V + R pneumatisch schalten

Hallo zusammen,

meine elektropneumatische V-R-Schaltung funktionierte bis zum Kardanwellendefekt im Herbst einwandfrei. Störungen verursachten nur der RFS-Taster der Kupplungserkennung von VW. So dass ich aus einem defekten Taster erst mal einen Dummy gebaut habe den ich bei Ausfall auf den Stecker stecken konnte.

Deshalb ist die Erkennung der Kupplungsbetätigung über den Winter noch mal umgebaut worden auf wasserdichten Näherungsschalter mit interner Funktions-LED. Das hat nebenbei noch den Vorteil dass man bei evtl. Fehlersuche bei getretener Kupplung den Schaltzustand erkennen kann ohne irgend etwas weiter zu demontieren.

Das Getriebe lässt sich mit eingelegten Gängen ohne Geräusche von V nach R und umgekehrt schalten. Sollte die Stellung der Zahnräder mal ungünstig sein und sich die Fahrtrichtung nicht wechseln lassen kann man jederzeit zurück schalten und einen neuen Versuch unternehmen. Wenn die Anlage ausfällt lässt sich nach abziehen des Kugelgelenks der Hebel mit einem Montierhebel in die gewünschte Stellung drücken.

Wie oben schon beschrieben wird zur Bedienung ein Taster verwendet, welcher nach Bedienung wieder in die Mittelstellung federt. Mit dem Taster wird eine einfache Reihenschaltung über die Sicherheitsschalter zum jeweiligen Magnetventil hergestellt.

Der Schaltvorgang ist subjektiv kürzer als 1 sec.

Hier noch ein Bild vom Schalthebel und den Kontroll-Lampen.
 

Anhänge

  • Schalthebel.JPG
    Schalthebel.JPG
    75,7 KB · Aufrufe: 3.621
Hallo zusammen,

für die Zweifler an der modernen Technik, die ja heute in jedem LKW so ählich angewandt wird, hier meine Erfahrungswerte nach der letzten Änderung.

Der Umbau auf die pneumatische Umschaltung V/R hat seit damals nach Tausch des Zylinders auf 32 mm Durchmesser, bisher keine weiteren Probleme in der Bedienung und Funktion gemacht.
Die 32 mm habe ich gewählt weil der Schaltvorgang nach mehrfachem Bremsen und absinken des Anlagendrucks auf ca. 5,5 bar mir subjektiv zu lange gedauert hat. Die Schaltgeschwindigkeit ist mit dem größeren Zylinder bei 5,5 bar genauso schnell wie bei 8,0 bar.
 
Hallo zusammen,
nach fast 10 Jahren im Einsatz gab es bisher an diesem Umbau keinerlei Probleme. Selbst die preiswerten China-Magnetventile sind noch o. k. Die beiden Reserve-Magnetventile welche damals mit gekauft wurden, liegen noch in Originalverpackung hier.

Der Einsatz bei Kälte funktioniert auch problemlos, da vor Jahren schon ein Lufttrockner nachgerüstet wurde.
 
Hallo,
der von mir verwendete Schaltknauf ist vom Scania Serie 4. Ersatzteilnummer 1377386, Zubehör FEBI 28520.
Die Abdeckung mit der Schaltgassenanzeige wurde abgebaut, angeschliffen und mit Sprühdosenlack schwarz lackiert.

Z. B. hier:
https://www.motointegrator.de/artikel/948621-schalthebelknauf-febi-bilstein-28520
 
Hallo Reiner,

Danke für die Info!

Kannst du mir sagen was du für einen Zylinder beim Vorschaltgetriebe verbaut hast?
Durchmesser und Länge?

Gruß Jörg
 
Hallo Jörg
das steht doch in dem Beitrag von Reiner schon drin. :idee
 
Hallo,

So ich habe jetzt alles an Hardware zusammen.

Die Elektrische Steuerung werde ich mit einem Steuergerät von MRS Elektronik umsetzen.

https://www.mrs-electronic.com/produkte/detail/can-io-sps-waterproof-pro-v2

Da kann man schön die Ansteuerungen der Ventile und die Logik mit den Schalter usw abbilden
Und noch vieles mehr wenn man das möchte :-)

Habe diese Steuergeräte bereits im Motorsport im Einsatz und nur gute Erfahrungen damit gemacht!!!

