Thermostat prüfen - 411

uma

New member
05. Mai 2011
186
0
16
Hallo,

ich habe schon viel zum Thema Thermostat hier im Forum gelesen.
Das scheint beim 411er ja ein Dauerthema zu sein.

Bei meinem 411er (411.119) erwärmt sich das Kühlwasser nur bis max. 50/60 Grad.

Jetzt habe ich den Ausgleichsbehälter sowieso ausgebaut und wollte testen, ob der dort eingebaute Thermostat funktioniert.

Ich habe kaltes Wasser in den ausgebauten Ausgleichsbehälter gefüllt und die Zuleitung zum Kühler zugehalten. Nach meiner Logik müsste bei kaltem Wasser die andere Zuleitung (die den Thermostaten beherbergt) geschlossen sein. Also, da dürfte kein Wasser herauslaufen, weil ja der Thermostat bei 20 Grad kaltem Wasser geschlossen sein sollte.

Ist meine Denke richtig? Heißt das, wenn dennoch kaltes Wasser aus der Leitung mit dem Thermostat fließt, ist dieser defekt bzw. schließt nicht mehr?

Das würde auch erklären, warum das Kühlwasser nie über 50/60 Grad kommt, weil immer der ganze Kühlkreislauf sofort aufgewärmt werden muss.

Könnt Ihr auch mir einen Tipp geben, wie ich die Verschraubung am Ausgleichsbehälter möglichst schonend öffnen kann?

Bin für Eure Rückmeldungen dankbar.

Gruß
Uwe
 
Hallo Uwe,

zunächst würde ich die Temperaturmessung, auf die Du Dich beziehst, überprüfen.

Bei welchen Außentemperaturen und nach welcher Fahrzeit bei welcher Last stellt Du die zu geringe Temperatur fest?

Das Öffnungsverhalten des Thermostats kann man im Wasserbad auf der Herdplatte prüfen.

Ach so, erst mal muß das Ding raus. Dazu Ausgleichsbehälter komplett ausbauen - hast Du schon gemacht. WD40 o. ä. anwenden. Dann stabil z. B. auf einer Europalette oder einer schweren Werbank und mit Kanthölzern festspaxen. Mit zwei gleich schweren Hämmern gegenüberliegend und gleichzeitig auf die Mutter schlagen, um sie möglichst zu lockern. Große Rohrzange nehmen und aufschrauben.

Der Ventilteller hat ein ca. 1,5 mm starkes Loch, das zur Entlüftung dient. Das Ventil ist also nicht zuletzt deswegen auch in kaltem Zustand nicht ganz dicht.

Wenn ein größeres Loch drin ist oder der Teller aus anderen Gründen nicht ganz schließt, kann es bei geringer Last dadurch zu den niederen Temperaturen kommen. Bei hoher Last, also bei warmem Wetter und langer Strecke bergauf müssen aber deutlich über 80°C auftreten. Sonst ist was anderes faul. Denn dass eine übermäßige Kühlleistung vorliegt, kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. :wink:
 
Hallo,

@ Christoph: Danke für den Tipp.
Die Sache hat sich schnell geklärt: Heute habe ich die Verschraubung geöffnet und den Thermostatbehälter herausgenommen.
Und wie man auf dem Bild erkennen kann, fehlt der eigentliche Thermostatmechanismus. Einer der Vorbesitzer hat sich die Sache ziemlich einfach gemacht. Kein Wunder, dass das Wasser bei mäßiger Motorbelastung nicht wirklich heiß wird.

Jetzt muss ich mich auf die Suche nach einem Thermostaten machen
(Mogparts oder Schmidt?).

Hat mir noch jemand einen Tipp, wie ich den Ausgleichsbehälter sauber bekomme? Ich habs mit Essig und Salz (altes Hausmittelrezept) probiert, aber das war nicht so ganz von Erfolg gekrönt. Lässt sich Messing mit Glasperlenstrahlen reinigen oder ist das zu "scharf"?

