Unimogs 406, Motor OM352, heißgefahren

BennoR

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07. Okt. 2006
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Einen wunderschönen Guten Morgen :lol: !

Auf der Suche nach einem Unimog 406 wurde mir einer mit Baujahr 1977 und dem Hinweis "Motor beim Mähen heißgefahren aber wieder instandgesetzt" angeboten.

  • 1) Was heißt "heißfahren" bzw. "heißgefahren" eigentlich?
    2) Was passiert dabei im Motor mit "Zylinder / Zylinderkopf / Zylinderkopfdeckel / Kolben / Ventile / Kurbelwelle / Motorblock / Einspritzdüsen / Motoröl / Kühlwasser ... ?
    3) Passiert das bei Unimogs öfter? Ist bei einem 406 der Kühler eher unterdimensioniert? Angeblich machte beim Mähen der Kühler zu.
    4) Ist so ein Motor wieder reparabel, sodaß der Zustand vor dem heißfahren wiederherstellbar ist oder ist er unheilbar geschädigt?
Viele Grüße,
Benno
 
"Heissfahren" kann viele Ursachen haben:
z.B.
- Kühler verstopft
- Keilriemen abgesprungen
- Wasserpumpe defekt
- Wasserverlust durch Leck im Kühlsystem
- Zylinderkopfdichtung defekt
- Überlastung des Motors
etc.

Man sollte dir schon genauer sagen, was genau passiert ist und was im Detail ausgetauscht bzw. repariert wurde. Nur dann kann man eine Aussage machen, ob ein erhöhtes Risiko für Folgeschäden zu befürchten ist.
Gruss
e.a.
 
Unter "Heißgefahren" verstehe ich dass das Kühlwasser gekocht hat.

Nun ist so ein Motor aus unterschiedlichen Werkstoffen zusammengebaut. Welche auf Temperaturschwankungen mit unterschiedlichen Dehnungen reagieren. Diese Teile sind alle mit ihren Einbauspielen und -Toleranzen auf Betriebstemperatur ausgelegt. Unter und über dieser Temperatur ist der Verschleiß höher-Stichwort Kaltstart.
Bis dahin ist mit keinen Schäden zu rechnen. Irgendwann macht aber was nicht mehr mit, wenn das Wasser kocht wird´s gefährlich. Weil sich im Kühlwasser Blasen bilden, die Zirkulation wird eingeschränkt und überhaupt kann die Motorwärme nur mehr sehr dürftig ans Wasser abgegeben werden. In der Folge steigen die Brennraum- und Kopftemperaturen gewaltig, der Thermometer hat keinen Kontakt mehr mit dem Wasser und ist daher nicht mehr aussagekräftig. Es kann zu Rissen kommen, diese Schäden sind nicht absehbar. Von einer kaputten Kopfdichtung, einem "Reiber" bist hin zu Block- und Kopfrissen alles möglich.

Der Kühler vom 406er ist nicht unterdimensioniert, nur schlecht bis gar nicht vor Verschmutzung geschützt.

Instandgesetzt kann grundsätzlich alles werden. Preisfrage halt.
Ein kleines Restrisiko bleibt -Haarrisse in den Gußteilen.
Ist beim 352iger seeehr selten.


lg.
Klaus
 
austromog schrieb:
Unter "Heißgefahren" verstehe ich dass das Kühlwasser gekocht hat.

Nun ist so ein Motor aus unterschiedlichen Werkstoffen zusammengebaut. Welche auf Temperaturschwankungen mit unterschiedlichen Dehnungen reagieren. Diese Teile sind alle mit ihren Einbauspielen und -Toleranzen auf Betriebstemperatur ausgelegt. Unter und über dieser Temperatur ist der Verschleiß höher-Stichwort Kaltstart.
Bis dahin ist mit keinen Schäden zu rechnen. Irgendwann macht aber was nicht mehr mit, wenn das Wasser kocht wird´s gefährlich. Weil sich im Kühlwasser Blasen bilden, die Zirkulation wird eingeschränkt und überhaupt kann die Motorwärme nur mehr sehr dürftig ans Wasser abgegeben werden. In der Folge steigen die Brennraum- und Kopftemperaturen gewaltig, der Thermometer hat keinen Kontakt mehr mit dem Wasser und ist daher nicht mehr aussagekräftig. Es kann zu Rissen kommen, diese Schäden sind nicht absehbar. Von einer kaputten Kopfdichtung, einem "Kolbenfresser" bist hin zu Block- und Kopfrissen alles möglich.

Der Kühler vom 406er ist nicht unterdimensioniert, nur schlecht bis gar nicht vor Verschmutzung geschützt.

Instandgesetzt kann grundsätzlich alles werden. Preisfrage halt.
Ein kleines Restrisiko bleibt -Haarrisse in den Gußteilen.
Ist beim 352iger seeehr selten.


lg.
Klaus
 
Dann müßte es doch ein gutes Zeichen sein, je länger die Motor-Überholung zurückliegt und je länger der Unimog seither klaglos läuft :?:
 
Korrekt. Wenn er dann auch noch kein Wasser braucht sollte es überstanden sein. Der 352/366iger hält thermisch wirklich einiges aus:

Da gab´s mal einen Bauern, der in den 80igern ein Frontmähwerk vor seinen 406er spannte. Löwenzahn...... naja und jedesmal, wenn die Temperaturnadel in den unsichtbaren Bereich vordrang wurde der Kühler bei laufendem Motor ausgeputzt. Abstellen war ein Problem, der Starter hätte es nicht geschafft...

Dieser Motor wurde später überholt, Ölverbrauch - sagen wir genug.
Die Zyl., die Kolben, es war nicht zu verbergen was da Schindluder getrieben wurde. Aber gelaufen ist er, ohne Wasserverbrauch.

Wenn "Dein" Motor auch kein Wasser braucht dürfte tatsächlich das Gröbste überstanden sein. Ja und der Gasaustauch über die Motorentlüftung sollte sich auch in Grenzen halten.

lg.
Klaus