Hallo Rudi,
die Sache ist eigentlich einfacher als man gemeinhin denkt:
Es gibt einen Blinkgeber, der das Blinksignal erzeugt, einen Warnblinkschalter (Li und Re), einen Fahrtrichtungsschalter (Li oder Re) und meist 4 Blinkleuchten (2 x Li und 2 x Re). Blinkgeber, Warnblinkschalter, Fahrtrichtungsanzeiger und Blinkleuchten liegen in dieser Reihenfolge in Reihe hintereinander.
Damit der Blinkgeber aktiv werden kann, muss er mit +12V und (meistens auch - es gibt andere Bauarten) mit Masse verbunden sein. Solange er aber keinen Kontakt zu mindestens einem Blinkleuchtenpaar (über Warnblinkschalter bzw. Fahrtrichtungsschalter) hat, tut er gar nichts, erst dann, sobald man seinen Ausgang (49a) mit den Blinkleuchten (L oder R oder L und R) verbindet.
Der Warnblinkschalter nun hat eigentlich nichts mehr als zwei Wechselschaltkontakte. Der eine ist bei ausgeschaltetem Warnblinkschalter mit Klemme 15 verbunden und liefert dem Blinkgeber (nur bei eingeschalteter Zündung) die benötigten +12V an seiner Klemme 49. Damit kann letzterer das Blinksignal erzeugen, sobald der Fahrtrichtungsschalter entweder die linken oder die rechten Blinkleuchten mit seinem Ausgang (Klemme 49a) verbindet. Der andere Schaltkontakt des Warnblinkschalters ist so geschaltet, dass die linken und die rechten Blinkleuchten nicht verbunden sind, also getrennt voneinander benutzt werden können.
Wird nun der Warnblinkschalter betätigt (eingeschaltet), liefert er dem Blinkgeber über den ersten Wechselschaltkontakt die Betriebsspannung nicht mehr von Klemme 15 sondern jetzt von Klemme 30 (Batterie direkt über Sicherung, also auch ohne eingeschaltete Zündung - eben im Warnfall). Gleichzeitig verbindet er über den zweiten Schaltkontakt jetzt die linken und rechten Blinkleuchten miteinander, so dass alle 4 Blinkleuchten blinken.
Passende Schaltbilder gibt es vielfach im Netz.