U 421 und Intrac 2002 - Welche Dreipunktseilwinde geeignet?

Karl_Bauer

New member
28. Aug. 2002
1.132
0
36
Hallo und Hellau!

Ich wende mich an die erfahrenen Holzwerber und Waldläufer unter Euch mit folgender Frage:

Welche Heckseilwinde an Dreipunktaufhängung (Neukauf) wäre geeignet für Betrieb

an U421 ( 52 PS, 4-Zyl.) und Intrac 2002 (45 PS, 3-Zyl.)?


a) halbprofessioneller Einsatz in hügeligem und fast schon bergigem Gelände (Spessart und Vorspessart, Hänge bis zu 20 % Gefälle im Wald) zu regelmässigen Waldarbeiten (Langholz, Brennholz);

b) vermutlich mit Funk-Fernbedienung.


Bitte um Eure Meinung dazu:


1. Was ist das Hauptkriterium "Traktor - Seilwinde" (Leistung der Zapfwelle, Hebekraft der Hydraulikanlage, Festigkeit des Traktorrahmens und Dreipunktanlenkung)?

2. Nach welchem Gesichtspunkt sollte die Leistung der Seilwinde ausgelegt werden?

3. Da U 421 und Intrac 2002 in der gleichen PS-Klasse sind, aber beim Intrac 2002 die Hydraulik und Dreipunktaufhängung optisch viel stärker aussieht, entsteht die Frage, ob der Intrac 2002 eventuell eine größere Heckseilwinde "vertragen" könnte als der U 421; das soll keine Abwertung des U 421 sein!

4. Ist eine Funk-Fernbedienung aus Sicht der Berufsgenossenschaft zu empfehlen?

5. Für den Betrieb einer Funk-Fernbedienung empfiehlt sich eine elektrisch-hydraulische Regelung der Motordrehzahl? Was kostet das Nachrsüten?

6. Was für Kaufkriterien außer des Preises könnten noch herangezogen werden?


Auf diesem Gebiet bin ich noch sehr grün und bitte um die Meinung alter und junger Hasen!


Danke und Gruß! Karl
 
Hallo Karl!
Für Deinen genannten Einsatzzweck würde ich eine 4,5 bis 5,5t Winde vorschlagen.

Da Kriterium bei einer Forstwinde ist nicht die Zapfwellenleistung, sondern die Abfuhr des zugezogenen Holzes.

Bei der genannten Windengrösse hält sich auch das Eigengewicht noch in Grenzen, sodass die Hubkraft der Heckhydraulik für fast alle Fälle ausreichend ist. Gegen das Aufbäumen und für die Lenkbarkeit bei Fahren mit Last wäre beim Intrac wahrscheinlich etwas Frontballast angesagt.
Wenn die Last nach dem Zuzug zum Abtransport am Seil ohne Umhägen zu schwer ist, gibt es auch die Möglichkeit, die Stämme einzeln in Kettenfallen etwas tiefer einzuhängen. Ist zwar einiges mehr an Arbeit aber wenn die zu fahrende Wegstrecke länger ist, immer noch ein Vorteil.
Oft genügt es auch, das Seil nur über die untere Umlenkrolle zu führen.

Wer einmal mit einer Funkwinde gearbeitet hat, greift keine andere mehr an.
Es ist eine einmalige Investition und hat extremen Komfortgewinn.
Wenn man im Gelände den Stamm mit einen Beisser und einer Umlenkrolle über der Schulter begleitet und bei Bedarf eingreift, ist das eine immense Zeitersparnis, materialschonend und ein Sicherheitsgewinn.

Die wichtigste Eigenschaft, die meiner Meinung ein Funkseilwinde haben soll, ist das sanfte Lösen der Bremse, sonst gibts lose Seilschlingen und darauf folgend einklemmen und quetschen des Seiles.
Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Da wäre einmal das stossweise Lösen und auch eine Zusatzbremse ist sehr wirksam, die während des Lösens eine Restbremswirkung erhält, damit die Trommel bei hoher Last keinen Schwung bekommt.

