearbeitet werden, es dürfen keine Fasern zwischen die Lagerhälften kommen. Am besten ist es, den Lagerbügel nach der Montage noch einmal vorsichtig abnehmen und kontrollieren.
Die Hauplagerschalen aber auf jeden Fall erneuern und auch die Pleuellager kontrollieren.

Das sind beides keine Methoden, die keine Profiwerkstatt ausführen wird.
Aber es ist eine sehr wirtschaftliche und auch fachmännische Reparatur wie sie noch richtige altgediente Mechaniker ausführen würden.
Die Alternative dazu ist der Ausbau des Motores, dann Ausbau der Kurbelwelle und wahrscheinlich eine komplette Lagerrevision.

Nach meiner Erfahrung nach sind beide Dichtungsarten nur im absoluten Neuzustand dicht, später gibt es immer mehr oder weniger Tropfen am Stellplatz, der Unmog markiert seinen Platz :wink: