Unimog 411 mit originalem Bremskraftverstärker

Hallo,

der Dichtsatz 462 007 003 2 aus neuster Produktion (06.04.2021) mit neuen weichen Dichtungen ist heute von Wabco angekommen. Die werde ich jetzt verbauen.

Gruß
Markus
 

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Hallo,

da es zur Zeit ja weniger um die SA 35379 im Unimig 411 geht, sondern allgemein um den BKV 462 007 042 0 habe ich das Thema hier getrennt, da der BKV auch 421 und 406... Fahrer interessieren könnte.

https://www.unimog-community.de/phpBB3/post553602.html#p553602

Gruß
Markus
 
:party Heute habe ich die gesamte Anlage in Betrieb genommen. Der BKV funktioniert nach der Befüllung der Bremsanlage und entlüftung sehr gut. Alles ist soweit dicht und funktioniert.

Damit hat mein Unimog 411.119 jetzt die SA 35 379 BKV und eine pneumatische gesteurete Anhängerbremsanlage aus der SA 35 349.

Damit ist das Projekt beendet! :D
:trink

Jetzt sind alle Infos zusammen. Damit sollte sich jeder das nötige Wissen über die Nachrüstung aneignen können.

Abschließend zu Erklärung der Bilder:

Hebel:
rot: zum Abschalten der Versorgungsleitung
gelb: zum Abschalten der Anhängerbremsanlage
grün: zum Abschalten der Kammer "M" und Reduzierung der Bremsverstärkung der Zugmaschine bei Anhängerbetrieb

Auf den roten und gelben Hahn kann verzichtet werden. Ich habe die Hähne verbaut, weil ich im Regelbetrieb ohne Luftpresser mit elektrischer Druckluftversorgung fahre. Dazu reduziere ich den Luftverbrauch auf den BKV um die Einschalthäufigkeit des Knorr Kompressors aus dem Mercedes-Benz Vario zu minimieren. Der ist zwar dafür ausgelegt, aber der Stromverbrauch ist ja auch nicht unerheblich.

Gruß
Markus
 

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Hallo Sepp,

die Fahreigenschaften sind genauso gut wie vorher.

Die Bremse hat eine andere Charakteristik. Das Pedal ist gefühlt ist etwas fester und schwerer, aber die Wirkung ist unheimlich. Damit kann man beim Bremsen vier Streifen auf die Fahrbahn ziehen. Und wenn man etwas beherzter zutritt, nickt man schon deutlich. An das neue Bremsgefühl muss man sich erst gewöhnen. Sehr direkt und kräftig.

Ein 411 er ohne BKV muss beim Hinterherfahren schon deutlich Abstand halten.

Ich bin mal auf die Erfahrungen anderer Umrüster gespannt.

Gruß
Markus
 
mhame schrieb:
An das neue Bremsgefühl muss man sich erst gewöhnen. Sehr direkt und kräftig.
Das erinnert mich an meine erste Fahrt mit meinem Unimog. Ich war die moderne Bremse eines Audi gewöhnt und bin fast ins Zauntor gekrackt, als ich - ohne weiter drüber nachzudenken und gewohnheitsmäßig - entsprechend sanft kurz vor dem Tor die Bremse gestreichelt habe :)
Klingt für mich so, als wenn der Unimog mit BKV eher wie ein aktuelles Auto bremst.
Gruß Sebastian
 
Fazit:
SA 35 379
die SA 35 379 BKV mit Einkreisbremse funktioniert sehr gut. Wesentlich direkter als die Lösung mit dem Wabco 470 004 010 0 BKV aus den frühen 406 oder 404 und MB Trac. .

Das Entlüften der Anlage ist ebenfalls einfacher, da am BKV keine drei weiteren Entlüftungsnippel vorhanden sind.

Beim 462 007 042 0 ist der Luftteil und der HBZ voneinander getrennt. Beim 470 004 010 0 ist das nicht so. Hier gibt es quasi zwei Kreise (HBZ zum BKV und BKV zu den RBZ), die in Ruhestellung miteinander verbunden sind. Der nötige Vordruck wird vom HBZ geregelt, der BKV besitzt am Ausgang kein zusätzliches Druckhalreventil.

Auch die Ersatzteilversorgung mit originalen Rep-Sätzen ist noch gegeben. Beim 470 004 xxx 0 wird es schwieriger und es gibt nur nachfertigungen. Auch die Anzahl der am Markt angebotenen BKV ist größer, da er im 421, 406 etc. eingesetzt wird. Man kann hier den Luftteil auch mit anderen HBZ kombinieren (Siehe SA 35349 Italien Zwei-Kreis-Bremse, VA/HA).

