Riß zuschweißen

Matze406

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10. Juni 2004
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Hallo zusammen!

An unserem 406 Bj. 75 habe ich an der Verstärkung eines vorderen Querrohres des Rahmens 2 ca. 50mm lange Risse entdeckt.
Es ist das Querrohr vor der Stoßdämpferaufnahme auf der Fahrerseite.
Kann ich die mit meinem MIG/MAG-Schweißgerät zuschweißen oder gibt es da was besonderes zu beachten?

Gruß
Matthias
 
Hallo

Rahmen schweißen ist eine ganz heiße Kiste. Besonders wenn es sich um ein solches Bauteil handelt.

Es gibt die Möglichkeit nach dem einkerben des Risses mit der Flex eine schweißung zu versuchen. Aber ob das hält ist sehr fraglich. Erfahrungsgemäß hält eine gute Elektroden Schweißung dabei besser.

Aber Vorsicht. Sollte der TÜV das sehen wird der nicht begeistert sein.

Gruß

Thomas
 
Eine beliebte Stlle für Rahmenrisse. Von DC gab es dafür m.W. eine Rep-Anweisung. Schweißen alleine ist da nicht ausreichend. Dazu fragst du am besten in einer richtigen Unimog-Wekstatt.
 
Danke für die schnellen Antworten. Ich werde mich dann am besten an eine Unimog-Werkstatt wenden!

Gruß
Matthias
 
Ich gehen einfach mal davon aus, dass die Spannungenan diesen Stellen infolger der enormen Verwindungsfähigkeit zu hoch sind. Ursache ist meines Erachtens die hohe Elastizität der Längsträger, die an diesen Stllen von den Querholmen gestört wird. In diesem Bereich treffen der starrrre Anschlusse auf den Längsträger. Solche Spannungsspitzen im Material führen zwangsläufig zu Rissen. Wer seinem Mog das ersparen will, sollte schwalbenschwanzartige Übergangsflansche anschweißen und die Nährte sauber als Hohlkehle verschleifen. Das ist vor allem denjenigen zu empfehlen, die ihren Mog noch länger auf Extremreisen oder im harten Forsteinsatz noch länger einsetzen wollen.
 
Hallo zusammen,

das ist ein häufiges Problem von Mogs und Tracs im Forsteinsatz.

Auf kurz oder lang hat da fast jeder mal damit zu kämpfen, besonders wenn ein Frontpolder angebaut ist doer war.

Ich hab das bei meinen Tracs damit in den Griff bekommen, mit der Flex weit in die Risse rund um das Querrohr reinzuschneiden und das ganze dann profimäßig zuzuschweißen.

Sauber verschliffen, sieht original aus und hält schon seit gut 10 Jahren je nach Trac.

Grüße Michl
 
Hallo,

ich kenne diesen typischen Risse.
Ich habe meine direkt am Anfang, wo ich den Mog bekommen habe mit Schutzgas zugeschweißt.
Vorher habe ich aber den Riss mit einen Luftschleifer und einen Fräser ausgefräßt.
Das musst Du machen, damit die Kerbwirkung verschwindet.
Bei hat das so lange gehalten, bis ich mit der Seilwinde wieder gearbeitet habe. Diese sitzt bei mir vorne an dem RAhmen.
Denke das beim ziehen mit der Seilwinde die Kräfte zu hoch werden.
2 Jahre hat es gehalten.
Ein Versuch ist es aber wert.

Marcy
 
Hallo Leute!

Bei uns in der Werkstatt werden Auf den Rahmen zusätzliche Bleche aufgeschweißt. Je nach stelle werden 2-8mm Platten verwedet. Bei MAN gab es extra Rep Bleche um die Rahmen von Bussen zu verstärken... Beim Actros wurde einfach nur eine Dicke Stahlplatte aufgeschweißt.
Allerdings sollte man jemand in der Werkstatt haben, der einen Rahmenschweißpass hat.

Ciao Oliver
 
Hallo Zusammen,

mein 406, BJ ´77, hat einen FL mit einer zul. Hublast von 1200kg montiert. Der Vorbesizter hat rd. 1/3 bis 2/5 der Ladefläche hinten mit einem Betonklotz beschwert. Der 406 hat noch keinen HKH. Vor dem Hintergrund der hier angesprochenen Ursachen für eine etwaige Rißentstehung wächst bei mir das Bedürfnis, die in Fage kommenden Stellen bei meinem 406 zu untersuchen. Dank der schnellen und umfassenden Antworten in diesem Forum auf meine Frage bezueglich der Austtattungscodes, ziehe ich jetzt den Trumpf 'C 03 - Rahmenverstärkung', oder hat diese Form der Verstärkung garnichts damit zu tuen? Vielleicht weiss ja auch jemand ganz exact, was sich hinter diesem Ausstattungscode verbirgt.

Lieben Gruß aus dem Odw.
Jimmy
 
Bingo
du hast gewonnen, :D C03 bedeuted verstärkter Rahmen, die beiden Flansche oben und unten am Profil sind um 5mm stärker als in der Serienversion.
 
