Unimog Restauration

muenchforest

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19. Okt. 2004
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Hallo Leute,

damit mir nicht langweilig wird habe ich mir einen U 407 (Bj 1999/ 60 PS/ 52 000 Km/ 3500 Bh) zugelegt und möchte in den nächsten Wochen mit der Restauration beginnen. Wie ihr auf den Bildern seht ist er von der Substanz her soweit gut - hat halt nun mal die typischen-Unimog-Rost-Krankheiten. Will heißen: Das Fahrerhaus ist im hinteren Bereich von Rost befallen und die vordere Ecke ist im Bereich des Scheinwerfers durch bis auf den darunter liegenden Querträger. Der Rost befindet sich ausschließlich im Bereich der der Tropfkante,

Ich habe vor die besagten Stellen mit der Flex heraustrennen und neue ca. 50 mm breite Bleche mit dem Schutzgasschweißgerät einzuschweißen. Nachdem ich das aber noch nie gemacht habe bin ich um sachdienliche Hinweise sehr dankbar.

Ich will die Bleche mit einer Absetzzange absetzen und an der Verbindungsstellen zum Fahrerhaus punktschweißen. Anschließend möchte ich die Nahtstellen mit Stangenlötzinn verzinnen. (PS: Das Fahrhaus ist abmontiert, sodass man es zum Schweißen und Verzinnen in die Horizontale bringen kann.

Fragen:

1) Wie habt Ihr sachgerecht Eure Rostlöcher am Mog beseitigt?

2) Woher bekomme ich für den Bereich unter dem Scheinwerfer das rundgeformte Rechteckprofil der Unterkonstruktion. Die äußere Blechhülle weis ich gibt es zu kaufen, was ist aber mit dem darunter liegenden Träger, der ist nämlich bei mir auch nicht mehr zu retten.
Muss ich Ihn selbst anfertigen??????

3) Gibt es Alternativen zum Verzinnen??? Spachteln wollte ich eigentlich nicht, da ich Bedenken habe, dass irgendwann die ganze Schei.... wieder runterfällt. Habt Ihr Erfahrungen hierzu???

4) Wenn ich auf das Verzinnen verzichten würde könnte ich als Reparaturblech Edelstahl verwenden und hätte endgültig Ruhe mit dem Rost. Hat jemand schon mal Edelstahlbleche eingesetzt ??

Bin gespannt auf Euere Beiträge!

Gruß + Danke
Chris
 

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Hallo Chris,

zu Punkt 1)
alte Bleche bis in den gesunden Bereich raustrennen und neue einschweißen
zu 2)
am besten selbst anfertigen aus z.B 2 mm Blech aus 3 Teilen und diese zusammenschweißen (Bilder muss ich mal dazu raussuchen)
3) verzinnen ist i.O. auch wenn viele sagen daß es im Bereich der überlappenden Bleche durch die Säure wieder zu Rostbefall kommt
(War bei mir nicht so)
4) Ich selber habe das noch nicht probiert mit VA Blechen. Es kommt aber durch die ungleiche Wertigkeit an der Schweißstelle zu Rostbefall. VA Bleche sind schwieriger zu verarbeiten, deshalb würde ich dem normalen Stahlblech den Vorzug geben.

Es gibt die Möglichkeit die Bleche mit einem galvanischen Verzinkungsset selber zu verzinken (z.B. an den Schweißnähten oder eben das Blech selber). Soll ganz gut sein, das habe ich selber aber noch nicht probiert.
Gruß Rainer
 
Hallo Chris, hallo Rainer

zum Weichlöten / Verzinnen ist grundsätzlich auch Kolophonium als Flussmittel geeignet, vor allem, wenn die Lötstelle vorab ohnehin schon gut von Korrosion gereinigt ist. An meinen Unimogtüren habe ich damit beim Verzinnen erfolgreich gearbeitet.
Der Vorteil dieses Flussmittels ist, dass es nach dem Löten prinzipiell auf dem Werkstück verbleiben kann, da es erst bei Löttemperatur wirksam wird. Vor dem Lackieren der gelöteten Teile würde ich es jedoch entfernen / abwaschen (geht gut mit Alkohol).
Kolophonium bekommt man meist dort, wo es Elektronikbauteile oder Streichmusikinstrumente zu kaufen gibt - wobei die Musiker von dieser Verwendungsmöglichkeit des Kolophoniums oft nichts wissen...
 
Hallo, daß kann ich auch bestätigen.
Bei sehr sauberen Blechoberflächen läßt sich Kolophonium / Löthonig gut verwenden.
Das Kolophonium deckt die Lötung vor Sauerstoff / Oxidation und dadurch folgenden Rost ab. Aber da man ja lackieren will, muß das Zeug mit Alkohol doch runter.
Aber daran denken ! Es ist stark allergieauslösend und die Dämpfe beim Löten sind gesundheitsschädlich. Also vorsorgen !!

Loch an Loch und mit Lot hebts doch. :) :)

Gruß Gunther
 
Hallo Chris,

zu 1) stimm ich Rainer voll zu.
zu 4) mit 3) - hast Du'n Schutzgasschweißgerät (geh ich jetzt mal davon aus)?
Besorg dir die Zutaten zum MIG-Löten. Moderne verzinkte Karossen werden damit zusammengesetzt (zumindest an den Stellen, wo Baugruppen aneinanderstoßen) und repariert. Auch früher schon wurde an Übergängen von A-Säulen (und D-Säulen bei Kombi's) zum Dach hart gelötet - und damit Spalten gefüllt.
Mit dem MIG-Löten sparst Du dir das Flußmittel, den großen Wärmeeintrag vom autogen-Hartlöten und das entfernen vom Flußmittel. Außerdem ist damit einfacher Material aufzubringen und Du kannst alle möglichen Materialien verbinden - eben alles, was sich hartlöten lässt - hier eben VA mit normalem Stahlblech.
Einfach mal gurgeln ( http://www.google.com/search?client=safari&rls=de-de&q=MIG-Löten&ie=UTF-8&oe=UTF-8 )

mfG
Axel
 
Hallo Axel,

Danke für den Hinweis mit dem MIG-Löten!

ich habe ein altes ESS-Schweißgerät (als Schutzgas benutze ich CO2) hast du eine Ahnung ob ich dieses zum MIG-Löten nutzen kann oder brauche ich eines mit digitalem Schweißprogramm.

Gruß Chris
 
Hallo Chris,

hab ein Schutzgasgerät von Schweißring - ohne Programm.
Beim örtlichen Händler wurde mir einmal gesagt, ok, das geht. Zeitlang später dann, das ginge damit nicht, ich bräuchte gleich ein neues Gerät mit Programm.
Als ich das Ganze dann konkret brauchen konnte (löten von spritzverzinktem Blech), wieder hin - und keinerlei Wiederspruch mehr. Es gab mal zur praktischen Ausrüstung einen sehr interessanten Artikel darüber im Oldtimer Praxis, mal schaun ob ich den noch finde. Da drin sind auch die Schwachstellen bei der Nutzung eines normale Schutzgasgerätes aufgezeigt.
Bei mir funktionierts jedenfalls auch so ohne Programm: Ausstattung an Seele und Gas analog zum Schweißen von Edelstahl (also Argon und Kunststoffseele - passt ja bei dem was du vor hast), als Draht dann CuSi3-Draht. Das Material kriegst Du im Schweißfachhandel.

mfG
Axel