Traut Eurem Blech nicht.

snakewheels

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22. Jan. 2004
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Eschweiler
Hallo

Wer mit dem gedanken spielt sich einen Unimog der Baureihen 403 406 413 416 421 zu zu legen oder mit der ständigen Instandhaltung seins Schätzchens bemüht ist sollte sich das zu Herzen nehmen.

Wie ich die letzten Tage gelernt habe sollte man Rostansätze an Türen und Frontmaske nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Aufgrund der hohen Blechstärken der Außenhaut und der aberwitzigen anordnung der Bleche zueinander ist wenn der Rost durch kommt darunter ein Waterloo zu erwarten.

Erfahrungswerte dazu sind gerne willkomen.

Gruß

Thomas
 
ein anderer Punkt wo die Kabinen gerne wegfaulen ist die untere Kante der Rückwand, egal ob Cabrio oder Stahlfahrerhaus. Bei meiner 406er Kabine sind die vorderen Ecken sehr gut, dafür die hinteren Ecken und die Unterkante der Rückwand durchgerostet so daß ich hier Bleche einsetzen mußte. Unter den Scheibendichtungen blühen auch gerne rostrote Blumen. Sollte in der Fußräumen PVC-Matten drin sein, raus damit und drunter schauen. Besonders fahrerseitig rostet es hier gerne, von nassen Schuhen kam immer Wasser und Dreck dort hin, irgendwann rächt sich das.
 
Hallo,
man(n) sollte aber auch bedenken das diese fahrzeuge 30 jahre oder älter sind :oops: mit rost in den ecken muss man rechnen auch wenn man ihn von aussen nicht sieht.
bin gerade an der festen kabiene von meinem 421er dran ich sag mal für bj 74 guter zustand trotzdem rechte eckenträger unter lampe und deckblech muss getauscht werden.dachrinne sah super aus bis nach dem Lack abschleifen :twisted: na dann gibts ne neue dachrinne-arbeit macht frei :lol: ansonst die üblichen kleinen gebrauchsspuren 30 jahre alt iss nu mal so.

Gruss Steffen
 
Hallo,

kann ich nur bestätigen. Was DC an Vorsorge gegen Rost bei den Fahrzeugen betrieben hat ist ein Witz.

An meinem 421iger war damals die Hütte totaler Müll, Träger waren wie Papier, von den Blechen, wenn sie noch vorhanden waren.....

Ich habe mich nach einer gebrauchten Kabine umgeschaut und diese auch gefunden, Bj um die 80, sah auf dem Foto gut aus, aber nach den ersten strahl Versuchen, kam der Rost zum vorschein. Die Kabinen Bleche von innne sind noch nichtmals grundiert.

Am Dach die Rinne komplett erneuert, rechter und linker Fußraum, vorderer rechter Kotflügel, vordere Maske neu und Bleche/Profile eingeschweißt. Grundiert, lackiert, danach überall Fluidfilm und Wachs drüber, in alle Ecken und Kanten.

Das fluten der Hohlräume und Spalten mit Fluidfilm mit der Kabine mache ich einmal im Jahr und bis, es jetzt 4 Jahre her, keine Probleme.

Viele Grüße
Torsten
 
Hallo Thorsten,

Fluid Film ist von der Fa. Holt und kommt eigentlich aus der Seefahrt, beziehe ich von Dirk Schucht siehe www. Korrisionsschutz-Depot.de sehr gute Adresse gegen Rost und für Korrisionsschutz.

Das ist ein Rostschutz auf Lanolin Basis dieses wachhaltige Öl hat ein hervorragendes Kriech- und Haftvermögen

Im Winter sprüh ich den Rahmen auch mit dem Öl ein, da dieses Öl biologisch abbaubar ist, schade ich nicht unsere Umwelt.

Viele Grüße
Torsten
 
Moin,

wir haben das Thema bei den Ostholsteinern am Stammtisch auch am Mittwoch gehabt.

Alle haben bestätigt, daß die Geräte, die nach der alten Bauern-Methode im Winter mit Diesel eingestäubt wurden, tadellos geblieben sind.

