U 411 - Ölwechsel und Inspektion (OM 636)

U_411

New member
06. Apr. 2013
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Hallo,
ich habe einen alten OM 636 (636.914) in meinem Boot. Das Boot habe ich erst vor kurzem gekauft.
Nun dachte ich, dass ich mich motortechnisch vielleicht an euch wenden kann :D

Ich weiß leider nicht viel über den Motor, da die Motornummer wohl nicht bei MTU registriert ist und Mercedes mir auch nicht recht weiterhelfen kann (oder will) :? Habt ihr einen Hinweis an wen ich mich noch wenden kann?

Ich habe aber anhand des ersten Teils der Motornummer rausgefunden (636.914), dass der Motor wohl aus einem U 411 stammt.

Bevor es losgeht wollte ich einen Ölwechsel machen und alles mal durchchecken.

Was bekommt der Motor für Öl? Ein 30er Einbereichsöl?

Muss ich irgendwas spezielles beachten?
Vielleicht gibt es hier ja eine kleine Checkliste o.ä, die ich noch nicht gefunden habe?

Besten Dank.
Gruß Robert
 
Hallo,
dieser Motor hat noch keinen Schwebstoffölfilter (ist jedoch nachrüstbar) aus diesem grund darft du kein additiviert öl benutzen.
Gruss
ELA
 
Hallo ELA,
vielen Dank für deine Antwort.
Ich habe soweit ich weiß nur ein "Metallsieb" als Ölfilter.
Würdet ihr ihn lassen oder wäre es besser auf einen Schwebstofffilter umzurüsten?
Gruß Robert
 
Hallo,
wir haben unsren Motor umgerüstet.
schau mal im Ebay da gibt es sehr gut verarbeitete Adapter. Der preis bis 100 € finde ich ok darüber würde ich den adapter eher nachbauen lassen.
gruss
ELA
 
Hallo Robert,

ein einfaches 15W40 Öl aus dem Baumarkt tuts für den Motor.
Bei jedem Ölwechsel das Nudelsieb ebenfalls reinigen und dann geht auch das. Generationen von Nutzern haben den Motor mit dem Nudelsieb betrieben und er gilt immernoch generell als sehr zuverlässig.

Du solltest noch das Ventilspiel prüfen und natürlich eine allgemeine Sichtprüfung machen.
 
@Bei jedem Ölwechsel das Nudelsieb ebenfalls reinigen und dann geht auch das. Generationen von Nutzern haben den Motor mit dem Nudelsieb betrieben und er gilt immernoch generell als sehr zuverlässig.

Danke Jürgen,das tut soooo gut!!
Rainer
 
Guten Abend zusammen,

vielen Dank für die ganzen Informationen.

Gruß Robert
 
Hallo Robert!

Wichtig wäre auch,das Du,wenn vorhanden,die/den Impeller der Seewasserpumpe kontrollierst und eventuell erneuerst.Ausserdem die wasserführenden Schläuche und Filter.Diesel checken ob Dieselpest vorhanden,Filter erneuern,Schlamm und Dreck aus den Gehäusen entfernen.Da ich Dich nicht kenne und Du auch nichts um das Drumherum geschrieben hast,habe ich mal meine Erfahrungen mit diesen Anlagen aufgeschrieben.
MfG, Jörg
 
kinzigsegler schrieb:
Hallo Robert,

Generationen von Nutzern haben den Motor mit dem Nudelsieb betrieben und er gilt immernoch generell als sehr zuverlässig.

Hallo,
wenn du das alles so sicher hier vekündest, dann kannst du sicher auch erklären
warum das Nudelsieb des OM636 ab dem OM621 und auch für spätere wie den OM615 schon nicht mehr verwendet wurde und von den Konstrukteuren durch einen Papierfiltereinsatz ersetzt wurde.
Interesannt auch, das der Papierfiltereinsatz dabei mit seiner Filteroberfläche immer größer wurde, als das Nudelsieb mit der eher zu klein bestimmten Filteroberfläche des OM 636 je war !
 
Hallo Gerry
weil keiner mehr Ölwechselintervalle einhält, 621 und 615 ganz andere Motore sind und heute jeder Flachlandtiroler Winterreifen auf einem Kleinwagen in breite min 205 auf Alufelgen braucht.
Der 636 wird nicht im Ferrari eingesetzt und ist kein Hochleistungsmotor. Normal gepflegt hält der Motor ewig.
Gruß Lothar
 