Ob eine Funkwinde dann Drehzahlverstellung und vielleicht sogar Start und Stop hat, ist Geschmacks- und Preisfrage.
Meiner Erfahrung nach reicht die Motorleistung bei erhöhtem Standgas fast immer aus, ich verwende meine Drehzahlverstellung nur wenns schneller gehen soll.
Das Nonplusultra wäre dann natürlich eine Seileinlaufbremse mit kombinierten Seilausstoss. Das bewegt sich dann natürlich in Preisregionen, wo sich der Spass aufhört :wink:

Mit einem Rat zu einen Fabrikat oder Type kann ich Dir noch nicht dienen, dabei müsste ich mich selber erst schlau machen.
 
Hallo Karl,
habe Jahre lang mit einem Intrac 2003 mit einer 5,5 t Winde am Dreipunkt gerückt. Hauptsächlich Buche im leicht bergigen Gelände, aber immer aufwärts.
Das Problem ist nicht die Zapfwellenleistung, wie Herbylix schon geschrieben hat, sondern der Abtransport. Mein Intrac hatte Allrad, und dadurch keine Einzelradbremse. Ich stand öffters vor einem Baum, weil der Trac unlenkbar (Männchen machend) geradeaus bis vor den Baum fuhr. Im letzten Jahr hatte ich dann Probleme mit der Hydraulikpumpe, dass die Leistung zum Ausheben der Stämme fehlte.
Also meine Empfehlung wäre auch eine 4,5 - 5,5 T Winde. Meine war mit Seilzug, da muss man halt laufen, aber es ging auch. Der Zapfwellenanschluß passt auch an gängige Winden. Beim Mog brauchst Du ein Verlagerungsgetriebe um mit Zapfwelle zu arbeiten.
Habe nach dem Intrac mit einem 406 gerückt. Der ging nicht mehr vorn hoch. Mit dem habe ich ein Jahr richtig dicke Buchen gezogen, so dass die Winde in der Mitte eingerissen ist. Habe die dann im demontierten Zustand verstärkt und repariert.
Bei den Windenmarken kenne ich mich nicht so aus.
Gruß
Volker
 
Hallo Karl,

Karl_Bauer schrieb:
Hallo ... Frage: Welche Heckseilwinde an Dreipunktaufhängung (Neukauf) wäre geeignet für Betrieb an U421 ( 52 PS, 4-Zyl.) und Intrac 2002 (45 PS, 3-Zyl.)?
Intrac 2002 hatte 51 PS, 3 Zyl., gabs mit und ohne Allrad, Bj. von 1972 - 1974, soweit ich weiß nur in dem alten Deutzgrün.


Karl_Bauer schrieb:
a) halbprofessioneller Einsatz in hügeligem und fast schon bergigem Gelände (Spessart und Vorspessart, Hänge bis zu 20 % Gefälle im Wald) zu regelmässigen Waldarbeiten (Langholz, Brennholz);
b) vermutlich mit Funk-Fernbedienung.
...
1. Was ist das Hauptkriterium "Traktor - Seilwinde" (Leistung der Zapfwelle, Hebekraft der Hydraulikanlage, Festigkeit des Traktorrahmens und Dreipunktanlenkung)?
Es muß zueinander passen. Ich hatte eine 4,5 to. Winde am Intrac 2002A und am Unimog 407. Die war mehr als ausreichend.


Karl_Bauer schrieb:
2. Nach welchem Gesichtspunkt sollte die Leistung der Seilwinde ausgelegt werden?
Naja, Du hast eine zulässige Hinterachslast, das Gewicht der Winde und die Dreipunktaufnahmen. Eine 7 to-Winde wirst Du nicht hoch genug gehoben bekommen, da die Dreipunktaufnahmen relativ hoch sind. Ferner verschenkst Du unnötig schwerer Winde Nutzlast, d.h. Du kannst weniger Bäume anhängen. Und 7 to. wirst Du trotz Bergstütze mit Deinem 2,8 to. LG "Intrac2002A-chen" oder 2,9 to LG "Unimog421igerchen" eh nie zum Gerat ziehen, sondern das Gerät zum Stamm.