Bin mal gespannt wie das alles so Funktioniert :-)

Gruß Jörg
 
Hallo zusammen,

warum benötigt man ein Steuergerät, wenn die Ansteuerung der Magnetventile mit einem einfachen Wechsel-Taster möglich ist?
 
Hallo,

Ich möchte den originalen Schalter am Schalthebel nutzen (Schalthebel Scania)

Dazu benötige ich eine gewisse Logic damit das Ventil nur kurz angesteuert wird.

Gruß Jörg
 
Hallo,


ich würde sagen diese Logik brauchst du bedingt, wenn du einen Kupplungsschalter verwendest, der die Stromversorgung zum Schalter unterbricht.
Heißt du wählst an dem Schalter am Knauf den Gang vor. Während du dann die Kupplung drückst, wird der Kreis durch den Kupplungsschalter geschlossen und dein Ventil kann bestromt werden. Wenn du die Kupplung dann los lässt geht dein Strom wieder weg, Ventil fällt ab und geht in Ausgangsstellung, wenn es Feder-zentriert ist.

Während du die Kupplung gedrückt hälst solltest du ja auch fast den Schalthebel festhalten. Das ist ja also ausreichend für kurzzeitig würde ich sagen.


Selbst, wenn du die Zeit einfach so begrenzen willst, bräuchtest du nur eine Mono stabile kippstufe. Oder bei Hella öfters als Zeitsteuer-Relais geführt.


Grüße
Sebastian
 
Hallo Sebastian,
hier soll nicht einfach ein vorgewählter Gang eingelegt werden sondern von Vorwärts auf rückwärts und umgekehrt umgeschaltet werden, wenn ich es richtig interpretiert habe.
Da kommt es nicht gut wenn das Fahrzeug in die eine Richtung rollt und dann das Getriebe in die andere Richtung umgeschaltet wird.

Hallo Jörg
unabhängig davon läßt sich das natürlich rein elektromechanisch ohne Mikrocontroller und CAN-Bus lösen ähnlich wie es ja Reiner gemacht hat. Was ist den dieser Schalter im Schaltkauf? Schalter oder Taster? 1 polig ein-aus oder ein-aus-ein? Der Zylinder ist doppeltwirkend oder einfachwirkend mit Rückstellfeder? Soll der Zylinder entweder auf Vorwärts oder Rückwärts stehen oder auch eine Mittelposition ( Leerlauf) einnehmen können?
 
Hallo
Jürgen-Fahlbusch schrieb:
Soll der Zylinder entweder auf Vorwärts oder Rückwärts stehen oder auch eine Mittelposition ( Leerlauf) einnehmen können?
dazu muss ein 3-Stellungszylinder her.
Sowas ist bei EPS-Schaltungen üblich z.B. hier Teil Nr 30
06-00.104_A.jpg
 
Hallo zusammen,

da ich kein Zapfwellengetriebe habe wird bei mir nur Vorwärts und rückwärts geschaltet.
Der Schalter im Schalthebel ist ein einpoliger Wippentaster als Schließer.
Der Taster ist ein unverselles Teil und wurde noch etwas auf den Schalthebel angepasst.

D. h. ich drücke die Wippe in eine Richtung und der Schaltvorgang wird ausgeführt und über die Kontrolle angezeigt.
Nach loslassen des Tasters wird der Doppelt wirkende Pneumatikzylinder drucklos und bleibt in der Stellung stehen in der auch der Schalthebelstumpf steht. Wenn ich dann die andere Fahrtrichtung benötige drücke ich wieder den Taster und der Zylinder fährt in die entgegengesetzte Richtung und bleibt in dieser Stellung drucklos stehen. Eine Rückholfeder o. ä benötigt man hier nicht und ist auch nicht verbaut.

Im Normalfall dauert der Schaltvorgang ca. 1 Sekunde.
 
benz schrieb:
Hallo zusammen,

da ich kein Zapfwellengetriebe habe wird bei mir nur Vorwärts und rückwärts geschaltet.
Der Schalter im Schalthebel ist ein einpoliger Wippentaster als Schließer.
Der Taster ist ein unverselles Teil und wurde noch etwas auf den Schalthebel angepasst.

