Unimog 403 Restaurationsbericht

Tim-Neil

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17. Apr. 2020
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Guten Abend zusammen...

Ich möchte hier mal einen kleinen Bericht zur Restauration meines Unimog 403 einstellen.

Zum Unimog:
Den Mog habe ich 2002 kurz vor meinem 16. Lebensjahr erworben und ihn auf 32 KmH drossel lassen.
So konnte ich ihn mit dem T fahren....
Besser als mit dem Motorrad im Winter zur Schule zu fahren
Über die Jahre ohne permanente trockene Unterstellmöglichkeit hat er in der Zeit bis jetztes Jahr sehr gelitten. Die letzten 7 Jahre stand er unbewegt draußen

Er war schon beim Kauf nicht perfekt und war im Prinzip mit billigem Olivlack verkaufsferig aufgehübscht worden.
Letztes Jahr konnte ich dem Verfall nicht mehr länger zusehen....
Es war eigentlich schon 5 nach 12....
So begann die Restauration, welche anfangs als rudimentär geplant war.
Doch desto weiter ich vorgedrungen bin, desto größer wurde doch der Anspruch es vernünftig zu machen.
So ging einige Zeit und Geld drauf bis jetzt

Es mag Leute geben die es für Frevel halten, doch habe ich mich dazu entschlossen den Mog auf den schon lange ersehnten 6Zylinder umzubauen.
Es ist einfach eine andere Welt, obwohl der 314 er sehr gut rannte. Auf gerader Autobahn konnte ich mit den LKW mithalten.
Im Winter bin ich mal Umgekippt, weil er sich bei zügiger Fahrt in eine Schneewehe reingezogen hat. Dadurch hat sich der linke Zusatzscheinwerfer böse in die Seite gedrückt.... diese Beulen nahm ich zum Anlass, mal das Verzinnen zu probieren.
Keine Lust auf Spachtelkekse
Verzinnen klappte ganz gut, trotz erschwerter Bedingungen in der Vertikalen.

Zum Lackaufbau:

Chassis
Mipa Ep 100-20 Zinkphosphatgrundierung
Decklack Mipa PU 265 70 Chassislack auch Zinkphosphat mit aktivem Rostschutz.

Hütte:
EP Grundierung
Decklack Mipa OC im Originalfarbton DB 7187


Ich stelle mal ein paar Bilder in Reihenfolge des Fortschritts ein.
Jetzt gerade habe ich alle Schrauben und Kleinteile zur Galvanik gebracht.
Wenn die wieder da sind beginnt der Zusammenbau.

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Hallo Tim,

was man auf den Bildern sieht, schaut nach viel und guter Arbeit aus. Respekt. Wie hast Du die Vierkantprofile unter den Blechecken saniert?

Mit Mog Grüßen
Roland
 
Moin Roland...

In der Tat ziemlich viel Arbeit
Die Profil unter einer Ecke habe ich selbst angeferigt, dass andere war noch gut.
Eine Challenge war eher das Fahrgestell , Achsen und Getriebe bis in die letzten Ecken von der Fett und Ölschicht der letzten 45 Jahre zu befreien.
Dazu habe ich mir einen alten Heißwasserhochdruckreiniger besorgt.
Unglaublich was da Temperatur ausmacht.
Für die Entrostung hat sich übrigens eine Druckluftnadelpistole bewehrt, die eigentlich für richtig hartnäckigen Rost gedacht ist.
Damit war es auch möglich den alten spröden Lack zu entfernen... und man kommt damit in alle Ecken.

Grüße Tim
 
Servus Tim,
Tolle Arbeit, hab an meinen 403er, damals auch die Beulen und Dellen mit Zinn bearbeitet, und bin immer noch voll zufrieden damit.
Zitat: "Eine Challenge war eher das Fahrgestell , Achsen und Getriebe bis in die letzten Ecken von der Fett und Ölschicht der letzten 45 Jahre zu befreien".
Meine Frage dazu wäre mit welchen Mittelchen hast du denn die Achsen bzw. den Rahmen gemacht ?
Apropo Nadelentroster, der ist bei mir auch nicht mehr wegzudenken, nagel gerade den Rahmen meines 421gers.
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Hallo Jürgen,

Ich habe den Rahmen und die Achsen nach gründlicher Säuberung ( auch mit der Nadelpistole und Schleifgeräten) und Entfettung mit einer 2K Epoxy Zinkphosphatgrundierung von Mipa gespritzt.
Den Dreck der Jahrzehnte hat mein Heißwasserhochdruckreiniger erfolgreich beseitigt. Da habe ich auch noch einen Zusatz zur Maschinenreinigung drin gehabt, der auch Fett löst.


