Problem mit neuer Achse U 411

Uniandymog

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06. Jan. 2009
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Hallo zusammen,
mein Name ist Andy, ich bin neu im Forum und habe ein Problem mit
meinen Unimog 411 Baujahr 1963 mit neuen Achsen.
Ich habe schon das Technik-Forum durchsucht, komme aber nicht weiter.
Zum Problem:
An der Hinterachse in Fahrtrichtung links hatte ich im Portal (Vorgelege außen)
nach wenigen Kilometern zu viel Öl (Ölstand war oberhalb der Einfüllschraube).
Ölstand im Hauptgetriebe ist nach mehreren tausend Kilometern konstant,
Ölstand im Differential hat um die Menge die im Portal zu viel war abgenommen.
Ich habe das Achsrohr gezogen, dabei ist mit aufgefallen, daß zwischen Portal
und Achsrohr keine Dichtung vorhanden war.
Ich habe das WHB und eine Ersatzteilliste von 1966, in beiden Büchern ist eine Dichtung
bzw. Ölspritzring eingezeichnet.
Fragen:
Gibt es verschiedene Ausführungen von den neuen Achsen? Meine ist von 1963,
vermutlich die erste Ausführung?
Hat vielleicht jemand den gleichen Typ Achsen schon mal zerlegt?
Ist zwischen Differential und Achsrohr eine Dichtung?
Bin für jede Info dankbar!

Mit freundlichen Grüßen
ANDY
 
Hallo Andy,

mein 411er ist von 06.1964 und auch ich habe das Problem mit dem zuviel Öl im hinteren linken Radgetriebe. Deshalb habe ich genauso wie du das Vorgelege entfernt um mit erstaunen festzustellen, dass es dort keine Dichtung gibt. Ich werde einfach regelmäßig nachschauen. Was anderes fällt mir dazu auch nicht ein.

23581958ms.jpg


Ob weiter hinten noch eine Dichtung ist, weiß ich auch nicht. Ich habs leider verpennt, mal mit einer Taschenlampe richtig hinten rein zu schauen. Das Bild was ich gemacht habe, ist leider auch verwackelt. Das habe ich erst gesehen, nachdem ich das Bild auf den PC gezogen habe und das Vorgelege wieder zusammen war.
 
Hallo Andy,

Differenzial und rechtes Vorgelege der Hinterachse sind durch die pneumatische/hydraulische Sperrenbetätigung gegenseitig abgedichtet.

Links hingegen gibt es keine Dichtung. Das Öl muss aber aus dem Differenzial über ein Kegelrollenlager raus und auch über ein Kegelrollenlager in das linke Vorgelege hinein. Das ergibt einen gewissen Widerstand. Wenn also das Fahrzeug längere Zeit mit Seitenneigung nach links steht oder fährt, kann das Öl natürlich aus dem Differenzial ins Vorgelege laufen.
 
Hallo zusammen,
vielen Dank für die Antworten, erstaunlich wie schnell man hier geholfen bekommt.
@ Jörg:
Ich habe mit einer Taschenlampe in das Achsrohr geleuchtet, konnte aber keine Abdichtung zwischen Differential und Achsrohr sehen!

Scheint wohl die erste Version von den Achsen von Werk aus ohne Dichtung ausgeliefert worden sein.
(Hatte die Vermutung das der Vorbesitzer die Achse mal zerlegt hat und den Dichtring
nicht mehr eingebaut hat.)

Mit freundlichen Grüßen
Andy
 
Hallo Zusammen,

wie Reiner oben andeutet müsst Ihr nicht Richtung Differenzial ins Achsrohr schauen sondern aus dem Achsrohr Richtung Vorgelege. Im Vorgelege ist ein Dichtring eingebaut, der eigentlich die beiden Öl-Haushalte von einander trennt.
 
Moin Jürgen,

Christoph schrieb doch bereits, dass links nichts iss. :)

Vielleicht kann man das ja ändern. :wink:

In irgendeinem ET-Buch habe ich mal etwas von einem Spezial - Wellendichtring gelesen, welcher ab einer

bestimmten Achsnummer verbaut wurde!