Der 31mm HBZ aus dem 421 hat auch ausreichend Schluckvolumen, was beim 411 ja immer knapp bemessen ist und man die Bremsen sorgfältig nachstellen/einstellen muss.

SA 35349
In der italieneischen Sonderausstattung wird das identische System genutzt. Hier ist der HBZ jedoch ein Zwei-Kreis-System, welches VA und HA in getrennten Kreisen versorgt. Identisch u.a. zum 421 / U52. Daher gibt es auch zwei Bremsflüssigkeitsbehälter.

Die SA 35 349 bietet optional noch eine Zwei-Leiter Anhängerbremsanlage mit pneumatischer Ansteuerung. Bis auf das Anhängersteuerventil mit mechanischer Bremsansteuerung sind alle notwendigen Teile gut verfügbar. Mit modereneren Ventilen kann man das Anhängersteuerventil auch mit separater Handbremsansteuerung ausführen. Hierzu gibt es eine Empfehlung von Wabco mit verfügbaren Ventilen. Es geht aber auch die Kombination mit einem Ein-Leiter Anhängersteuerventil mit mechanischer Handbremsansteuerung.

Beide SA erlauben die Abschaltung der zweiten Kammer im BKV bei Anhängerbetrieb. Diese Abschaltung kann mit entlüftenden Abschlalthähnen oder entsprechenden Ventilen realisiert werden. Vorbild sind hier die unterschiedlichen Ausführungen vom Unimog 421.

:danke
Insgesamt ein spannendes Projekt, von dem ich nicht gedacht hätte, es realisieren zu können. Vor vielen Jahren habe ich schon darüber nachgedacht, aber es fehlten zu viele Informationen. Dank an Christoph und Sebastian, die mir mit Inforamtionen aus den Microfichen geholfen haben, die ich in meinen Unterlagen nicht lesen konnte. Dank Erasmo aus Italien, der mir Bilder einer realen Anlage gezeigt hat und Thomas, der schon Ende der 1970er über die Nachrüstung nachgedacht hat und die theoretischen Grundlagen aufbewahrt hat. Dank auch an Stefan, mit dem ich noch weitere Details klären konnte. Dank auch an Gerd, Werner, Wolfgang und Michael, die mich bei der Fertigung unterstützt haben. Ich hoffe in der langen Zeit keinen vergessen zu haben. Nur mit dieser Unterstüzung konnte ich das Projekt letztlich umsetzen. Neben der Mulde sicher eines meiner aufwendigsten Projekte.

Es hat sich aber gezeigt, dass solche Projekte nicht im Alleingang zu stemmen sind. Wenn solche Projekte in Zukunft noch realisierbar sein sollen, dann muss die Betreitschaft zur Unterstüzung größer werden. Man muss kein Ingenieur sein, um einen Betrag zu leisten, denn auch der organisatorische Aufwand und die Beschaffung sind aufwendig und zeitraubend. Denkt einfach mal darüber nach.

In diesem Sinne möchte ich das Projekt an dieser Stelle beenden. Sollte noch jemand Unterstzung bei der Umsetzung benötigen, weiß er wie er mich finden kann. Allerdings werde ich die Zeichnungen und DxF Files nicht verteilen. Das wäre denen gegenüber unfair, die mitgemacht haben und den Umbau selbst planen.

Gruß
Markus
 
Kurzer Nachtrag:

wem der Unimog ohne Anhänger bei voller Unterstützung zu stark bremst, kann mit dem Hebel (grün) auf Anhängerbetrieb (natürlich ohne einen Anhäner angehängt zu haben) umstellen. Dann ist die Unterstützung abgeschwächt und die Bremse etwas weniger hart. Dazu ist der Hebel (grün) am BKV sehr nützlich.

Gruß
Markus
 
Hallo,

hat in der Zwischenzeit schon jemand anderes einen BKV im 411er eingebaut und kann über seine Erfahrungen berichten?
Wer noch Unterstützung benötigt darf sich gerne bei mir melden.

Gruß
Markus
 
Hallo Markus,
Wabco stellt den BKV 4620070420 nicht mehr her, obwohl er im Online-Katalog noch aufgeführt ist.
Bundesweit sollen bei MB Werkstätten noch drei Neue lagern. Kostenpunkt á 2193€.
Mittlerweile konnte ich einen guten Gebrauchten ergattern dem gerade ein Rep.-Satz verpasst wird.

