U 411 Dichtsatz Hydrauliksteuerblock (Westinghouse)

thomas-406

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10. Jan. 2005
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Hückeswagen
Hallo miteinander,

ich suche einen Dichtsatz für den Hydrauliksteuerblock in meinem 411er. Verbaut ist ein Westinghouse-Steuerblock, bestehend aus Anschlußplatte, zwei doppeltwirkenden Steuerzellen und der Dichtplatte, alles zusammengehalten von 4 Gewindebolzen.

Insbesondere die Dichtung unter der Dichtplatte, quasi ein länglicher O-Ring, macht mir Kopfzerbrechen - wo gibt es sowas :?:

Zwar hat Mogparts einen "Dichtsatz zu Hydrauliksteuerblock U 411/421/406" (Artikel-Nr. 013450) im Angebot, ich wage den aber nicht aufs Geratewohl zu bestellen, da es offenbar verschiedene Ausführungen der Steuerblöcke gibt. Hat diesen Dichtsatz schonmal jemand erfolgreich verbaut? Wo gibt es etwas anderes, das weiterhilft?

Werkstatthandbuch, Teileliste und die Suchfunktion konnten mir auch nicht weiterhelfen :cry:

Danke schonmal für Eure Hilfe :)
 
Mmmh, hat denn noch nie jemand von Euch so einen Steuerblock abgedichtet :? Vielleicht hätte ich direkt die Angaben auf dem Typenschild dazuschreiben sollen ... also:

Westinghouse
Nr. 4443
Typ 1V 41 12
 
Hallo Thomas

Ich glaube der Dichtsatz von MOGPARTS ist richtig. Wenn du sicher gehen willst rufst du einfach dort an.
An unseren 411 und 421 sind die Steuerblöcke auch gleich.
Grüsse
Walter :wink:
 
Hallo Thomas,

es wäre sehr, sehr nett, wenn du ein paar Fotos vom Zerlegen des Steuerblocks und den zu wechselnden Dichtungen machen könntest und diese quasi mit ein paar Worten als "kleine Reparaturanleitung" und deinen Erfahrungen mit dem Dichtsatz hier einstellen würdest.
Mein Westinghouse-Steuerblock an meinem 411 ist oben, wo die beiden Betätigungsstangen ins Gehäuse gehen auch sehr undicht - ich habe mich aber bis jetzt noch nicht getraut ihn auf zu machen.

Mit freundlichen Grüßen

Rolf
 
@ Walter: vielen Dank :) Ich habe es zunächst nicht glauben können, aber die Steuerblöcke in 411/421/406 scheinen wirklich über die Baureihen hinweg identisch verbaut worden zu sein. Je nach Baujahr gibt es aber Unterschiede in der Ausführung.

@ Rolf: kein Problem, mache ich gerne - ich werde mit Bildern berichten. Das kann aber ein paar Tage dauern, da ich zunächst die Dichtungen besorgen muß. Vor dem nächsten Wochenende werde ich kein Ergebnis mitteilen können.
 
Hallo Unimog Freunde,

in der community bin ich relativ neu, allerdings schon seit Jahren begeisterter Unimog Fan.

Bei meinem 421 habe ich alle Dichtungen für den Westinghouse Block bei einem Landmaschinenhändler in meinem Fall die Genossenschaft bekommen.

Sie konnten zwar mit der Nummer von Westinghouse nichts anfangen, als ich aber die Dichtungen in ausgebautem Zustand vorgelegt habe konnten Sie fast alle aus dem Lager in Ihren Standart O Ring Sortimenten finden.
Nur die Abstreifer mussten Sie mir bestellen.

Ein und Ausbau war kein Problem und danach alles wunderbar dicht und funktionsfähig.

Beste Grüße aus dem Bergischen

Lars
 
Guten Abend miteinander,

mit dem Bericht nach dem erneuten Auseinanderbau des Hydrauliksteuerblocks soll dieser Beitrag nun seine versprochene Fortsetzung finden. Ich denke, ein paar Bilder sagen mehr als 1.000 Worte.


Bild 01 - Die einzelnen Elemente des Hydrauliksteuerblocks

Steuerblock01-Einzelteile.jpg


Von links nach rechts (so wie Ihr im eingebauten Zustand im Fahrzeug draufschaut): Anbauplatte, 2 Steuerzellen und Dichtplatte. Die Halteplatte, welche den Hydrauliksteuerblock auf dem Lenkgetriebe hält, ist bereits entfernt, indem ich die Körnerschläge an den 4 Senkschrauben auf der Unterseite vorsichtig aufgebohrt und die Schrauben herausgedreht habe.

In wessen Mog der Heckkraftheber häufig, der Frontkraftheber fast nie benutzt wurde (wie bei vielen landwirtschaftlichen Fahrzeugen), der sollte überlegen, die beiden Zellen beim Wiederzusammenbau zu vertauschen. Dies macht zumindest dann Sinn, wenn der metallisch dichtende Innenkolben in Zelle 1 verschlissen ist und das Gerät sich langsam absenkt. Da hier keine Dichtungen ersetzbar sind, ist ein verschlissener Innenkolben mit vertretbarem Aufwand nicht zu reparieren. Hier bliebe als Möglichkeit nur Aufchromatieren, hohnen etc.


