Ölwechselbericht 421

In der Anleitung meines 404 steht 80er getriebeöl und extra das es ken hypoidöl sein soll.... verwundert mich nu etwas....

amleibsten hätte ich da unser SAE 90 Marinelöl reingekippt
 
Moin Reiner,
über das Öl was drin war kann ich eider nix sagen, der Vorbesitzer hat es nicht gewechselt.
Die Vermutung liegt nah dass der letzte Ölwechsel im Antriebsstrang ca 1990 gemacht wurde. Bis dahin lief der Unimog in einer Kommune und hat ein Wartungsheft bis 72000 Kilometer im Jahre 1990. Jetzt vorm Ölwechsel waren es 95000 km. Der Bh Zähler ist leider defekt.
Gruß
Henry
 
Moin Henry,

wohl wissend dass zwischen kaltem und warmem Öl, sowie zwischen Ölen unterschiedlicher Viskositäten eklatante "Welten" liegen, kann ich mir anders Deine Empfindungen einfach nicht erklären.

Ich habe auch schon 2 - 3 x einen Ölwechsel durchgeführt, konnte ein solches Aha-Erlebnis aber noch nie genießen.
 
Moin Reiner,
der Unterschied beim fahren ist ja nicht riesig :) ,
und wie schon geschrieben es kam mir aus Achsen, Getriebe und Vorgelegen eine dunkegraue Brühe entgegen. Relativ zäh, obwohl warmgefahren. :( :(
Ich werde jetzt öfter wechseln da ich ca 300 Bh im Jahr fahre und arbeite. Dann wird mit Sicherheit kein Unterschied mehr sein :D :D :D
Gruß
Henry
 
Hallo zusammen,

@ Henry so langsam weicht die Euphorie wohl, die Realität kehrt ein.

Daß es einem ein gutes Gefühl verschafft, wenn man die Öle gewechselt hat, steht schon in meinem ersten Beitrag.

Daß wir Hobby-Unimogler besonders wenns um Öle geht übertreiben, schreibt RainerausRhedeems, und hat damit Recht.Den Beitrag hast Du gar nicht wahrnehmen wollen.

Unsere Unimogs haben derart viel Kraft, daß man noch nicht mal viel bemerken würde, wenn außer im Motor, Schleifmittelpaste verwendet würde. Vom Verschleiß mal abgesehen.

Gruß Lothar
 
Hallo René

im 404 sind keine Hypoid Getriebe. Dafür aber z.B. im Schaltgetriebe Synchronringe aus Buntmetall.
Dajher ist es erforderlich, dass zumindest dort eine Öl verwendet wird, welches keine Buntmetallkorrosion her vorruft. Bei Hypoidölen ist dies aber häufig der Fall.
Dies ist wichtiger als die Viskosität.
Dafür kann aber beim 404 in Schaltgetriebe, Achsen und Vorgelege das gleiche Öl verwendet werden.
 
Hallo Jürgen,

wenn in den Achsen des 404 das Tellerrad und der Triebling kein Hypoidverzahnung haben, wie sieht es dann da drin aus?
 
Hallo Reiner,

Ein Hypoidgetriebe ist ein Getriebe mit bogenverzahnten Zahnrädern bei dem sich die Achsen nicht mittig treffen. Beim 404 wie auch beim 411 mit alten Achsen und allen Vorgängern treffen sich aber die Antriebswelle und die Achsen genau mittig, so dass hier zwar auch bogenverzahnte Zahnräder zu finden sind, diese aber Spiralkegelzahnräder sind.
Wie die Achsgetriebe beim 411 neue Achse , 421 und folgende beschaffen sind, weiß ich nicht. Aber zumindest bei den erst genannten vermute ich auch, dass kein Achsversatz vorliegt.

imgscale.php


Bei Hypoidgetrieben tretten durch den Achsversatz besondere Scherkräfte auf, denen das Öl Rechnung tragen muss, daher gibt es die Hypoidöle. Für die Spiralkegelgetriebe ist dies jedoch nicht erforderlich.
 
Hallo Jürgen,
aus welchem Grund liegen bei nicht mittig liegenden Differentialen besondere Scherkräfte an? Ich bin schon die ganze Zeit am grübeln.... ich komm net drauf :oops: :oops: :oops:
Gruß
Henry
 
Moin Henry,

Gockel beschreibt das recht gut, so, dass ich mich gar nicht bemühen musste :lol:


Der Hypoidantrieb (auch Hypoidgetriebe) ist eine Abwandlung des Kegelradgetriebes. Im Gegensatz zum normalen Kegelradantrieb sind hier die Achsen von Antriebs- und Tellerrad versetzt, schneiden sich also nicht.

