Unimog 411 Motor Probleme

Hallo Felix,
hast du mal Öl abgelassen? Diesel drinnen? Wurde etwas an den Einspritzdüsen unternommen nicht das du einen oder mehrere Zylinder flutest(alles wage Vermutungen), dann müsstest du den Diesel im Öl wiederfinden. Festgehen von Kolben im Zylinder ohne jegliche Quietschgeräusche halte ich da für er unwahrscheinlich(selber schon erlebt und bei einem Unimog eines Kollegen). Das lässt dann auch nach einer halben Minute nicht wieder drehen. Wie stehts um dein Kühlwasser? Was hast du für einen Öldruck. Waren das neue Einspritzleitungen? Vorher reichlich gespült? Nicht das sich da etwas gelöst hat und in die Düse gelangt ist.
 
Hallo Felix,
Ich lese schon einen Augenblick mit, habe noch keine offensichtliche Lösung.
@Hannes: Wenn der Motor zuviel Sprit bekommet würde er auch schwarz oder blau rauchen.
Mit dem Festklemmen bin zwar bei dir, aber das war auch meine erste Vermutung, bin ich auch noch nicht ganz weg, wenn jetzt die Motorentlüftung leicht raucht.

Das schlechte Anspringen im 2. Video würde ich mit frühem Einspritzzeitpunkt deuten.
Ist ein Spritzversteller eingebaut?
Motorklang ist für mich normal unaufällig, zumindest im Video.
Wie sieht die Spritversorgung aus?
Wird eventuell ein Vacuum gezogen im Tank? Müsste man aber auch deutlich sehen bzw. fühlen.
Dagen spricht aber die lange Anfahhrt in der Ebene.

Gruß
Jochen
 
Hallo Felix,
es hört sich tatsächlich so an, als würde der Motor massiv abgebremst. Insbesondere beim wieder Starten hat der Anlasser Mühe. Meine Einschätzung: Die (oder auch nur ein) Kurbelwellenlager wird nicht richtig mit Öl versorgt. So lange der Motor nicht arbeiten muss, gehts. Sobald Leistung gefordert wird und damit die Kurbelwelle (oder auch Pleuellager) in die Lagerschalen "gepresst" werden, werden die Reibkräfte hoch.
Ich bin mir sicher, wenn man den Motor zerlegt sieht man die Spuren.
Ich denke es hilft nichts. Die Maschine muss nochmal raus.
Viele Grüsse und viel Erfolg!
Markus
 
Hallo Felix,

der Motor hört sich ja gut an.

Wenn kein Abgasrauch festzustellen ist und die Spritversorgung überprüft wurde tippe ich weiterhin auf Kolben/Zylinder oder Kurbelwelle.

Dennoch dürfte sich das ja im Motoröl, Motorölfilter durch Abriebmetalle zeigen. Auch eine Endoskopie würde weiterhelfen (in Absprache mit dem MotorInstandsetzer).

Servus sagt Hubert
 
Hallo Leute,

Also es gibt eine Erklärung… ich habe am Samstag die Kabine wieder runter gebaut und den Motor ausgebaut.
Zu erst Ölwanne ab aber da war nichts zu erkennen. Danach Zylinderkopf runter und siehe da… kolbenfresser auf Zylinder 3 und 4. Also der Motor hat ganze 2 Betriebsstunden gehalten. Jetzt ist nur die Frage woher das kommt. Der Block ist jetzt wieder beim Instandsetzer und der meinte der Motor wäre heiß gelaufen. Das kann ich leider nicht bestätigen da ich die Temperaturanzeige immer im Blick hatte und er nicht über 80grad ging. Was man dazu sagen muss der Kolbenfresser ist nur im ganz oberen Bereich also etwa in dem ersten Zentimeter.
Mal abwarten wie es jetzt weiter geht.
Grüße Felix
 

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Hallo Felix, mein Tip für Dich:
bevor Du irgendetwas unternimmst, argumentierst etc. prüfe doch mal das Kühlmittelthermometer, um sicherzugehen, dass der Motor wirklich nicht überhitzt war. Dass Aussagen und Annahmen auf Basis der falschen Temp.- Anzeige erfolgten hatten wir hier schon des öfteren. Also Thermometer ausbauen und im Wasser auf dem Herd prüfen, Wasser kocht = 100°C (ausser Du wohnst im Hochgebirge). Noch besser ist ein verläßliches Referenz - Thermometer, um den Temp.-Verlauf zu prüfen.
DANACH kannst Du sicher (gegen)argumentieren, denn es wird vermutlich um höhere Beträge gehen.......
Viele Erfolg
Christoph
 
