Guten Abend, ich bin's nochmal. Da Interesse besteht, versuche ich mal die Fragen umfassend zu beantworten:
@ Ingo:
Für meine Farmi 501 vom Bj. 1996 habe ich damals genau ¤ 565 gezahlt. Der vergleichsweise günstige Preis rührte aber daher, daß die Winde unter den Mitgliedern unserer Forstbetriebsgemeinschaft versteigert wurde. Da nur zwei Gebote eingingen – was im Nachhinein niemand so wirklich verstanden hat – habe ich sie mir eben geschossen. Der Mensch darf auch mal Glück haben.
Die Winde war immer gut gewartet worden und lediglich bei Kleinwaldbesitzern im Einsatz, die wohl keine eigene haben/anschaffen wollten, also maximal im semiprofessionellen Bereich. Für meine Zwecke reicht sie auch vollkommen aus; bislang habe ich als Reparatur lediglich die letzten 3 m Seil abgeschnitten (waren total vernuddelt) und das Ende neu verpresst.
@ Andreas:
Vorweg:die Winde ist in gut 5 min an- oder abgebaut; das geht allein mit etwas Erfahrung ganz gut, auch wenn Du ja beim Mog die Unterlenkerenden nicht sehen kannst. Ein brauchbarer (!) Einweiser ist hier natürlich sehr hilfreich.
Zum Arbeitsablauf:
Winde in Schwimmstellung absetzen, Längsachse des Mog möglichst in Zuglinie, dann mit dem HKH die Hinterachse etwas entlasten und Gewicht auf die Winde bringen. Aussteigen, Rutschkupplung auskuppeln und ausgekuppelt arretieren, Seil ausziehen und Stamm anschlagen.
Zurück zum Mog, Rutschkupplung einkuppeln. Bei leichten Stämm(ch)en geht eine Bedienung von außen neben der Winde mit Standgas nach Gusto recht gut, bei schweren Sachen, welche die volle Zugkraft erfordern, solltest Du Dich allein aus Sicherheitsgründen (Stichwort Seilbruch und schlagende Seilenden) UNBEDINGT in die Hütte zurückziehen (zur Bedienung aus der Hütte heraus siehe unten). Du kannst dann so noch zusätzlich die Fußbremse bedienen, wenn das Schild evtl. rutscht, um über die Vorderräder – die Hinterachse ist ja entlastet - die Haltewirkung ggf. zu unterstützen. Beim Zusammenspiel von (Hand-)Gas, Doppelkupplung und – falls vorhanden – lastschaltbarer ZW wirst Du schnell den Bogen raus haben.
Stamm an die Winde möglichst nah heranziehen, so daß beim Anheben der Winde der Stamm sich auf dem unteren, gebogenen Teil des Schildes abstützt, mindestens aber im Seil hängt, und somit Gewicht und damit Traktion auf die Hinterachse bringt. Nebenbei verringert das Anheben des vorderen Stammendes die Flurschäden. Bei kleineren Sachen kannst Du noch einen zweiten Stamm oder noch mehr beiseilen und mit Chokerketten an den Kerben des Kettenhalters oberhalb des Rückeschilds festmachen. Der Kettenhalter ist nebenbei als Behälter für diese Chokerketten ausgebildet.
Abfahren zum Polterplatz, Holzplatz oder wohin auch immer. Du kannst auch leidlich Poltern (auch hier hilft Übung), hier ist aber der Unimog gegenüber einem Traktor nach hinten doch sehr unübersichtlich, und ein richtiges Polterschild ersetzen kann die Winde sowieso nicht.
Die Ein- und Aussteigerei ist zwar bekanntermaßen eine Turnübung, aber Bewegung schadet ja nunmal nicht. Wertvoll ist hier deshalb wiederum ein brauchbarer (!) zweiter Mann, so daß einer ständig im Mog sitzen und diesen bedienen kann und der andere die Arbeiten außerhalb erledigt. Ohne Funkfernbedienung muß der außen eben viel latschen.
Die Absprache der Kommandos sollte dabei eingehalten werden, sonst gibt’s Aua. Mir ist es mal passiert, daß mein ständiger unverzichtbarer Helfer (der Senior...) zu ziehen begann, als ich noch beim Anschlagen des Seils war. Gottseidank lag das Seil sehr locker, so daß ich die Finger blitzschnell noch aus der Seilschlaufe ziehen konnte, bevor diese stramm wurde. So gab es keine üblen Quetschungen, sondern nur einen Wutausbruch meinerseits.
Da Vattern die Rolle des Mogbedieners auch nicht liegt (auch weil er sich wegen Rückenproblemen nicht ständig vom Fahrerplatz aus umdrehen kann), muß ich eben doch alles selbst machen und Vattern ist in dem Fall eher so eine Art Zuarbeiter und „sicherheitstechnische Aufsichtsperson“.
Zur Bedienung der Winde vom Fahrerhaus aus eignet sich am besten ein offener Mog, bei dem die Rückwand des Planenverdecks hochgerollt wird. Du kannst hier die Bedienseile der Winde im Fahrerhaus, an den Pritschenbeschlägen oder wo auch immer verzurren, so daß die Seile immer schnell zur Hand sind.
So, genug der Theorie – ich hoffe, dieser kleine (?) Bericht hilft Dir weiter. Anbei noch ein Eindruck, wie das in der Praxis aussieht: