Reparatur Achssperren 403

benz

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23. Aug. 2011
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Mühlhausen
Hallo zusammen,

bei der ausgiebigen Probefahrt mit Zuschaltung der Achssperren musste ich feststellen dass diese zwar schalten, aber im Achsgehäuse undicht sind. Ich denke mal da der Vorbesitzer sie nicht genutzt hat, sind Rost im Zylinder und 40 Jahre alte Dichtungen die Ursache.

Ich hab mir das Ganze schon mal angeschaut und wollte zuerst nur die rechte Achshälfte der Hinterachse unter dem Unimog entfernen und nicht die ganze Achse ausbauen. Da die Hinterachsrohre mit Dichtmasse am Differentialgehäuse abgedichtet sind wird sicher hinterher die linke Seite ebenfalls undicht sein, oder gibts da einen Trick das zu verhindern.
im WHB ist von einem Montagebock die Rede.

Hat schon mal jemand von Euch auf diese Art und Weise die HA zerlegt und wieder zusammengebaut?

Nach meiner Datenkarte ist eine VA mit Nr. 20270 und eine HA mit Nr. 14535 verbaut.

Laut WHB wäre die VA dann eine G-Achse und die HA eine F-Achse. Worin liegt der Unterschied zwischen den beiden Arten der Achsen, außer dass die Schubrohrmaße unterschiedlich sind?
 
Hallo zusammen,

gestern habe ich den Dichtring vom Sperrenkolben der HA gewechselt. Ausbauen ließ sich das Teil einfach mit einblasen von Druckluft.
Da kein Rost im Achsgehäuse und am Sperrenkolben vorhanden war und sich die Dichtung noch recht straff im Achsrohr bewegte denke ich mal dass der Wellendichtring im Vorgelege undicht sein muss und die Luft dort entweicht.

Hat jemand Erfahrung mit diesem vermuteten Fehler?
 
Hallo Rainer!
Kann laut diesem Schnittbild nicht sein
 

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Hallo Herbert,

das Bild habe ich im WHB auch gesehen und da sind 2 Ringe drauf einer auf dem Kolben und einer im Achsrohr.

Da es wohl 2 unterschiedliche Teilenummern für den Dichtring auf dem Kolben gibt habe ich ihn von MB raussuchen lassen.

Als für VA und HA zusammen nur 2 Stück bestellt wurden habe ich bei der Abholung noch mal nachgefragt. Die Antwort des Teilemenschen war, dass sich bei der Abdichtung des Sperrenkolben etwas geändert hat und nur noch ein Dichtring verbaut ist und wenn das so nicht passt dann muss noch der Sperrenkolben getauscht werden.

Im Achsrohr habe ich trotz guter Beleuchtung keinen Ring gesehen.
Evtl. hat der Vorbesitzer den Ring schon nicht eingebaut, denn beim zuschalten der Sperre fällt der Kesseldruck pro Minute um ca. 1 bar und das bei neuen dichten Leitungen.

Die abgeholte Teilenummer ist A 417 997 00 41.

Kannst du mir evtl. die Teilenummer von dem Ring nennen der im Achsrohr montiert ist?
 
Hallo Reiner,

habe die Rep. auch durchgeführt. Bei mir waren zwei gleiche Ringe (A417 997 00 41)
Allerdings einer auf dem Sperrenkolben und einer im Achsrohr.
Siehe Schnittzeichnung.
War mir garnicht bewust, das es auch eine Ausführung mit zwei Ringen im Achsrohr gibt.

Gruß Bernd
 

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Hallo Bernd,

kannst du evtl. mal nachschauen welche ET-Nummern du gekauft hast?

Der von mir montierte Ring befindet sich auf dem Sperrenkolben und so wie es aussieht fehlt der vom Achsgehäuse.
Der auf dem Sperrenkolben ist innen glatt und hat die Dichtlippen aussen und dürfte so nicht ins Achsrohr gehören.
 
Hallo Reiner,

bei mir waren es zwei gleiche Ringe mit quadratischen Querschnitt, ähnlich die von Bremskolben, ohne Dichtlippen.
(Bin mir da aber nicht mehr zu 100% sicher)

Gruß Bernd
 
Liebe Dichter,

wenn die Abmessungen der Einbauräume heutigen Standardabmessungen entsprechen, wären handelsübliche Quadringe, die es sogar mit Beschichtungen (Teflon ...) gibt, auch eine gute Möglichkeit!
 