Grundierung :

Mipa EP100-20

Decklack :

Mipa PU 265-70 Chassislack

Auf diese matte Grundierung habe ich dann einen 2K PU Chassislack gespritzt, ebenso zinkphosphathaltig.
Dieser Lack ist extra für Nutzfahrzeugfahrgestelle entworfen worden und kann bei richtiger Einstellung dickschichtappliziert werden. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Zwischen den Spritzgängen sollten nicht mehr als 12 Stunden liegen, da sonst erneut geschliffen werden muss, da der Lack sonst ^^zu^^ macht..... undenkbar beim Unimogfahrgestell..... also aufpassen.

Übrigens besitzten beide Lacke die Eigenschaft, aktiv Rost zu verhindern. Das heißt auch im Betrieb unweigerlich auftretende Beschädigungen werden nicht zum Rostfleck und die Unterwanderung wird verhindert. So die Aussage vom Lackhändler.



https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https://www.mipa-paints.com/d/pi/lm/EP100-20.pdf&ved=2ahUKEwizx4qq0JTvAhUZwQIHHWChArkQFjAAegQIARAC&usg=AOvVaw1dhuRRfqgAsh8tYoRK-d17

https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https://www.mipa-paints.com/d/pi/lm/PU265-70.pdf&ved=2ahUKEwjGx7Xq0JTvAhURjaQKHWoYDa0QFjAAegQIBRAD&usg=AOvVaw11F85m8jYtIDTiFf5Wn8Go

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Jetzt werde ich am Wochenende erstmal die 405er auf meine neu Lackierten Felgen ziehen.
Welche Ventile benutzt ihr?
Ich habe jetzt diese Luft Wasser Ventile besorgt, da die geschraubt werden.
Ist besser denke ich beim Aufsteigen, wenn man in die Felge treten sollte oder man in schwerem Gelände ist.

Grüße Tim
 
Hallo Tim,

vielen Dank für deinen detaillierten Bericht, bin jetzt noch am Rahmen, wie auf dem Bild zusehen.
Habe von nem freundlichen Mitarbeiter des Korosionsschutz Depots die Empfehlung erhalten,
nach der Entfernung des losen Rosts (wie du den Nadelentroster verwendet),
die Teile mit Oxyblock N zubehandeln, und dann anschliessend mit Brantho Korrux 3in1 zulacken (streichen,walzen,oder spritzen), auch für die Achsen und Schubrohre anwendbar.
 
Hallo Jürgen,

Brantho Korrux 3in1 haben wir beim 900er MBtrac an Tank und Tankkonsolen verwendet, ist ein 1K Lack, dadurch dauert die Durchtrocknung (2 Wochen) ewig. Auch war der Lack nicht glatt zu bekommen, wobei mir mein Lackierer auch zur 1,7er Düse bei der Applikation riet. Es hat sich somit Orangenhaut ausgebildet.
Vor 5 Jahren hab ich den lackiert, ohne separate Grundierung, bis jetzt ist alles in Ordnung. Glanzgrad ist matt.
Ist eine Dickschichtlackierung, aber grade am Fahrgestell bestimmt nicht von Nachteil.

Am anderen MBtrac/U411 haben wir 2019 Sikkens 2K-EP-Grundierung und Mipa 2K-Acryl-PU-Lack in Glanzgrad Seidenmatt verwendet, bis zum nächsten Tag montagefest durchgetrocknet und passend zur Struktur der Altlackierung (Tankkonsole alter Originallack, Wippe neu lackiert):

[album]6301[/album]
[album]6257[/album]
[album]7359[/album]

Die Tracs stehen (leider) draußen, daher kann die mögliche Verwitterung ermittelt werden :o

Das ist wieder eine Philosophiefrage, es funktionieren viele Produkte. Natürlich möchte man bei dem Aufwand und den Vorbereitungen ein Produkt haben, dass nicht schon nach einem halben Jahr Auflösungserscheinungen in jeglicher Form zeigt.

