UNIMOG 411 SA 35 575 Lichthupe

mhame

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27. März 2007
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411
Zum Abschluss eines Jahres mit vielen Umbauten, Nachbauten, Projekten und Sonder-Ausstattungen noch ein kleiner Bericht zu einer wenig bekannten SA.

Es werde Licht!
Lichthupe am Unimog 411


Leider hat der Standard UNIMOG 411 keine Lichthupenfunktion und am Zünd-Licht-Schlüssel auf Fernlicht zu schalten ist umständlich. Meist ist die Situation, in der man mit der Lichthupe auf sich aufmerksam machen wollte, dann auch schon wieder vorbei. Die Lösung wäre eine separate Lichthupensteuerung.

Die Sonderausstattung
Meine Recherche zu diesem Thema ergab, dass es auch für den Unimog 411 eine entsprechende Sonderausstattung gab. Die SA 35 575 /2 ist für den 411.118/119/120 vorgesehen. Der Code in der Datenkarte eines Fahrzeugs mit dieser Ausstattung wäre 864.

Ich habe zwar noch keine Datenkarte mit diesem Code oder ein Fahrzeug mit dieser originalen Ausstattung gesehen, aber die Unterlagen zeigen, dass es war zumindest geplant war.

Die SA enthält für den Unimog 411 unter Pos. 12 nur einen Schalter mit der Mercedes Benz Teilenummer 000 545 27 09. Der ist auch von der dritten Bremse bekannt und wird am Lenkstock montiert. Vermutlich ein SWF LS200 175.

Leider sind die SA Listen der SA35 575 auf den Microfichen nicht vollständig, denn bei anderen Baureihen sind nur 2polige Stecker und Kontakte aufgelistet, ein Schalter fehlt. Im EPC gab es da mehr zu finden, allerdings nicht zur Baureihe 411.

Da es keine weiteren Informationen zu der Sonder-Ausstattung gibt, habe ich mir erlaubt, die Sonderausstattung zu interpretieren.

Der Lenkstockschalter
Den Lenkstockschalter habe ich aus Resten selber gebaut. Das Gehäuse mit Klemme ist eine Blech-Schweiß-Konstruktion. Für die Schaltfunktion habe ich einen alten Taster mit langem Hebel verwendet. Ein entsprechender SWF Lenkstockschalter (Taster) wäre extrem teuer geworden, da diese heute sehr selten gebraucht angeboten werden.

Die Schaltung

Da ich die gesamte Leistung für das Fernlicht nicht über den Taster schalten wollte, habe ich ein Relais verwendet. Dieses ist mit 40A ausreichend dimensioniert und im Automobilbereich weit verbreitet. Die Schaltung ist recht einfach. Bei VW gibt es ein Relais mit der Kennzeichnung „53“, welches geeignet ist.
Man greift an der Sicherungsdose oben an der Sicherung 4, 5 oder 6 den Strom vom Zündlichtschalter (15) ab. Damit funktioniert die Lichthupe nur bei eingeschalteter Zündung. Da man sich hier vor den jeweiligen Sicherungen befindet, ist es ratsam, in die Leitung eine 15A Sicherung einzubauen. Selbst bei zwei 55W Glühlampen fließen bei 12V nur knapp 10A. Die Sicherung ist also ausreichend dimensioniert.

Die Leitung (15, ggf. rot) von der Sicherung wird zum Relais geführt und auf die Klemmen 30 (Plus) und die Klemme 86 (Relais Eingang) aufgeteilt. Die Klemme 87 wird zweckmäßig über eine weiße Leitung (min 1,5mm²) mit der Sicherung 7 (Oberseite) verbunden. Das ist eine der Sicherungen für das Fernlicht. Die Klemme 85 wird über eine Leitung (ggf. rot) mit einer Klemme des Tasters verbunden. Die andere Klemme des Tasters wird mit einem Massepunkt am Fahrzeug (bevorzugte Leitungsfarbe braun) verbunden.
Wird nun der Taster betätigt, leuchte die blaue Kontrollleuchte und das Fernlicht in den Frontscheinwerfern wird angeschaltet. Wird der Taster losgelassen, erlöschen die Fernlichter in den Leuchten.

Gruß
Markus


Der Autor übernimmt keine Haftung!
 