Danke und Gruß
Uwe
 

Anhänge

  • Thermostatgehäuse.jpg
    Thermostatgehäuse.jpg
    97,5 KB · Aufrufe: 2.479
Hallo Uwe,

ich habe meinen Ausgleichsbehälter mit einem Lödbrenner außen erwärm bis der alte Lack leichte Blasen geschlagen hat und dann mit einer Kupferbürste mit wenig Druck abgebürstet. Danach mit einem ganz feinen Schleifschwamm (die grünen Gewebeschleifstücke sind sehr gut) nachgeschliffen. Wird richtig schön blank.
Beim Heißmachen nicht zu sehr an die Verbindungswulst von Ober- bzw. Unterteil kommen, da die verlötet sind. Sonst musst du danach die noch mal löten, damit dir nichts austritt vom Kühlwasser, wenn es heiß wird.
Gruß Tom.
 
Hallo Uwe,

ich verwende zwei Methoden um den Messingbehälter aufzuarbeiten. ZUm einen geht Würth Dichtungsentferner sehr gut. Er weicht den Lack auf, greift das Messing nicht an. Besinders wenn der Behälter anschließend glänzen soll, ist diese Methode geeignet.

Die andere ist Glasperlenstrahlen. Mit angepasstem Druck geht der Lacl ab und der Untergrund wir rau. Besonders gut, wenn man ihn anschließend lackieren will. Man kann ihn mit etwas Mühe auch wieder polieren damit er glänzt. Das ist etwas mehr Arbeit. Da immer etwas Materialabtrag erfolgt, sollte man das niocht jede Woche widerholen, aber mindestens zweimal verträgt der Behälter die Prozedur schon.

Falls du ein Thermostat vom Typ "Schmidt" als schraubbare Version nutzen möchtest, ich habe noch ein originales liegen. Neu vor Jahren gekauft, dann aber bei beiden Unimog das Kühlsystem umgebaut. Benötige ich also nicht mehr. Es handelt sich um die Messingausführung, nicht die Aluminium Version.

Gruß
Markus
 
Hallo Uwe,

wenn dein altes Thermostat schon leer geräumt ist, würde ich auf das neue System umbauen. Ich habe das neue System vor 5 Jahren bei MogParts beschafft und eingebaut. Funktioniert einwandfrei. Kühlwassertemperatur Berg hoch wie runter zwischen 70 und 80°C.

https://mogparts.de/de/unimog-ersatzteile-shop-details/143/5902/kurzschlussthermostat-om636-unimog-einbaufertig-mit-rohren-636499-6362000215

Origional war der Kühlwasserbehälter glaube ich lackiert. Will mich da aber nicht festlegen. Meiner war mal schwarz lackiert. Nachdem die Farbe größtenteils abgeblättert war, habe ich ein feines Schleifpapier genommen zum groben reinigen und später mit einer Chrompaste aufpoliert.
 
Moin,
Das Zweikreissystem von Mogparts kann ich auch Empfehlen, das funktioniert sehr gut. Temperatur auch immer zwischen 70-80 Grad. Die Zweikreisanlage ist auch für den Motor besser von der Temperaturschwankung her. Wenn in deinem Gehäuse ein Thermostat drin wäre, würde dieser erst öffnen wenn der Motor schon irgendwo bei 90Grad ist, bedingt dadurch das das Thermostat zu hoch sitzt. Wenn er öffnet wird der Motor dann erstmal mit kaltem Wasser "abgeschreckt", nicht das beste für die Kopfdichtung und die Kolbenringe.

Der Behälter ist meines Wissens original in der Farbe der Karosse lackiert, die Aufschrift "Kühlwasser" gab es in Gelb oder Grau. Heute einfach als Aufkleber zu bekommen.

Ich habe ihn allerdings auch blank/mit Klarlack versiegelt eingebaut, die Farbe ging mittels Abbeizer aus dem Baumarkt runter. Reste hab ich mit einer Messingbürste weg geschrubbt.

Ein Schraubbares Thermostat von Schmidt aus Messing hätte ich auch noch rumliegen.