unimog 411 alte vorderachse

laschi

New member
23. Aug. 2009
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windbergen
kann mir jemand einen tip geben wo ich neue doppelgelenke für die vorderachse bekomme oder reparatursätze
muss doch irgendwo was geben
was habt ihr gemacht wenn die zapfen eingelaufen sind

danke
 
hallo,

vom 404 gibts noch neue doppelgelenke bei den ersatzteilhändlern, mogparts und so.

Reparatursätze oder auch nur einzelne ersatzteile sind mir ansonsten noch nie untergekommen. Keine ahnung ob es sowas gibt.

Man kommt aber mit reinigen und gangbar machen der alten teile recht weit, auch wenn sie schon etwas verschlissen sind.

Anlässlich meiner Vorderachsinstandsetzung habe mir mal den spass gemacht aus zweitbesten teilen von schlachtachsen ein doppelgelenk zusammenzubauen. Da war ich erstaunt wie gut das noch geworden ist.

Die Doppelgelenke machen nur kleine bewegungen und die auch nur bei kurvenfahrt. Solange sie gefettet und halbwegs dicht sind gehen sie meiner ansicht noch lange.

lg

dieter
 
Hallo, das Problem ist da oft, dass da mit nur reingen und gangbar machen und fetten Vorschäden wohl nicht dauerhaft zu beseitigen sind.
Habe auch ein paar zerlegte Wellenteile hier, da ist interessanterweise immer nur eine Seite beschädigt ( Eindruckstellen durch die Nadeln ). Zweite Schwachstelle ist die Simmeringlaufstelle. Bislang konnten wir das immer durch kompletten Wellentausch beheben, ich würde evtl. auch mal bei den üblichen Teilehabenden nachfragen.
Stefan Fuchs München
 
Hallo,

das Dumme bei den Teilen der Doppelkreuzgelenke ist oft, dass z.B. zwei Bolzen und eine Bohrung des Zapfenkreuzes noch tadellos sind, aber die eine Bohrung voller Dreck und korrodiert ist. In meinen drei zerlegten Achsen war es nie so, dass alle vier Gelenke eines Zapfenkreuzes hinüber waren, sondern immer eines, zwei oder drei. Genauso war auch keines noch vollständig ok.
Man steht also bei der Instandsetzung immer vor der Frage wieviel Kompromiss man eingeht. Soll man das Zapfenkreuz mit drei sehr guten Stellen und einer eher miesen Bohrung nehmen oder das andere, dessen Bohrungen noch gut sind, dafür aber die Nadeln schon Eindrücke in den Zapfen hinterlassen haben? Oder soll man lieber zu einem guten Bolzen eher kleinere Nadeln geben, damit sich das Spiel über das Gelenk vergleichmässigt?

Es liegt überhaupt nicht auf der Hand, wie man den Teilehaufen den man vor sich hat, wieder zusammensetzt.

Ich habe mich mit Schublehre und Mikrometer eine Weile beschäftigt, bis ich ein Gelenk so beisammenhatte, dass es mir, unter Verwendung der bestehenden Teile, optimal erschien. Das andere hab ich neu gekauft, weil mir die Probiererei zu dumm wurde.

Ein drittes hab ich , wie gesagt, zwar nicht aus den miesesten Teilen, aber doch aus schlechten zusammengebaut. Anschliessend hab ich die drei auf die Werkbank gelegt und ja, klar, das neue war das beste, aber die anderen beiden hätte ich nicht leicht auseinanderhalten können, wenn ich es nicht gewusst hätte.

Ich will nun nicht sagen, dass es egal ist wie die Einzelteile beieinander sind,im Gegenteil. Natürlich wird ein aus gebrauchten Teilen bestehendes Doppelgelenk nicht die Lebensdauer eines neuen erreichen. Aber muss es das? Die meisten der alten Unimogs sind Hobbyfahrzeuge, die keine 100h unter Volllast im Jahr zusammenbekommen. Wenn man dann noch bedenkt, dass die Gelenke nur bei Bogenfahrt Bewegungen machen, dann kann man sich ja ausrechnen wieviel Beanspruchung die Doppelgelenke wirklich abbekommen.
Wenn man die Gelenke auseinandernimmt, reinigt, fettet und dann beim Zusammenbau schön dichtet, soweit es möglich ist und nicht gerade die allermiesesten Teile verwendet, dann haut das in 90% der Fälle tadellos hin, davon bin ich überzeugt.

