RÜCKRUFAKTION U 424 wegen zu schwachem HA-Radlager??

Ka-Leu

New member
08. Feb. 2004
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Hallo,
ich wollte fragen, ob hier auch Unimogbesitzer sind, die ständig(!) Probleme mit den HA-Radlagern beim Typ U 424 (teilweise auch U 427) sind?
Ich fahre an meinem U1200 die 1800er Spur damit ich die Bereifung 425/75x20 montieren kann.
Ich habe den Unimog seit 1990 und zwischenzeitlich schon über 10 Radlager-Reparaturen durchführen müssen.
Aus verschiedenen Unterredungen weiß ich, daß es jede Menge Unimog-Besitzer gibt, die das selbe Problem haben, und Daimler kümmert sich überhaupt nicht um das Problem.

Ich weiß, daß es für einen Mercedes-Fan immer ein bischen schwierig ist, sich mit dem Hersteller anzulegen, aber es kann nicht sein, daß der Hersteller über das Ersatzteilgeschäft Geld verdient, das nicht gerechtfertigt ist, denn diese Achsen (vom U 416) sind einfach zu schwach für so ein großes Nutzfahrzeug mit dieser Leistungsfähigkeit.

Ich habe jetzt ein Gespräch beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg geführt, und dort hat man mir gesagt, sie würden sich an Daimler wegen einer Rückrufaktion wenden, und es wäre gut, wenn ich noch weitere Geschädigte Unimogbesitzer (+Fahrzeug-Identnummer) nennen könnte, denn dadurch könnte die Sache erfolgversprechender sein.
Man darf nicht vergessen, daß ein defektes Radlager zum Abreißen des Rades führen kann, so hat man mir es jedenfalls in der Werkstatt gesagt, wie ich mit dem ersten Radlagerdefekt ankamm, und das Rad ein riesiges Spiel hatte.

Es wäre schön wenn sich ein paar Besitzer melden würden, für einen kurzen Austausch. (Wichtig: Adresse + Fahrzeug-Typ/Ident-Nr.)
H.Kahl, Leutkirch
Tel.07561/2916
 
Hallo H.,

so wie ich Dich verstehe, fährst Du Felgen mit der Einpresstiefe 25mm. Richtig wäre ET 100mm.

Damit verschiebst Du den Radmittelpunkt nach außen. Dadurch treten extrem höhere Hebelkräfte an den Radlagern auf und deshalb gehen sie kaputt.
Die Felgen mit ET25mm wurden von DC als Sonderausstattung nur in Verbindung mit deutlicher Gewichtsreduzierung verkauft. Da wirst Du wenig Chancen haben.

Gruß

Franz
 
Hallo,
leider ist es so wie Franz es schreibt. Bei jeder Eintragung für breitere Reifen bzw. überschreiten der Standartspuren wird darauf hingewiesen, dass keinerlei Haftung für Achsschäden übernommen werden. Im Grunde wird in diesen Schreiben sogar davom abgeraten.
Leider hat DC damals auch Werbung mit "übertriebenen" Fahrzeugen in den Katalogen gemacht und somit falsche Eindrücke vermittelt. Wenn im Torfabbaugebiet MB-trac mit Drillingsbereifung zu sehen waren - da dachte keiner an die "armen" Radlager. Oder Unimog mit Zwillingsbereifung (Gitterreifen) vorne und hinten, sogar am 411.
Aber, warum geht immer nur die Hinterachse kaputt? Befindet da so viel Gewicht?
Gruss
Bernd Thomes
 
Moin,

also der 406 hat in meiner Kindheit auf dem Hof alles mit den Gitterreifen gedrillt und meines Wissens diese Probleme nicht gehabt.

War über mehr als 10 Jahre immerhin jedes Jahr 240 ha mit 6-mtr Drille.

Michael
 
Hallo Bernd,

Aber, warum geht immer nur die Hinterachse kaputt? Befindet da so viel Gewicht?

Es addiert sich zum Gewicht noch das Antriebsdrehmoment. Da vorwiegend ohne Allrad gefahren wird, ist die Belastung auf der Hinterachse deutlich höher.
Der Achsantrieb ist einem Drehmoment von 700Nm gewachsen, wie man an der Tatsache sieht, das der Radsatz vom 406 G- Achse bis zum 437 U1550 der Gleiche ist.
Anders schaut es mit den Vorgelegen aus. Die Vorgelege der Baumuster 406 - 435 und MB-Trac der gleichen Baujahre machen ab 500Nm Probleme.