Guten Morgen und Frohe Weihnachten,

die Reparatur habe ich auch schon durch, einer von den Dichtringen sitzt auf jedenfall auf dem Kolben.

Frohe Weihnachten

MfG
Cord
 

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Hallo zusammen,

ich habe gestern noch mal den Sperrenkolben aus der vormontierten Achshälfte ausgebaut.
Dort wo laut WHB der 2. Dichtring im Achsrohr sein soll ist bei mir eine leere Nut, das dürfte auch den hohen Luftverlust beim einlegen der Sperre erklären. Auf dem Foto kann man das nicht wirklich erkennen.

Die Nut, wie von Christoph vorgeschlagen, mit einem Meßschieber zu messen funktioniert nun leider nicht, da es die Platzverhältnisse nicht hergeben und die Welle ja auch noch vorhanden ist.

Nach Neujahr werde ich mal in die Unimog-Werkstatt fahren und sehen ob der Meister dort eine Lösung für mich hat.
Was mir im Nachhinein auffällt ist, dass die bei MB gekauften Dichtringe nicht in einer Tüte mit der MB-Nr. drauf geliefert wurden, sondern in einer neutralen Tüte ohne Nr. verpackt waren.

Und hier das Bild der ausgebauten Teile.
 

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Hallo Reiner,

Vielleicht kann Dieser Link Ihnen helfen. :wink:

http://www.mijnalbum.be/Album=UNNEYU4D

Gr. Theo
 
Hallo Reiner,

in Theo's Link sind eindeutig Quadringe zu erkennen. Wenn man davon ausgeht - was nach Bernd's Schnittbild sehr wahrscheinlich ist, dass beide gleich sind, kannst Du die Einbaumaße am Kolben messen.

Und beim Einbau neuer Dichtungen immer darauf achten, dass sämtliche Oberflächen (statische und gleitende) die vorgeschriebene Oberflächenqualität haben und sauber sind!
 
Hallo zusammen,

meine Ringe sehen eindeutig anders aus als die Quadringe von Theo, wie eine Stangendichtung, deshalb will ich mal in die Unimogwerkstatt, weil ich davon ausgehe dass MB mir die Ringe aus irgend einer Verpackung abgepackt hat und die Teile halt nur auf den Kolben passen aber nicht in das Achsrohr.

Nach genauer Suche im EPC mit der o. g. Teilenummer stehen 2 Stück drin, wenn es die Bauform wie auf Theos Bild ist dann passt der 2. Ring ins Achsrohr.
 
Hallo Benz,
wie schon Bernd geschrieben hat gehören in die Achse 2 Dichtringe A417 997 00 41. Das sind Quadringe, also im Querschnitt wie auf Bernds Zeichnung. Mit anderen Dichtungen wirst du Probleme bekommen. Quadringe nimmt man wenn sich Teile axial bewegen, bei O-Ringen besteht die Gefahr, dass sie sich verdrillen, Rechteckringe haben eine höhere Reibung und dichten auch nicht so gut. Als Ersatz könnte man auch eine Kolbendichtung einsetzen, man benötigt dann aber zwei verschiedene, eine auf den Kolben und eine zum Einbau ins Achsrohr.
Wie hast du denn jetzt deine Achse zerlegt? Komplett ausgebaut oder nur eine Hälfte weggeschraubt? Blieb die andere Seite zu? Hast du das Vorgelege abgeschraubt?
Gruß und viel Erfolg
Peter
 
Hallo Peter,

ich habe nur die rechte Hälfte abgebaut und unter dem Mog vorgezogen.
Die linke Hälfte ist mit Rad noch dran und mit Halter gesichert.
Das Vorgelege wollte ich nicht öffnen.

Die Funktionsweise der unterschiedlichen Abdichtungen kenne ich und wie du auf dem Bild siehst hat der auf dem Kolben eingebaute Ring 2 Kanten zur Abdichtung auf der Innenseite ist er glatt, deshalb werde ich den 2. Ring gleicher Bauform obwohl von MB geholt nicht im Achsrohr einbauen.

Ich mache die Tage mal ein Foto von dem Teil.
 