Hallo Gerry,

die Motoren OM621 und OM615 kenne ich nicht aus eigener Erfahrung.
Ich habe nicht gesagt, dass eine Umrüstung schlecht ist, sondern lediglich darauf hin gewiesen, dass die Konstrukteure und Bauer des OM636 diesen eben mit dem "Nudelsieb" entwickelt und gebaut haben. Und wenn man schaut wieviele alte Mogs (und Boote) mit OM636 noch leben und aktiven Dienst tun und dann schaut wieviele von diesen je einen Papierfilter gesehen haben, muss man zwangsläufig zu der Einsicht kommen, dass diese alte Methode der Ölfilterei nun doch nicht so verteufelt schlecht ist.
Es geht hier nicht darum, warum zu einem späteren Zeitpunkt die Konstrukteure Innovationen in Folgemaschinen eingebracht haben. Innovationen wird es immer geben, hoffentlich :D. Aber nicht jede Innovation ist auch zwingend für das Vorläuferprodukt notwendig.
Die meisten im Hobbybereich eingesetzten Mog mit OM636 werden nicht mehr wirklich gefordert, sondern fahren zur Freude der Fahrer und ettlicher Passanten einfach nur zum Spass in der Gegend herum und zu Treffen. Gleiches gilt wohl auch für das Boot des Themenstarters. Wenn eben diese Fahrzeuge schön ordentlich und regelmäßig gewartet werden leben sie auch ohne Papierfilter noch lange, davon bin ich überzeugt.
 
Liebe Unimog-Freunde,

niemand hat behauptet, dass ein Motor - gerade bei den meist geringen Fahrleistungen - erkennbar unter einem nicht ganz vorschriftsmäßigen Öl leidet.

Aber im Sinne des Systems Motorschmierung ist die Verwendung eines Mehrbereichsöles mit Eigenschaften, die Partikel in der Schwebe halten, eine Konstruktionsänderung, die logischerweise die Verwendung eines Schwebstofffilters nach sich ziehen sollte. Dann hat man wieder ein stimmiges System.

Der alte Schmierkreislauf mit unlegiertem Einbereichsöl funktionierte ganz anders: Da setzten sich die feinen Partikel im Ölsumpf ab, der bei Ölwechseln aufgrund seiner Schmutzfracht anfänglich ganz zäh aus der Ölablassöffnung kam. Das sprichwörtliche Nudelsieb hatte nur die Aufgabe grobe Partikel zurückzuhalten.

Motorschmiersysteme ohne Filter, z. B. in Rasenmähern, sollen daher bis heute mit Einbereichsöl (meist SAE30) - deshalb auch genannt Rasenmäheröl - betrieben werden.

Und nun ist es wieder jedem einzelnen überlassen, was er macht. Der McCormick mit Nudelsieb und Deutz Verdampfer ganz ohne Sieb oder Filter laufen mit SAE30, meinen Rasenmäher betreibe ich fahrlässig mit 15W-40 (läuft trotzdem schon 22 Jahre einwandfrei), meinen Unimog-OM636 ebenfalls mit 15W-40, aber entschieden erst nach Umrüstung auf die Filterpatrone. Als Unimog-Vielfahrer bin ich davon überzeugt, dass das eher die Lebensdauer verlängert.
 
....wie geil, wieder eine Öldiskussion...der Glaubenskrieg der Technikbegeisterten schlechthin.....macht weiter Jungs, das les ich gerne...:-)

Da die Kirche die hl. Inquisition abgeschafft (oder nur ausgesetzt?) hat und Hexen usw. wohl derzeit auch nicht mehr verbrannt werden, wage ich mich vor und oute mich als technischer Ketzer...ich fahre in meinem D177S 10W40 teilsynthetisch Leichtlauf- nur mit Nudelsieb - so, jetzt isses raus, ich fühl mich so frei. Eckdaten: 1x Ölwechsel im Jahr, ab und an mal einen Schluck nachkippen (KW-Dichring inkontinent), ca. 4-5 Tankfüllungen (a 40l) pro Jahr, ich habe die Kiste seit knapp 10 Jahren und er tut und tut...(Motor ist von 1957)

Grüße aus dem Allgäu

Jochen
 
Hallo Jochen,

unser Forum lebt von kontroversen aber sachlichen Diskussionen.
Wenn noch ein wenig Humor dabei ist, machen sie doppelt Spaß. :D
 
Hi Christoph,

stimmt, deswegen hab ich meinen Senf auch dazu gegeben. Ob es nun bei einer Entscheidung hilft oder nicht sei jetzt dahingestellt, es zeigt aber, daß es viele verschiedene Meinungen gibt - und das ist gut so.

Aber Christoph, sag mir bitte wie du deine Antwort meintest, als Kritik bzgl. meines unsachlichen "Outings"?

Grüße aus dem Allgäu

Jochen

P.S. Ich meinte es in der Tat ernst daß ich solche Diskussionen gerne lese. Auch hoch im Kurs steht die Frage nach DER Zündkerze, usw.