OM 636 Vorkammer Einspritzung

mhame

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27. März 2007
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Heute mal eine Frage an die Praktiker und Experten:

Der OM 636 hat anfangs Vorkammern mit Kugeln, Einspritzdüsen DN0SD211 und Drahtglühkerzen. Ab Ende 1967 (Quelle: UNIMOG 411 Das Kompendium) entfallen die Kugelstifte in den Vorkammern und die Düsen werden auf DN0SD2110 umgestellt. Diese Düsen wurden vorher schon bei Kunden verwendet, deren Motoren zu stark nagelten (Quelle: div. KDM), allerdings erst ab1967 serienmäßig verwendet. Ab Oktober 1970 werden die Drahtglühkerzen durch Stabglühkerzen abgelöst (Quelle: KDM 15/13). Auch Fahrzeuge mit Vorkammern mit Kugelstiften können mit Stabglühkerzen nachgerüstet werden.

Wenn man sich die Vorkamer mit montierter Stiftglühkerzen an schaut, trifft der Strahl der Düse immer direkt den Glühstift. Ein darunter liegender Kugelstift kann nicht getroffen werden. Auch ist der Glühstift viel dichter unter der Einspritzdüse als der Kugelstift.

Jetzt die Fage: Kann der Düsenstrahl da noch eine besondere Wirkung erzielen oder machen unterschiede des Düsenstrahls keinen großen Unterschied?

In der Praxis führt das zu der Überlegung, ob beim OM 636 nicht auch alternative Düsen wie DN0SD261 oder 265 verwendet werden, derern Verfügbarkeit aktuell beser ist. Bei SD211 und SD2110 findet man nur indische Düsen, die offensichtlich bei Schraubern in Verruf geraten sind oder No-Name Produkte mit unbekannter Qualität.
 
Hallo Markus,

wenn ich die Technische Zeichnung betrachte, kommt der Spritzstrahl nicht oder nur am Rand an dem Glühwendel.
Die Stabglühkerze nach ET. ist auch nicht länger.

Gruß
WolfgangDüse OM636.webpGlühkerze.webp
 
Ich hätte nicht gefragt, wenn ich das nicht so an meinem 1974er OM 636 Originalmotor vorgefunden hätte. Die obere Kerze ist ein Originalteil von Bosch mit 10,5V aus 1974, die untere eine moderne von Dieselsend. Und die verdeckt den Kugelstift.



IMG_20261104_213327.webp
 
Hallo Markus,
Die obere Kerze ist ein Originalteil von Bosch mit 10,5V aus 1974, die untere eine moderne von Dieselsend. Und die verdeckt den Kugelstift.
Beim lesen deines Beitrags bin ich verwirrt, da hier die kürzere Glühkerze den Kugelstift verdecken soll, was ja nicht möglich sein sollte.
Die Stabglühkerzen haben unterschiedliche Einbaulängen, wobei die kürzeren beim OM636, wie Wolfgang schon eingestellt hat, verbaut werden.
Deine obere ist eine lange Ausführung und sollte meines Wissens nicht in einem OM636 verbaut sein.
Gemessen wird vom Dichtkonus bis ende Glühstab/Glühdraht.
Gruß Fan
 
Hallo
der Stahl sollte nicht unbedingt das Glühwendel treffen. Wenn das Wendel glüht und der kalte Strahl auftrifft, ist das nicht förderlich. Verbrenungstechnisch sowieso unnütz. Entzünden kann sich nur Gas bzw bedingt auch feinster Nebel, der sofort in den Gaszustand übergehen kann. In der Randzone des Strahls sind em ehesten zündfähige Nebeltröpfchen zu erwarten. Deshalb ist die DN0SD261 oder 265 verbrennungstechnisch beseer, da sie einen feinen Vorstrahl erzeugt, der die Zündung einleitet.
Die Kugel hatte den iinn, sich bei der Verbrennung aufzuheizen und den Strahl durch die gespeicherte Wärme zu erhitzen und zerstäuben und ggf auch zu zünden.
 
Hallo Fan,

ja, das macht alles Sinn, was ihr schreibt.

Mich würde interessieren, wie kommt dieser Glühkerzentyp in einen Motor mit 3 Betriebsstunden? Das Fahrzeug wurde 1974 über Carlos Santos in Lissabon importiert und an die Feuerwehr der Stadt Fafe verkauft. Es war kein Fahrzeug, welches in Portugal endmontiert wurde. Dort hat es von 1974 bis 2008 im aktiven Dienst gedient. Das Fahrzeug wurde per Bahn nach Portugal geliefert. Angekommen wurde der Motor dann gegen einen MEVOSA OM 636 mit 43PS getauscht, damit das Fahrzeug mehr Leistung hatte. Der Motor wurde dann bis 2008 mehr schlecht als recht gelagert und nie gebraucht. Ich habe ihn dann beim Kauf dazubekommen. So wurde mir zumindest beim Kauf 2010 berichtet, nach dem ich fast 2 Jahre mit dem Bosch Händler verhandelt habe, der das Fahzeug veräußern sollte. Und der Motor st innen wirklich neu, das Öl ist klar, die Kolben blank und alle gelbchromatierten Teile sind noch gelb. Die motornummer passt auch.

Egal, werden wir wohl nicht klären können, wie die Kerzen in meinen OM 636 kamen.

Kerzen.webp
Laut ETL müssen im 411 ohne Kugeln mit Stabglükerzen die MB 000 159 41 01 (Bosch 0 250 200 02 / GSA 9/10 im Bild die obere Kerze) oder die MB 001 159 25 01 (Bosch Vergleichsnummer unbekannt) verbaut werden.


Damit entfällt der Einfluss der Glühkerze, Vorkammern sind ohne Kugel.

Wir können uns also wieder auf die Düseneinsätze konzentrieren.

Laut Werksangaben müsste / müssen DN0SD2110 im OM 636 verbaut werden.

1) Gibt es Erkenntnisse oder Erfahrungen, wenn DN0SD261 oder 265 verbaut werden?

2) Welche weiteren sinnvollen Alternativen gibt es zur DN0SD2110?

3) Von welcher Hersteller oder aus welchen Quellen können vernünftige Düseneinsätze bezogen werden (Bosch India hat ja einen angekratzten Ruf) ?
 
Hallo Markus
ich hatte meinen alten F2L514 Deutz, dei dem ein Zylinder als Kompressor arbeitet, auf DN0SD261 umgerüstet. Sprang super an und hatte auch keine Probleme.
v.Rönn (von Rönn Young & Oldtimerersatzteile) bietet fertige Düsenstöcke mit der 220er Düse, ebenfalls mit Vorstrahl an. V.Rönn st ein ehemaliger Boschdienst.