Unangenehme Schwingungen am 411.120

Liebe Unimog-Freunde,

das Schwingen hatte sich inzwischen wieder eingestellt. Nicht so schlimm wie anfänglich. Aber bei einer bestimmten Geschwindigkeit - im 6. Gang bei ca. 54 km/h - doch sehr störend.

Die Anregung scheint nach wie vor von den Rädern zu kommen, wo ja Seitenschläge um 1 mm normal sind. Mit neuer Lenkstange sollte dann aber alles gut sein.

Doch ich sah kürzlich, dass das vordere Motorlager so verschlissen war, dass der Motor vorne etwa 2 cm zu weit nach unten hing. Nun habe ich das vordere Motorlager erneuert und bin gespannt, welche Ergebnisse die nächste Probefahrt bringt.
 
Hallo Christoph,

ich hatte seinerzeit ein ähnliches Problem an meinem 403 und habe dazu auch geschrieben. Ich hatte meine Reifen (Diagonalreifen 405/70/20, B-Kennung bis 50 kmh) im Verdacht. Nach Umrüstung auf Radialreifen, Mitas AC 70 G in 375/70/20, hat sich die Nummer komplett erledigt.
Als ich meinen Unimog gekauft habe, waren die 405er gerade erst neu, und sahen extrem gut aus.
Das, und der Preis für die Neuen, hat dafür gesorgt, daß ich einige Jahre nur 50 gefahren bin. Was hast Du für Reifen drauf?... Könnte ja sein.

Grüße, Norman.
 
Hallo Norman,

CONTINENTAL 325/70 R18 TL 125E MPT 70E sind montiert. (Die gleichen Reifen und Felgen laufen an anderen 411ern absolut ohne Schwingungsprobleme.)

Die erste Probefahrt mit neuem vorderen Motorlager ergab ein geändertes Fahrverhalten und andere Betriebsgeräusche. Die Schwingungen haben sich auch verändert. Sie treten unterhalb von 52 km/h überhaupt nicht auf. Nur bei bestimmten Geschwindigkeiten oberhalb davon sind sie unterschiedlich und nicht mehr reproduzierbar.

Das muss also noch genauer untersucht werden.
 
Hallo Christoph
hast du schon mal versucht, anhand des Reifenumfang und Geschwindigkeit oder über die Achübersetzung und Motordrehzahl die Drehzahl des Reifen mit deiner Schwingungsfrequenz abzugleichen. Beim 1300L passt das genau für einen bestimmten Drehzahl bzw Geschwindigkeitsbereich.
 
Hallo Helmut,

müsste bei deinem Vorschlag nicht vorher eine Schwingungsmessung mittels Beschleunigungsaufnehmer erfolgen und dann die Gesamtschwingung mittels Fourier Transformation in die einzelnen Aplituden zerlegt werden, um die größten Anregungen zu erkennen. Nur dann kann man doch die Drehschwingungen über die Frequenz zuordnen.

Gruß
Markus
 
Hallo Helmut, hallo Markus,

nach weiteren Testfahrten mit Video-Aufnahmen von Relativbewegungen, aus denen ich aber keine Schlüsse ziehen kann, scheint KLAUSi ohne Bagger hinten drauf, also hinten ganz leicht, eine ausgeprägte Schwingungsneigung zu haben. Mit einer Tilgermasse von etwa 20 kg, lassen sich die Schwingungen unterbinden, verschieben, verstärken, je nachdem wo man sie anbringt. Vielleicht sollte ich für Fahrten ohne Bagger eine Heckseilwinde anbauen.

Beim BMW M3 Cabrio in den 1980ern - meine ich mich zu erinnern - hat man als Tilgermasse eine oder sogar zwei Batterien im Kofferraum eingebaut, damit es ruhiger fährt.

Mit Bagger hinten drauf schwingt KLAUSi nicht.
 
Hallo Christoph,

ja, genau des wegen fahren viele mit Heckseilwinde. Positiver Nebeneffeckt, die übertragbare Bremskraft an der Hinterachse verdoppelt sich fast, verglichen zur leeren Pritsche. Schlimmer wird das noch, wenn auch die Pritsche fehlt. In Verbindung mit den steifen Federn hinten ist es noch unangenehmer am zappeln.