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Achtung: Wenn die Schaltung so nicht funktioniert und bei Betätigung der Lichthupe die Standlichter und die Rücklichter mitleuchten (Zündlichtschalter in Pos. 0, Schlüssel eingesteckt), dann liegt dieser Fehler an dem Zündlichtschalter. Schon geringer Verschleiß oder leichte Deformation der (Kupfer-)Kontaktplatte im Inneren des Zündlichtschalters führen zu einer Verbindung von Klemme 58 und 56a in Stellung "0"! Dieser ist gemäß Schaltbild nicht gewollt und ohne zusätzliche Lichthupe (SA 35 575) unproblematisch. Im Fall der Lichthupe muss in diesem Fall mit einem Relais mit Schließer (NO) und einem Öffner (NC) gearbeitet werden und so der Rückfluss des Stroms von den Sicherungen (56a) zum Zündlichtschalter Klemme 56a unterbunden werden, wenn der Strom für das Fernlicht eingespeist wird und ein Rückfluss zum Zündlichtschalter Klemme 56a möglich ist :!: :!: Es kann auch gegen einen funktionierenden Zündlichtschalter getauscht werden. Ich hatte allerdings in meinem Fundus nur solche mit der unplanmäßigen Verbindung zwischen Klemme 58 und 56a bei Schaltstellung "null".

Das neue Schaltbild ist hier angefügt.

Gruß
Markus
 

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Hallo Markus,
Dein Beitrag hat mich neugierig gemacht, da an meinem offenen 411 aus 1958 ein Lenkstockschalter montiert ist. Nun habe ich da er Zerlegt ist nur die Raststellungen prüfen können, es scheint als wäre es ein einfacher Blinkschalter, gefühlt ohne Lichthupenfunktion. Gab es das auch als SA oder hat da ein Vorgänger etwas gebastelt?

Gruß Robert
 
Einen reinen Blinkschalter gab es im Unimog 411 nicht als SA. Dsa sind alles samt Nachrüstungen mit Traktortechnik. Es gab als SA für den 411er nur die Ausführung vom 421/406 mit Blinker, Abblendlicht, Fernlicht, Hupe und Lichthupe. Hier benötigt man aber noch einen anderen Zündlichtschalter. Mehr dazu im Buch über die Unimog Elektrik.

Hier noch einmal die Probematik am Zündlicht-Schalter. Die markierte Stelle hat Kontakt zum Anschlusskontakt 86a, den sie in Stellung "null" nicht haben sollte.

Mittells Durchgangsprüfer kann in Stellung "null" zwischen 86a und 58 die Verbindung ohne Zerlegen des Zündlichtschalters geprüft werden kann. Ein Zerlegen des Schalters, mit dem Ziel ihn wieder zusammen zu bauen, ist anspruchsvoll.

Gruß
Markus
 

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Hallo,

bei meinem 411.119 (wurde am 16.10.1963 durch die Mercedes-Benz Generalvertretung für Österreich nach Großarl ausgeliefert) ist eine Lichthupe montiert, die sehr original aussieht.
Möglicherweise war das eine Sonderausstattung für Österreich?

Ich habe euch Bilder beigefügt...

Viele Grüße
Uwe
 

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Hallo Uwe,

hast du den Code 901 oder 864 in der Datenkarte? ich habe auch einen 411 vom Trebitsch aus Österreich, der hat diese Sonderausstattung nicht.

Gruß
Markus
 
Hallo Markus,
leider habe ich keine Datenkarte. Gerne kann ich dir aber meine Fahrgestellnummer posten.
Ich hab eben nachgesehen: Auf der Halterung steht Hella drauf - ob das nun für oder gegen eine Originallösung spricht, weiß ich nicht.
Viele Grüße
Uwe
 
Hallo Uwe
uma schrieb:
leider habe ich keine Datenkarte. Gerne kann ich dir aber meine Fahrgestellnummer posten.
eine Kopie der Datenkarte gibt es an hand der Seriennummer von der Alttypenberatung im Unimog-Museum, allerdings nur gegen Besitznachweis.
Von den älteren Fahrzeugen sind die Datenkarten nicht digital in einer Datenbank hinterlegt
 
Hallo
hier mal ein paar Detailbilder des Schalters:
HELLA 6BA001533-011 Lichthupenschalter
mit ein wenig Geschick lässt sich ein Schalter aus der Traktor-Szene optisch anpassen.
Blinkschalter m grüner Kontrollleuchte.png
Der Schalter hat im SL Funktionen Auf/Abblenden und Lichthupe, ob das auch im Unimog so belegt war, müsste man anhand des Schaltplan bzw Kabelbaum oder halt bei der original verbauten SA nachvollziehen
 

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  • Schalter Lichthupe  411_190SL_300SL-9.png
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  • Schalter Lichthupe  411_190SL_300SL-4.png
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Die SA Lichthupe hatte nur Lichthupe. Andernfalls hätte ein Zünd-Lichtschalter z.B. wie im 421 in der Stückliste enthalten sein müssen. Ist aber nicht. Der Zünd-Lichtschalter schaltet weiterhin zwischen Standlicht 58, Abblendlicht 56b und 56a Fernlicht.

Es ist der identische Lenkstockschalter wie bei der dritten Bremse. Also ein Taster ohne Kontrollleuchte.

Gruß
Markus
 
Hallo Helmut,

der Schalter von Hella, dessen Bilder du angefügt hat, ist ein reiner Lichthupenschalter. Er schaltet nach vorne und nach hinten ohne Rastung (also Taster NO, Schliesser) und könnte wirklich dieser SA Schalter 000 545 27 09 sein.

