U 411 Pritschenboden austauschen

theodorsiersdorfer

New member
24. Apr. 2009
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Hallo,
aus welchem Material war der originale Boden der Pritsche des
U 411-119 ?
Mein Pritschenboden ist aus Blech und wurde eventuell von einem Vorbesitzer eingebaut.

Kann mir mir jemand sagen, ob er Erfahrungen hat beim Austausch des Blechbodens der Pritsche, gegen einen Boden aus gepresstem "Kunstholz", wie es im Fahrzeugbau benutzt wird.
Welches Holz wäre auch dafür geeignet?
Der alte Boden war zum großen Teil durchgerostet und unter den Korosionsstellen lag haufenweise Rost.
Ziel ist, einen Boden zu haben, der mit dem Pritschenunterbau verschraubt wird und wenn nötig herausgenommen werden kann, um die Korosion an den Trägern unter dem Boden zu bekämpfen.
Der Unimog wird in Wald und Feld eingesetzt.
Erstzulassung 1964.
TheodorSiersdorfer
 
Hallo Theodor!

Bin grad dabei den Pritschenboden an meinem 411.120 Bj. 1965 auszutauschen.
Problem dto., durchgerostet :cry:
Ich geh davon aus, dass die Belegung mit Blech an meinem Mog original ist. Hab keine Anzeichen für Bastelei gefunden. Ausserdem würden die Seitenwände bei einem dicker auftragenden Holzboden nicht mehr zu gehen.
Unterm Blech sah es noch schlimmer aus als erwartet. In und auf den Profilen hat sich über die Jahre Dreck angesammelt, ein Feuchtbiotop erster Güte.
Hab alles gestrahlt, gut grundiert, lackiert und neu belegt mit 3mm Blech.
Das reicht für meine Bedürfnisse und ist schätzungsweise für weitere 20 Jahre haltbar.
Beim schweissen aufpassen wegen Verzug, sonst passen die Kugelaufnahmen nicht mehr.
Gruß aus Südbaden
Gerd
 
guude,

die holzteile des 411 bestehen aus fichte mit nut und feder. die nut ist außermitteg angebracht, die ooere nutwange ist dicker als die untere.

gut holz! justus.
 
Hallo Gerd und Justus,
vielen Dank für Eure Antworten. Offenbar gibt es so etwas aus Holz und aus Blech.
Leider habe ich niemanden hier in der Nähe, der einen Blechboden schweißen könnte. Ich werde voraussichtlich den Versuch mit dem Kunstholz machen.
Die Seitenwände lassen sich aufklappen, wenn man den Boden entsprechend kleiner macht als die Blechvariante.
Ich werde Euch berichten, wie der Fortgang mit dem neuen Belag sein wird.
Herzliche Grüße vom Bodensee,
TheodorSiersdorfer
 
guten tag Theodor.....
ich habe mir eine pritsche (kurz) für 411.118 selbst komplett nachgebaut, ist also nagelneu. Die pritsche war für einen kipper, was ich ich auch bei dir annehme.
An diese pritsche sind wesentlich höhere anforderungen hinsichtlich der stabilität und verwindungssteifigkeit zu stellen wie bei einer "festen" pritsche. Dort ist ein holzboden oder pressholz sicher eine gute option hinsichtlich preis, stabilität und korrosionsfestigkeit und für viele mogler mit etwas heimwerkerkenntnissen leicht machbar.
Die gedanken mit dem pressholz hatte ich auch, hinzu kam das problem mit den bordwänden , habe mich aber von kennern der materie überzeugen lassen für den kipper einen 3mm stahlboden aufzulegen und mit kurzen nähten an den unterzügen anzuschweißen.
Dadurch bekommt die pritsche erst ihre eigentliche stabilität, die du mit anschrauben nie erreichen kannst.
Ursprünglich war der boden 2,5mm stark, 3mm bedeuten ein mehrgewicht von ca. 12kg.
Ich habe das blech als tafel über eine fa. bezogen und die stirnwand bei enem metallbauer gleich auf 90 grad biegenlassen. Danach habe ich alle ränder auf mass abgeschnitten und ebenfalls durchgäng wig- angeschweißt, also den boden in einem stück gefertigt. Nur schrittweise vorgehen, gefahr des verzuges.
Die unterseite des bodens und die gereinigten unterzüge an den schweißstellen mit schweißprimer VELNOX von W...h einsprühen damit die schweißstellen innen nicht gleich wieder rostbildner werden . In die unterzüge löcher bohren und nach dem lackieren kriechöl einsprühen. Korrosionsschtz und wasserablauflöcher!
Benutze auch die suchfunktion "kipperpritsche", da ist einiges über den pritschenbau beschrieben.
 