Karl_Bauer schrieb:
3. Da U 421 und Intrac 2002 in der gleichen PS-Klasse sind, aber beim Intrac 2002 die Hydraulik und Dreipunktaufhängung optisch viel stärker aussieht, entsteht die Frage, ob der Intrac 2002 eventuell eine größere Heckseilwinde "vertragen" könnte als der U 421; das soll keine Abwertung des U 421 sein!
Komisch, bei mir war es genau umgekehrt. Beim 407 war die Dreipunkt wesentlich stabiler als beim Intrac 2002A. Subjektiv würde ich sagen: der Unimog wurde mit dem Gewicht besser fertig. Allerdings hatte der Intrac durch die 28"-Reifen hinten wesentlich mehr Griff im Gelände, Einzelradbremse, und blieb nicht vor jedem Stumpf hängen.


Karl_Bauer schrieb:
4. Ist eine Funk-Fernbedienung aus Sicht der Berufsgenossenschaft zu empfehlen?
Für die BG kann ich nicht sprechen. Bei einer Funkwinde hast Du das Problem, dass die Kupplung 100% zieht oder 0 %. Bei einer Seil oder Hebelgesteuerten Winde kannst Du mit 30 % ziehen und wenn der Stamm dann mal hängt nachlegen. Du stehst direkt am Gerät und merkst ob es rutscht, kippt oder sich aufbockt. Bei einer Funkwinde merkst Du das nicht so unmittelbar. Wenn sich der Stamm vor einen Stupf oder sonst ein Hindernis setzt, rutscht die seil/hebelgesteuerte Winde erst mal durch bis Du stärker ziehst. Die Funkwinde reist voll durch und wenn der Stamm nicht kommt, kommt der Traktor. Da mußt Du höllisch aufpassen.

Ferner noch 2 Sachen:
1.) Unimogs haben i.d.R. Gegendruck. D.h. Du kannst den Unimog hinten hochbocken und schön Druck auf die Bergstütze machen. Beim Intrac hat die Heckhydraulik i.d.R. keinen Gegendruck. D.h. sie liegt nur mit dem Eigengewicht auf und rutscht leichter weg.
2.) Der Intrac hebt die Winde gut aus, da die Heckhydraulik einen großen Weg hat. Ich würde mal sagen Windenschildposition von - 10 cm. bis + 40 cm.
Die Unimoghydraulik hat a.) einen kleineren Hubweg und b.) mußt Du von dem kleinen Hubweg den Federweg noch abziehen. Um feste stehen zu können benötigst Du auch beim Unimog Windenschildposition - 10 cm. Dann hast Du 2 schwere Stämme herbeigezogen und willst losfahren. Dann geht der Unimog hinten erst mal 15 cm in die Federn und vorn 20 cm aus den Federn und es verbleiben Dir als obere Windenschildpositon ca. + 20 cm. Und das ist im Wald nicht viel. D.h. Du hängst immer wieder mal beim Fahren mit dem Windenschild vor herausstehenden Baumstümpfen, über die Du die Winde mit Anhang nicht gehoben bekommst.


Karl_Bauer schrieb:
5. Für den Betrieb einer Funk-Fernbedienung empfiehlt sich eine elektrisch-hydraulische Regelung der Motordrehzahl? Was kostet das Nachrsüten?
Halte ich im Hobby und im Semiprofibereich nicht für Notwendig. Die Winden ziehen auch in Standgas schon ganz gut und ansonsten erhöhst Du mit dem Handgasheben einfach etwas die Motordrehzahl, wenn es wirklich mal notwendig sein sollte.


Karl_Bauer schrieb:
6. Was für Kaufkriterien außer des Preises könnten noch herangezogen werden?
Das ist wie überall: Was nichts kostet ...