Hallo,

Die Kugeln aus der Vorkammer sind noch an Ort und stelle.
Das Thermostat ist Fusch neu und wird wohl seinen Dienst richtig verrichten… ich werde es trotzdem mal testen aber vom Gefühl her arbeitet das Kühlsystem richtig. Man kann am Thermometer ganz gut erkennen wie das 3 wegethermostat arbeitet.
Ich habe auch die Froststopfen am Block raus gemacht und geschaut ob das Kühlsystem irgendwo zugerostet oder verdreckt ist. Aber auch da war alles in Ordnung.

Grüße Felix
 
Moin Moin
Du sagtest doch beim Bergauf fahren ist es passiert. Von der Ferne her betrachtet würde ich sagen wenn alle anderen Aspekte in Ordnung waren, ( nicht überhitzt, genug Öl ,ESP in Ordnung usw.
das der Motor beim bergauf fahren heißer wir ist klar . Nun ,ein Aluminium Kolben dehnt sich mehr aus bei Hitze wie der Gussblock. Wenn das Laufspiel zu stramm gewählt ist, oder grade bei einem frisch gemachten Motor kann das passieren. Wenn die Eilaufphase noch nicht durch ist.
Dem Motorenbauer würde ich nicht die Schuld geben. Weil der bestimmt weiß wieviel laufspiel diese Konstellation braucht.
Ich würd sagen der Berg ( Hügel) hat schuld.
Gruß Jürgen
 
Hallo,
der Kolben des dritten Zylinders hat außen einen hellen Ring. Das deutet auf eine Berührung mit der Einfassung der Zylinderkopfdichtung hin ( eventuell falsche Dichtung). Dadurch könnte der Kolben oben etwas gestaucht worden sein. Bei Vollast ( Bergauffahrt) wird durch höhere Temperatur das Laufspiel zu gering und der Motor geht kurzzeitig fest. Das würde die Fressspuren im oberen Bereich erklären.
Gruß Peter
 
Der Block ist zu eng gebohrt worden. Laufspiel zu eng bei Erwärmung des Kolbens.
Dieser helle Ring auf dem Kolben ist bei einem Neukolben schon vorhanden und kommt nicht von der Kopfdichtung.
Wenn ein überhitzen des Kühlwasssers vorgelegen hätte, müsste das Wasser deutlich gekocht haben.

Gruß
Jochen
 
Moin zusammen,
Ich glaube der helle Ring außen kommt davon weil ich mit einem Lappen da rum gewischt habe.
Wieviel sollte denn die Bohrung größer zu dem Kolben sein?
Der Instandsetzer geht am Wochenende an den Motor dran und nimmt ihn auseinander. Dann sehen wir mal weiter was er so sagt aber dann kann ich ihn ja mal fragen was er da für eine Toleranz zwischen Bohrung und Kolben gemacht hat.
Ich meine mich entsinnen zu können das er mal was von 0,05 gefaselt hat… bin aber nicht so tief in der Motorentechnik drin dass ich weiß ob das so richtig ist.

Grüße Felix
 
Hallo Felix,
sollte meine Theorie zum tragen kommen müsste die „Brennraumbohrung“ in der Zylinderkopfdichtung kleiner sein als der Kolbendurchmesser. Sollte das nicht so sein war meine Idee die falsche.
Gruß Peter
 
Hallo Felix,

Das ist ja nun ein schöner Mist.
Allerdings kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass Du gleich bei der ersten Fahrt den Motor in den Hitzetot getrieben hast.
Ist Dein Motorinstandsetzer eine Firma oder nur ein Bekannter der ein bischen geholfen hat.
Im ersteren Falle gibt es eine Gewährleistung auf die von der Firma durchgeführten Arbeiten. Dabei gilt in den ersten sechs Monaten, dass die Firma nachweisen muss, dass der Schaden nicht durch sie verursacht wurde. Also nicht Du bist nachweispflichtig sondern die Firma. Und Dein Instandsetzer war ja auch noch zu bequem sich das gleich an zu schauen, eine Testfahrt mit zu machen.
 
Hallo Peter,
der Kolbenboden sieht bei den Kolbenschmidt Kolben (7/100 laufspiel anstatt 4 oder 6 wie bei Nüral und Mahle damals) neu so aus das er außen einen hellen Ring hat, zu dem wäre die Differenz zwischen letzter Rep Stufe und Std Maß nicht so groß wie der "blanke Rand" breit. 75-77 1mm im Radius.
 
