Guten Abend miteinander,
mit dem Bericht nach dem erneuten Auseinanderbau des Hydrauliksteuerblocks soll dieser Beitrag nun seine versprochene Fortsetzung finden. Ich denke, ein paar Bilder sagen mehr als 1.000 Worte.
Bild 01 - Die einzelnen Elemente des Hydrauliksteuerblocks
Von links nach rechts (so wie Ihr im eingebauten Zustand im Fahrzeug draufschaut): Anbauplatte, 2 Steuerzellen und Dichtplatte. Die Halteplatte, welche den Hydrauliksteuerblock auf dem Lenkgetriebe hält, ist bereits entfernt, indem ich die Körnerschläge an den 4 Senkschrauben auf der Unterseite vorsichtig aufgebohrt und die Schrauben herausgedreht habe.
In wessen Mog der Heckkraftheber häufig, der Frontkraftheber fast nie benutzt wurde (wie bei vielen landwirtschaftlichen Fahrzeugen), der sollte überlegen, die beiden Zellen beim Wiederzusammenbau zu vertauschen. Dies macht zumindest dann Sinn, wenn der metallisch dichtende Innenkolben in Zelle 1 verschlissen ist und das Gerät sich langsam absenkt. Da hier keine Dichtungen ersetzbar sind, ist ein verschlissener Innenkolben mit vertretbarem Aufwand nicht zu reparieren. Hier bliebe als Möglichkeit nur Aufchromatieren, hohnen etc.
Bild 02 – Dichtplatte mit Rundschnurring
Natürlich werden, da alles auseinandergebaut ist, mal eben die Gewinde nachgeschnitten bzw. gesäubert.
Bild 03 – Kleinmaterial
Hier nochmal das Kleinmaterial, insbesondere die Dichtungen, die benötigt werden:
1 Stück Rundschnurring 30 x 120 x 2,5
4 Stück O-Ring 24,5 x 2,0
2 Stück O-Ring 14,5 x 3,0
Angegeben sind jeweils die Innendurchmesser der Vertiefungen, in welche die Dichtungen hineinpassen müssen sowie die Dicke der Dichtungen schon mit dem Aufschlag, um welchen sie beim Zusammenbauen zusammengepresst werden.
Die vier Gewindebolzen, die alles zusammenhalten, können natürlich wiederverwendet werden. Verschiedene Kupferringe, die zur Befestigung der Zu- und Ableitungen benötigt werden, sind Standardmaße, welche in jedem Sortimentskasten vorhanden sind.
Bild 04 – Anbauplatte mit Dichtungen
Auf dem Bild erkennbar ist die Lage der oben aufgeführten Dichtungen, exemplarisch dargestellt anhand der Anbauplatte mit ihrer Dichtfläche zur Zelle 1. Dasselbe wiederholt sich bei der Dichtfläche zwischen Zelle 1 und 2, während zwischen Zelle 2 und der abschließenden Dichtplatte der ominöse Rundschnurring verbaut ist.
In dem linken gelben Kreis ist übrigens hinter der Öffnung die Feder des Druckventils für den Hydraulikkreislauf zu finden. Dieses habe ich vorsichtshalber nicht ausgebaut.
Bild 05 – Dichtungen Detail
Bild 06 – Typenschild
Erkennbar ist die Westinghouse-Typenbezeichnung „1V 41 12“. Es handelt sich hierbei um den mehrteiligen Hydrauliksteuerblock, der nach meinen Informationen eine zeitlang baureihenübergreifend im 411, 421 und 406 verbaut wurde. Der Block ist theoretisch beliebig durch Anbau weiterer Zellen erweiterbar, allerdings müßte dann eine andere Form der Bedienung als über die beiden Lenkstockhebel gefunden werden.
Später gab es dann einteilige Steuerblöcke mit zwei Zellen, wie ich z. B. einen in meinem 406er vorgefunden habe.
Eine Anmerkung möchte ich noch zu dem Dichtsatz von Mogparts machen, nach dem ich selbst eingangs dieser Diskussion urprünglich gefragt hatte. Dieser Dichtsatz, den ich inzwischen erhalten habe, enthält nur die beiden O-Ring-Dichtungen, mich welchen die Steuerkolben in den Zellen jeweils in ihrer Führung abgedichtet sind sowie die dazugehörenden Abstreifer zur Steuerstange hin.
Genau diese Arbeit hatte ich aber schon „outgesourct“ und die beiden Zellen zur Begutachtung und Abdichtung der Steuerkolben gegenüber Ihrem Sitz im Block zum Hydraulikfachmann gegeben hatte. Warum? Zum einen, weil ich das dazu benötigte Spezialwerkzeug (Stirnloch- und Schlitzmutternschlüssel) nicht habe und auch nicht extra dazu anschaffen wollte, zum anderen, weil ich nicht genau wußte, wie stark die Druckfeder im Steuerkolben vorgespannt ist und ob beim Öffnen das Innenleben lustig durch meine Werkstatt fliegen würde.
Genau diese Dichtungen hatte also der Hydrauliker schon getauscht, so daß ich den Mogparts-Dichtsatz gar nicht brauche und „für später“ auf die Seite gelegt habe.
Die restlichen, oben beschriebenen Dichtungen enthält der Mogparts-Dichtsatz nicht! Ich habe sie bei Europart bestellt (Wabco-Vertretung, und Wabco hat Westinghouse irgendwann mal übernommen) und warte darauf. Ich kann ja mal noch kurz berichten, ob die Dichtungen gepaßt haben, wenn sie denn da sind.
So, also doch viele Worte um ein paar läppische Dichtungen. Ich hoffe, es hilft dem einen oder anderen weiter.