Ganz wichtig ist, dass Du am Unimog ein Zapfwellenverlagerungsgetriebe benötigst und Du die 3-Punkt-Winde vor dem Kauf am Unimog ausprobierst, ob das mit der Zapfwelle funktioniert. Also mal von der Untersten Position (Schildunterkannte - 10 cm) in die oberste Position heben bei laufender Zapfwelle und etwas belastung auf dem Seil. Bei Unimog ist die zum Antrieb der Seilwinde benötigte Zapfwelle sehr sehr kurz und so eine kurze Zapfwelle kann sich nur ganz wenig zusammenschieben und Außeinanderziehen.

Du mußt das am Unimog unbedingt ausprobieren. Evtl. benötigst Du sogar eine Weitwinkelzapfwelle. Oder mußt eine Seilwinde nehmen, die die Zapfwelle seitlich versetzt hat um einen längeren Zapfwelle zu ermöglichen.

Beim Intrac2002A ist das kein Problem. Der entspricht dem Traktor-Standart und da braucht man eine außreichend lange Zapfwelle.


Karl_Bauer schrieb:
Auf diesem Gebiet bin ich noch sehr grün und bitte um die Meinung alter und junger Hasen!
Da mußt einfach nur mal die Suchenfunktion nutzen und hier im Forum lesen. Dein Thema ist schon wiederholt und erschöpfend bis ins kleinste Detail durchgekaut worden.

gruesse
hueroth

Noch ein Tipp zum Schluß: Pass auf, dass her nicht die leidige und zu nichts führende Diskussion Traktor/Unimog losgetreten wird. Dann geht der ganze Thread den Bach runter.
 
Taucher schrieb:
... Mein Intrac hatte Allrad, und dadurch keine Einzelradbremse ...

Hallo Volker,

wie geht das denn. Meiner Kenntnis nach hatte alle Intrac Einzelradbremse. Also so ein zweigeteiltes Bremspedal wie alle Deutztraktoren zu der Zeit, das an der Rückseite verriegelt war.

Hattest Du nur ein einfaches Bremspedal?

gruesse
hueroth
 
Hallo Hueroth,

Ja, mein Intrac hatte und hat immer noch, nur ein Pedal, welches nicht trennbar ist. Also wirklich, keine Einzelradbremse. Das war ein recht großer Nachteil. Bei Grenzsituationen ging der Bock einfach nicht rum. Der Intrac hatte zwei große Trommeln in der Forderachse, die maßlos überdimensioniert waren, aber sehr gut gezogen haben. Nur das Einstellen der Bremse war absolut kaotisch.
Der Intrac hat einen großen Vorteil. Man kann unheimlich gut ein und aussteigen. Damals habe ich noch alleine, mit Seilzug, gerückt. 1000 mal pro Tag auf und abgestiegen. Beim Unimog gehst du dabei kaputt.
Meiner lief nur 20 km/h. Das war der Grund des Wechsels zum Mog. So ein Intrac 2004 mit Schnellgang ( 40 km/h) reizt mich imer noch.

Gruß
Volker
 
Hallo,

mein Intrac 2002A lief auch nur 23 km/h wie alle Deutz-Traktoren in dem Zeitfenster 1970 -1975. Wegen der fehlenden Federung und dem notwendigen hohen Luftdruck in den relativ kleinen Vorderreifen kamen richtig starke Stöße durch und der Fahrkomfort war schlechter als bei einem normalen Traktor, bei dem man auf der Hinterachse saß.

Mit dem Einstieg hast Du vollkommen recht. Der ist beim Unimog 421/406 vollkommen unakzeptabel ebenso wie die Sitzposition.

