Radvorgelege-Schaden ... BMW-Diesel zu stark???

Muli

New member
14. Dez. 2005
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www.mog-weidhausen.de
Vor zwei Wochen ist mir beim Versuch einen KorkenzieherHaselnußBusch aus dem Garten zu ziehen ein Radvorgelege zu Bruch gegangen...
Und das mit leicht erhöhtem Standgas, im 1. Rückwärtsgang...
Ist das jetzt das Alarmsignal der Leistungssteigerung???
Habe mir schon überlegt mein Motorchen noch einen Turbo zu spendieren... Ich glaub ich laß das lieber. Was meint Ihr?
Anscheinend sind die ca. 115 BMW-6 Zylinder-PS wirklich genug.
 

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Hallo Thomas,

//Mitleidmodus AN// Solche Bilder sieht keiner gerne!

Natürlich kann der BMW Diesel bei Drehzahlen nahe Leerlauf mehr
Drehmoment entwickeln, als der Orginalbenziner. Allerdings sollte
zumindest theoretisch jedes einzelne Rad (bzw. Radvorgelege)
das "dort ankommende" Drehmoment aushalten können. In der Theorie
kann es ja vorkommen, dass nur noch ein einziges Rad die Vortriebskräfte
überträgt, weil alle anderen Räder ohne Kraftübertragung im Matsch
rühren. Auch praktisch ist diese Situation nicht selten.

Ohne weitere Kenntnisse ist es schwer zu sagen, ob das Moment zu groß
gewesen ist.
- War Allradantrieb drin?
- An welcher Achse /welches Rad ist das Vorgelege gebrochen?
- Hat es Lastschläge gegeben?
- Hat die Bruchstelle am Zahnrad Anzeichen von Altbrüchen und Rest-
Gewaltbruch?
Mit meinem 404 und Orginalmotor habe ich schon einige Bäume
ausgerissen, teilweise bis 30 cm Stammdurchmesser. Bislang ist da
nix passiert. Vielleicht hatte ich auch nur Glück aber zimperlich wurde
dabei nicht vorgegangen.

Da dein Motor nahe Leerlauf gedreht hat glaube ich nicht, dass er seine
115 PS wirklich entfaltet hatte. Es wird eher eine andere Ursache haben.

Schöne Grüße aus Viersen

Klaus Gartz
 
Hallo Thomas,

was Klaus schreibt, ist sicher richtig. Man wird ja davon ausgehen müssen, daß der Benziner den Busch auch rausgerissen hätte - oder eben nicht - also kann es am stärkeren Drehmoment von BMW nicht gelegen haben.

Laß mal die Bruchstellen von einem Schadensexperten begutachten. Ich kann mir nur vorstellen, daß zunächst die Zähne geflogen sind und es als Folge dessen das Gehäuse zersprengt hat.
 
Hallo,

also es ist definitiv zuerst das Ritzel gebrochen. Ich bin selbst Meister (Metall) und konnte keinerlei Vorschädigungen am Zahnradtrieb feststellen, das Öl, was noch sichtbar war hatte keinerlei Verunreinigungen oder Späne usw.. Das Fahrzeug stand auf Teer, Allrad und Sperren waren eingelegt, bin rückwärts gefahren, schon langsam,gerade, gleichmäßig und hab langsam Gas gegeben. Dann hats knack gemacht und das Vorgelegeöl ist ausgelaufen... Habe meinen Mog sonst auch im Wald und bei Entwurzelungsaktionen im Einsatz... sonst ziehe ich aber über die Winde und Bremse das Fahrzeug nur ab. Schätze mal das war ein Zusammentrefen unglücklicher Umstände... 12,5er Reifen, mehr Leistung...

Muli
 
Moin,
mir ist auch schon ein mit OM617 verdieselter 404 über den Weg gelaufen, der auch ein zerbröseltes Radvorgelege hatte. Thorsten meinte aber, dass es wahrscheinlich nicht am Dieselmotor liegt. Er schreibt bestimmt noch was dazu.
Gruß Stefan
 
uiuiuiu


Da sind Zähne geflogen und haben das Gehäuse gesprengt! An der Leisung liegt das meiner Meinung nach nicht, da gab es schon wesentlich heftigere Umbauten und die haben dieses Schadensbild nicht zu wege gebracht.
Vermute eher das der Umstand Allrad/Sperren/Teer dazu geführt hat, in Verbindung mit den Michelin die du fährst und dem erhöhtem Standgas (also dort wo der Diesel meistens das höchste Drehmoment hat), hat sich da eine brutale Belastung aufgebaut die nirgends hin konnte. So das halt in deinem Fall ein Vorgelege aufgegeben hat.
Ich spekuliere mal, hättest du mehr Gas gegeben so das die Räder radieren wäre nichts passiert.
Die Sperren rausgelasen und es wäre vermutlich auch nichts passiert die sollen ja ohnhin genau aus diesem Grund nur auf losem Boden eingeschaltet werden.
Das Fahrzeug konnte einfach nicht die Last im Antriebsstrang verteilen.

Tschau Torsten
 
Hallo Zusammen,

Wenn man die bisherigen Fakten mal zusammenzieht scheinen mir die
größeren Reifen noch am ehesten die Ursache zu sein. Durch die
größeren Reifen wird der Hebel größer ( gleich mehr Kraft) gegen den
der Durchmesser des Zahnrades im Radvorgelege "anzukämpfen" hat.

Bei kleineren Reifen hätte das Reibmoment Gummi-Asphalt unter Umständen noch durch die Kraft, die das Zahnrad im Vorgelege
aufbringen kann, überwunden werden können. Dann hätte das
Rad auf dem Asphalt durchgedreht und es wäre (ausser
Gummiabrieb) nix passiert.