Bei 500Nm ist die statische Grenze des Gehäuses erreicht. die Lagerung ist dem Drehmoment noch gewachsen. Gift ist dagegen die Verlagerung des Radmittelpuktes. Der Rest stirbt durch Wartungmängel.

Das Vorgelege ist so konstruiert, dass die Radmitte in Flucht mit dem Hauptradlager (das große Rollenlager) ist. Das Kugellager an der Trieblingsinnenseite ist als Stützlager konzipiert und deshalb auch deutlich kleiner.
Wandert nun der Radmittelpunkt um 75mm nach Außen, entstehen durch die Hebelkräfte für das Hauptradlager etwa die doppelte Druckbelastung und für das Stützlager etwa die vierfache Lagerbelastung.
Das ist rechnerisch statisch ermittelt. Dynamisch schaut das noch viel schlimmer aus.
Von den Umstand, das die ganze Lenkgeometrie an der Vorderachse nicht mehr stimmt, reden wir noch garnicht.

Das Vorgelege ist eine hervorragende Konstruktion, seit der Kassettendichtring im Einsatz ist, :wink: Vorausgesetzt, die Wartung und die Lagerdrücke stimmen.

Gruß

Franz

ps. dass war bestimmt schon wieder bösartige UNIMURR- Werbung :-)
 
Hallo,

mal ne prinzipielle Frage. Ich habe 14.5x20 auf 20"Felgen mit ET100mm. Und auch eine Spur von 1800mm, bin mir aber bei der Spurbreite nicht ganz sicher. Es geht meines Wissens nach auch noch mit 425/75 R20 oder?? Im Forum wurde dies zumindest schon einmal geäußert. Es muß nur die Lenkeinschlagbegrenzung korrigiert werden, und wers richtig edel macht auch noch die Überdruckabschaltung der Lenkhilfe neu eingestellt werden. Nun die prinzipielle Frage:
Bei einer ET von 100mm würde die Radgeometrie beibehalten dann dürfte es eigentlich keine Probleme geben oder??

Gruß

Frank

P.S. an H.Kahl sind überhaupt Felgen mit ET25mm montiert??
 
Hallo Frank,

bei den Vorgelegen der Achsen 737.1xx und 747.1xx, also 406 - 435, ist die Felge 11x20 ET100 die Richtige.
Darauf kann vom 12,5R20 (335/80) bis 14,5R20 (365/80) montiert werden. Bei anderen Größen würde ich die Radmasse als Orientierung wählen. Ab 100kg des kompletten Rades wird es problematisch. Die Felge wiegt 33kg.

Ich fahre zum Beispiel den 375/70R20 XZL von Michelin. Reifen 65kg, ist Gesamtgewicht 98kg.
Ich trauere sehr der alten Reifengeneration XL und XS nach, die erheblich leichter waren.
Was ich im Zusammenhang mit einem Scharmützel mit Michelin wegen eines Garantiefalles gelernt habe, ist: Eine zu große Radmasse richtet mehr Schaden an den Radlagern an, als Überladung.

Gruß

Franz
 
Danke erst mal für die interessanten Wortmeldungen.
Da sind einige technische Grundlagen beschrieben, die ich so noch nicht gehört habe.
Ich muß aber dazu sagen, daß die Reifen/Rad-Kombination von DaimlerBenz abgesegnet wurde (Unbedenklichkeitserklärung!), ohne daß die Lastwerte verändert werden mußten. Es handelt sich auch um keine Überbreite, sondern um die in fast allen landwirtschaftlich genutzten U 424/427 verwendete Spurbreite, insbesondere bei der Bereifung 425/75x20, da bei einer schmäleren Spur eine starke Einschränkung des Lenkeinschlages die Folge wäre.

Die Wartung ist aus meiner Sicht immer vorbildlich gewesen. Es wurde immer regelmäßig Ölwechsel durchgeführt, und seit mehreren Jahren verwenden wir ein extrem teures vollsyntetisches Achsgetriebeöl verwendet. Die Wechselintervalle wurden dabei von 800 STD auf 100 STD reduziert. Dadurch konnte die Abnützung schon etwas reduziert werden. Aber mehr Wartung kann man niemandem zumuten.

Der Unimog wird meist mit einem speziellen Unimog-Tandem-Kipper gefahren, was natürlich auch immer eine Aufliegelast mitsichbringt. Aufgrund der schlechten Erfahrungen achte ich schon immer auf minimalste Beladung des Unimog, aber es hilft alles nichts. Es gibt immer wieder Probleme.
Daß diese Achsen für diese Spur nicht geeignet sind ist offensichtlich, nur kann es nicht sein, daß der Daimler-Konzern so schwache Achsen in so ein großes und starkes Zugfahrzeug einzubauen. Das wird einem Unimog einfach nicht gerecht. Ich bin wirklich überzeugter Unimog-Fan nur Daimler gleicht hier auf Kosten der Besitzer die Kasse aus, da ja die Produktion in den neunziger Jahren extrem zurückgegangen war.