Ich trauere dem Intrac 2002A nicht nach. Dem Unimog Typ 407 schon.

gruesse
hueroth
 
Hallo , guten Tag ,
wir haben uns zu dritt eine Schmidt Winde 4.5 to, mit Handseilzugbedienung gekauft.Diese Winde war sehr preisgünstig, allerdings muss ich sagen , das wir sie bei uns im absoluten Flachland ( Raum Celle /Lüneburger Heide)schon einige male an die Grenze bekommen haben. Bei der nächsten Winde würde ich eine 5.0 to Winde wählen einfach um etwas mehr Reserve bei kritischen Zügen zu bekommen. Wir fahren die Winde mit U 406 , M.A.N 4R3 , Güldner G40 und einem Favorit 106. Alle Fahrzeuge haben keinerlei Probleme mit der Winde.
 
Hallo Hans,

das Gitter ist als Schutz bei reissenden Seilen gedacht. Den am Normalen Traktor sitzt man ja direkt dahinter. Beim Mog habe ich mir ein Gitter auf die vordere Bordwand gebaut damit ich die Rahmenwinde auch vom Sitz aus sicher bedienen kann.



@allradundsperre

hat es bei dir schon einmal ein Windenseil abgerissen:?:

Wen ja warum stehst du dann da direkt neben der Winde :?:
Wenn nein dan hoffe ich das das Seil nie reisst wenn du dort stehst :shock:

mfg Bernhard
 
Unimog_Bayern schrieb:
...das Gitter ist als Schutz bei reissenden Seilen gedacht...
Das dachte ich mir ja; drum würde ich da "so" auch nicht stehen wollen.

Kann man denn hinter dem Schutzgitter überhaupt stehen und arbeiten?
 
dulle schrieb:
... Kann man denn hinter dem Schutzgitter überhaupt stehen und arbeiten?

Nein. Und wenn, dann hängt man unweigerlich in der Zapfwelle. Also lebensgefährlich!

Die Vorschrift mit den Gittern kommt aus einer Zeit, wo die überwiegende Anzahl der Traktoren gar kein Verdeck oder nur ein nach hinten offenes Planenverdeck hatten. Das Gitter schützte dann bei Hinterradtraktor die von hinten offene Stelle wenn man drauf saß.

Mit der Bedienung der Winde ist das dann so einer Sache. Eigentlich soll man die ausschließlich vom geschützten Traktorsitz aus bedienen, doch in der Regel stehen die meisten wohl eher schutzlos direkt neben der Winde und bedienen die dann. Siehe Bild weiter oben von "allradundsperre" das zeigt, wie man es genau nicht machen soll. Bei Ihm kommt dann noch erschwerdend hinzu, dass die Winde für den Unimog Typ 406 etwas klein ausgelegt erscheint und das Seil, vermutlich 9 oder 10 mm nicht zu dem Wupp des Unimog 406 paßt.

gruesse
hueroth
 
Hallo hueroth,

und danke Dir für Deine Antwort:
hueroth schrieb:
...Die Vorschrift mit den Gittern kommt aus einer Zeit, wo die überwiegende Anzahl der Traktoren gar kein Verdeck oder nur ein nach hinten offenes Planenverdeck hatten. Das Gitter schützte dann bei Hinterradtraktor die von hinten offene Stelle wenn man drauf saß. ...
Soviel über den Sinn von Vorschriften. Wäre es dann beim Unimog nicht schlauer, das Gitter während des Betriebs neben der Winde als Schutzschild zu haben? (Oder man ist mit einer Funkbedienung in der sicheren Zone. Für den Traktor ist das natürlich eine brauchbare Option.)

Ich bin sehr für die Sicherheit - vermutlich, weil ich mal im Rettungswagen gedienstet habe - und wundere mich immer wieder über die fahrläßige Art im Wald am Baum und an der Säge (Baumwollhose, Mütze aber eine Stihl 260 und zwar so, dass man mit jedem Auge an beiden Seiten des Schwertes vorbeigucken kann :shock: )

Also, gebt auf Euch acht ;-)
 
