Pass-Schraube Bremssattel 417

norbi99

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12. Juni 2011
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Guten Abend zusammen

Der Bremssattel an der Hinterachse wird mit einer Pass-Schraube und einer normalen Schraube befestigt. Gemäss zwei Beiträgen im Forum kommt die Pass-Schraube auf der Scheiben-Einlaufseite hin. So ist es auch im EPC gezeichnet. Von der Kraft her wäre das für mich so logisch.
Bei mir am Fahrzeug war es aber gerade umgekehrt und auch das Werkstatt-Handbuch sagt, die Pass-Schraube komme auf die Scheiben-Auslaufseite....
Was stimmt jetzt?

Gemäss Handbuch sind 12.9 Schrauben verbaut, welche mit 320Nm angezogen werden.
Die jetzt eingebauten Schrauben sind aber 10.9 und die Mutter hat sich vor dem Erreichen von 300Nm verabschiedet. Gab es da einmal eine Aenderung oder sind die Teile an meinem Unimog nicht mehr original?
Es sieht aber nicht so aus, wie wenn die Teile einmal abgebaut wurden und es sind auch Kamax-Schrauben drin, welche ja meist am Unimog zu finden sind.



Wäre dankbar über ein Feedback.

Gruss und schönen Abend
Norbert
 

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Hallo Norbert,

ich finde im Handbuch nur die Anweisung für die vorderen Sättel, dort steht "Scheibeneinlauf"
bei der Beschreibung für hinten, finde ich dazu nichts.
Mit der Passschraube in der Einlaufseite machst Du keinen Fehler.

Gruß
Martin
 
Salü Norbert

die Passschraube auf der Auslassseite macht schon Sinn. Dadurch kann der Sattel nicht so leicht "flattern sondern wird eher in eine stabile Lage gedrückt.
 
Hallo Helmut

Haben heute Nachmittag eine Seite eingebaut mit der Pass-Schraube auf der Einlaufseite.
Wenn morgen die anderen Muttern eintreffen für die andere Seite - soll ich diese gleich einbauen oder umgekehrt und dann schauen, auf welcher Seite die Bremsen allenfalls quitschen?
Oder ist das keine gute Idee und es sollte pro Achse gleich sein?

Ich denke bei dem hohen Drehmoment ist die Pass-Schraube eher zweitrangig oder kommt erst zum Tragen, wenn einmal eine Schraube lose wird?

Gruss und danke
Norbert
 
Servus,

ich denke die Passschraube nimmt mehr Kraft (infolge Drehmoment) auf als die Sechskantschraube, Sechskantschrauben können keine reine Querkraft aufnehmen (gigantische Kerbwirkung), dies erfolgt bei diesen immer über die Klemmkraft der Schraube und der dadurch erzeugten Reibkraft zwischen Bremssattel und Vorgelegedeckel. Die Passschraube richtet den Bremssattel exakt aus und kann die Querkraft direkt abbauen (wird techn. als Bolzen keine Schraube gesehen) ausserdem wird auch sie Vorgespannt und erzeugt über ihre Klemmkraft eine Reibkraft (sozusagen 2 in 1). Du brauchst umbedingt beide schrauben mit der vorgeschriebenen Festigkeitsklasse und dem richtigen Anzugsmoment!

Grüße Tobi
 
Hallo Norbert,
da Mercedes im Handbuch ausdrücklich die Passschraube an der Scheibeneinlaufseite vorschreibt (Beschreibung für vorne) gehe ich davon aus, dass Du keinen Fehler machst, wenn Du das hinten auch so machst. wichtig ist, dass Du an jedem Sattel eine Passschraube einbaust, ich würde die nicht unterschiedlich einbauen re/li.
Wichtig ist sauberer Sitz der Auflage und das Anziehdrehmoment von 320 N, an jedem Sattel eine Passschrauben und eine Schraube. Bei mir sind auch 10.9 verbaut, würde mal behaupten, es sind die originalen Schrauben. Auf den Passschrauben steht ebenfalls 10.9. M 16x1,5 10.9 können bis 324 N angezogen werden, wichtig ist, dass die Mutter auch eine Festigkeit von mind. 10.9 hat. Möglichst eine Sicherungsmutter DIN 980 mind. Festigkeit 10 verwenden.

Gruß
Martin
 
Hallo

Danke an alle für ihre Antworten, obwohl die Frage nicht richtig geklärt werden konnte. Mir scheint, Mercedes ist da selbst nicht ganz klar - oder aber es wurde einmal geändert. Evtl mit der ganzen Problematik vom Bremsenquitschen mit Umstellung auf asbestfreie Beläge?
Franz (unimurr) schreibt bei seinen Massnahmen gegen das Quitschen für die Vorderachse nämlich explizit, dass die Passschrauben auf der Einlaufseite zu montieren seien.
In meinem Werkstatthandbuch (original) vom 05.89 UKD 30 400 21 01 steht bei der Vorderachse und der Hinterachse folgender Satz:
Passschrauben in Bremsscheibenauslaufseite (in Fahrtrichtung) einbauen.
Martin - was hast du für ein Handbuch? Ist das in deinem Handbuch wirklich so drin?