Eventuell besitzt jemand eine solch späte ET - Liste und schaut mal nach.

Ein Wedi wie auf der rechten Seite, links montiert, könnte vielleicht auch Abhilfe schaffen.
 
Hallo Reiner,

gemäß meiner ET-Liste für den 411 ist eingangsseitig im Vorgelege (Rechts & Links) auch bei der neuen Achse eine Dichtung vorgesehen / vorhanden ebenso wie bei den U40 (U421) gemäß EPC.

Wenn die Dichtung nicht da wäre hätte ich vielmehr Angst, dass das Vorgelege leer gepumpt wird als dass es überläuft.
 
Liebe Unimog-Freunde,

bei den Achsen gibt es nach meiner Erfahrung weitaus mehr Varianten als sie allgemein dokumentiert sind. Siehe auch hier: http://www.unimog-community.de/phpBB3/die-wechselvolle-und-spannende-geschichte-eines-dichtrings-t86142.html?hilit=wellendichtring

Eine ähnlich große Vielfalt scheint es bei den übrigen Dichtungen oder NICHT-Dichtungen an den neuen Achsen zu geben. An zwei Achsen von 1963 und 1965 war jedenfalls keine Dichtung zum linken hinteren Vorgelege eingebaut und es war auch nicht möglich dort noch eine nachzurüsten, weil die Welle gar keine Dichtfläche hatte (siehe Schnittbild).

@ Jürgen
Dass das Öl aus dem Vorgelege in die linke Achshälfte gefördert wird, ist zwar unwahrscheinlich, denn das Niveau liegt um etliche Zentimeter tiefer als der Durchlass zur Achse, aber doch möglich. Denn Ritzel und Antriebsrad im Vorgelege können eine Zahnradpumpe bilden, wenn bestimmte Ungenauigkeiten und Bedingungen innerhalb des Vorgeleges aufeinander treffen (siehe auch Schwierigkeiten bei den größeren Baureihen).
 

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Hallo,

also bei den letzten Hinterachsen der Serie (vermutlich die letzten 522 Stück) gibt es auf beiden Seiten Dichtungen. Das sind die gleichen wie beim Achsschenkel vorne, die mit dem großen Blechring. Diese liegen unter dem Außenring des größen Kegelrollenlagers, das halb im Aschsrohr und halb im Achsschenkel liegt. Zusätzlich gibt es hinter dem Kegelrollenlager des Differentials auf der langen Achsrohrseite, wo kein Sperrenkolben sitzt (der sitzt im kurzen Achsrohr) ein Ölabweisblech ohne Dichtung, ebenfalls hinter dem Lageraußenring eingeklemmt.

Ob die Lagersitze um die Blechstärke des Dichtrings tiefer eingedreht sind ist mir nicht bekannt. Das würde über die Nachrüstbarkeit bei älteren Achsen entscheiden. Die Unterlagen zur Einstellung des Axialspiels der Kegelrollenlager sind auf jedenfall zu dünne, dass ihr Entfernen ausreichend Platz für den Blechring bieten würde. Die Achsschenkelgehäuse scheinen gleich geblieben zu sein, aber das Achsrohr scheint einen tiefer eingedrehten Lagersitz zu haben.

Bilder der eingebauten Dichtungenkann ich nach dem Lackieren beim Zusammenbau machen, falls Interesse besteht.

Gruß,
Markus
 
Hier Bilder vom Dichtring, teilweise mit Lagerschale des Kegelrollenlagers.

Markus
 

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Hallo Markus,

das sieht interessant aus.
Meinst du mit den letzten 522 aus der Serie 411b oder 411c?
Mess doch mal die Tiefe des Lagersitzes, wenn du die Möglichkeit hast. Sollte ich meins noch mal auseinander nehmen, mess ich ebenfalls noch mal. Oder jemand anderes mist bitte mal. Und die Blechdicke von dem Dichtring.
Ist der Dichtring ein Teil? Also Dichtung mit dem Halter oder sind das zwei Teile (Dichtringhalter und Dichtring? Gibts ev. eine Ersatzteilnummer? Vielleicht lässt es sich ja nachrüsten. Vorrausgesetzt die Oberfläche der Antriebswell gibt das her.
:danke
 
Hallo Jörg,

extra für dich das Lesegerät herausgekramt. Auf dem Microfich von 1996 ist die Teilnummer 416 331 01 58 für den Dichtring angebegen. Der Blechring am Diff hat die Nummer 002 997 28 40.

