schwache Bremswirkung 416er Scheibenbremse hinten

Hallo Christoph,

danke für deine erschöpfenden Auskünfte. Die Tabelle ist aufschlussreich, jedoch nur, wenn ich meine eigenen Werte kenne und diese vergleichen kann, also hilft nur nochmal zum Prüfstand fahren. Es geht mir wohl so wie dir auch: Die subjektive Bremswirkung stellt mich nicht zufrieden, obwohl ich wie gesagt keinen Vergleich habe.

Grüße

Rolf
 
Hallo Rolf,

bei 4,5 t Leergewicht, wieviel Zuladung sind bei Deinem zulässig?

Den etwas längeren Radstand vom 416 könnte ich auch berücksichtigen und dafür die Modellrechnung machen.
 
Hallo Christopher,

normalerweise 4 t Leergewicht und 6t Gesamtgewicht. 4,5 t leer bedingt durch Plane, Spriegel, Ersatzrad, Werkzeug und andere Dinge auf der Ladefläche.
Berechnung wäre toll.

Grüße und Dank

Rolf
 
Hallo Christoph

sicherlich werden sich auch viele Andere interessieren, wie man für ein Fahrzeug ohne Angaben zur Lage des Schwerpunktes und Achslasten die notwendige Bremskraft zum Abheben der Hinterachse ermitteln kann. Wie kann man die dazu notwendigen Werte für die Momentengleichung für das Fahrzeug erstellen.

@ Rolf
du schreibst, dass der ALB ausgehangen ist und auf beladen steht. Somit muss die maximale Bremskraft im statischen Fall erreicht werden, die dynamische Entlastung aus dem Fahrbetrieb entfällt.
Um die Bremse zu beurteilen muss die tatsächliche Achslast und die tatsächliche Bremskraft bekannt sein. Daraus lässt sich die prozentuale Bremswirkung bestimmen.
 
Hallo Helmut und alle Interessierten,

die grundlegenden Sachverhalte beim Bremsen ... hatte ich anlässlich eines Stammtisches der Regionalgruppe MOE im vergangenen Jahr als "Kraftfahrtechnische Experimente" - besser bekannt als "Der verstellbare Sauberg" - präsentiert. Die Folien mit technischen Erläuterungen dazu kann jeder gerne per Mail bekommen. Anforderungen bitte an optimog@gmx.de

Auch eine Wiederholung der Veranstaltung vor einer Gruppe wäre natürlich möglich. Denn Physik lässt sich am besten durch Experimente veranschaulichen. Und eine Gaudi - mit ernsthaftem Hintergrund - ist es noch dazu.
 

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Hallo Rolf,

wenn Du "leer" mit 4,5 t zur Hauptuntersuchung fährst, gelten größenordnungsmäßig die Werte in der oberen Hälfte der Tabelle. Diese müssten vom Amtlich anerkannten Sachverständigen als ausreichend anerkannt werden.

Da wir aber mit ziemlicher Sicherheit sagen können, dass diese Werte in der Praxis unbefriedigend sein werden, findest Du in der unteren Hälfte (in der letzten Zeile) die Bremskraftwerte für "ordentliche" Verzögerung.

Dazwischen sollten die Ergebnisse der Prüfung liegen.

Da auf dem Bremsenprüfstand nur statisch gemessen wird, können wir hier die Entlastung der Hinterachse bei der Verzögerung weglassen.
 

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Hallo Zusammen!

Einmal ein ganz anderer Gedanke:
Ich vermute einmal, dass die Kolben an den vorderen und den hinteren Sätteln gleich sind, also habe ich hinten maximal ( bei voller Beladung) die halbe Bremsleistung wie vorne, bedingt durch die 2 Sättel anstatt 4 wie vorne.
 
Hallo Herbert,

von der Auslegung her ist das schon bei den 411 so, dass durch die Durchmesser der Radbremszylinder die Bremskraftverteilung V/H 60/40 ist. Eine stärkere Bremswirkung vorne ist überhaupt bei allen üblichen Kraftfahrzeugen konstruktiv festgelegt. Deshalb haben auch die (billigen) Fahrzeuge oft vorne Scheibenbremsen und hinten Trommeln.
 
Hallo Herbert,

von der Auslegung her ist das schon bei den 411 so, dass durch die Durchmesser der Radbremszylinder die Bremskraftverteilung V/H 60/40 ist. Eine stärkere Bremswirkung vorne ist überhaupt bei allen üblichen Kraftfahrzeugen konstruktiv festgelegt. Deshalb haben auch die (billigen) Fahrzeuge oft vorne Scheibenbremsen und hinten Trommeln.
 