.....wenn ich dan auch nochmal was dazu sagen darf.......1. das auf dem Bild bin nicht ich,
2.die Winde ist nur auf Zug nicht im Zug,3.bei einer mechanischen betätigung mit einer Handseillänge von max. 3m. kommst du wohl kaum aus dem Gefahrenbereich, 4.ich weiss ja nicht wieviele Winden du in deinem Leben schon bedient hast aber bei meiner Winde bestimme ich durch den Zug die Kraft die der UNimog auf die Winde überträgt .Und glaub es mir ich hänge an meinem Leben. Wenn allerdings zukünftig jedes Bild mit einem Unimog im Einsatz so auseinander genommen wird müsst ihr euch nicht wundern wenns hier still wird.
 
allradundsperre schrieb:
.....wenn ich dan auch nochmal was dazu sagen darf.......1. das auf dem Bild bin nicht ich,
2.die Winde ist nur auf Zug nicht im Zug,3.bei einer mechanischen betätigung mit einer Handseillänge von max. 3m. kommst du wohl kaum aus dem Gefahrenbereich, 4.ich weiss ja nicht wieviele Winden du in deinem Leben schon bedient hast aber bei meiner Winde bestimme ich durch den Zug die Kraft die der UNimog auf die Winde überträgt .Und glaub es mir ich hänge an meinem Leben. Wenn allerdings zukünftig jedes Bild mit einem Unimog im Einsatz so auseinander genommen wird müsst ihr euch nicht wundern wenns hier still wird.

Hallo,

immer langsam und die Ruhe bewahren!

Mir ist bekannt, daß das mit Sicherheitshinweisen in diesem Forum nicht so ganz einfach ist und ich mich da auch oft im Ton vergreife. Trotzdem sollte der Sicherheitshinweis gegeben werden dürfen, der Betroffene sollte nicht direkt beleidigt sein und der Sicherheithinweisgeber braucht auch nicht direkt angegriffen zu werden.

Sicherlich kommen diese Hinweise oft besserwisserisch rüber und sind dem anderen Usern häufig bereits bekannt. Trotzdem bin ich der Ansicht, insbesondere wenn man berücksichtigt, wie viele "Unwissende" diese Beiträge lesen, dass diese Sicherheitshinweise nicht zu oft gegeben werden können.


So jetzt noch zur Zugkraftdosierung:
Du willst mir doch nicht ernsthaft weißmachen, dass wenn der Rückevorgang bei Dir ins stocken gerät, Du nicht erst mal fester am Seil ziehst?

Insbesondere die manuellen Winden ziehen doch oft so stark, dass man darüber den kleineren Traktor oder Unimog über die Zapfwelle abwürgen kann.

Bist Du die löbliche Ausnahme, die mit manueller Winde und Unimog eine Zugkraftmessung gemacht hat und ein begrenzen der Zugkraft bei erreichen der max. Zugleistung hat einstellen lassen?

Ich kann nur so viel dazu aus eigener Praxis sagen: Ich hatte 15 Jahre eine 4,5 to. manuelle Importwinde, die gut zog, dannach 10 Jahre eine 5,0 to. Ritter manuell, die ebenfalls gut zog. Seit 2-3 Jahren habe ich eine 6,0 to. Ritterfunkwinde, die auf 6,0 to. Zugleistungsbegrenzung eingestellt ist. Und seit dem weiß ich überhaupt erst mal, wie wenig 6,0 to. Zugkraft sind und was die 2 früheren manuellen Winden mit dünneren Seilen "illegal" gezogen haben müssen.

Wenn ich Deinen Unimog und die Winde sehe, würde ich wetten, dass diese Kombi auch "außergewöhnlich gut" zieht und nicht nur die auf der Winde angegebene Zugleistung hat.

Ich hoffe Du verstehst mich jetzt?

gruesse
hueroth
 
Die Position neben der Winde ist nicht die schlechteste (und auch nach Aussage der UVV Spezialisten und Versicherer möglich).
In allen Merkblättern die ich kenne wird der Gefahrenbereich, bzw. die Handhabung wie folgt festgelgt

"Die Bedienung der Traktorseilwinde erfolgt entweder vom Traktor aus der Kabine oder seitlich der Winde. Bei Funksteuerung ist neben der Last auch die Maschine genau zu beobachten."
 