Zum Schluss noch eine Erfahrung bei eingebauten Gelenken. Ich halte es für unmöglich an unzerlegten, eingebauten Gelenken eine sinnvolle Zustandsdiagnose durchführen zu können. Da kann man meiner Ansicht nach mit Schraubenziehern oder Hebeleisen herumwackeln soviel man will, allenfalls sieht man, ob eines sich bereit seine Teile auflöst, aber mehr auch nicht. Die Gelenke können derart voll mit altem Fett und Dreck sein, das sie bei dieser Wackelei als spielfrei erscheinen, aber trotzdem aus vielen, völlig korrodierten Teilen bestehen.

Ich hab diese Erfahrungen mit der Achse meines Unimog und mit zwei alten Achsen, die ich mal als Ersatzteilträger gekauft habe, gemacht. Das meiste der beiden Achsen hab ich mittlerweile verschrottet, weil man die einen Teile nie braucht und die Verschleissteile sowieso im Eimer sind. Wer baut schon Bremsbacken mit alten Belägen ein, auch wenn sie noch gut aussehen? Und meine Theorie, dass ich dann ja genug Doppelgelenke und Achsschenkel habe, hat sich auch nicht bewahrheitet, obwohl ich beim Kauf der Achsen brav mit dem Hebeleisen gewackelt hab und kein Spiel feststellen konnte.

Aber die Schrauberei war ein Spass und gehört bei mir zur Unimogerei dazu, allerdings nicht um jeden Preis. Daher mein Rat: Am einfachsten schmeisst den Krempel weg und kauft sich zwei neue Gelenke, dann hat man auch Ruhe.

lg

dieter
 
Da sich die Wellen drehen gehe ich eigentlich davon aus, dass der Verschleiss an den rechten und linken Zapfen eines Teiles eigentlich gleich sein sollte, bin da aber eher Schadbildanalytiker und nicht wissenschaftlich vorgehend.
Etwas Gebrauchtes Wiederaufbauen ist immer schwierig, wo fängt man an, wo hört man auf, allein wenn ich die Ersatzteile für eine Seite laut Liste eines meiner Teilehändler zusammenfasse komme ich auf Werte wo ich anderswo eine ganze Gebrauchtachse bekomme. Habe mir da vor Jahren auch mal ein paar neue Teile angeschafft, weil das Sortiment rarer wurde.
Für meine grobe Einschätzung rücke ich nicht mit Montiereisen an, wenn ich auch ohne Montiereisen merkliches Spiel fühle bekomme ich einen unguten Gesichtsausdruck, bin selbst jedoch noch in der glücklichen Lage ausreichend einbaubare Teile im Bestand zu meinen. Ob man schadhafte Teile immer gleich entsorgen sollte wird wohl auch vom eigenen Platzangebot abhängen, ich persönlich habe auch erst wieder einen grösseren Posten Achsteile zum Eisenhändler gebracht, da ich gerade für andere Projekte Platz brauche, hoffentlich rächt sich das nicht irgendwann, denn gerade Guss und Formteile sind wohl so leicht nicht wiederherstellbar. Stefan Fuchs
 
Moin Stefan,

Da sich die Wellen drehen gehe ich eigentlich davon aus, dass der Verschleiss an den rechten und linken Zapfen eines Teiles eigentlich gleich sein sollte,

Da stimme ich Dir uneingeschränkt zu.

Das:
da ist interessanterweise immer nur eine Seite beschädigt

habe ich falsch interpretiert :)

Hättest Du nur "ein Zapfen" statt "eine Seite" geschrieben :wink:
 
Hallo
es gibt die Möglichkeit eine Doppelgelenkwelle aufarbeiten zu lassen. Ich hatte mir da die Firma www.elble-gelenkwellen.de rausgesucht. Ich habe es nicht probiert weil meine Gelenkwellen am 401 und 411er in Ordnung schienen, habe sie nur gereinigt neu gefettet, in alle Richtungen bewegt kein Spiel festgestellt und wieder eingebaut.
Gruß Stefan