Hallo Christoph

wir sprechen hier von einem 416 mit 6 Schreibenbremssätteln. weder die Bremsanlage noch die Gewichtrsverteilung entspricht dem 411. Davon abegesehen kennt du vermutlich auch nicht die Wirkungsweise und Aufteilung der Bremskräft du den ALB und ganz nebenbei erwähnt, das Fahrzeug hat auch noch einen BKV. Deine ganzen Annahmen und Vorrausetzungen sind, "höflich" gesagt, nicht korrekt.

also habe ich hinten maximal ( bei voller Beladung) die halbe Bremsleistung wie vorne
richtig, unter der Voraussetzung, vorne und hinten die gleichen Beläge und Bereifung vorhanden ist und dass der ALB in Endstellung voll öffnet, was aber dem Belastungsdiagramm entsprechend wohl nie der Fall sein dürfte.
Da wir die HA-Achslast und auch den Maximalen Bremsdruck nicht kennen, müssen wir rätseln. Die Regelkurver verläuft auch nicht linear zur Belastung. Die Einstellanweisung schreibt dazu ausdrücklich das Wiegen der Hinterachslast vor. Im Leerzustand könnte sich das Bremskraftverhältnis bis zu 6 : 1 oder 7:1 verschieben, sofern der Ausfallsicherungsdrucküberhaupt richtig eingestellt ist. Da der Regler zerlegt wurde und danach nicht wieder eingestellt wurde, wissen wir dazu gar nichts. Das tendiert alles etwas mehr in Richtung Glaskugel.
Wie die dynamische Achlastverlagerung berechnet wurde ist auch noch immer nicht bekannt. Diese berechnet sich rein aus dem vertikalen Schwerpunktabstand, den wir nicht kennen, der Verzögerung (kennen wir auch nicht) und der Fahrzeugmasse (kennen wir auch nicht). Wo also kommt der Wert her, ohne diesen ist jede Angabe unseriös.
 
Hallo Helmut,

an die fahrzeugspezifischen Daten des 416 wollten wir uns ja gemeinsam noch herantasten. Ich habe lediglich die Größenordnungen der Bremskräfte rein physikalisch hergeleitet. So ganz daneben können die also nicht liegen, egal wie viele Bremssättel vorhanden sind. Die gesetzlichen Vorschriften werden ja letztlich auch erst zwischen Reifen und Prüfstand bzw. Straße erfüllt - oder etwa nicht?
 
Hallo,

oh je, oh je, ich wollte eigentlich nur wissen, welche Ursachen die (von mir gefühlte) schwache Bremswirkung hinten noch haben kann. Mit dem bestellten Messgerät werde ich erstmal den Hydraulikdruck vor und nach dem Regler messen. Müsste bei "voll beladen" ja bei 140 bar liegen, sonst Regler hinüber. Oder ist das zu einfach gedacht?

Grüße

Rolf
 
Hallo zusammen,

ich habe ein paar Verständnisproblem zur Theorie :D

Zunächst Rolf, wie kommst Du auf die 140 bar Hydraulikdruck vor hinter oder am ALB?

Und dann Christoph,

nach der mir derzeit zugänglichen STVZO steht in §41 Bremsen und Unterlegkeile:

4) Bei Kraftfahrzeugen – ausgenommen Krafträder – muss mit der einen Bremse (Betriebsbremse) eine mittlere Vollverzögerung von mindestens 5,0 m/s2 erreicht werden; bei Kraftfahrzeugen mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 25 km/h genügt jedoch eine mittlere Vollverzögerung von 3,5 m/s2.

Nach der alten Schulformel F = m * a, die Du ja auch einsetzt, gilt für Deinen voll beladen Mog:
mindest erforderliche Bremskraft = 3500 kg * 5 m/s² = 17.500 N
Die Achslasten sind hierbei unwesentlich (erstmal).

Nach Deiner eigenen Aussage:
Die erforderlichen Bremskräfte in Newton wurden bei den letzten Prüfungen mit V 4000 N und H 2200 N (Feststellbremse 2200 N) deutlich überschritten.

Wenn ich jetzt mal annehme, das die oben genannten Werte jeweils für jedes Rad einer Achse gelten komme ich in Summe auf 2* 4.000N + 2 * 2.200N = 12.400 N

Hier endet erst ein mal die Theorie, oder müssen wir Deinen Mog jetzt sofort aus dem Verkehr ziehen. :D
Das von Dir angesetzte Model zeigt zwar prinzipiell die Zusammenhänge ist aber sehr stark vereinfacht und hilft meiner Meinung in der Beurteilung und Einstellung der Bremsen am realen Fahrzeug nicht viel weiter. Selbst wenn Du die korrekten Mindestwerte ermittelst müssen diese auf einem geeigneten Bremsenprüfstand überprüft werden.
Rolf hat aber geschrieben, dass der Mog die Prüfung ja bereits bestanden hat, also die tatsächlichen Werte ja wohl über den Werten liegen.
Rolf, war diese TÜV Prüfung vor oder nach dem Du die ganz oben genannten Arbeiten gemacht hast?
 
Hallo Jürgen,
danke für deine Ausführungen. Zu deinen Fragen: Die Arbeiten wurden vor der TÜV-Prüfung erledigt, bis auf den ALB-Regler. Den habe ich hinterher mit dem passenden Rep-Satz überholt. Die 140 bar Druck sollen laut Betriebsanleitung vor dem ALB, also ungeregelt bei vollem Pedaldruck am Prüfanschluss anliegen. Deshalb müsste ja dies auch der Fall nach dem ALB sein, wenn dieser Volldurchgang hat und nichts abregelt, da Vollast anliegt.

Grüße

Rolf