Es geht langsam vorwäts :)
 
Hallo,

nach dem ich den BKV im 411er jetzt ein Jahr lang getestet habe, einige 1000km gefahren bin, bei einer Tour zum und auf das Matterhorn (3300m ü. NN.) und zurück so einige Bremsungen gemacht habe, muss ich sagen, das System funktioniert super und ich möchte es nicht mehr missen. Schade, dass diese SA so selten ab Werk bestellt wurde. Zusammen mit der Lenkhilfe wird auch ein 411 damit zum komfortablen Gefährten.

Auch die Erzeugung der Druckluft mittels elektrischem Kompressor aus dem Mercedes Vario ist vollkommen ausreichend. Selbst Passfahrten sind kein Problem. Die Steuerung des Kompressors erfolgt über ein Relais (hohe Stromstärke) und einen Druckschalter (FESTO) mit einstellbarer Hysterese. Der Kompressor versorgt den Tank und auch ggf. die pneumatischen Sperren. Der originale Luftpresser wird beim Einsatz eines zwei-Leiter gebremsten Anhängers benötigt (wobei ich das mit dem elektrischen Kompressor mangels Anhänger noch nicht versucht habe. Vielleicht reicht die Lieferleistung ja auch aus). Das ganze benötigt ca. 3min. um den leeren Tank zu füllen. Bei den meisten Bremsungen wird aber nicht mehr als 2bar Unterstützung abgerufen.

Die Mühen einer Nachfertigung haben sich wirklich gelohnt. :spitze
 

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Hallo,
derzeit bin ich dabei den Umbau zu realisieren.
Die Vorarbeit von Markus, vor allem die Hinweise auf die Schablonen sind sehr hilfreich. Bis jetzt passt alles perfekt. Lediglich der Halter für den Vorratsbehälter muss ich wegen des DvF -Fahrerhauses anpassen.
Zwei Überlegungen habe ich noch zur endgültigen Umsetzung:
- Verwende ich den HBZ des 406, der beim Kauf des BKV war dabei war oder den von Markus verwendeten. Wobei dieser noch zu überholen wäre.
- Versorge ich den BKV wie Markus auch elektronisch mit Druckluft oder über normalen Kompressor, der bereits vorhanden ist. Wobei ich den Keilriemen bei langen Touren immer abgenommen habe.

Gespannt bin ich auf die ersten Bremsversuche nach dem Umbau.
 

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.....da war doch was..
Der Umbau hat sich definitiv gelohnt und ist absolut zu empfehlen!
Vielen, vielen Dank an Markus! :party :respekt, (der hier leider nicht mehr schreibt und keine solch tollen Projekte mehr anleiert.
 
Hallo,
ich bin gerade dabei meinen U411 mit dem Bremskraftverstärker auszurüsten.
Dazu muss ich in der Armaturentafel für das Doppeldruckmanometer noch eine zusätzliche 60mm Bohrung herstellen.
Hierfür muß ich mir noch das passende Werkzeug besorgen.
Entweder eine Lochsäge bzw. eine Blechstanze.
Wer hat eine solche Bohrung mit welchem Werkzeug schon einmal selber gemacht?

Viele Grüße
Ralf
 
u400unimog schrieb:
(...)Entweder eine Lochsäge bzw. eine Blechstanze.
Wer hat eine solche Bohrung mit welchem Werkzeug schon einmal selber gemacht?

Hallo Ralf,
alternativ den Kreis mit 60mm anzeichnen, mit 3mm Bohrer einmal in die runde kleine Löcher bohren. Das Blech rausdrucken, dann dem Kreis sauber mit einer Halbrundfeile ausfeilen. Zumindest habe ich es so bei meiner Tankanzeige gemacht.

Gruß
Daniel
 
Hallo ,

schlußendlich habe ich den 60mm Lochauschnitt nach dem Vorschlag von Daniel ausgeführt. Dann brauchte ich auch kein Werkzeug, welches ich nur hierfür benötigt hatte. :D

Ich habe bei meinem originalen VDO Doppeldruckmanometer die beiden Gewinde mit einer Steigungslehre nachgemessen; danach müsste es ein M12 x 1,5 Gewinde sein.
Eine M12x15 Mutter kann ich jedoch nur zwei Umdrehungen eindrehen.
Wer kann mir sagen, was es tatsächlich für ein Gewinde ist?

Viele Grüße
Ralf
 
Hallo
Könnte vermutlich ein Überwurf von einer Pneumatik-Verschraubung sein, das ist in der Regel zölliges Gewinde.