D. h. ich drücke die Wippe in eine Richtung und der Schaltvorgang wird ausgeführt und über die Kontrolle angezeigt.
Nach loslassen des Tasters wird der Doppelt wirkende Pneumatikzylinder drucklos und bleibt in der Stellung stehen in der auch der Schalthebelstumpf steht. Wenn ich dann die andere Fahrtrichtung benötige drücke ich wieder den Taster und der Zylinder fährt in die entgegengesetzte Richtung und bleibt in dieser Stellung drucklos stehen. Eine Rückholfeder o. ä benötigt man hier nicht und ist auch nicht verbaut.

Im Normalfall dauert der Schaltvorgang ca. 1 Sekunde.

Hallo Reiner,

und wie schaltest Du die Neutralstellung zwischen Vorwärts und Rückwärts?
 
Hallo,
Zitat:
da ich kein Zapfwellengetriebe habe wird bei mir nur Vorwärts und rückwärts geschaltet.

Daraus ergibt sich dass ich keine Stellung N benötige und aus meiner Beschreibung dass keine Stellung N vorhanden ist.
 
Hallo,


Jürgen-Fahlbusch schrieb:
Hallo Sebastian,
hier soll nicht einfach ein vorgewählter Gang eingelegt werden sondern von Vorwärts auf rückwärts und umgekehrt umgeschaltet werden, wenn ich es richtig interpretiert habe.
Da kommt es nicht gut wenn das Fahrzeug in die eine Richtung rollt und dann das Getriebe in die andere Richtung umgeschaltet wird.

Da hast du natürlich im Grunde Recht. Schön wäre das nicht und keine Lösung, die ich jetzt in einem käuflichen Fahrzeug oder Produkt erwarten würde.
Allerdings wenn der Designer und evtl ein ausgewählter Kreis das Fahrzeug fährt, kann man mit so Eigenarten leben. Es reicht ja durchaus die Kupplung zu treten, zu warten bis das Fahrzeug steht und dann erst den Schalter umzulegen.
Alle weitere Lösungen, egal ob mit elektronischer oder digitaler Logik müssten ja trotzdem noch einen anderen Sensor dazu nehmen, der dann feststellt ob das Fahrzeug den Stillstand erreicht hat.


benz schrieb:
da ich kein Zapfwellengetriebe habe wird bei mir nur Vorwärts und rückwärts geschaltet.

Daraus ergibt sich dass ich keine Stellung N benötige und aus meiner Beschreibung dass keine Stellung N vorhanden ist.

Ich bin mit nicht mehr sicher, ob nicht beim Abschleppen auch die N Stellung benötigt wird, das sollte dir ja in Zweifel deine Bedienungsanleitung verraten können.
Aber da reicht es ja, wenn du das System deaktivieren kannst und manuell in neutral schalten.



Grüße
Sebastian
 
Hallo Sebastian,

wenn du nicht weißt ob du bei deinem Mog die N-Stellung zwischen V und R bei abschleppen benötigtst, dann solltest du mal in deine BA schauen.
Ich weiß es, dass bei meinem Mog beim abschleppen der Gangschalthebel in den Leerlauf gestellt wird und der V/R-Schalthebel in V.

Was den Zähneverlust bei der Umschaltung von V nach R angeht, so ist der genauso bei der originalen Schaltung vorhanden, wenn das Fahrzeug in die entgegengesetzte Richtung rollt.

Aus diesem Grund wird die Schaltspannung der Magentventile, zur Sicherheit in Reihenschaltung über den Bremslichtschalter, den Kupplungsschalter, den Schalter Schaltgasse und dann erst über den Wippentaster geschaltet.

Die Schaltspannung wird natürlich nicht direkt über den Bremslichtkreis geführt. Sondern um die Stromkreise zu trennen, wird vom Bremslichtschalter ein kleines Relais (Finder 34.51) geschaltet.

Damit ist absolut sichergestellt das es keinen ungewollten Getriebdefekt gibt.

Wie das gemacht wurde steht schon in meinem Beitrag vom 21.01.2014!