Durch den sogenannten Achsversatz wird das (in der Regel treibende) Ritzel, der Triebling – bei unveränderter Größe des (in der Regel getriebenen) Tellerrades – größer oder kleiner, je nachdem, ob der Achsversatz positiv oder negativ ist. Ein positiver Achsversatz hat nicht nur einen Durchmesserzuwachs des Ritzels zur Folge, sondern auch eine Vergrößerung des Spiralwinkels und der Sprungüberdeckung. Dadurch erhöhen sich die Laufruhe und die Belastbarkeit bei gleichzeitiger Platzersparnis. Aus diesen Gründen eignet sich der Hypoidantrieb besonders als Achsantrieb für alle Kraftfahrzeuge, bei denen die Achse über eine Kardanwelle (Längswelle) angetrieben wird, dazu zählen vor allem Fahrzeuge mit Frontmotor und Hinterachsantrieb (fast alle LKW, einige PKW). Durch den Achsversatz wird die gesamte Kardanwelle tiefer gelegt. Dadurch sinkt der Schwerpunkt des Fahrzeuges geringfügig ab, und im Bereich des Unterbodens bleibt mehr Platz, um z. B. den Kardantunnel flacher zu gestalten oder den Platz für die Abgasanlage zu nutzen.

Neben der Abwälzbewegung der Zähne entsteht aber als Folge der Achsversetzung auch eine für Zahnräder unerwünschte Gleitbewegung. Dies stellt erhöhte Anforderungen an die Materialqualität und erfordert in der Regel Getriebeöl mit speziellen Additiven (sogenannte Hypoidöle) zur Schmierung. Das Tellerrad ist im Gegensatz zu anderen Zahnrädern nicht gerad- oder schräg-, sondern bogenverzahnt, wodurch die Herstellung zusätzlich verteuert wird
 
Hallo Henry,

was tust Du, einfach nachfragen. :D
Ich bin doch kein Maschinenbauer, sondern nur einfacher Mogfahrer :oops:

Alle Maschinenbauer umd Wissenschaftler mögen mir also jetzt bei dem verzweifelten Versuch einer Erklärung Unexaktheiten oder gar Fehler nachsehen.

Ich habe mich der einfachhalber mal an einer mehr künstlerischen Skizze zur Verdeutlichung versucht:

Hypoid.JPG


Wie die obere Skizze zeigen soll, treten beim Abrollen der Zahnräder bei sich genau rechtwinklig treffenden Achsen nur rein tangentiale Kräfte an den Rädern auf. Es wird nur ein Drehmoment übertragen.

Die untere Skizze zeigt die Anordnung bei sich nicht exakt treffenden Achsen. Die tangentialen Kräfte des großen Rades sind jetzt nicht mehr rein tangential für das kleine Zahnrad sondern haben zusätzlich eine Komponente in Achsenrichtung. Es wird also nicht nur das Drehmoment übertragen sondern auch noch eine Schubkraft in Achsenrichtung. Ob der Begriff "Scherkraft" hier richtig ist, oder es besser "Gleitkraft" heißen sollte, weis ich nicht. Aber es sind diese zusätzlichen Kräfte, für die das Hypoidöl ausgelegt sein muss.

Nun frag mich aber bitte nicht, wie dies bei den Ölen im Detail gemacht wird.
 
Hallo,
Ihr seit Top! Jetzt hab ich es kappiert. Mei mit so ein paar Bildern tut man siech leicht. Ich hatte den vollen Denkwurm, der sich in die falsche Richtung gebohrt hat :D :D :D
Is alles klar! Besten Dank!
Gruß
Henry
 
divefreak schrieb:
In der Anleitung meines 404 steht 80er getriebeöl und extra das es ken hypoidöl sein soll.... verwundert mich nu etwas....

amleibsten hätte ich da unser SAE 90 Marinelöl reingekippt

ok wer lesen kann ist klar im Vorteil

beim 404.114 darf auch 90er rein.

Laut typenschild hab ich nen 404.114 :party

Jetzt muß ich nur mal rechen was sinniger ist, das 80w90 reinkippen was ich hab oder nen Kanister GL5 kaufen.... und das 80W90 in die Aussenborder Getriebe füllen wo es rein soll :roll:

BTW Motoröl hat er jetzt auch frisch, 10l raus, 6,5l wieder rein :mrgreen:
 
Die Beitragsfolge hat sich wohl etwas "zerfasert" bezüglich der ersten Fragestellung.

Im 411, 404 , 421 ... im Schaltgetriebe jedenfalls GL4.
In den übrigen Getrieben kann GL5 nicht schaden.