Bild 02 – Dichtplatte mit Rundschnurring

Steuerblock02-Dichtplatte.jpg


Natürlich werden, da alles auseinandergebaut ist, mal eben die Gewinde nachgeschnitten bzw. gesäubert.


Bild 03 – Kleinmaterial

Steuerblock03-Kleinmaterial.jpg


Hier nochmal das Kleinmaterial, insbesondere die Dichtungen, die benötigt werden:

1 Stück Rundschnurring 30 x 120 x 2,5
4 Stück O-Ring 24,5 x 2,0
2 Stück O-Ring 14,5 x 3,0

Angegeben sind jeweils die Innendurchmesser der Vertiefungen, in welche die Dichtungen hineinpassen müssen sowie die Dicke der Dichtungen schon mit dem Aufschlag, um welchen sie beim Zusammenbauen zusammengepresst werden.

Die vier Gewindebolzen, die alles zusammenhalten, können natürlich wiederverwendet werden. Verschiedene Kupferringe, die zur Befestigung der Zu- und Ableitungen benötigt werden, sind Standardmaße, welche in jedem Sortimentskasten vorhanden sind.


Bild 04 – Anbauplatte mit Dichtungen

Steuerblock04-Anbauplatte.jpg


Auf dem Bild erkennbar ist die Lage der oben aufgeführten Dichtungen, exemplarisch dargestellt anhand der Anbauplatte mit ihrer Dichtfläche zur Zelle 1. Dasselbe wiederholt sich bei der Dichtfläche zwischen Zelle 1 und 2, während zwischen Zelle 2 und der abschließenden Dichtplatte der ominöse Rundschnurring verbaut ist.

In dem linken gelben Kreis ist übrigens hinter der Öffnung die Feder des Druckventils für den Hydraulikkreislauf zu finden. Dieses habe ich vorsichtshalber nicht ausgebaut.


Bild 05 – Dichtungen Detail

Steuerblock05-Dichtungen.jpg


Bild 06 – Typenschild

Steuerblock06-Typenschild.jpg


Erkennbar ist die Westinghouse-Typenbezeichnung „1V 41 12“. Es handelt sich hierbei um den mehrteiligen Hydrauliksteuerblock, der nach meinen Informationen eine zeitlang baureihenübergreifend im 411, 421 und 406 verbaut wurde. Der Block ist theoretisch beliebig durch Anbau weiterer Zellen erweiterbar, allerdings müßte dann eine andere Form der Bedienung als über die beiden Lenkstockhebel gefunden werden.

Später gab es dann einteilige Steuerblöcke mit zwei Zellen, wie ich z. B. einen in meinem 406er vorgefunden habe.

Eine Anmerkung möchte ich noch zu dem Dichtsatz von Mogparts machen, nach dem ich selbst eingangs dieser Diskussion urprünglich gefragt hatte. Dieser Dichtsatz, den ich inzwischen erhalten habe, enthält nur die beiden O-Ring-Dichtungen, mich welchen die Steuerkolben in den Zellen jeweils in ihrer Führung abgedichtet sind sowie die dazugehörenden Abstreifer zur Steuerstange hin.

Genau diese Arbeit hatte ich aber schon „outgesourct“ und die beiden Zellen zur Begutachtung und Abdichtung der Steuerkolben gegenüber Ihrem Sitz im Block zum Hydraulikfachmann gegeben hatte. Warum? Zum einen, weil ich das dazu benötigte Spezialwerkzeug (Stirnloch- und Schlitzmutternschlüssel) nicht habe und auch nicht extra dazu anschaffen wollte, zum anderen, weil ich nicht genau wußte, wie stark die Druckfeder im Steuerkolben vorgespannt ist und ob beim Öffnen das Innenleben lustig durch meine Werkstatt fliegen würde.

Genau diese Dichtungen hatte also der Hydrauliker schon getauscht, so daß ich den Mogparts-Dichtsatz gar nicht brauche und „für später“ auf die Seite gelegt habe.

Die restlichen, oben beschriebenen Dichtungen enthält der Mogparts-Dichtsatz nicht! Ich habe sie bei Europart bestellt (Wabco-Vertretung, und Wabco hat Westinghouse irgendwann mal übernommen) und warte darauf. Ich kann ja mal noch kurz berichten, ob die Dichtungen gepaßt haben, wenn sie denn da sind.

So, also doch viele Worte um ein paar läppische Dichtungen. Ich hoffe, es hilft dem einen oder anderen weiter.
 
Hallo Thomas,

schöner Bericht. Daß die Steuerkolben in die Buchsen eingeläppt sind habe ich mir schon gedacht. Das ist üblich bei Hydraulik, denn O-Ringe können durch Unterspülung ausgehoben werden.

Das Aneinanderschrauben von Ventilblöcken ist heute auch noch üblich.

Wenn man das ganze vierzellig aufbauen möchte, könnte man ja zwei Hebel von unten an das Lenkrohr schrauben.

Viel Erfolg,

Markus