Reifen ohne Stollen mit Straßenprofil verbessern die Situation. Ich will es jetzt mal mit den weichen Federn (Standard) probieren.

Gruß
Markus
 
Hallo Christoph,

die Tilger sind ein ganz alter Trick. Findest du wohl in jedem Auto (ok, im Mog nicht so einfach). Und ob da M3 oder normal - sobald die E36 (also in den Neunzigern) den Sechsender vorn drin hatten, müssten alle die Batterie hinten gehabt haben - aus Gewichts und Platzgründen.
Schau dir mal deine Schaltung in deinem Auto an - da is gern mal grad bei FWD-Fahrzeugen ein Verhau an Tilgermassen dran.

Markus: Ein anständiges Zeitsignal sollte reichen um richtig Dominante Ereignisse zu lokalisieren. Die FFT und Akustik-Aufnahmen sind längst im bescheidenen Umfang am Handy zu erledigen. Der Rest is dann eine Fleißaufgaben und schönes Spielen im FFT-Spektrum. Das kostet dann halt gern "etwas" mehr als der komplette Mog...

mfG
Axel
 
Hallo Christoph,

ich denke es sollte nicht darum gehen Gewichte strategisch am Fahrzeug zu platzieren, um die Schwingungen zu beseitigen. Ich hatte seinerzeit, wie von Helmut erwähnt, über Raddurchmesser, Abrollumfang usw. ermittelt, wie oft pro Minute und Sekunde es schwingen müsste wenn es die Räder wären. 260 mal in der Minute bei 55 kmh hatte ich ermittelt, ca.. Habe mir einen Frequenzgenerator aufs Handy geladen, einen der die eingestellte Frequenz als Knacken wiedergeben kann, 4,3 Herz eingestellt und Probefahrt. Laut Tacho kurz vor 60 kmh hatte ich das Gefühl daß das Knattern im Handy mit den Schwingungen des Aufbaus syncron war. Gehört auch bischen Fantasie dazu, aber probieren ist ja umsonst. Den Rest hab ich schon beschrieben, Reifen getauscht und gut. Fällt mir noch was ein: Haben in der Firma einen Sprinter (5tonner gedrosselt auf 90 kmh) mit ähnlichen Symptomen, Der Reifenmann sagt, braucht man nicht wuchten, fährt nur 90. Hat dann aber fast einen fünftel Felgenkreis mit Gewichten behangen und jetzt läuft er ruhig. Also, erfolgreiches Weitersuchen, Norman.
 
Hallo Norman,

danke für Deine Hinweise, die bei mir wohl ähnlich zutreffen. Allerdings in besonders fieser Weise, wie ich auf den letzten 800 km ausgiebig beobachten konnte.

Die Schwingungen werden von den Vorderrädern angeregt. Und zwar von beiden gemeinsam, die noch dazu in der zulässigen Maßtoleranz liegen, was den Seitenschlag angeht.

Im Bereich um 55 km/h bzw. der entsprechenden Radfrequenz liegt die Seitenschwingungs-Eigenfrequenz des Fahrzeugs und sobald die Räder annähernd gleichphasig laufen, geht das Geschuckel los, bis es so stark wird, dass man aus dem Frequenzbereich raus möchte oder muss. Fährt man eine langezogene Kurve bei diesem Tempo, wird die Schwingung weniger bis sie sogar ganz verschwindet. Dann stehen die Räder zueinander so, dass sie gegenphasig eiern und alles ist gut bis zur Höchstgeschwindigkeit.
 
Hallo Unimog-Freunde,

Bei meinem U 421 treten Schwingungen in Linkskurven auf. Jetzt habe ich aufgrund einer Leckage Kühler und Lüfter ausgebaut und festgestellt, das die Motorlagerung auf der rechten Seite nur wenig Luft zur Schraube hat und auf der linken Seite mehr. Ich könnte mir vorstellen, das der Motor in Linkskurven sich rechts an die Schraube anlehnt...
Wieviel Luft sollte der Halter jeweils zur Schraube haben?
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Rechte Seite
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Linke Seite

VG Horst
 
Hallo Horst,

im Werkstatthandbuch (421, 411) stehen die Maße und Prozeduren der Ausrichtung drin. Bin wieder mal unterwegs und kann leider nicht nachgucken.

Sehe gerade in Deinen Fotos, dass es bei Dir anders aussieht als bei den 411 neue Achse. Aber das sollte dann ja auch enthalten sein.
 
Hallo Christoph,

ich habe nochmal in meinem Werkstattbuch nachgesehen. Leider ist das Kapitel Motoraufhängung nicht drin :(
Hast Du heute nicht Feiertag?

VG Horst
 
Hallo Horst,

ja, in Aschaffenburg ist heute Feiertag. Ganz abstrus.

Sogar in Freiburg (BW) soll heute ein solcher sein.
 
Hallo Christoph,

nehme die Aussage zurück - wer richtig nachsieht, findet auch die Informationen zur richtigen Einstellung.
Herzlichen Dank Christoph

VG Horst
 
Liebe Unimog-Freunde,

meine zuletzt gemachten Beobachtungen haben sich heute durch Messungen bestätigt. Nämlich dass die Schwingungen von den beiden Vorderrädern angeregt werden, wenn diese bezüglich ihres Seitenschlages gleichphasig laufen.

Das erste Bild zeigt, dass die Räder mit dem größten und etwa gleichartigem Schlag auf der Vorderachse montiert waren. (Seitenschlag von 0° (Ventil) bis 360° (Ventil) Raddrehung in Fahrtrichtung vorwärts, Messung am äußeren Felgenhorn)

Daraufhin habe ich VR und HL, also diagonal getauscht in der Hoffnung das Rad mit dem geringsten Schlag nun auf der Vorderachse zu haben. Doch oh Schreck, der Seitenschlag vorne rechts war noch viel stärker geworden. Daraufhin habe ich die Bremstrommel vermessen und auf etwa dem Teilkreisdurchmesser für die Radbolzen hat sie auch einen Seitenschlag von bis zu 0,15 mm, der sich natürlich bis auf den Durchmesser des Felgenhorns noch stärker auswirkt.

Durch verdrehte Montage des Rades und indem sich die Schläge teilweise aufheben war schließlich die beste Lösung gefunden, siehe Bild 2.

Der Einfluss etwaiger Ungenauigkeiten der Reifen, die ihrerseits den Seitenschlag verstärken oder abschwächen können, habe ich nicht untersucht. Dazu ist mir noch keine praktikable Messmethode eingefallen.

Die Probefahrt steht noch aus.
 

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Liebe Unimog-Freunde,

ist das vielleicht auch ein Fall für's Wuchten?
 

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Hallo Christoph,

zwei Sachen sind mir noch eingefallen. Hast Du schon mal probiert, über den Luftdruck eine Veränderung der Schwingungen herbei zu führen? Der Reifen, den Du fährst, ist, wenn ich mich entsinne, als Baumaschinenreifen konzipiert, und sollte auch bei 0,5 bar noch nicht von der Felge springen. Und zum Auswuchten, da würde ich einen ganzen Streifen Auswuchtgewichte auf eine Felge kleben, und sehen ob sich was verändert. Wenn ja, dann muss man Einen finden, der Das auswuchtet. Grüße und viel Erfolg, Norman.
 
Hallo Norman,

danke für Dein Mitdenken. Doch der Reifenfülldruck ist kein Parameter, mit dem man diesbezüglich spielen kann. Der muss genau nach Auflast eingestellt werden. Sonst verschleißt das Profil bei Straßenfahrt ungleichmäßig und der Reifen fängt schnell an zu brummen.

Vielleicht ist es das beste mit dieser Fragestellung zu einem Fachbetrieb zu gehen.
 
Liebe Unimog-Freunde,

das Schwingungsproblem scheint nicht selten zu sein. Seit gestern vermute ich das nach einer Fahrt auf dem Beifahrersitz eines "befreundeten" Mog.

Dass es nicht so sehr zutage tritt, mag damit zusammen hängen, dass viele 411 nicht längere Zeit zwischen 50 und 60 km/h fahren oder dass es unterschiedliche Sensibität des Fahrers gegenüber Schwingungen gibt.

Jedenfalls war mir das gestern sehr unangenehm, selbst wenn es nicht so schlimm war wie bei KLAUSi zuletzt. Und von OPTIMOG kenne ich das gar nicht.