Anhänge

  • Gefahrenbereich Seilwinkel.jpg
    Gefahrenbereich Seilwinkel.jpg
    29,9 KB · Aufrufe: 1.538
  • Gefahrenbereich beim geraden Zug.jpg
    Gefahrenbereich beim geraden Zug.jpg
    48,5 KB · Aufrufe: 1.538
Meinen Dank möchte ich Allen aussprechen, die sich "verwunden" und hier ihren Beitrag zu meinem Fragen über die "Winden" niedergeschrieben haben.


Erlaubt mir noch so etwas, wie ein vorläufige Schlussbetrachtung:


a) Meine Traktoren.

Ich habe hier in Moskau einen U 421 BJ 1967 mit offenem Verdeck frisch hergerichtet; in meinem Heimatdorf einen Intrac 2002 A, vom Hofe meines Neffen ausrangiert, der noch auf Überholung nach meiner Pensionierung wartet; ebenfalls einen Eicher EKL 15/II, BJ 1956.

Wer noch in anderen Foren zu Hause ist, wird vielleicht gemerkt haben, dass ich unter meinem vollen Namen im Unimog- , Deutz-, Eicher-Forum anzutreffen bin.

Mit dem angeregten Diskussionsbeitrag wollte ich auf gar keinen Fall einen leichtsinnigen Vergleich zwischen Unimog und Traktoren anzetteln!

Wenn der Eindruck entstanden ist, - wie beschrieben - , dann war dieser falsch. Ich denke nicht, dass ich mich hier dafür entschuldigen muss?

Viele von Euch arbetien ja auch mit Traktoren verschiedener Typen und haben ihren Spaß daran, und dieser Spaß schlägt sich dann in Erkenntnisse für eine breitere Schicht Interessierter nieder. Wichtig ist doch, dass die Erfahrung von einem Typ auf den anderen angewandt, oder aber eben vermieden werden kann!


b) Tajfun-Winde im Vorspessart.

Wir haben jetzt mit meinem Neffen eine Tajfun EGV 55A gekauft; zur Verfügung stehen neben diesem Intrac 2002 A noch 2003, 2004 mit Schnellgang und noch größere Traktoren.

Da wir Holz nur für den Eigenbedarf machen, haben wir uns mit einer Zapfwellenwinde mit Seilsteuerung begnügt.

Da ich schon Monate nicht mehr "nach Hause" kam, habe ich die neue Seilwinde auch noch nicht begutachten können.


c) Unimog-Seilwinde 4000 H in Moskau - Umbauprojekt

c1) Im Jahre 2001, als ich den U421 erwarb, schaute ich mich auch nach einer Seilwinde um. Damals wollte ich alles ziemlich perfekt haben. Aber meine Erfahrungen aus der Jugendzeit mit Traktoren, Geräten, u.a. auch mit Seilwinden am Hanomag, kurzum meine Kenntnisse aus dem land- udn forstwirtschaftlichen Einsatz waren doch durch die Jahrzehnte im Ausland verblaßt, so dass ich eigentlich keinen richtigen Überblick mehr hatte.

Dank vieler auskunftsbereiter Unimog-Feunde konnte ich da erst wieder aufholen.

Jetzt lagert die Winde hier 50 km westlich von Moskau auf unserer Datscha. Der Unimog ist in zweieinhalbjähriger Arbeit von meinem Partner Vassili und mir wieder so hergerichtet, dass sich die Verkehrspolizisten nach ihm erkundigen; derzeit warte ich auf den Luftpresser im Austausch, den mir Thomas aus der Freien und Hansestadt wieder hergerichtet hat. Ihm auch meinen Dank!

Die neue Kreissäge und der Spalter waren zwar noch nicht viel im Betrieb, aber sie funktionieren, ebenso der Schredder.