Ich hab noch einen U 421 und ich hatte auch schon 2 U 406 und keiner hat Achsprobleme gehabt. Wenn der große U 424 mal wieder Achsprobleme hat, dann muß der kleine den großen 9 to-Tandem-Kipper ziehen und ich kann da im Verhältnis deutlich mehr (!) auf die Pritsche packen als beim U 424. Da passt die Technik zur Leistung.

Daimler hätte sich da einfach mehr Mühe geben, und die rückläufigen Verkaufszahlen in den 90er Jahren, waren ein deutliches Zeichen des Marktes, daß der Hersteller geschlafen hat, und das ist schade für dieses so wunderbare Fahrzeug, den UNIMOG.

Die Erfahrungen, die ich gemacht habe, haben mir schon zahlreiche Unimog-Besitzer bestätigt, nur hab ich kaum Adressen, deshalb frage ich hier nach Adressen.

Danke an alle im voraus!
 
Hallo H.,

jetzt wissen wir immer noch nicht, mit welchen Felgen Du unterwegs bist.

fährst Du Felgen mit der Nummer 406 401 11 01 oder 406 401 05 01?

Die Nummer ist in der Felge am Lochkreis eingeprägt.

Gruß

Franz
 
Hallo
ich fahre die Felgen 406 401 0501. Diese wurde gleich in der Unimog-KD-Werkstatt montiert um später die 425/75x20 wegen der Freigängigkeit fahren zu können.
Gruß KaLeu
 
Hallo H.,

Das ist die Felge für Trommelbremsen mit Einpresstiefe 25mm.

Frage mal beim Kundendienst von DC im Werk nach, was die davon halten.

Nach meiner Erfahrung brauchst Du dich nicht wundern, dass die Vorgelege ständig kaputt sind. Ich wette mit Dir, dass deine Unimog- Vertretung im Falle eines Rechtsstreits davon nichts mehr weiß.

Technisch ist es Mord an den Vorgelegen.

Gruß

Franz
 
Hallo
so recht versteh ich eigentlich nicht, was es mit den Felgen auf sich hat. Daß die Einpresstiefe die Spur vorgibt ist klar, aber ansonsten denke ich, ist es eigentlich egal ob es diese oder jene Felge ist.
Logisch ist jedenfalls, daß eine Spur von 1800 mm (=landwirtschaftlicher Standard) die Radvorgelege deutlich höher belastet.
Nun ist dieser U1200 mit Baujahr Ende 1981 einer der ersten 1200er Unimog überhaupt. Eigentlich ist er laut FIN ein U1000 mit Turbomotor.

Ich habe aber auch von einigen Erdbeerbauern und vielen Lohnunternehmern, die auch den Typ 427 fahren schon von häufigen Radvorgelegeschäden gehört. Praktisch alle, die nicht die starken Achsen vom U 1600 haben, bekommen früher oder später Probleme, außer der Unimog wird kaum belastet, aber dann brauch ich ja keinen UNIMOG. In den Verkaufsprospekten wird der Unimog ja wie ein Bär beschrieben mit starkem Rahmen und starken Achsen, usw., und wenn man den Unimog (ich spreche speziell vom Typ U 424!) dann einsetzt, bekommt man ständig Achsprobleme.
Insgesamt macht mir mein U1200 fast nie Probleme. Motor und Getriebe sind immer noch Top, nur diese verdammten Achsen.
Es gibt ja die verstärkten Radlager, und die gibt es ja nicht nur zufällig. Der Hersteller DaimlerBenz wußte ja auch um die Probleme und hat deswegen stärkere Radlager konstruiert, nur hätten diese eben serienmäßig verbaut gehört, das war Daimler aber zu teuer, und die zigtausenden Radvorgelegsätze brachten ne ganze Menge Geld in die Kasse und die war bei Unimog, wie man weiß, ja nicht gerade gut gefüllt.
 
Hallo H.

ich glaube, Du hast es nicht verstanden.

Deine Felgen sind nicht Serie, sondern eine unzulässige Spurverbreiterung mit Felgen vom trommelgebremsten 406 um 150mm. Dadurch gibt es erhöhte Belastungen auf Deine Radlager und deshalb gehen sie kaputt.

Gruß

Franz