Reifenreparatur

KlausWeiss

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01. Apr. 2005
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München
Hallo Forum !
Vor ein paar Wochen habe ich mir in Frankreich die einzige Schraube, die in der Bretagne auf der Straße lag, in den Hinterreifen meines VW T5 gefahren. Also Rad wechseln und zum Reifengesundmacher. Dabei habe ich nachgezählt: Reifen von der Felge, Reifen reparieren, Reifen auf die Felge, Reifen auswuchten, wie das hier bei uns so gemacht und einzeln berechnet wird.
Aber man staune. Der flinke Franzmann zog die Schraube raus, bohrte das Loch mit einer Art Raspel etwas auf und zog einen mit Gummilösung bestrichenen Gummistöpsel ins Loch. Was überstand schnitt er ab. Das Ganze kostete 8 Euro und ich habe seither keine Luft verloren. Wenn das bei einem T5 funktioniert, der 180 km/h fährt, dann muß es doch auch beim Unimog mit schlauchlosen Reifen gehen. Das heißt, man müßte das Rad gar nicht demontieren, man könnte es auch gleich so reparieren. Das wäre eine ziemliche Beruhigung für die Fernreisenden unter uns.
Gruß aus München
Klaus
 
Hallo, also derartige Reparaturen funktionieren, wenn das Schadbild in der Lauffläche liegt, habe das selbst auch schon bei diversen Reifen praktiziert, derartige Rep-Sätze gibt es im Landmaschinenhandel oder KFZ-Zubehör.
Der Flicken wird aber von innen nach aussen geführt, dazu ist eine zumindest einseitige Demontage schon notwendig, da der Bereich um das Loch auch angerauht werden soll, bevor die Vulkanisiermasse ( Zement ) aufgebracht wird.
Übrigens lassen sich auch Schlauchreifen mit den Flicken wie beim Fahrradreifen flicken, auch hier ist halt das Abziehen die meisste Arbeit.
Mein Erfahrungswert, je grösser die Reifen, desto einfacher! ( Zumindest solang es sich im Landmaschinenbereich verhält )
Stefan Fuchs
Münchner Süden
 
Moin Klaus,

schön das Du schriebst "der flinke Franzmann" und nicht "der flinke Fachmann" :evil:

Wer mit solch einem dilettantisch "geflickten" Reifen auf einem T5 (der 180 läuft) weiterfährt, ist meiner Meinung nach entweder sehr leichtsinnig oder sehr blauäugig.

Bei Bau- und Landmaschinen wird aber so verfahren.
 
Hallo

Die Gummischnüre verwende ich auch, geht hervorragend ohne Reifendemontage, bei größeren Löchern kann mann sogar mehrere nebeneinander machen je nach Lochgröße. Die Schnüre kann man mit oder ohne Vulkanisierflüßigkeit verwenden, mit ist besser. Das ganze vulkanisiert vollständig aus und ist belastbar.
Die Flicken (Pilze) die von innen nach außen eingezogen werden kann ich ebenfalls empfehlen, wir sind im Jahr 2003 mit mehrfach geflickten Reifen auf unserem Toyota Landcruiser in Algerien abseits aller Pisten gefahren. Was diese Dinger halten ist einfach super.
Im Nutzfahrzeugbereich wird diese Art von Flicken sehr oft erfolgreich eingesetzt, ich fahre so einen geflickten Reifen schon über 60 000 km auf meinem Auflieger ohne Probleme, wir fahren fast immer mit voller Beladung, 40 to.
Bei Verletzung der Flanke läßt sich diese Rep. allerdings nicht durchführen.

Gruß Andreas
 
Hallo Andreas
ich habe noch einen alten Mogreifen, an dem werde ich jetzt mal üben. Der Mog fährt ja auch nicht so schnell, da wird es dann schon funktionieren. Bei meinem T5 hat es wohl auch funktioniert. Nach fast 4000 km ist noch keine Luft entwichen. Die Antwort von Reiner hat mir allerdings schon zu denken gegeben. Ich fahre zwar höchstens mal 150 km/h aber trotzdem überlege ich mir eine Nachreparatur.
Gruß Klaus
 
Man bekommt Flickzeug für Nutzfahrzeug Reifen, bei jedem Outdoor Ausstatter, da haste diese Pilze zum durchziehen durch die Löcher,
nichts anderes wie beim Fahrrad Reifen, hier haste auch die Flicken
wie beim SChlauch nur das beim Mantel eine Art Nippel dran ist. Den
Nippel durch den Manten und stehen lassen, später wenn trocken ab-
schneiden hält.

Nur ich warne auch:
Wenn die Lauffläche verletzt ist mit Schraube oder Bolzen durschlag
bzw. Einfahrschaden ist der Zeitpunkt des Platzen des Reifen nicht mehr
sehr weit. Durch den Einfahrschaden sind meistens.... die Metaladern im
Reifen zerstört, diese reissen auch weiter,... sieht man zwar nicht ist aber
so. Vor allem wenn Feuchtigkeit in das Loch kam kommt, dann rosten die
Metaldrähte weiter und ihrgend wann.... PENG..
 
SZTOY hat es auf den Punkt gebracht:
Die tragende Struktur des Reifens ist verletzt und daher geschwächt, weil zumindest einzelne Stahldrähte des Gürtels durchtrennt sind. Im Betrieb treten allein durch die Fliehkraft (diese nimmt bei hoher Geschwindigkeit exponentiell zu!!!) hohe Kräfte auf, die zur Folge haben (können), daß nach und nach weitere Drähte reißen werden. Damit werden die verbliebenen Drähte erst recht überlastet und der Reifen löst sich dadurch dann oftmals schlagartig auf, wenn die innenliegende Tragstruktur aufgibt. Der Schaden tritt üblicherweise bei hoher Geschwindigkeit auf, da die Umfangs-/Fliehkräfte dann am größten sind. Wird keine abdichtende Vulkanisierflüssigkeit verwendet, verstärkt sich der "Zersetzungsprozeß", weil durch eindringende Feuchtigkeit die Drähte auch noch korrodieren.

Resumée aus sachverständiger Sicht:
Derartige Reparaturen sind im Bereich der Lauffläche möglich, aber es besteht ein hohes (zeitlich verzögertes) Schadensrisiko eines Reifenplatzers bei hoher Geschwindigkeit. Gut geeignet also für Reifen, deren Profil sowieso bald verschlissen sein wird und die langsam laufen!
 
Hallo,

Hatte selbes Problem vor Jahren am Auto, wurde in deutscher Fachwerkstatt ebenfalls mit einem Stopfen repariert.

ABER!!!
Der Fachman teilte mir mit, das ich mit diesem Reifen (war ein Winterreifen) dann nicht mehr auf die Autobahn dürfte und spätestens zur nächsten Wintersaison einen neuen Reifen draufmachen sollte. Er wollte nicht mal mit sich reden lassen, dass ich auf der Autobahn eh nur maximal 120km/h fahre, da das Auto nicht mehr hergab.

Also, bei solchen geflickten Reifen auf der Autobahn echt vorsichtig sein!

Grüße und möglichst keine Reifenpannen
Toni