Guten Tag.
Vor zig Jahren habe ich in meiner damaligen Hinterhofwerkstatt viele ältere PKW´s vom Rost befreit und dann mitunter mit Lob vom TÜV´ler über selbigen gebracht.
Meine Devise zum Rostschutz war immer, was den Innenraum, Schweller oder Bodenbleche betraf: Bleimennige oder/und Unterbodenwachs.
Die Bleimennige, die damals noch erhältlich war, enthielt meines Wissens, immer Leinöl. Das führte dazu, daß die Bleimennige nie so richtig fest wurde. Gut so, weil dann können keine Risse im Lack entstehen, wie es bei normalem Lack geschehen kann oder gar bei dem unsäglichen Unterboden- oder Dämmschutz, der mit den Jahren fest, rissig und brüchig wird. Durch diese Risse kommt durch die Kapillarwirkung der Risse die Feuchtigkeit in den Untergrund, verrichtet dort im Verborgenen seine Aufgabe: vorhandenen Stahl in Rost unzuwandeln.
Ich habe mit einem Pinsel die möglichst noch warme Schweißstelle mit Unterbodenwachs bepinselt. Wegen der noch vorhandenen Wärme ist das Wachs sehr gut in die Spalten und Ritze geflossen. Nach der Abkühlung habe ich mit einem Aceton- oder Verdünner-getränktem Lappen das zuviel aufgebrachte oder wieder herausgelaufene Wachs abgewischt. Dann mit Bleimennige gestrichen, meist mit zwei Schichten.
Dann nach genügender Trocknungszeit wieder Unterbodenwachs aufgetragen. Und das vor dem Winter mal auf Abwaschungen oder Steinschlag o.ä. nachkontrollieren, evtl wieder mit Wachs nachstreichen.
Da geht natürlich nur in den nicht sichtbaren Bereichen des Unterbodens oder im Innenbereich von Türen, Hauben, Gehäusekanten und Falzen. An sichtbaren Stellen hält natürlich eine wie auch immer aufgebrachte Farbschicht nicht mehr.
Zu der Bleimennige als Korrosionsschutz bin ich gekommen, weil ich in meiner damaligen Strahlkabine die Motor-Getriebe-Haltebleche eines englischen Motorrades strahlen sollte. Diese Haltebleche waren vor ca. 15 Jahren zweimal mit Bleimennige gestrichen und dann mit schwarzer Farbe end-gefinished. Die schwarze Farbe ging sehr schnell durch Strahlen herunter, die Bleimennige wurde fast nur ausgerauht, weil sie immer noch etwas dauerplastisch war und somit die abrasive Aufprallenergie der Sand- und Schlackekörner nicht wirken konnte. Es war fast, als würde ich Gummi sandstrahlen. Da sah ich, was so schlecht abgeht, muss auch gut halten.
Einölen mit Diesel, Rapsöl oder anderen ähnlichen ölhaltigen Flüssigkeiten, finde ich nicht so wirksam, weil das durch eine Fahrt im hohen Gras oder Gestrüpp leicht wieder abgewischt wird. Umweltmäßige Bedenken habe ich beim Einölen nicht, weil sich recht schnell ölfressende Bakterien ansiedeln, die das Öl langsam in ungefährliche Grundbestandteile wie Kohlenstoff usw. umwandeln. (kenne ich von meiner Tätigkeit im Umwelt-Sanierungsbereich.) Ich halte das Einölen einfach nicht für dauerhaft wirksam.
Sorry für den langen Text eines Nicht-Moglers von seinen Erfahrungen, aber Blech ist Blech.
Grüsse
WolFgang
PS: ob es heute noch die Bleimennige mit Leinöl gibt, weiss ich nicht, auf jeden Fall gibt es wieder Bleimennige mit Kunstharzlösemittelbestandteilen; wahrscheinlich damit sie schneller trocknet. Ob sie dann auch dauerplastisch bleibt ???
Gute Erfahrungen haben wir auch mit "Eisen-Glimmerlack" gewonnen, wie ihn -meines Wissens- auch die Teutsche Bunzbahn an Masten und Geländern mit Erfolg einsetzt. Hätte da auch eine Bezugsadresse. ,-))
PS: Nro.2: Herstellerangaben:
Klassische Schuppenpanzerfarbe mit Leinöl und Eisenglimmer.
Rostschutz-Grundanstrich für Metalloberflächen. Besonders gut geeignet für handentrostetes Metall. Dauerhafter elastischer Schutz vor Rost. Keine Unterrostung am Ritz !!! Gut deckend, matt, leicht zu verarbeiten. Farbton: anthrazitgrau, glitzernd.
Darf nicht mit Karosserielacken und anderen Kunstharzlacken überstrichen werden.
-->>Also nur für den Türfalzen-, Gehäuse-, Unterboden-, usw. -Bereich anwendbar.