Hallo Reiner,

ich mache gerade bei einem 411 neue Achse die Sperren die sind eigentlich fast gleich.

Bei 411 gibt es je nach Fahrgestellnummer 3 Verschiedene Varianten der Dichtungen.

Die ersten beiden Varianten haben noch einen Dichtringhalter eine Laufbuchse in der sich der sich der Kolben bewegt.
Innerhalb dieser beiden Varianten gibt es aber schon verschiedene Dichtringe und Kolben. Hier werden Nutringe einmal als Stangendichtung und einmal als Kolbendichtung verwendet.
Bei dieser Variante muss aber auch noch der Dichtringhalter mit O-Ringen gegen das Achsgehäuse abgedichtet werden.

Die letzte Ausführung der Sperre hat keinen Dichtringhalter mehr. Die Lauffläche in der sich der Kolben bewegt ist direkt in das Achsgehäuse gedreht worden. Bei dieser Variante wird der bereits erwähnte "Quadring 417 997 00 41" verwendet. dieser hat 4 gleichförmige Ecken und wird sowohl als Stangen und Kolbendichtung verwendet. Sprich es werden pro Achse zwei identische Ringe benötigt.

Wenn du also einen Ring hast der innen Glatt ist, dann wird das eine klassische Kolbendichtung sein, wahrscheinlich aus einer der Vorgängervarianten der Sperre.

Reiner hast du einen Ersatzteilkatalog von deinem Unimog??
Ich habe leider nur den 411 Katalog.

Über die Fußnoten bekommst du heraus, bei welcher Fahrgestellnummer welche Variante an Dichtringen gebraucht wird.

Die Teile-Nummer wird dann aber meistens beim Händler nochmals in eine aktuelle umgeschlüsselt.

Mein 411 brauch laut Ersatzteilliste den "VL-Dichtring 000 997 79 41"
Mein Händler hat das ganze dann auf den besagten "Quadring 417 997 00 41" umgeschlüsselt.

Ich denke, dass auch du diesen Ring benötigst.
Aber das sollte nochmals jemand mit einem 403 Ersatzteilkatalog und der Fahrgestellnummer prüfen.


mfg
Andreas
 
Hallo Andreas,

ich hab EPC und wegen der unterschiedlichen Dichtringe habe ich die vom Teilemenschen raussuchen lassen. Die Nr. der gekauften Ringe steht oben und auf der Rechnung.
Ich vermute mal das man mir einfach die falschen Ringe mit der richtigen Nr. verkauft hat. Im neuen Jahr wissen wir mehr. Ich melde mich dann mit dem Ergebnis.
 
Hallo Ihr Dichter,

bei Mercedes wurde im Laufe der Zeit die Dichtungstechnik an einigen Stellen verbessert. So wohl auch an dieser Stelle. Die modernste Lösung ist hier der Quadring. Ein solcher mit Gleitbeschichtung wäre das Optimum.

Der Quadring eignet sich für langsame Bewegungen und kurze Hübe. Er kann sich nicht verdrillen und dichtet gleichzeitig an vier Oberflächen zuverlässig ab.
 
OPTI-MOG schrieb:
Der Quadring eignet sich für langsame Bewegungen und kurze Hübe.

Hier stimme ich zu

und dichtet gleichzeitig an vier Oberflächen zuverlässig ab.

das bezweifle ich :wink:
Jede mir bekannte flexible Dichtung hat in der Nut nach einer Seite freien Platz. bei Dichtungen die radial abdichten, ist die Nut axial etwas breiter, bei axialer Abdichtung ist aussen oder innen (je nachdem, wo der Druck herkommt) Platz zum Ausdehnen der Dichtung, ist zumindest in der Hydraulik so, vielleicht gelten in der Pneumatik andere Regeln
 
Hallo Herbert,

mit Deinen Zweifeln am "gleichzeitig" hast Du tatsächlich Recht. Da habe ich mich nicht exakt ausgedrückt. Auch beim Quadring ist die Nut (Kolben oder Stange) axial breiter als der Schnurquerschnitt und die Ausdehnung durch die Vorspannung. Aber der Quadring darf im Gegensatz zu vielen anderen Dichtungen vor- und zurück wandern. Deshalb wird er auch oft mit einer vorteilhaften und lebensverlängernden Gleitbeschichtung versehen.