Der Dichtring 416 331 01 58 ist auch am Achsschenkel vorne verbaut. Der Dichtring ist ein Teil, das Gummi ist auf den Blechring vulkanisiert. Der WDR von MogParts ist zweiteilig, Blech und eingepresster RWD. Die Blechstärke ist 1,5mm.

Die Tiefe vom Lagersitz kann ich erst messen, wenn ich das Achsrohr gestrahlt und lackiert habe, denn zur Zeit sind die Flansche mit Platten abgedeckt.

Da der Ring in der VA bei den letzten 522 Stück 411c geändert wurde, gehe ich davon aus, dass es an der HA genauso war.

Achtung, der Ring von MogParts passt nur mit dem Kegelrollenlager 30309! Teilweise wurden auch 31309 verbaut, hier kollidiert der Käfig des 31309 mit dem RWD. Das Original von DB passt bei beiden Lagern. Die Lager sind von der Breite und den Durchmessern gleich, nur die Käfige sind anders. Daher habe ich an der VA auf 30309 gewechselt um den WDR von MogParts nutzen zu können. Und dieses trifft auch wieder auf die letzen 411c zu (ab FIN 411.1xx-039059).

Gruß,
Markus
 
Hallo,

Bei meinem 411.119 von 1965 hab ich ebenfalls das Problem, dass das Öl vom Differential in das Radvorgelege läuft. Mich würde deswegen auch mal interessieren ob ein Nachrüsten der Dichtung möglich ist. Laut der Schnittzeichnung von Optimog, welche eine E Achse sein müsste, ist es ja leider nicht möglich. Allerdings wurde an der Achse ja ständig auch verändert. Bei mir ist auch eine E-Achse verbaut, aber der Verschleißring ist schon wieder anders als auf der Schnittzeichnung (Die Version mit Drall). So zumindest an der Vorderachse. Den gleichen Verschleißring muss es aber auch hinten gegeben haben. Vielleicht wurde ja auch etwas am Achsrohr und der Welle geändert, sodass ein Nachrüsten des Simmerrings möglich ist. Hat da vielleicht jemand Erfahrungsberichte zu?

Gruß Max
 
Für eine Nachrüstung muss die Welle auf jeden Fall auch eine Dichtfläche haben, nur der Platz im Achsrohr hilft wenig. Übrigens ist im Achsrohr noch ein Röhrchen, welches das Radlager mit dem Achsrohr verbindet. Im Achsrohr ist das Röhrchen geklemmt. Wenn es fehlt, nutzt auch die Dichtung nichts.

Gruß,
Markus
 
Die Tiefe des lagersitzes im Achsrohr mit Dichtung ist 13mm. Das dritte Bild zeigt die durch den RWD notwendig gewordene Achsnetlüftung.

Viel Spass beim Nachrüsten.

Markus
 

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Hallo Max,

gerne. An Differential der Blechring soll laut einer Ausgabe des WHB ein Nilosring sein. Das ist normalerweise eine zusätzliche Lagerabdeckung, die sich je nach Bauart in den Innen- oder Außenring leicht einschleift und so eine ziusätzliche Labyrinthdichtung bildet. Im 421 wurde der später wieder weggelassen.

Das Entlüftungsröhrchen ist im Achsrohr mit einer Metallspange gesichert, dass es am Rand bleibt und beim Einstecken der Antriebswelle nicht im Weg ist. Die andere Seite ist eingeklebt und mit dem Lagersitz der hinteren Radlagerung verbunden.

Ich denke, jetzt haben wir die Abdichtung der letzten Generation der Hinterachsen am 411 komplett.

Gruß,
Markus