Soweit die Theorie.

In der Praxis habe ich das mit dem Durchdrehen auf Asphalt schon mal gehabt:
Wurzel im Boden, Seil in ca. 1 m Höhe am Baumstumpf, anderes Ende
an Kupplungsmaul vorne, Rückwärtsgang, Allrad, Sperre, alle
vier Räder (10/10,5-20 mpt mil) drehen durch. Geknackt hat da nix.
Aber ich denke, auf Grund der Bilder von Oben, mache ich das
so nicht wieder.

Schöne Grüße aus Viersen

Klaus Gartz
 
Hallo Muli,

Du schreibst

Das Fahrzeug stand auf Teer, Allrad und Sperren waren eingelegt, bin rückwärts gefahren, schon langsam,gerade, gleichmäßig und hab langsam Gas gegeben. Dann hats knack gemacht

Das verstehe ich so, dass Du mit losem Seil angefahren bist und dann sich das Seil mehr oder wenig mit einem massiven Ruck gespannt und das Fahrzeug ausgebremst hat.
Dann die Frage an die Experten, kann es durch diese kurzzeitige Stossbelastung zu höheren Kräften im Antriebsstrang/Vorgelegen unter den Randbedingungen (Allrad, Sperren etc) kommen als wenn Muli versucht hätte, das Seil erst zuspannen und dann im Prinzip loszufahren?
 
Hallo Jürgen,
genau so ist es, erst vorspannen und dann ziehen.

Wenn man überlegt was bei einem "Ruck" so alles an Kraft abgebremst wird, auaa

Ich werde jetzt auch ein wenig vorsichtiger mit meinem Moggle sein

Grüsse: Hugo
 
Hallo Jürgen,

Es könnte durchaus sein, dass sich ein plötzlicher Lastschlag durch das
Spannen des Seiles ergibt. Wenn dann noch die unglücklichen Umstände
Allrad, Sperre, Asphalt hinzukommen, können die dynamisch angfreifenden Kräfte (Schwung) durchaus viel größer werden, als ein Radvorgelege aushält.

Deswegen (und das hatte Thorsten Pohl ja schon geschrieben) wird ein Einlegen von Sperre und Allrad auf Asphalt und festem Untergrund
nicht empfohlen. Ausserdem, aber das ist hier zweitrangig, kann man
bei eingelegter Sprre auf festem Untergrund und gutem Reibschluss zwischen Rad und Boden kaum lenken.

Trotzdem kommen im Fall von Thomas ungünstige Umstände zusammen.
Beim RÖDELN im Wald kann man ja schlecht einen Rechner mitführen, der
pausenlos sämtliche Kraftverktoren analysiert und dem Fahrer
entsprechende Hinweise gibt. Das haben die Konstrukteure des 404 auch
gewusst und haben das Fahrzeug entsprechend stabil gebaut. Normalerweise sollte eine MOG- Achse sowas aushalten.

Schöne Grüsse aus Viersen

Klaus Gartz
 
Hallo,

schön das sich so viele Gleichgesinnte für mein kleines Mißgeschick interessieren, ich möchte noch anmerken das eigendlich kein Ruck auf dem Antriebsstrang gekommen ist. Bin mit schleifender Kupplung angefahren und nachdem das Seil straff war hab ich dann Stoff gegeben.
Das mit der Sperre nur auf losem Untergrund ist mir schon klar, nachdem ich aber gerade zurückfahren konnte dürfte das nicht wirklich ein Problem geben.

Ich denke mittlerweile wirklich es ist eigentlich hauptsächlich ein Reifenproblem, die Haftung der 12,5-20 Michelin ist halt doch enorm höher als bei Standard 10,5-20ern.

Naja, was solls... war halt mal wieder aus Fehlern lernen. Man sollte halt doch wenn man eine Winde hat damit ziehen und nicht fahren....

Man sieht am Zahnrad bei 3 Zähnen einen eigentlich gleichmäßigen relativ glatten Bruch, also keinerlei ungleichmäßigkeiten in der Härte des Materials usw.
Die abgebrochenen Zähne waren auch der Grund für den Gehäuseschaden.

Und zur Aussage "eine unimogachse sollte das aushalten" möchte ich noch anmerken, das die Achsen eigentlich ja für 401/411 kalkuliert waren und da waren es nur max. 35 Diesel-PS.

Und ich denke mal das halt auch beim Benziner bei gleichem Drehmoment wesentlich höhere Drehzahlen benötigt werden und somit die Haltbarkeit wesentlich eher gewährleistet war.

Grüße aus Franken
 
Der kleine Motor mit den kleinen 12.5 Reifen schafft soetwas normalerweise nicht! Es sieht aus wie ein BW 404!? Mat stuffe 4?? Einige 404 Zahräder die bei der Überholung benutzt wurden waren in sehr schlechter Qualität! Das selbe gilt für die Radvorgelegegehäuse. Oft ist es auch falsche Montage.
 
Hallo alle zusammen,
ich habe die 404 Achsen unter einem Jeep Cherokee als Trialfahrzeug gehabt.
Rund 175 Ps und ca 300Nm.

Mir sind Sperrkörker in der Achse zerbröselt.
Der Stift der Sperrenklaue verbogen und ein Doppelkreuzgelenk auseinander geflogen :oops:

Aber die Radvorgelege haben nie versagt ....

Bereifung war erst 9.00-18 und nachher 12.00-18 vpn nem russischen Schwimmpanzer. Vergleichbar mit der deutschen Größe 12,5-20.

Ich denke das die Zahnräder im Vorgelege nicht so eingestellt waren das sie bis auf den Grund gegriffen haben und deshalb die Lastspitze nicht aufnehmen konnten.

Schöne Feiertage
Stephan