Nun ist das für die Umwelt nicht grade das beste. Da merkte einer an, daß er bei seinem Bau-LKW regelmässig konservierung mit Rapsöl mache.

Hat diesbezüglich jemand Erfahrung?

Michael
 
Hallo Rost-Mogler !

Mein Tipp dazu, nehmt Leinölfirnis:

http://de.wikipedia.org/wiki/Lein%C3%B6lfirnis

Das Zeug ist nicht giftig, preiswert in jedem Baumarkt zu bekommen und lässt sich super mit der Unterbodensprühpistole verarbeiten.

Wir setzen das seit Jahren bei allen unseren Fahrzeugen ein und haben noch nie Probleme mit Rost gehabt !

Und das obwohl bei uns in der Rhön mit Streusalz wahrlich nicht gegeizt wird.

Die hauen das Pulver auf die Straßen daß es nur so kracht.

Einmal jährlich den Unterboden einsprühen und gut is.

Der Vorteil ist die Kriechwirkung gleich nach dem Auftragen und die zäheleastische Schicht nach der Polymerisation.

MfG
Hardy
 
Hallo Thorsten,

was Du alles wissen möchtest... :D

Lanolin ist die Bezeichnung für Wollwachs und ein paar Teile Paraffinöl.

Für die Schafe auf der Wiese brauchst man auch keinen Ölabscheider. :D

Was Hardy schreibt ist auch eine gute Sache.

Gruß
Torsten
 
Hallo,

Was DC an Vorsorge gegen Rost bei den Fahrzeugen betrieben hat ist ein Witz.

Erstens mal hieß der Laden damals noch lange nicht DC und zweitens war der Rostschutz durchaus zeitgemäß. Schaut euch mal andere Fahrzeuge dieser Baujahre an, die sind alle nicht besser, teilweise existieren sie gerade aus Rostgründen schon lange nicht mehr.
Ein 30-50 Jahre alter Unimog ist eben kein vollverzinktes Neufahrzeug mit 15-schichtigem Lackaufbau.

Gruß,
Michael
 
Hallo

Wie alt unser Blechle ist sollte klar sein. Das damals Rostschutz ein Fremdwort war. Auch nix neues.

Vielmehr war das als Warnung an die Leute gedacht die sich so etwas zulegen möchten und an der üblichen Stellen Rostnarben entdecken. Mit Schleifen und lackieren wird das meist nix. Dickes minus fürs Objekt der Begierde.

Oder halt an die glücklichen Besitzer die sich (noch) in Sicherheit wiegen.

Gruß

Thomas
 
Hallo

Ich bin seit letzter Woche selber fertig mit den Schweißarbeiten an einer 411.117 Karosserie. Das letzte waren die Türen und ich muß ehrlich sagen das ich die Türen schwerer fand als z.b. vorne die Teile um die Lampentöpfe die bei mir erstens durch durchrostungen und zweitens durch einen Unfallschaden sehr demoliert waren. Jetzt heißt es noch Türen lackieren und dann versuche ich euch endlich mal Bilder zu schicken. Unseren anderen Unimog nebel ich mit einem Diesel-Öl gemisch ein. Hat bis jetzt immer prima geklappt. Die sache mit dem Rapsöl als Korossionsschutz würde mich sehr interessieren...

gruß Olli
 
Guten Tag.
Vor zig Jahren habe ich in meiner damaligen Hinterhofwerkstatt viele ältere PKW´s vom Rost befreit und dann mitunter mit Lob vom TÜV´ler über selbigen gebracht.
Meine Devise zum Rostschutz war immer, was den Innenraum, Schweller oder Bodenbleche betraf: Bleimennige oder/und Unterbodenwachs.
Die Bleimennige, die damals noch erhältlich war, enthielt meines Wissens, immer Leinöl. Das führte dazu, daß die Bleimennige nie so richtig fest wurde. Gut so, weil dann können keine Risse im Lack entstehen, wie es bei normalem Lack geschehen kann oder gar bei dem unsäglichen Unterboden- oder Dämmschutz, der mit den Jahren fest, rissig und brüchig wird. Durch diese Risse kommt durch die Kapillarwirkung der Risse die Feuchtigkeit in den Untergrund, verrichtet dort im Verborgenen seine Aufgabe: vorhandenen Stahl in Rost unzuwandeln.