Gruß
Markus
 
Hallo,

der Schalter war wohl doch nicht von SWF sondern von Hella. Und er hatte wohl einen scharzen Kunststoffgriff.

Gruß
Markus
 

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Halle Helmut,

hast du jetzt noch einen Hella Karton mit 000 545 27 09 Mercedes Teilenummer drauf? Oder eine alte Hella Umschlüsselungsliste?

Dann hätten wir den letzen Beweis.


Gruß
Markus
 
Hallo Markus
ich habe weder einen Karton noch eine Umschlüsselungsliste, einfachmal kurz bei Tante Gockel nachgefragt, die weiß (fast) alles .einen A0005452709 finde ich nicht, die Endnummer 09 deutet aber auf ein ganz anderes Teil hin.
Den Schalter gab es in weiß (Sonderwunsch) und schwarz, den Knopf als E-Teil ebenfalls. Es gab einen Vorgängerschalter, der war auch im W180 verbaut. Da ich nur das notwendigdste in Papier habe, hier mal ein Auszug aus dem alten EPC
Lichthupe Schalter Versionen EPC.jpg
Kann man aber auch alles in den online-EPC nachvollziehen, z.B. nemigaparts oder mb-teilekatalog.info
W198,(300SL) W121 (190SL) und W180 (220S Ponton), Gr 54 Elektrik.
Der -76 24 war auch nur im letzten Baumuster vom 300SL verbaut, vorher war ein ander Schalter verbaut.
Ich wollte damit auch nur sagen, dass es schon mehrere Möglichkeiten gibt, mein Schalter hatte so um die 50 € gekostet, ich weiß aber noch nicht mal, welche Version das ist, müsste ich mal aufmachen.
 

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Hallo Helmut,

da habe ich schon Stunden mit verbracht. Der Schalter 000 545 27 09 ist in mehreren Ersatzteillisten zu finden. Die habe ich alle als Originale in Papierform vorliegen. Ja, die Endnummer "09" deutet auf einen Leitungssatz hin, aber 545 verweist auf Gruppe 54 "Elektrische Ausrüstung".

In der SA 35 575 Lichthupe wird nur der Schalter erwähnt. Beim Sonderwunsch 3. Bremse gab es auch noch eine 2W Glühlampe dazu. Möglicherweise war die Kontrollleuchte bei der SA Lichthupe überflüssig, da ja die blaue Kontrollleuchte des Unimog genutzt wird.

Die Lichthupe wurde ja erst Mitte der 50er Jahre nach kontroversen Diskussionen eingeführt.

Gruß
Markus

Quelle: Ersatzteilliste Unimog Typ 411 a Ausgabe B von 1965
 

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Hallo Markus
die 09 in der Endnummer liegt möglicherweise daran, dass der Schalter mit dem Kabelsatz konfiguriert wurde.
Bei allen SA mit diesem Schalter ist ein Kabelsatz xxx54xxx09 gelistet.
Allerding immer 540 statt 545, die letzte Ziffer gibt in der Gruppe eine schon einen Typ vor
Nach der Daimler-Lesart Hauptgruppe 54 Elektrik Untergruppe 0 bzw 5 Endnummer bezogen auf Haupt- und Untergruppe 09 (vermutlich Kabelsatz) 000 oder 198 Typzahl (Baureihe) 38 oder 39 Abwandlungsnummer (z.B. weis oder schwarz oder Änderungsvariante etc)
 

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    Screenshot 2022-01-13 at 20-46-27 Sachnummern Handbuch - Handbuch der Daimler Sachnummern pdf.png
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Helmut-Schmitz schrieb:
Hallo Uwe
uma schrieb:
leider habe ich keine Datenkarte. Gerne kann ich dir aber meine Fahrgestellnummer posten.
eine Kopie der Datenkarte gibt es an hand der Seriennummer von der Alttypenberatung im Unimog-Museum, allerdings nur gegen Besitznachweis.
Von den älteren Fahrzeugen sind die Datenkarten nicht digital in einer Datenbank hinterlegt

Lieber Helmut,
danke für den Hinweis. Habe eben eine Mail von der Alttypenberatung im Unimog Museum erhalten:
"Leider haben wir eine Lücke in unserem Film. Ihre Datenkarte fehlt leider."

So bleibt es denn ein Geheimnis, ob mein 411er serienmäßig mit der Lichthupe ausgestattet war oder ob diese nachgerüstet worden ist.

Viele Grüße
Uwe
 
Als Ergänzung:
Beim 406 ist SA 35 283 die "3. Bremse". Hier war es ein Fußtaster von Hella 6EJ 001 569-001 (MB 000 545 32 06). Vorgänger war 000 545 37 14.

Die "3. Bremse" wurde im 406 nicht wie beim 411er mit einem Lenkstockschalter realisiert.

Gruß
Markus