U411 Allrad lässt sich nicht einschalten

Luk411

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28. Aug. 2026
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Swisttal
Hallo zusammen,

Mein Vater und ich haben uns einen Unimog 411 U30 BJ1957 zugelegt. Es handelt sich um ein Froschauge, also die erste Westfalia Kabine. Technisch steht der Unimog, für uns als Neulinge in der Unimogwelt und grundsätzlich als Besitzer eines Oldtimer, im Großen und Ganzen gut da. Der Motor springt einwandfrei an und das Getriebe lässt sich gut schalten. Beim Ölwechsel den wir kurz nach dem Kauf gemacht haben konnten wir auch keine Auffälligkeiten erkennen. Soweit also alles gut, fährt, schaut gut aus und macht Spaß.

Aber wie das nunmal so ist, irgendwas ist immer. Ich wollte aus Interesse auf einem geraden Schotterweg während der Fahrt im 4. Gang mal den Allrad einschalten. Der Hebel lässt sich auch leicht nach oben ziehen, auch soweit dass das Gestänge für die Diffsperren sich bewegt, nur fällt der Hebel immer wieder herunter und kein Allradantrieb ist eingeschaltet worden. Zuhause zurück habe ich mir das Gestänge mal angesehen und habe dabei an dem Bogen, welcher sich an dem Hebel für den Allrad befindet, zwei Mulden entdeck wo eine Kugel oder ähnliches einrasten kann. Nur rastet bei mir nichts ein. Ist das ein bekanntes Problem und liegt nur an der fehlenden Rastung oder kann das Problem auch tiefer im Getriebe liegen. Das Gestänge bewegt zumindest das Teil, welches ins Getriebe führt. Vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen.

Das zweite, hoffentlich kleine Problem, wenn der Motor kalt ist und ich ihn ausmachen will geht dies gut indem ich das Standgas ganz wegnehme und den Hebel an der Einspritzpumpe ziehe. Er stottert dann noch ein zweimal kurz und geht aus. Wenn der Motor aber warm ist will er nicht ausgehen. Da hilft nur den Hebel zu ziehen und bei eingelegtem 6. Gang die Kupplung leicht kommen zu lassen, dann ist er direkt aus.

Das dritte Problem, vor dem meine Sorgen aber nicht so groß sind. Natürlich, wie soll es auch anders sein, tropft ein bisschen Motoröl. Tropfen tut es am Deckel des Betriebsstundenzähler, der Alu Deckel hat sich über die Jahrzehnte etwas verzogen. Eine neue Dichtung habe ich schon da, macht es Sinn zusätzlich noch Dichtmasse zum Ausgleichen des des verzogenen Deckels zu verwenden? Muss ich irgendetwas spezielles beachten wenn ich den Deckel abnehme, kann mir irgendwas entgegenkommen?

Vielleicht kann mir ja jemand hier weiterhelfen. Schonmal vielen Dank

Ein schönes Wochenende
Luk
 
Hallo Luk
das Problem mit dem Allradhebel ist eine Alterserscheinung an den kleinen Unimogs. An der Winkelkonsole, an der der handbrems- und der Allradhebel sitzen, hat unten in der waagerechten Fläche einen kleinen " Topf" eingepresst. In dem Topf ist eine Feder und ein Raststück, das auf den Allradhebel drücken und ihn entsprechend einrastend in der Stellung halten soll. Wenn der Hebel leicht geht, ist dieses Raststück entweder verklemmt oder die Feder ist gebrochen. Um da ranzukommen, muss der Handbrems- und der Allradhebel abgebaut werden. dann kann man sehen woran es liegt. Eventuell muss man auch die Winkelkonsole noch abbauen, um die Feder und das Raststück auszubauen.

Das Abstellen des Motors muss zwangsweise mit dem Abstellhebel funktionieren, damit wird die Einspritzpumpe auf Nullförderung gestellt, also kein Diesel zum Einspritzen. Wenn das nicht funktioniert, stimmt die Befestigung des Abstellhebels auf der Pumpenwelle nicht. Baue mal den Abstellhebel ab und versuche mit Bewegen der Pumpenwelle den Motor abzustellen. Der Hebel ist mittels einer kleinen Scheibenfeder(Halbrund) mit der Pumpenwelle verbunden, nicht fallen lassen!
Wenn das auch nicht funktioniert, stimmt etwas an der Einspritzpumpe nicht.

Der Stundenzählerdeckel ist ein zartes Pflänzchen. Wenn man die Schrauben zu sehr anzieht, verzieht er sich und ist dann kaum noch dicht zu bekommen. Wenn Du den Deckel abbaust, kommt etwas Öl heraus, ansonsten passiert nichts. Zum Abichten kann man zusätzlich eine hochwertige Motor-Dichtmasse zusätzlich auf beiden Seiten der Dichtung auftragen. Bei der Montage dann darauf achten, dass das kleine Zahnrad auch richtig auf dem Antriebsrad eingreift. Und wie gesagt verhalten festschrauben.
Viel Erfolg und Gruß zum Sonntag
Thomas
 
Hallo und herzlich wilkommen Luk,
Thomas als einer der Experten für die kleinen Mogs, hat Dir schon die richtigen Tipps gegeben.
Dennoch eine Anmerkung zum 1. Problem Allradhebel. Neben einem echten defekt wie von Thomas beschrieben kann dieser beschriebene Topf und auch die Vertiefungen in dem "Rundbogen" einfach nur über die Jahre verdreckt sein. Der Topf hat unten eine kleine Öffnung durch die man mit mit dem langen Röhrchen einer Schmutzlöser / Kriechöl Sprühdose dieses Mittelchen einspritzen kann. Das Loch kann man von unten zwischen Kabine und Getriebe zumindest beim sehr ähnlichen 404 erreichen ohne etwas zu zerlegen.
 
Hallo,

wenn es an dem Sperrstift liegt, ist meist auch die Ursache dass entweder Farbe in den Federtopf gelaufen ist oder biel klumpiges altes dreckiges Fett die Bewegung verhindert. Ich baue den Halter dann ab und schmeiße ihn in eine Teilewaschanlage. Bie 80°C löst sichder ganze Dreck.
 
Hallo zusammen, vielen Dank für eure Antworten. Werde mich die Tage mal damit auseinandersetzen und berichten ob ich bei meinen Problemen weitergekommen bin.
Gruß Luk