Ich habe mit einem Pinsel die möglichst noch warme Schweißstelle mit Unterbodenwachs bepinselt. Wegen der noch vorhandenen Wärme ist das Wachs sehr gut in die Spalten und Ritze geflossen. Nach der Abkühlung habe ich mit einem Aceton- oder Verdünner-getränktem Lappen das zuviel aufgebrachte oder wieder herausgelaufene Wachs abgewischt. Dann mit Bleimennige gestrichen, meist mit zwei Schichten.
Dann nach genügender Trocknungszeit wieder Unterbodenwachs aufgetragen. Und das vor dem Winter mal auf Abwaschungen oder Steinschlag o.ä. nachkontrollieren, evtl wieder mit Wachs nachstreichen.

Da geht natürlich nur in den nicht sichtbaren Bereichen des Unterbodens oder im Innenbereich von Türen, Hauben, Gehäusekanten und Falzen. An sichtbaren Stellen hält natürlich eine wie auch immer aufgebrachte Farbschicht nicht mehr.

Zu der Bleimennige als Korrosionsschutz bin ich gekommen, weil ich in meiner damaligen Strahlkabine die Motor-Getriebe-Haltebleche eines englischen Motorrades strahlen sollte. Diese Haltebleche waren vor ca. 15 Jahren zweimal mit Bleimennige gestrichen und dann mit schwarzer Farbe end-gefinished. Die schwarze Farbe ging sehr schnell durch Strahlen herunter, die Bleimennige wurde fast nur ausgerauht, weil sie immer noch etwas dauerplastisch war und somit die abrasive Aufprallenergie der Sand- und Schlackekörner nicht wirken konnte. Es war fast, als würde ich Gummi sandstrahlen. Da sah ich, was so schlecht abgeht, muss auch gut halten.

Einölen mit Diesel, Rapsöl oder anderen ähnlichen ölhaltigen Flüssigkeiten, finde ich nicht so wirksam, weil das durch eine Fahrt im hohen Gras oder Gestrüpp leicht wieder abgewischt wird. Umweltmäßige Bedenken habe ich beim Einölen nicht, weil sich recht schnell ölfressende Bakterien ansiedeln, die das Öl langsam in ungefährliche Grundbestandteile wie Kohlenstoff usw. umwandeln. (kenne ich von meiner Tätigkeit im Umwelt-Sanierungsbereich.) Ich halte das Einölen einfach nicht für dauerhaft wirksam.

Sorry für den langen Text eines Nicht-Moglers von seinen Erfahrungen, aber Blech ist Blech.

Grüsse
WolFgang
PS: ob es heute noch die Bleimennige mit Leinöl gibt, weiss ich nicht, auf jeden Fall gibt es wieder Bleimennige mit Kunstharzlösemittelbestandteilen; wahrscheinlich damit sie schneller trocknet. Ob sie dann auch dauerplastisch bleibt ???
Gute Erfahrungen haben wir auch mit "Eisen-Glimmerlack" gewonnen, wie ihn -meines Wissens- auch die Teutsche Bunzbahn an Masten und Geländern mit Erfolg einsetzt. Hätte da auch eine Bezugsadresse. ,-))

PS: Nro.2: Herstellerangaben:
Klassische Schuppenpanzerfarbe mit Leinöl und Eisenglimmer.
Rostschutz-Grundanstrich für Metalloberflächen. Besonders gut geeignet für handentrostetes Metall. Dauerhafter elastischer Schutz vor Rost. Keine Unterrostung am Ritz !!! Gut deckend, matt, leicht zu verarbeiten. Farbton: anthrazitgrau, glitzernd.
Darf nicht mit Karosserielacken und anderen Kunstharzlacken überstrichen werden.

-->>Also nur für den Türfalzen-, Gehäuse-, Unterboden-, usw. -Bereich anwendbar.