Der Müller Mitteltal UBDK ist auch in gutem Zustand; allerdings wird er noch umgebaut, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen.



c2) So konnte ich jetzt anfangen mich der vorhandenen Seilwinde zu widmen.

Im Forum wird öfters einmal das Wort "Fehlkauf" benutzt. Ich möchte es nur erwähnen, aber nicht benutzen. Für Unimog-Freunde kann es eigentlich gar keine Fehlkäufe geben.

Die früheren Beiträge über Winden und Arbeiten mit Winden im neuen Forum waren mir alle bekannt, als ich das Thema in dem Beitrag hier wieder aufrollte.

Der Grund war, dass ich bei meinen Überlegungen, was mit der vorhandenen originalen Unimog-Seilwinde anstellen, merkte, dass seit dem Erwerbsjahr 2001 die technische Entwicklung große Fortschritte gemacht hat und neuee Herangehen das Gebot der Stunde ist.

Nach so manchen Stunden des Brütens am Objekt, aber auch dann zu Hause, - oder anstatt des Büroschlafes -, kam ich jetzt zu dem Entschluss, die Unimog-Seilwinde "umzubauen". Wobei ich den Umbau so handhaben werde, dass für das Museum der Generationen nach mir (*1951) dieses Seilwinde ohne große Wunden auch wieder in den Originalzsutand versetzt werden kann.


c3) Meine Beweggründe für den Umbau:

- wichtige Elemente für eine erfolgreiche Arbeit mit der Seilwinde fehlen:
* Seilspulvorrichtung oder Einlaufbogen mit der Druckrolle;
* umständliches An- und Abbauen (Heckhydraulikgestänge muss weg);
* Sicherheitsmängel beim Bedienen im Vergleich zu modernen 3-Punkt-Winden.


c4) Vorgehensweise:

- Wichtige Elemente wie die Seileinlaufrollen habe ich beim DF-Händler im Dorf bestellt;

- Konzeption wie eine Dreipunktwinde, aufgebaut auf die konstante Ackerschiene der Winde;

* dabei den "Hauptbaum" in der Mitte so stark und hoch, dass das Einspulverhalten gut wird; es ist immer von ca. 1 Meter Abstand Seiltrolle zur Seileinlaufrolle die Rede.

Soweit ich es jetzt verstanden habe, ersetzt der große Abstand die frühere mechanisch gesteuerte Einspulvorrichtung.

* Anbau eines Zapfwellen(zwischen)lagers, so dass über eine verschiebbare Gelenkwelle der Douplexkettenantrieb funktioniert.

* 1 normaler Oberlenker oder aber 2 Anlenkungen an die hinteren Bohrungen am Rahmenende; von einem Belarus-Traktor habe ich die komplette Heckhydraulik da.


c5) Sorgen machen mir die Gewichtsverhältnisse:

- 4000 H wiegt ca. 200 kg;

- 3-Punkt-Winden der 4-to-Klasse wiegen ca. 330 kg;

- die Heckhydraulik entwickelt ca. 500 mkp Dehmoment, was beim Drehpunkt der Unterlenker ca. 1.000 kg Gewicht, bei einem realistich angenommen Schwerpunkt von 80 cm aber nur noch ca. 700 kg Gewicht bedeutet.

- Also muss versucht werden, den Schwerpunkt der Winde möglichst nahe an die Hinterachse zu bekommen. Erst dachte ich an eine "getrennte Lösung", nämlich, die Winde an die Unterlenkter zu hängen, und mit der Belarus-Hydraulik getrennt das Polderschild zu bedienen.

Dann läge zwar auf der bis auf den Anschlag der Hubarme abgelassenen Heckhydraulik das Summengewicht Winde und Baumstamm; aber das Polderschild hätte mehr Aushebereserven. Was meint Ihr dazu?


Nochmals "Spasibo" Allen, und hoffentlich hat es nciht nur mir, sondern auch vielen von Euch was gebracht. Ich werde dann im Technik-Forum noch die eine oder ander Frage stellen.


Herzlichen Gruß! Karl