Hallo zusammen,
die von Herbert genannte Kugel konnte ich auch hinter dem Stutzen, an dem der Öldruckgeber befestigt ist, finden. Sie wird durch eine Feder in einen Sitz gedrückt. Die Stahlkugel an sich wies keine signifikanten Verschleißspuren auf. Trotzdem kommt dieses Ventil prinzipiell als Undichtigkeitsstelle und damit als Ursache für das Leerlaufen des Ölkühlers in Betracht.
Meine Überlegung war deshalb, mit der alten Stahlkugel den Sitz einzuläppen (wie beim Ventileinschleifen im Zylinderkopf) und die Kugel nach dem Einläppen durch eine neue zu ersetzen. Mit einer ähnlichen Methode habe ich schon einmal ein Überdruckventil im Ölkreislauf eines Motorrades dicht bekommen.
Da der Benz im Moment ohnehin in meiner Werkstatt steht, habe ich bei MB einfach mal diese Kugel und die dazugehörige Feder (für den Fall, daß sie vielleicht "lahm" geworden ist) bestellt, die 5,07 Euro für beide Teile war mir der Spaß / Versuch Wert.
Geliefert bekam ich eine Feder, wie sie verbaut war und anstelle der Stahlkugel ein Kunststofformteil. Dieses Kunstoffteil (vermutlich aus Duroplast) ähnelt einer Halbkugel mit zylindrischem Ansatz zur Führung der Feder.
Da MB offenbar hier eine Änderung vorgenommen hat, liegt die Vermutung nahe, daß das Problem bekannt ist und man versucht hat, dem mit dieser Änderung zu begegnen.
Alternativ kommt natürlich auch in Betracht, daß dieses Kunststofformteil gleich gut / schlecht, allerdings preisgünstiger ist...
Bei der Gelegenheit habe ich bei Mb gleich einmal gefragt, wozu dieses Ventil denn überhaupt gut ist und ob das mit dem Leerlaufen des Ölkühlers zu tun haben könnte.
Das Gespräch ergab im Grunde lediglich, daß das Ventil lt. WHB als Überdruckventil bezeichnet wird. In Bezug auf eine Realisierbarkeit und eine mögliche Wirksamkeit der von Bernd vorgeschlagenen "Siphonlösung" waren keine Aufschlüsse zu erlangen.
Vielleicht weiß einer von Euch da ja genaueres?
Für die Problematik eines leerlaufenden Ölkühlers und dessen Ursachen und Folgen daraus war man in dieser MB-Niederlassung allerdings nicht sensibilisiert, ganz im Gegenteil es wurde sogar mutmaßt, daß der zeitverzögerte Druckaufbau Ursache einer falschen Ölviskosität oder eines defekten Öldruckgebers sein könnte.
Dagegen ist zunächst grundsätzlich nichts einzuwenden, ich kann mir allerdings nicht vorstellen, daß wir alle die gleichen Fehler machen.
Meine Ölablaßschraube ist ab sofort mit einem Stück Rohr verlängert und hat zudem ein Innengewinde M10x1, zur Aufnahme einer Hydraulikwinkelverschraubung, das vorläufig noch mit einer Schraube verschlossen ist (Vorbereitung für "Version Helmut Schmitz"). Falls die Aktion mit dem Überdruckventil nichts bringt, muß mir nur noch eine geeignete Pumpe über den Weg laufen...
@ Johann: So etwas hatte ich mir schon gedacht, denn original ist der Schlauch an dieser Stelle nicht...