Moin zusammen,
Also der Motor ist auseinander…die Kolben sehen verheerend aus und selbst die kurbelwelle hat schaden genommen… von ein paar Minuten lockerem fahren verstehe ich nicht wie der Motor so kaputt gehen kann. Der Instandsetzer behauptet immer noch er wäre heiß geworden.

Grüße und schönes Wochenende
Felix
 

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Hallo Felix,
wir leiden mit . . .
Kolbenfresser ist das Eine - (Kolbengrösse, Temperatur, alles schon beschrieben).
Aber warum leidet die Kurbelwelle?
Vielleicht doch noch zusätzlich ein Schmierproblem? Wurde die KW auch nachbearbeitet? Sind es die passenden Lagerschalen?
Viel Erfolg und Grüße
Markus
 
Hallo Freunde,
Ich bin hier ja auch nur Theoretiker und hab mal ein wenig in meinen Papierbergen gewühlt.
Es steht alles irgendwo geschrieben:

20220411_182856.jpg
Bearbeitungsmaße im Reparaturfall
Kolbenspiel in der Bohrung bei 0,03 bis 0,08 je nach Kolben Hersteller

Gruß
Jochen
 
felix421 schrieb:
Moin zusammen,
Also der Motor ist auseinander…die Kolben sehen verheerend aus und selbst die kurbelwelle hat schaden genommen… von ein paar Minuten lockerem fahren verstehe ich nicht wie der Motor so kaputt gehen kann. Der Instandsetzer behauptet immer noch er wäre heiß geworden.

Grüße und schönes Wochenende
Felix

Schöne Scheisse...das der Instandsetzer sagt das er zu heiß geworden ist, stimmt ja auch im Grunde....nur der Grund warum, ist ja das Interessante.

Ein Bekannter von mir hatte ein ähnlich gelagertes Problem mit einem John Deere 3030LS. Motor wurde von einer Motoren Schmiede komplett revidiert. Sämtliche Lager, Kolben, Ringe usw.
Als er ihn abgeholt hat, das gleiche Problem wie bei Dir. Bei etwas Last ging der Motor fest. Er musste dann ein paar Minuten warten, bis er wieder ansprang.

Das Ding zurück zum Instandsetzer.....dort hieß es auch erst..ist zu heiß geworden.....
Motor wurde aufgemacht...mehrere Zylinder gefressen...Dichtungen der nassen Laufbuchsen weggeschmolzen. Im Motoröl war fast mehr Kühlwasser wie Öl...

Die Kurbelwelle war ebenfalls betroffen...

In unserem Beisein wurden dann die Kolben und Pleuel ausgebaut...und dann wurde der Fehler von uns entdeckt....da konnte die Firma sich auch nicht mehr rausreden....

Letztendlich wurden die unteren Halbschalen der Pleuelstangen von 2 Zylinder vertauscht.
Die Halbschalen und Pleuelstangen gehören immer zusammen und dürfen halt nicht vertauscht werden.

Da die Pleuelstangen und die Halbschalen markiert waren und dadurch die jeweilige Zugehörigkeit eindeutig war...musste die Firma den Schaden letztendlich auf ihre eigene Kappe nehmen.
 
Hallo Felix
Helmut Schmitz schrieb:
Wenn er allerdings "Stramm" geht, würde ich den Kopf runternehmen, bevor ich etwas zu klump fahre. Lässt der Motor sich dann händisch "normal"durchdrehen?

dass der Motor nun so beschädigt ist, daran bist du ja nicht ganz unbeteiligt.
felix421 schrieb:
Ich meine mich entsinnen zu können das er mal was von 0,05 gefaselt hat… bin aber nicht so tief in der Motorentechnik drin dass ich weiß ob das so richtig ist.
in den Unterlagen zum OM636 findet sich auch das Kolbenspiel, 0,06mm.
Screenshot 2022-04-12 at 09-17-58 OM621_636_Reperaturanleitung.pdf.png
Normalerweise hat der Instandsetzer eine Arbeitsanweisung für das Bohrwerk mit den Ist-Maßen der neuen Kolben und der Bearbeiter trägt die erreichte Ist-Maße der Bohrungen nach dem Bohren und Hohnen ein. Darin kann man die zulässigen Abweichungen nachvollziehen. . Das soll er bitte vorlegen
Zur Beweissicherung sollte der Block vor dem erneuten Bohren unter Zeugen (Gutachter?) vermessen werden.