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Hallo Heinz,
Dein Nachbau der Pritsche sieht ja super aus. Ich würde mir wünschen, ich könnte auch so gut schweißen und Blech bearbeiten. Unser Dorfschmied, der über eine perfekte Werkstatt für solche Arbeiten verfügt, ist "abgerückt" und arbeitet heute als Lehrer an einer Fachschule. Somit wird alles Metall, was man schweißen oder biegen muß, für mich ein Wunsch bleiben. Deine Argumente für die Blechvariante sind wirklich OK, und dennoch muß ich mich auf einen Kompromiß bezüglich der Steifigkeit der Pritsche bei Verwendung von Preßholz oder Holz einlassen.
Sollte bei mir alles schiefgehen, kann ich dann immer noch mit fremder Hilfe die Blechvariante machen. Irgendwo wird es ja auch in unserer Gegend einen Schmied geben....!
In jedem Fall werde ich, wie Du vorgeschlagen hast, in die Unterzüge Löcher zur Lüftung und zum Wasserablauf einbohren. Da werde ich auch Unterbodenschutz mit Kriechöl einspritzen.
Herzliche Grüße vom Bodensee zur Wartburg,
TheodorSiersdorfer
 
Grüß dich Theodor

Von deiner Variante Pressholz würd ich dir schon allein aus Gründen der Stabilität und Langlebigkeit abraten. Den stabilen Rahmen der Pritsche brauchst du sowieso aus Metall. Darauf würd ich (wenn schon Holz was ja für die praktische Bearbeitung spricht) Massivholz (zB Lärche) in entsprechender Stärke nehmen. Wenn das Holz nicht immer feucht bleibt und zwischen den Arbeiten wieder abtrocknen kann hält das auch je nach Beanspruchung viele Jahre. Allerdings ist bei guter Qualität (die du verwenden solltest) preislich auch nicht viel gespart. Schraubenmaterial und Metalleinrahmung brauchst du ja auch.
Mit Pressholz wirst du nicht lange Freude haben wenn es erst mal nass wird. Der Verschleiß ist auch recht groß wenn die erste Kerbe verursacht ist.

LG Christian
 
Hallo Theodor,

...einen hab' ich noch.
Ich will dich keinesfalls von deinem vorhaben mit holz abbringen. Am ende hast du mehr arbeit und kosten wie mit der metallvariante. Wie du siehst ist das auch die meinung anderer.
Ich bin auch kein schweißer habe meist nur geheftet und mir dann von einem profi das zu ende schweißen lassen. Der weiß in der regel auch wie verzug zu händeln ist und gleicht manches geschickt mit dem autogenbrenner aus. Es wird doch wohl am Bodensee , wo die ersten luftschiffe in deutschland gebaut wurden, eine schlosserei geben oder einen metallbau der dir gegen rechnung eine blechtafel verkauft, grob oder genau auf der schlagschere abschneidet und einen ca.450mm langen winkel als vorderwand biegt.
Ich will dir gerne mit weiteren fotos und tipps behilflich sein, da ich weiß wie schwer es für laien ist so etwas zu händeln, schließlich ist nicht jeder schlosser, schweißer und besitzer der ganzen gerätschaften.
Habe mich da auch durchgefragt und schließlich für alles eine lösung gefunden. Bei meiner variante mit der angebogenen vorderwand sparst du 1,50m schweißnaht in der ecke boden-vorderwand , die bei allen originalpritschen den keim der verrottung vom ersten tag an in sich trug, zumal auch noch ein wasserstau entstand. Jedesmal wenn ich meine pritsche abkehre freue ich mich über die gelungene und dichte ecke.
Nach dem aufschweißen der bodenplatte schneidet man passgenau nach der pritsche mit einer 1mm scheibe noch die kontur für den einlegeboden aus und fertigt dann den neuen einlegeboden, der mit sicherheit auch verkeimt ist und durchgeschlagen ist. So passt der spalt immer. Wer den boden halt für heckkraftheber braucht.

Meistere dein geschick und spare nicht am falschen ende. Vielleicht sind in der "rezession" die werkstätten etwas zugänglicher? Ein gewöhnlicher dorfschmied, wo gibt es den noch? wäre sicherlich nicht dein partner geworden. Nur blechbearbeiter, metallbauer können solche tafeln beschneiden und in 3mm über 1,50m exakt winklig und eng biegen.
Meist macht man das mit biegepressen.

Wünscht du weitere infos , dann kontakt unter pn.
 

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Hallo, da bin ich wieder. :party:
Dank Eurer guten Ratschläge und Eurer Fotos habe ich mich für Stahlblech entschieden.
Heinz, Du hattest Recht. Bei uns, wo der Zeppelin herkommt, gibt es wirklich gute Schlossereien.

Gestern war der denkwürdige Tag. :flex:
Mein Unimog 411 hat jetzt einen neuen Pritschenbelag aus Stahlblech mit Biegung an der richtigen Stelle. Blechstärke 3 mm.
Ich war in einer guten Schlosserei die über die notwendigen Maschinen zum Zuschneiden und Abkanten und einen interessierten Schweißer verfügte.
Heute habe ich Unter-und Oberseite, besonders die Schweißnähte, mit Rostprimer gestrichen.
Ich habe dann im Überschwang auch die Tragkonstruktion für den Kipper zum Neustreichen vorbereitet und dabei zwei offene Schweißnähte entdeckt. Das ist ein kleines Problem, denn jetzt kenne ich ja einen guten Schweißer.
Herzliche Grüße,
Elmar
:thumbup: