Hallo Markus,
wer mich kennt, der weiß ich beantworte solche Fragen immer gerne, und
@alle, falls irgendwas nicht stimmt, oder zu kurz beantwortet ist, immer einschreiten.
Aber nun zu Deinen Fragen:
Zum Druckluftsystem,
ja das Druckluftsystem ist mit denen vom LKW identisch, was Anschlüsse (Kupplungsköpfe) und Luftdrücke angeht.
Muß es ja auch, sonst könnte man ja keine LKW-Anhänger anhängen. (Das LKW-Anhänger u.U. ein 24V System haben und Mogs evtl. nur ein 12V lassen wir mal aussen vor)
Mit einer Ausnahme, aufgrund seines Alters ist die kombinierte Ein- und Zweileiteranhängerbremsanlage sehr weit verbreitet. Das findet man bei LKW's heute, so glaube ich, überhaupt nicht mehr.
Macht ja auch wenig Sinn in der hektik heutiger Tage noch mit vmax=25km/h herumzuzockeln. Gewerblich meine ich.
Zu den Anhängelasten:
die sind von mehreren Faktoren abhängig. Zum einen natürlich von der mechanischen Belastbarkeit der Komponenten, also Rahmen, Querträger, Anhängemaul etc., hier kannst Du davon ausgehen daß da genügend vorhanden ist.
"Begrenzt" wird die eher durch zwei Punkte, und zwar einmal durch die StVZO und durch Betriebsvorschriften.
In §35 StVZO ist z.B geregelt wieviel Motorleistung pro Tonne vorhanden sein muß, bei Zugmaschinen sind das 3PS/to.
Bei einem 406 mit 84 PS und zGm von 6to sind das 22to.
Aber Vorsicht, diese 22to dürfen nur mit durchgehender Bremsanlage, als Druckluftanlage genutzt werden. Bei Auflaufbremse sind das nur noch 8to (für beide Anhänger zusammen), und ungebremst sind das sogar nur noch 1,5to
Normalerweise brauch ich höchstens den Anschluß für den Kippzylinder, der sollte möglichst immer angeschlossen sein und noch den Anschluß (steckbar) für den Kraftheber. Hänger hab ich zwar auch einen mit Kippzylinder aber den müßte ich erstmal wieder in die Reihe machen.
Hindert Dich ja auch keiner dran. Der Anschluß für den Kippzylinder ist zwar auch steckbar, muß man ja nicht abstecken, kann man aber wenn man möchte.
Das gleiche gilt für den Kraftheber.
Ok das mit der Schwimmstellung wäre dann ja auch geklärt. Das ist schonmal gut weil der Unimog da schon mal mehr kann als unser Fendt bei dem man nicht auf Druck "Senken" kann...
Es soll Leute geben die sparen sich auf diese Art den Wagenheber...
das mit dem steuergerät und der einkreisigen hydraulik hab ich so verstanden das ich z.b. die pritsche kippen kann aber nicht gleichzeitig den heckkraftheben ablassen oder heben kann. ich kann nur für ein gerät eine bewegung ausführen richtig ?
Richtig, wobei das in diesem Fall nicht weh tut, wer kippt in exakt dem Moment die Pritsche, wenn er den HKH betätigt.
Etwas anders sieht das aus, wenn man einen Frontlader z.B. mit hydraulischer Schaufelbetätigung aber ohne Parallelführung hat. Man kann dann nicht die Lage der Schaufel korrigieren, während man hebt.
nochmals Kippzylider:
der Kippzylinder ist nur einfachwirkend. D.h. er wird am "Heben" Anschluß einer Zelle angeschlossen. Theoretisch ginge auch "Senken" macht aber keiner.
Gekippt wird die Pritsche dann über heben. Absgesenkt wird die Pritsche dann über die Schwimmstellung. Senken macht da keinen Sinn. Das Öl fließt da über die "Heben"-Leitung durch das Steuergerät zurück.
Oftmals sind die Leitungen und Dichtungen so alt und zugequollen, daß sich der Teleskopzylinder in den unteren Segmenten nicht oder nur schwer einfahren läßt.
und für den hkh brauch ich auch zwei steckbare anschlüsse und noch ein "T-Stück" um die zwei doppeltwirkenden zylinder anzutreiben ja ?
Äh, jaaaah, da verlässt mich jetzt mein Erinnerungsvermögen, die Verbindung der beiden Zylinder geht, glaube ich auch über entsprechend lange Hohlschrauben, wenn ich mich nicht irre.
Ist aber egal, sofern der eingebaut ist, ist das ja alles vorhanden, und da brauchst Du Dir dann keinen Kopf drum zu machen.
Deswegen nochmal der Hinweis, such lieber einen der die Ausstattung hat, die Du für Deine Zwecke brauchst. Nachrüsten geht zwar oft, ist aber u.U. mit erheblichem Aufwand verbunden, geldlicher, aber auch zeitlicher Art.
hat die zapfwelle eigentlich immer die 1000/800 Umdrehungsfrequenz oder kann man das auch umrüsten auf 1000/540 ? Lohnt sich das überhaupt mit Zeit/Aufwand/Kosten ?
werden die zapfwellen eigentlich mechanisch oder über ein pneumatisches ventil geschaltet ?
Also die Zapfwelle in der landwirtschaft hat, bis auf wenige Ausnahmen, eigentlich immer 540/min. Und das ist beim Unimog auch so.
Es gibt aber Getriebe, ich meine beim "Großen" Getriebe, das mit den Zwischen-, Kriech-, und Schneckengängen, war das standardmäßig so, die waren zwischen 540 und 1000 umschaltbar.
Und zwar immer für vorne und hinten gemeinsam!
Geschaltet wird die Geschwindigkeit mechanisch bei ausgeschaltetem Motor.
Die Zapfwellen vorn (sofern vorhanden) und hinten werden mechanisch geschaltet und zwar mit dem normalen Kupplungspedal. (Vergleiche weiter oben, Thema Doppelkupplung)
pneumatisch geschaltet wird m.E. die lastschaltbare Zapfwelle, die kommt aber eher selten vor.
Zusatzinfo Zapfwellen:
Es handelt sich bei der landwirtschaftlichen Zapfwelle um sog. Keilwellenprofil 1 3/8". Es gibt auch noch das kommunale Profil, das hat dann 1 3/4". Sollte man drauf achten. Kann man aber anpassen, bzw. den Stummel tauschen.
ok, vielen dank für die beantwortung meiner vielen fragen, du scheintst ja ein lebendes lexikon zu sein was die unimogs anbelangt, wie viele andere hier auch noch.
Oh, das geht runter wie Öl, jetzt werde ich aber ganz verlegen. Das würde ich aber so nie behaupten. Verglichen mit anderen weiß ich eigentlich ehr wenig.
Das sind alles die Fragen mit denen ich mich am Anfang auch beschäftigt habe. Und mir macht es Spaß dieses Wissen weiterzugeben.
Grüße aus dem Sauerland,
Euer Theo