Hallo Tim,

das hier gezeigte ist sehr ordentlich ausgeführt, gerne weiter berichten :party
Gabs Baustellen bei der Technik?
 
Nabend...

Baustellen bei der Technik gabs einige...

Simmerring Getriebe zur Vorderachse hat Öl durchgelassen
Relativ stressig die Stelle am vorderen Schubrohr.
Zapfwellenlagerböcke vorne und hinten Lager defekt.
Bolzen der Kipperspinne waren gnadenlos festgerostet. Viele vernachlässigen diese Stelle und packen Farbe drauf. Das wollte ich aber nicht, da die Dreipunktlagerung essentiell beim Verwinden des Rahmens ist. So kam die Flamme zum Einsatz und brachte den Erfolg.
Einmal vernünftig ist mein Motto
Ebenso waren die Schiebestücke der Zapfwellen fest. Auch hier habe ich mit Wärme und größter Mühe die Teile beweglich bekommen. Auch die Schiebestücke sind nicht zum Spass da beim Mog. Bei Rahmenverwindung gibts schon Längenänderung.
Wenn es festgerostet ist ( bei ca 50 Prozent aller Mogs ) gehen die Axialkräfte direkt auf die Lager.
Gestern habe ich beim Anbringen der frisch aufbereiteten Radnaben feststellen müssen, dass rechts die untere Achsschenkellagerung ein bisschen Spiel hat.
Also die nächste Baustelle.

Aber langsam wirds überschaubarer

Grüße Tim Ludwig
 
Soooo

Es geht langsam weiter.
Ich warte derzeit auf die Lieferung der Radbremszylinder und anderer Kleinteile
Bei den Radbremszylindergrößen war ich mir sehr unsicher
Verbaut war vorne 38,1, wie es seien soll. Hinten hingegen waren kleine 20,64er drin, was eigentlich nicht stimmt. 1972 g Getriebe
Habe jetzt hinten die 22,22 mm bestellt und hoffe er überbremst damit nicht.

Dann wurde es zeit mal wieder in der Halle aufzuräumen
Jetzt bin ich am überlegen, ob ich den originalen 314 er Motor ( Original MB Austauschmotor Baujahr mitte der 80er 5000 Stunden ) abgebe.
Falls jemand Interesse hat kann sich gerne dazu gemeldet werden.

Zwischenzeitlich hat mein Galvaniker angerufen und mir mitgeteilt, meine Teile lägen bereit zur Abholung.

Hier mal der Zweckentfremdete Wohnzimmertisch, um wieder Überblick zu bekommen. Das Ergebnis ist Top

Ich bin ein Befürworter für Aufarbeitung von Originalteilen, sofern sie nicht zu vergangen sind.

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Hallo Tim,

ein wirklich schöner Anblick, wenn Teile die für viele ein Fall für die Eisenkiste sind wieder ausschauen wie am ersten Tag oder sogar noch besser!

Bei jeder Baugruppe wollte ich auch immer wieder Teile neu verzinken lassen, aber jedes Mal hat mir hier die Lieferzeit einen Strich durch die Rechnung gemacht. Beim nächsten Projekt lass ich mir mehr Zeit und dann hab ich hoffentlich auch mal einen Tisch voller schön neu verzinkter Teile 

Wo genau gehört das Blechteil vom 12ten Bild hin? Ich dachte ich kenne die Unimog Kabine jetzt in und auswendig aber so ein Teil wäre mir noch nicht untergekommen.

Echt schöne Arbeit machst du hier.

Lg
Joe
 
Das Stimmt
Die vordere Ladeflächenecke hat einiges abgefangen, der Zyklon war natürlich auch in Mitleidenschaft gezogen. Bin halt aus Asphalt umgekippt. Bei lockerem Boden hätte es anders ausgesehen.

Das Blechteil ist ein Nachbau der inneren A Säule, welche bei mir nicht mehr existent war. Das habe ich mit der Punktschweißzange gescheißt und danach noch getrieben, sodass die Form dem Original so nah wie möglich kam.

Grüße Tim