Hallo,


Rahmenschweißungen sollte man von einem Fachbetrieb machen lassen, wenn man selbst nicht fit darauf ist. Aber mit Schutzgas würde ich solche Stellen nie schweißen, Rahmen immer Elektrode.
 
Habe ich das richtig mitbekommen? Die Risse sind am Längsträger vorne, wo das Querrohr sitzt? Für dieses "Loch" vom Querrhohr gibt es ein Repblech zum Aufschweißen.
 
Selbstverständlich kann ein Fahrzeugrahmen mit "Schutzgas" geschweißt werden. Eine Elektrodenschweißung hält keineswegs mehr als eine Mag-Schweißung. Vorrausgesetzt natürlich, es werden bei beiden Verfahren die gleichen Schweißzusatzwerkstoffe eingesetzt.
Ganz im Gegenteil: das Schweißen mit Elektrode erfordert mehr Handfertigkeit und ist somit anfälliger gegen Schweißfehler.
Im Fahrzeugbau wird heute so gut wie gar nicht mehr mit Elektrode geschweißt, alleine schon aus Gründen der Rentabilität.
Für den Baustellenbereich z.B. werden Elektroden noch eingesetzt, aber nicht aufgrund höherer Festigkeit der Schweißung sondern wegen der geringeren Anfälligkeit gegen Wettereinflüsse beim Schweißen.
Mit einem "Baumarktgerät" , ob Mag oder Elektrode, würde ich allerdings in keinem Fall einen Fahrzeugrahmen schweißen, da bei diesen Geräten die Leistung nicht ausreichend ist. Auch ist bei der Schweißnahtvorbereitung einiges zu beachten, wie weiter oben schon angesprochen.
Rißenden werden grundsätzlich abgebohrt, um ein weiterreißen zu vermeiden. Je nach Art und Zugänglichkeit des Risses kommen auch verschieden Arten der Nahtform in Frage. Und ein sehr wichtiger Punkt ist auch die Art des Grundwerkstoffes und darauf abgestimmt der richtige Schweißzusatzwerkstoff und die richtige Schweißfolge.
Alles in allem also eher was für die Fachwerkstatt...
 
Ich denke Oliver hat mit Schutzgas genau das Problem gemeint, dass der normale Heimbastler nicht den richtigen Draht im Schutzgasgerät (MIG/MAG) hat. Ich weiß aber dass früher bei der Fa Lemmerz bei Haarissen in den Radschüsseln diese mit einem dicken WIG-Gerät einfach zugescholzen wurden, ohne Aufschleifen, allerdings nur bei Anrissen in der Oberfläche. Wurde aber nur bei den Sonderrädern für Baumaschinen angewendet.
Für die Rahmenreparatur würde ich in jedem Falle den Rep-Satz von DC verwenden, da diese wohl den richtigen Werkstoff haben, jedenfalls kein Kuchenblech-Werkstoff.
 
Hallo
Außer einem Sprung in der Schüssel hatte ich auch schon einen Riß im Rahmen. Der Arm, an dem der Panhardstab der Vorderachse befestigt ist, wollte aus dem Rahmen. Die DC-Werkstatt wollte gleich einen neuen Rahmen verkaufen, die Karosserie-Fachbetrieb wollte den Rahmen im Kohlebad und wenn das nicht geht mit Heizdecken erwärmen und dann lieber doch nicht schweißen und die Schweißtechnische Lehr-und Versuchsanstalt wollte das schon machen, aber ich sollte mal eben schnell den Motor, das Lenkgetriebe und alle Hydraulikleitungen an der Stelle und eigentlich aus das Fahrerhaus wegbauen.
Eigentlich ein totaler Fehlschlag, aber alle haben doch ein wenig weitergeholfen: DC rückte mit einer später verbauten Verstärkung heraus, die ich kaufen konnte und mit der Nachricht, daß die Rahmen geschweißt werden dürfen ohne Vor- und Nachglühen. Der Karosseriebauer sprach von einer Farbeindringprüfung, mit der man die ganaue Lage und vor allem das Ende der Risse findet. Und der Mann von der SLV sprach von Draht der Güte 3 und der Möglickeit, zunächst ein Modell der Stelle zu bauen.
Also habe ich den Riß mit der Farbeindringprüfung genau lokalisiert, er ging wesentlich weiter, als mit dem bloßen Auge zu sehen war, und an den Enden Löcher gebohrt. Den Riß habe ich V-förmig aufgeschliffen und am Modell mit den realen Materialstärken in Zwangslage ein wenig mit dem MAG-Gerät geübt. Mit etwa 150 A habe ich dann Wurzel- und Decklage geschweißt und die Verstärkung montiert. Ihr Gegenpunkt ist ebenfalls geschweißt.
Die Reparatur hat Algeriens Gebirge und den Tüv überstanden.
Bange machen gilt nicht!
Grüße, Ingolf
 
Sehr gut Ingolf! Da hast Du eigentlich alles genau richtig gemacht !
Das Vorwärmen macht man bei bestimmten Stahlsorten, um eine Aufhärtung des Schweißnahtbereiches zu vermeiden. Ist aber in Deinem Fall nicht unbedingt erforderlich.