Die neu von Mercedes gelieferten Sechskantschrauben sind Bundschrauben in Festigkeitsklasse 10.9 - der Bund muss aber abgeschliffen werden, damit die Schraube in den Sattel eingefahren werden kann...
Mutter ist eine gewöhnliche Mutter - nichts von selbstsichernd....

Vermutlich ist im Fahrbetrieb kein grosser Unterschied zu merken und es funktioniert beides. Der angestellte Werkstattmonteur unter Zeitdruck hätte die Sättel einfach angeschraubt und gut ist. Ich mache mir vermutlich wieder viel zu viele Gedanken wegem meinem Schätzchen. :ironie

Gruss Norbert
 
Hallo Norbert,

ich habe das zweibändige Ordnerwerk von Buch und Bild.
Die Passschraube fixiert den Sattel, nur eine deshalb, um der Spannung bei Wärmedehnung Rechnung zu tragen.
von der Logik her denke ich passt es aus Kraftrichtung zuerst zu fixieren "Scheibeneinlauf" als anders rum.
Uber die Wichtigkeit der Reihenfolge lässt sich streiten.
Schraubensicherung halte ich für sinnvoll, insbesondere weil erhebliche Wärmedehnungen einwirken.
Du kannst auch einen Tropfen Schraubensicherung (mittelfest) einsetzten.

Gruß
Martin
 
Hallo Norbert,

es handelt sich doch um Feingewindeschrauben M16x1,5.

Am Unimog sind an vielen Stellen Feingewinde ohne zusätzliche Sicherung verbaut. Und das ist nicht zu bemängeln.

Ist die Klemlänge groß genug (Richtwert >5d) gilt eine Schraubverbindung als dauerhaft gesichert. (gängige Konstruktionspraxis)

Wie Überzeugt man von meisten Schraubensicherungen ist, sieht man daran, dass wesentliche DIN Normen die Schraubensicherung betreffend, mittlerweile zurückgezogen wurden.

Gruß
Markus
 
Hallo Markus

Danke für die Info. Die von Mercedes gelieferten Sicherungsscheiben sind Rippenscheiben und diese habe ich jetzt eingebaut. Aber vorher waren keine Scheiben unterlegt und die Schrauben ganz sicher nicht mit dem vorgeschriebenen Drehmoment von 320Nm angezogen, denn ich konnte die mit der normalen Halbzoll-Ratsche ohne Verlängerun lösen... Wenn ich das gewaltige Anzugsmoment von jetzt vergleiche frage ich mich, wie das vorher gehalten hat. :!:

Egal, die Probefahrt ist absolviert und an der Hinterachse ist alles bestens.

Die negative Ueberraschung kam an der Vorderachse:
Da hatte ich gelegentlich das lästige Bremsenquitschen, welches mir beim Winterdienst in den Wohnquartieren schon Reklamationen beschert hat. Das wollte ich mit dem Verbinden der Bremssättel nach unimurr noch beseitigen. Aber oh Schreck, jetzt machen die Bremsen viel mehr Lärm als vorher :(
Da es vorher nicht schlimm war, habe ich weder Beläge noch Scheiben demontiert - sondern nur zusätzlich die Sättel mit dem Flachstahl verbunden. Habe ich bereits an einem anderen Unimog mit Erfolg praktiziert, aber eben jetzt hier ging die Kugel nach hinten los.
Ich werde da jetzt einmal die Beläge demontieren und alles sauber reinigen. Die Anti-Quitschbleche sind bereits drin. Ich werde die Beläge zusätzlich anfasen und auf der Rückseite mit Trennpaste behandeln.
Zusätzlich überlege ich mir, ob ich den Bandstahl noch mit einem zusätzlichen Eisen beschweren soll. Hatte sonst noch jemand Probleme, nachdem er die Sättel verbunden hatte?

Also anscheinend ist das Quitschen sehr unterschiedlich und heimtückisch ...

Gruss Norbert
 
Hallo

Bei meinem 406 hat das verbinden auch nichts gebracht.
Hab dann zwei Verbindungen eingebaut (oben und unten) leider auch ohne Erfolg.
Dann wurde alles wieder ausgebaut auf original Zustand.
Nach einiger Zeit hat sich das Problem von selbst erledigt.

Vermutlich ist jetzt wird genügend Schmutz und Abrieb in der Zange.
Angefangen hatte das Quitschen nach dem die Bremszangen überholt wurden.

Gruß aus dem Schönbuch
Eberhard